Ravensburger - Tikal
Expedition zu den Mayas - Ravensburger - Tikal Brettspiel

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Ravensburger Brettspiele

Neuester Testbericht: ... zwischen 10-99 Jahren leiten bei Tikal eine mehr oder weniger erfolgreiche Expedition. Herausgebracht wurde Tikal vom bekannten Raven... mehr

Expedition zu den Mayas
Ravensburger - Tikal

Sulli2

Name des Mitglieds: Sulli2

Produkt:

Ravensburger - Tikal

Datum: 29.12.00, geändert am 29.12.00 (263 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: viel Strategie, wenig Glücksspiel

Nachteile: Spielspaß hält nicht lange an

Tikal ist ein Brettspiel für 2 bis 4 Personen mit zwei Spielvarianten, das 1999 als Spiel des Jahres ausgezeichnet wurde.


ZUR GESCHICHTE:
---------------------------

Tikal, im Norden Guatemalas gelegen, ist die bedeutendste und größte aller Maya-Stätten. Diese lag versteckt unter 50 Meter hohen Bäumen und wurde von 600-900 v. Chr. von etwa 100000 Menschen bewohnt. Für ihre Götter errichteten die Bewohner große Monumente. Von 1956-1967 wurden geringe Teile von Tikal, das insgesamt etwa 16 qkm umfasst hat, ausgegraben und restauriert.


DIE SPIELIDEE:
----------------------

Jeder Spieler fungiert als Expeditionsleiter eines Archäologenteams, mit dem er sich durch den Urwald kämpfen muß. Eine kleine Ecke des Spielplans zeigt die bereits freigelegten Teile von Tikal. Es geht darum, weitere der versteckten Maya-Stätten aufzustöbern, Tempel freizulegen und Schätze zu heben. Dabei ist es wichtig, strategisch gut vorzugehen.


DER ERFINDER:
-----------------------

Wolfgang Kramer ist 57 Jahre und ist einer der bekanntesten Spieleerfinder in Deutschland. Kramer war früher als Informatiker tätig, beschäftigt sich jedoch seit 1989 nur noch mit der Entwicklung neuer Spiele. Er hat bereits über 90 Spiele erdacht und dafür etliche Auszeichnungen erhalten, auch im Ausland. Bereits viermal erhielten seine Spiele den Preis "Spiel des Jahres". Bei der Entwicklung von Tikal wurde er von Michael Kiesling unterstützt.


AUSZEICHNUNGEN:
-----------------------------

Spiel des Jahres 1999
Deutscher Spielepreis 1999
Belgium Toy Award 1999
Best Family Strategy Game USA 1999
Spiele-Ehren-Galerie


AUSSTATTUNG:
-------------------------

Die Ausstattung des Spiels rechtfertigt den Preis von etwa 50 DM. Auf den ersten Blick wird man durch den wabenförmigen Aufbau des Spielbrettes unweigerlich an "Die Siedler von Catan" erinnert. Eben
so wie dort gibt es sechseckige Täfelchen, die die Geländeteile von Tikal symbolisieren, die im Spielverlauf freigelegt werden. Dabei wird unterschieden nach Kärtchen, die freies Gelände enthalten, nach Schatzkärtchen, Tempelkärtchen und Vulkanen.

Auf den Tempelfeldern ist ein symbolischer Wert aufgedruckt. Dazu gibt es weitere quadratische Kärtchen, die auf die Tempel gelegt werden können, und somit dessen Wert erhöhen. Diese symbolisieren die schichtmäßige Freilegung der Tempel. Durch die mit höherem Wert immer kleiner werdenden Kärtchen wird so optisch eine Pyramide aufgebaut.

Die Schätze werden durch runde Täfelchen dargestellt und auf die Schatzkarten gelegt, sobald diese ins Spiel gebracht werden.

Die Spielsteine sind aus Holz und existieren in der ungewöhnlichen Farbzusammenstellung rot, orange, schwarz und naturholzfarben. Für jeden Spieler ist dabei vorhanden:

1 Expeditionsleiter in Zylinderform mit achteckiger Grundfäche
19 Expeditionsteilnehmer (davon einer als Ersatz) in gleicher Form, nur etwas kleiner
2 Camps in Zylinderform mit dreieckiger Grundfläche (Zeltform)
1 Wertungsstein in Würfelform

Dann gibt es noch für jeden Spieler einen Anzeiger und eine Kurzspielregel, auf der die möglichen Spielzüge in symbolischer Form dargestellt sind. Diese ist beidseitig bedruckt, von denen je nach Version, die man spielt, eine Seite benutzt wird.

