
Produkttyp: Fantasy Productions Brettspiele
Neuester Testbericht: ... Teil der Halle und packe oeffne die voellig neudesignte Box. Der rote Rand hebt sich schoen vom blauen Himmel und dem granitfarbenen ... mehr
Was ich zu DSA sagen will
Fantasy Productions - Das Schwarze Auge 4: Basisbox

Name des Mitglieds: simonsoft
Produkt:
Fantasy Productions - Das Schwarze Auge 4: Basisbox
Datum: 21.05.01, geändert am 03.08.04 (86 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Siehe Meinung
Nachteile: Siehe Meinung aber eigentlich nur: Rollenspielen braucht viel Zeit
So wie der Titel bereits andeute will ich in dieser Meinung jetzt mal sagen was ich zu DSA bezüglich zu Rollenspiele allgemein zu sagen haben.
Oftmals werde ich gefragt was Rollenspiel nun ist. Oh, zugegebenermaßen, dies ist eine Frage die man nicht so leicht beantworten kann. OK ich probier’s: Eine Gruppe von Leuten (meist zwischen 3 und 5), treffen sich. Einer dieser Spieler ist ein sog. Meister, die anderen sind Spieler. Jeder der Spieler übernimmt die Rolle eines Helden. Er verkörpert ihn nun in einer Imaginären Welt und bestimmt all seine Handlungen. Die Eigenschaften dieses Helden sind durch Eigenschaftswerte festgelegt, so das den Handlungen auch Grenzen gesetzt sind (Ein Mensch kann keine 10 Meter springen und dergleichen). Der Meister übernimmt den ganzen Rest der Spielwelt: Er spielt alles andere, und verwickelt die Helden immer wieder in neue Abenteuer, erzählt die Story und hat letztendlich das letzte Wort über das Gelingen oder Scheitern von Spielaktionen. Es ist meist Schauspielerisches Talent, Einfallsreichtum und eine gesunde Portion Glück (wahlweise auch Meistergnade) vonnöten um Abenteuer zu bestehen. Rollenspiel lässt sich wie bereits gesagt nicht sehr gut erklären. Hierbei möchte ich Peregrinus (Hat diese Meinung kommentiert) zitieren: "Rollenspielen ist wie Radfahren, leicht wenn man es kann aber Schwierig zu erklären"). Dies trifft es sehr gut. Man sollte sich Testweise mit einer Spielgruppe in seiner Nähe einmal in Verbindung setzen und mal ein Probespiel wagen. Oft bieten auch Rollenspielfachgeschäfte mal einen Einführungsabend an. Man sollte sich einmal informieren.
DSA ist ein Fantasy Rollenspiel. Die Fantasy Genre zeichnet sich unter anderem dadurch aus, das sich viele andere Rassen in der Spielwelt tummeln (Orks, Elfen, Zwerge,...) und das Wirken von Magie von manchen Personengruppen möglich ist. Die Fantasy Genre wurde von J.R.R. Tolkien mit den Büchern "Der kleine Hobbit" und "
;Herr der Ringe" begründet.
Der Kontinent auf dem DSA spielt heißt "Aventurien". Aventurien bietet viele verschiedene Kulturräume (Wüsten, Dschungel, Bergländer, Sümpfe) auf engsten Raum. All dies wurde bereits sehr gut ausgearbeitet.
In den mehr als 15 Jahren in denen es DSA nun gibt wurde die Spielwelt sehr erweitert. Das Magiesystem ist Zwischenzeitlich sehr komplex geworden und es gibt viele Eigenschaften und Talente. Trotzdem ist meiner Meinung nach DSA eine gute Möglichkeit mit dem Rollenspiel zu beginnen: Man sollte am Anfang, viele der Talente und Eigenschaften weglassen und erst einmal mit einem vereinfachten Regelwerk spielen. Nach und nach sollte man dann andere Regeln hinzunehmen oder man lässt es. (Unsere Gruppe hat sich bis heute geweigert mit dem sogenannten "Waffenvergleich" zu spielen).
