Philadelphia Waldfrucht

Ich glaub, ich steh´ im Wald

Produkt:

Philadelphia Waldfrucht

Datum: 20.08.07

Bewertung:

Vorteile: schmeckt fruchtig, wandelbar

Nachteile: zu fest, Carrageen, kein "Frisch"käse

Frischkäse kenne ich eigentlich nur in zwei Ausführungen: Ohne jede Beimischung, dann nehme ich ihn zum Backen, für Aufläufe und Schinkenröllchen, oder ich verfestige damit einen Joghurt so sehr, dass ihn Jasmin mit in den Kindergarten nehmen kann, ohne „Sauerei“ zu veranstalten. Oder aber dem Frischkäse sind Kräuter beigemischt – dann liebe ich ihn auf Brot, pur oder als Butterersatz oder auch mal für einen deftigen Auflauf, für Lauch-Speck-Torte oder auf Käsecrackern für einen abendlichen Snack.

Durch dooyoo habe ich ja schon mitbekommen, dass es da neuerdings noch viele weitere Mischungen gibt. Ein Hersteller übertrumpft den anderen mit fantasievollen Beimischungen, die meist nach dem Alphabet zusammengesellt wurden, z.B. Pfeffer-Pfirsich, Mango-Muskat oder Kiwi-Knoblauch. Bei anderen scheint man nach der Farbe gegangen zu sein und mischte fröhlich Chili-Kirsche oder Cardamom-Kakao. Bislang habe ich mich von diesen Fantasiegebilden ferngehalten, aber letzte Woche siegte doch die Neugier und ich erstand einige Mischungen, die mir nicht ganz so absurd erschienen. Darunter war auch


Philadelphia Waldfrucht mit 12 % Fett
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„Ich glaub, ich steh´im Wald“, war der erste Gedanke. Frischkäse mit Frucht scheint mir doch etwas absurd zu sein. Andererseits - Waldfrüchte, worunter ich Blaubeeren, Brombeeren und Walderdbeeren verstehe, mag ich ohnehin gern. Und Frischkäse mal fruchtig statt deftig ist auch was Neues. Vor allem aber könnte das was für Jasmin sein. Ihr Kindergarten beklagt sich nämlich neuerdings über die Mini-Joghurts, die ich ihr mitgebe. Zwar enthalten die keinen Zucker, denn eigentlich handelt es sich um Frischkäse mit Banane, sehen aber den Fruchtzwergen ähnlich. Und die anderen Kinder begreifen nicht, wieso Jasmin „Fruchtzwerge“ mitnehmen darf und sie nicht. Fülle ich aber normalen Joghurt in einen Tupperware-Wichtel, läuft der gerade bei der momentanen Hitze aus und ich darf schon wieder Kindergartentasche waschen. Aber jeden Morgen selbst Frischkäse und Frucht zusammenrühren mag ich auch nicht.

Hier hat man ja auch nur Waldfrüchte genommen und nicht etwa mit Wermut (würde alphabetisch passen) oder Aubergine (wegen der Farbe) gemischt. Also wagte ich das Experiment. Vor dem Verzehr musste ich natürlich gucken, ob sich ein Bericht bei dooyoo lohnt. Man teilt mir mit, dass bereits 3 Berichte existieren, aber noch weitere möglich sind. Und damit ist auch entschieden, welche meiner neuen Errungenschaften als erstes dran kommt. Berichte über Chili-Kirsche oder was das war, folgen dann demnächst …


Fruchtig
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soll dieser Philadelphia sein. Der Deckel zeigt mir Blaubeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren und Himbeeren. Mehr sehe ich zunächst nicht und bin richtig gespannt, wie dieser Frischkäse denn nun aussieht. Dunkelrosa von den verrührten Früchten? Oder weiß mit dunklen Punkten?

Nach Entfernen von Plastikdeckel und Folie zeigt sich, dass beide Vermutungen richtig waren. Der Frischkäse ist sehr fest, rosafarben und dunkle Punkte verraten mir, wo die Brombeeren nicht völlig untergerührt wurden. Zu Jasmins Enttäuschung ist keine Molke zu sehen, die trinkt sie nämlich immer weg.

Ich probiere mal so – ja, ich weiß, das tut man nicht. Der Frischkäse schmeckt eher fruchtig als frisch. Die versammelten Früchte kommen gut heraus, allerdings sticht keine besonders hervor. Auch der Zucker wird deutlich, das „Frisch“ im Frischkäse hingegen geht etwas unter.


Auf Brot
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ist ja das übliche. Ich probiere den Frischkäse zunächst mal solo auf einem gewöhnlichen Graubrot. Ohne Butter natürlich. Hm, jetzt kommt der Fruchtgeschmack weniger heraus, die Frische verbirgt sich aber immer noch. Nicht schlecht, aber irgendwie nicht das Wahre. Ich liebe Frischkäse wegen seiner Frische und die wird hier vom Zucker doch sehr unterdrückt.