Dazu gibt es eine ausführliche Spielregel sowie ein Blatt mit einem Beispielzug.


ZIEL DES SPIELS:
-------------------------

Ziel des Spiels ist es, mit seiner Expedition die höchste Punktzahl zu erreichen.


DIE REGELN:
------------------

Tikal kann zu zweit gespielt werden, ist mit drei Spielern schon interessant und mit vier Spielern ideal zu spielen.

Die Handlungen jedes Spielers pro Spielrunde besteht aus dem Anlegen einer Geländetafel, daß vom Stapel gezogen wird, auf dem Spielbrett sowie ansc
hließender Durchführung von bestimmten Aktionen.

Pro Spielzug stehen jedem Spieler dafür 10 Aktionspunkte zur Verfügung, die er beliebig verteilen kann. Die möglichen Aktionen haben unterschiedliche Kosten und sind teilweise nur in bestimmten Situationen einsetzbar.

Die möglichen Aktionen sind:

Figuren einsetzen oder von Camp zu Camp ziehen (1 Punkt)
Figuren bewegen (1 Punkt pro Steinplatte)
Tempelebenen freilegen (2 Punkte)
Schatz heben (3 Punkte)
Schatz tauschen (3 Punkte)
Camp errichten (5 Punkte)
Tempel mit Wächter schütze (5 Punkte)

Erst, wenn eine Vulkantafel, von denen drei im Spiel vorhanden sind, vom Stapel gezogen wird, werden Punkte verteilt. Dabei hat jeder Spieler reihum die Chance, durch einen Extrazug von 10 Aktionspunkten aktuell Einfluß auf die Wertung zu nehmen. Punkte gibt es für freigelegte Tempel, auf denen der jeweilige Spieler die Mehrheit besitzt sowie für Schätze, die sich im Besitz des jeweiligen Spielers befinden.


SPIELVARIANTE:
-------------------------

Die Profiversion: Es gelten die gleichen Regeln wie oben beschrieben, jedoch haben die Spieler die Möglichkeit, pro Runde die jeweils gezogene Geländetafel zu ersteigern. Dazu steht jedem Spieler ein Startkapital von 20 Punkten zur Verfügung.


DIE SPIELPRAXIS:
---------------------------

Die Spieldauer ist mit durchschnittlich 90 Minuten recht lang. Dies liegt daran, daß die Spieler für die Verteilung ihrer 10 Aktionspunkte pro Runde teilweise recht lange überlegen. In dieser Zeit herrscht für die Mitspieler Leerlauf.

Nur in der Profiversion besteht durch die Versteigerung die Möglichkeit intensiver Kommunikation zwischen den Spielern, doch dadurch entstehen natürlich auch erheblich längere Spielzeiten. Bei der Versteigerung kommt es gar nicht so sehr darauf an, die richtige Geländetafel zu ersteigern, sondern im richtigen Moment das Recht zum Zug zu bekommen.
>Positiv an Tikal ist es, daß das Glück recht wenig Einfluß nimmt, sondern die richtige Strategie gefragt ist. Dadurch, daß der Spielplan erst während des Spiels entsteht, hat man die Möglichkeit, durch geschicktes Anlegen der Geländetafeln erheblichen Einfluß auf das Spielgeschehen zu nehmen.

Sehr wichtig ist es, die Schätze zu ergattern, da die doch recht hohe Punktzahlen bringen und ein Schatz, der einmal im Besitz eines Spielers ist, kann nicht mehr weggenommen, sondern nur eingetauscht werden.

Die Spielregel ist, auch wenn sie im ersten Moment recht kompliziert klingt, recht einfach. Schon während des ersten Spiels hat man sie vollends verstanden.


FAZIT:
-----------

Tikal zählt sicher zu den besseren der in den letzten Jahren entwickelten Spiele. Es bietet einiges an Strategiemöglichkeiten und ist wenig von Glück beeinflußbar. Dennoch ist es auch ein Spiel, welches auf Dauer gespielt, bald langweilig wird.

Fazit: