Pro Ludo - Werwölfe von Düsterwald
Die Werwölfe sind los! - Pro Ludo - Werwölfe von Düsterwald Brettspiel

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Pro Ludo Brettspiele

Neuester Testbericht: ... kann sich als Werwolf ausgeben oder auch nur wenn es Nacht ist, durch die Finger schielen. Doch man sollte sich hier vorher überlegen... mehr

Die Werwölfe sind los!
Pro Ludo - Werwölfe von Düsterwald

Neli

Name des Mitglieds: Neli

Produkt:

Pro Ludo - Werwölfe von Düsterwald

Datum: 19.01.11

Bewertung:

Vorteile: immer wieder anders, sehr frei, viel Atmosphäre (bei gutem Spielleiter)

Nachteile: man braucht viele Leute, alle müssen das Spiel ernst nehmen

Dieses Spiel ist eines meiner Lieblingsspiele - leider kann man es nur in ziemlich großen Gruppen spielen, weshalb ich nicht so furchtbar oft dazu komme. Aber dann ist es jedes Mal ein riesiger Spaß!

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: ein Teil der Spieler spielt normale Dorfbewohner, einige Spieler sind allerdings Werwölfe. Die Werwölfe versuchen, nach und nach die Dorfbevölkerung zu verspeisen - die Bewohner versuchen, die Werwölfe auszuschalten, was aber schon mal schiefgehen kann. Dann wird leider ein unschuldiger Dorfbewohner vom Mob gelyncht...

Zu Beginn des Spiels teilt der Spielleiter, der nicht mitspielen kann, verdeckt Karten an die Mitspieler aus. Hier erfahren sie, welche Rolle sie haben. Diese Rolle dürfen sie nicht verraten (bzw. behauptet natürlich jeder, nur ein harmloser und unschuldiger Dorfbewohner zu sein). Neben Werwölfen und normalen Dorfbewohnern gibt es noch einige Sonderrollen wie die Heilerin, das Mädchen (darf während der Werwolfphase blinzeln - wird aber gern schnell ausgeschaltet) oder den Jäger (darf, wenn er stirbt, noch jemanden anderen mit in den Tod reißen). Diese Rollen haben wir in unseren Runden erst nach und nach eingeführt - es geht auch ohne sie (zum Üben), macht aber mit natürlich noch mehr Spaß.

Zu Beginn des Spiels wird ein Hauptmann gewählt. Jeder kann sich für diesen Posten bewerben. Natürlich auch ein Werwolf... Der Hauptmann hat, wenn es am Ende der Tagphase (dazu später mehr) einen Gleichstand gibt, zwei Stimmen. Eigentlich spielt das nicht soooo oft eine wichtige Rolle, aber wenn am Ende des Spiels nicht mehr viele Spieler übrig sind, kann es doch ganz schön wichtig werden. Stirbt der Hauptmann, darf er die Karte an einen Spieler seiner Wahl weiterreichen.

Das Spiel läuft in zwei Phasen ab. (Ich erkläre es ohne Sonderrollen, das nackte Grundgerüst, aber die Sonderrollen sind leicht zu verstehen, wenn man das Grundgerüst kennt) Es beginnt mit der Nachtphase. "Das Dorf hat einen neuen Hauptmann gewählt. Das wurde wild gefeiert. Ihr schlaft tief und fest, vom Alkohol wie betäubt..." Der Spielleiter führt durchs Spiel und lässt sich, wenn möglich, eine schöne Geschichte dazu einfallen (er kann sehr, sehr viel zur Atmosphäre beitragen!). Alle Spieler schließen die Augen. Dann erwachen die Werwölfe. Sie müssen nun einen Spieler aussuchen, den sie "reißen" wollen - wortlos und möglichst ohne Geräusche zu verursachen, denn die schlafenden Dorfbewohner spitzen natürlich die Ohren. Die Werwölfe müssen sich einigen und dem Spielleiter zeigen, wen sie loswerden möchten. Dann "schlafen" auch sie wieder ein.

Nun folgt die Tagphase, in der der Spielleiter das Dorf komplett wieder weckt - "Der Hahn kräht, ihr werdet langsam munter, das ganze Dorf erwacht - bis auf...." Der genannte Spieler ist nun "tot". Er darf noch seine Rolle verraten (falls er eine Sonderrolle hatte), aber er darf nichts mehr sagen. Während des restlichen Spiels darf er zwar nicht mehr mitspielen, aber dafür darf er die ganze Zeit zuschauen, was auch sehr amüsant sein kann. Jetzt beginnt das wilde Rätselraten. Wer sind die Werwölfe? Wer hat den unschuldigen Dorfbewohner umgebracht? Die Diskussion beginnt. Da können sachliche Argumente kommen ("Beim XY hat aber der Stuhl so gequietscht" oder "ABC hat gekichert, als die Werwölfe wach waren"), wilde Anschuldigungen und persönliche Fehden ("Der XY ist IMMER Werwolf" oder "Klar, die XYZ hat ihren Exfreund in der Werwolfphase getötet, wer würde das sonst machen?") oder einfach, wenn einem gar nichts einfällt, irgendwer beschuldigt werden... Die beschuldigten Spieler verteidigen sich natürlich, mehr oder weniger erfolgreich. Der Spielleiter behält im Blick, wann die Diskussion sich totgelaufen hat, ermuntert manchmal noch oder beschließt, dass es jetzt genug ist.

Dann kommt die Abstimmung. Alle Spieler heben ihren Arm und entscheiden sich, wen sie am meisten verdächtigen. Natürlich sind Absprachen erlaubt. Auf ein "Los" des Spielleiters zielen alle Spieler mit dem Finger auf den Spieler, den sie verdächtigen. Der, auf den die meisten zeigen, wird vom wütenden Mob gelyncht... Natürlich auch, falls er sich nur als unschuldiger Dorfbewohner entpuppen sollte.

Die Werwölfe sind natürlich stark in der Unterzahl. Aber dadurch, dass die Dorfbewohner auch immer mal wieder jemanden aus den eigenen Reihen erwischen, haben sie dennoch eine reelle Chance. Außerdem haben sie einen Wissensvorsprung und können viel taktischer agieren. Wenn sie zum Beispiel merken, dass die Dorfgemeinschaft auf einen Mit-Werwolf eingeschossen hat, wäre es ja taktisch sehr unklug, wenn die übrigen beiden Werwölfe als einzige auf einen Dorfbewohner zielen. Da muss der andere Werwolf schon mal dem Spielziel geopfert werden...

Dies ist kein Spiel, das man halbherzig spielt. Schummeln macht überhaupt keinen Spaß und man sollte auch verlieren können, denn natürlich stirbt man selbst immer schneller als erwartet...
Besonders viel Spaß macht das Spiel natürlich abends am Kamin oder - noch besser! - am Lagerfeuer!

Fazit: Ein schönes Spiel für große Runden, wenn alle mitmachen wollen!