Nun nehme ich den Frischkäse als Unterlage für Nutella – äh, in diesem Fall Nudossi. Das gibt eine interessante Note, macht aber alles noch viel süßer. Zwar ergänzen sich fruchtiges und nussiges wunderbar (Nudossi ist ja sehr nussig), aber die enthaltenen Zucker verstärken sich gegenseitig und der letzte Rest von Frische geht flöten. Das ist nur was für ausgesprochene Süßschnäbel und so süß bin ich nun wieder auch nicht. Schon gar nicht bei Frischkäse.

Nächster Test – ich träufle Honig drauf. Der ist zwar auch süß, aber auf andere Art. Und siehe da – die Mischung ist genial. Offenbar gehört Wald(frucht) zu Wald(honig). Zwar schmeckt auch das süß, aber nicht überzuckert. Die Frische kommt nun deutlicher raus und zu den Früchten passt der Honiggeschmack bestens. Jasmin findet die Mischung übrigens auch super, nach einem Testbiss bei mir fordert sie ein eigenes Brot und das verschwindet in Windeseile.


Auf Keks
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Meinen geliebten Käsecräckern und Salzgebäck will ich den Frischkäse gar nicht erst antun. Aber wie sieht es mit Butterkeks aus? Im Küchenschrank steht eine Schale mit Keksbruch, nachdem Jasmin die Packung unwiederverschließbar aufgerissen und fallen lassen hat. Und wie Kinder nun mal sind, isst sie keine kaputten Kekse. Falko hat da weniger Vorurteile, isst aber auch wesentlich langsamer. Irgendwas muss ich mit den Dingern anfangen, bevor sie ein Raub der Motten werden.

Ich erwische ein weitgehend komplettes Stück und streiche da den Frischkäse drauf. Trotz seiner Festigkeit gibt der Philadelphia soweit nach, dass der Keks nicht bricht. Und die Mischung von Vollkornkeks und Waldfrucht ist ebenfalls gut – nur fehlt mir auch hier wieder der Frischekick. Und die einzelne Brombeere, die auf meinem Keks gelandet ist, schmeckt statt nach Brombeer nach Frischkäse. Schade eigentlich.


Im Ofen
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Jetzt kommt mir aber eine Idee, was mit dem Rest Keks anzustellen ist. Ich frage Jasmin, was sie von süßem Auflauf hält – alles, natürlich. Also bröckeln wir die Kekse in eine Schale, geben Mandarinen drüber und nochmals Keks. Während sich Jasmin am Mandarinensaft delektiert, versuche ich, den Frischkäse zu einer Einigung mit einem Ei und etwas Saft zu überreden. Schwer möglich, der Frischkäse ist eigensinnig und will eine Solorolle spielen. Naja, sonst nehme ich für so was den günstigeren und cremigeren Buko oder den bröckeligeren Frischkäse vom Aldi. Philadelphia ist fester und hält gut zusammen. Als ich glaube, endlich alle Flöckchen erwischt zu haben, gieße ich die Mischung über die Keks-Mandarinen und voila – die Flöckchen sind alle wieder da! Philadelphia will offenbar nur auf Brot sein Unwesen treiben, zum Verrühren ist er nicht gemacht.

Nach einiger Zeit im Backofen hole ich mein stark nach Waldfrucht riechendes Experiment wieder ans Tageslicht. Das Ergebnis ist durchwachsen. Zwar schmeckt das Ganze prima und die Waldfrüchte können sich trotz der Minderzahl bestens gegen Mandarinen und Keks durchsetzen. Hier hat wirklich der Frischkäse den Geschmack gegeben und nachsüßen ist auch nicht nötig gewesen – Mandarinensaft und Frischkäse hatten genug Zucker. Jasmin löffelt begeistert und hat ganz vergessen, dass sie gerade verkündet hat, keinen Hunger zu haben.

Aber Ei und Frischkäse haben sich nicht hundertprozentig verbunden. An einigen Stellen ist die Masse gelblich, an anderen rosa. Und obenauf sind einige Brombeerkerne, von denen mindestens einer im Ofen hart wurde. Wenn ich die vorher gesehen hätte, hätte ich sie ja untergetaucht, aber der Kern hatte sich im rosa Käse versteckt. Im Ofen hatte sich der Käse dann Richtung Erdmittelpunkt verflüchtigt, der Brombeerkern wurde einsam zurückgelassen und schutzlos der Hitze preisgegeben.

Jedenfalls habe ich nun daraus gelernt. Beim nächsten Mal werde ich das Ganze mit dem Mixer verrühren, um eine bessere Homogenität zu erzielen. Und mit einem jungfräulichem Frischkäse eine extra-Mischung für die oberste Lage machen. Trotzdem werde ich mir diesen Frischkäse für weitere süße Aufläufe merken, denn hier ist der Waldfrucht-Geschmack klasse herausgekommen.


Für den Kindergarten
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habe ich den Frischkäse mit einem Joghurt, in diesem Fall Vanille von Nestlé verrührt. Der schwebte noch im Kühlschrank rum, weil ihn keiner so recht mag, für Vanille ist er irgendwie zu sauer. Außerdem ist das ein extrem flüssiger Joghurt, den nicht einmal ich ohne Kleckern essen kann.

Philadelphia hat Joghurt gegenüber keine so großen Vorurteile wie beim Ei. Ich musste zwar kräftig rühren, um ihn mit dem Joghurt zu verbinden und so richtig homogen wurde es nicht. Aber es kam ein gelblich-rosa Mantsch heraus, fest genug, dass Jasmin ihn ohne Lätzchen essen konnte und geschmacklich so gut, dass Jasmin ihn auffutterte, ohne zu merken, dass da ja ihr ungeliebter „saurer“ Joghurt drinsteckte. Die Waldfrüchte neutralisierten die Säure des Joghurts, der Joghurt beschaffte dem Frischkäse endlich die ersehnte Frische und Frucht und Vanille vertrugen sich bestens. Das Mischungsverhältnis war übrigens 1:2, ich brauchte also gar nicht soviel Frischkäse, um den Joghurt genießbar zu machen.

Ich kann den Philadelphia also nehmen, um für Jasmin allzu flüssige Joghurts für den Kindergarten aufzubereiten. Alleine ist er als Kindergartenbeigabe wegen seiner Festigkeit nicht geeignet. Denn ich müsste ihn mit Kraft in den Wichtel drücken und Jasmin bekäme ihn dann nur am Stück heraus oder würde ihn beim Versuch quer durchs Bistro segeln lassen.


Frischkäse, Waldfrucht
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Und was noch? Philadelphia gibt folgendes zu Protokoll:

Frischkäsezubereitung mit Fruchtzubereitung (10%) und Zucker (auch 10 %). 48%Fett i.Tr. Und wer jetzt auf die 12% vom Deckel verweist – die gelten als absoluter Wert. Die 48% beziehen sich auf den Käse, nachdem man ihm sämtliches Wasser entzogen hat.

Philadelphia schlüsselt diese Angaben noch genauer auf:

Milcheiweißerzeugnis ‚(nämlich der Frischkäse), Zucker, 6% Früchte, davon 2%Brombeere, 1,5% Blaubeere, 1% rote Johannisbeere, 1% Erdbeere und 0,5% Himbeere. Außerdem Johannisbrotkernmehl, Carrageen, Pektin, mod. Stärke, Aroma, Salz und Zitronensäure.

Womit sich die Verwendung für den Kindergarten weitgehend erledigt hätte. Schade. Aber ich werde Jasmin nicht täglich Carrageen mitgeben, das hat in der Nahrung, speziell in Kleinkindernahrung nämlich nichts zu suchen. Und der Hersteller braucht es auch nur, um Fülle vorzutäuschen, stabilisieren können die anderen beiden Stabilisatoren nämlich auch alleine.

Wer über die Differenz der Prozente stolpert – die 10% Fruchtzubereitung beinhalten nicht nur die Früchte, sondern auch zu 4% voms Janze Zucker und die drei Stabilisatoren. Wobei ich immer noch meine, dass Johannisbrotkernmehl und Pektin eigentlich ausreichend sollten.

Auch Nährwerte werden angegeben. Je 100 gr. schlagen 194 kcal zu Buche, davon 7,3 gr Eiweiß, 15,5 gr. Kohlehydrate und 11,5 gr. Fett. Und schon wieder stehe ich im Wald - für einen Frischkäse, der hauptsächlich aus Eiweiß bestehen sollte, ist das ein schwaches Ergebnis, hier macht sich wieder der viele Zucker bemerkbar. Ein Diätprodukt ist das nicht und die Angabe 12% Fett reine Täuschung, denn die eingesparten Fettkalorien hat der Hersteller mittels Zucker wieder reingehauen.


Woher?
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Ich habe es bei Jasmins Lieblingssupermarkt gefunden – dem „EDIKA“. Die 200 gr. hatte er für 1,15 Euro im Regal. Es gibt günstigere Frischkäse, ich weiß, aber keinen mit Waldfrucht. Allerdings viele davon ohne Carrageen.


Fazit
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Kann durchaus sein, dass ich den nochmals kaufe. Immerhin kommt bei einigen Zubereitungen der Waldfruchtgeschmack so richtig schön heraus. Von einem Frischkäse erwarte ich allerdings in erster Linie Frische und die fehlt hier ziemlich. Zudem ist für mich Frischkäse ein Produkt, das ich gerne für eine Zwischenmahlzeit verwende, dazu hat mir dieser hier aber viel zu viel Zucker. Auch für das Carrageen gibt´s Abzug – es geht auch ohne!

Man kann den Frischkäse kaufen und genießen. Man muss aber nicht.

Bin auch bei ciao (! weglassen) und da gibt´s Bilder dazu

Fazit: schmeckt fruchtig, wandelbar, zu fest, Carrageen, kein "Frisch"käse

Name des Mitglieds: Miem!