Nach und nach sollte man sich, falls die Spielgruppe mehr Komplexität wünscht, folgende Boxen zulegen: "Mit Mantel, Schwert und Zauberstab", "Das Land des Schwarzen Auges" und "Die Magie des Schwarzen Auges". Dies beinhaltet in großen und ganzen das Standart Regelwerk. Die Landschaftsboxen sollte man sich erst bei steigender praktischer Spielerfahrung zulegen.
Vielleicht sei auch zu überlegen, ein anderes Rollenspiel zu spielen. Beispielsweise AD&D, Tri, Vampire oder auch ein Science Fiction Rollenspiel wie Shadowrun. Es gibt auch Rollenspiele die zwischen 1920-50 angesiedelt sind und entweder meist Dedektivischen oder Horror Genres vertreten.
Nun zu dem was mir wirklich am Herzen liegt: Viele Rollenspieler neigen dazu, Rollenspiel falsch aufzufassen: Man spielt Rollenspiel nicht gegeneinander oder gegen den Meister. Man spielt es miteinander. Schummeln oder Unrollengerechtes Spielen (Magier mit Barbarentstreitäxten, fast unverwundbare Söldner, fliegende Jäger) bringen es nicht. Auch wenn es die Regeln manchmal zulassen sollte man seinen Helden stimmungsvoll spielen.
Nach den DSA Regeln KANN man theoretisch einen Gaukler machen, der mit zwei Schwerter, in einen Plattenpanzer, in vollendeter Perfektion kämpft, machen. Wer aber einen solchen Charakter spielt wird nicht nur sich den Reiz eines Rollenspieles verderben, sondern auch seinen Freunden.
Mein Tip: Gebt euren Helden Persönlichkeit. Etwas das eure Figuren auszeichnet. Klar jeder Krieger ist Stark und jeder Magier Klug, ich rede hier von Charakterlichen Eigenschaften. Auch ein Charakter sollte seine Schwächen und Fehler haben. Wir haben schließlich auch unsere Fehler. Helden sind auch nur Menschen (Elfen, Zwerge...)!
Allen DSA Anfängern rate ich: Laßt "Abenteuer Aventurien" weg und kauft euch die Heldenbox ("Die Helden des Schwarzen Auges"). Ich empfehle aber damit noch bis zum Sommer 2001 zu warten, da dann die neue Heldenbox rauskommt, die ein komplett überarbeitetes Regelwerk enthält. (Dieses Regelwerk ist das des Rollenspiels Myranor). Eventuell fangt ihr gleich mit Myranor an. Myranor ist genaugenommen auch DSA und spielt in der selben Welt (genannt "Dere"), jedoch auf einen anderen Kontinent (dem "Güldenland" oder auch Myranor genannt).
Ich rate allen Meistern, sich manchmal nicht allzu genau an die Regeln zu halten. Manchmal ist ein gewisses Maß an Improvisation wesentlich angebrachter. Es fällt den Spielern viel leichter sich in die Situation hineinzuversetzen, wenn man nicht nur die Begegnungstabelle würfelt, sondern auch die Gegend, das Aussehen von Land und Leuten beschreibt und wenn jede Meisterperson seinen eigenen unverwechselbaren Charakter besitzt. Schließlich stellen auch Meisterpersonen Menschen (Elfen, Zwerge, Orks, Goblins, Trolle...) da, und sind nicht nur Statisten.
Wer all diese Dinge beachtet und mit den richtigen Leuten spielt wird sich vielleicht im Rollenspiel heimisch fühlen und bemerken welch eine unglaubliche Langzeit Motivation es besitzt. Ich spiele nun seit der
fünften Klasse, beinahe wöchentlich DSA und ich denke gar nicht ans aufhören. Schließlich ist Rollenspiel die beste Möglichkeit, den öden, langweiligen Alltag zu entfliehen.
Update: Einige Worte zu DSA 4 + Lücken in DSA
Nun ja jetzt ist DSA 4 erschienen und an dieser Stelle möchte ich einige Worte schreiben um meine Meinung auf den neusten Stand bringen. Ich finde dass DSA 4 Regelwerk ein wenig mißlungen. Zwar schließt es bisherige Probleme in Rollenspiel ganz gut, und lässt die Lebensenergie der Charaktere realistisch ansteigen an manchen Ecken ist das Regelwerk leider etwas mißlungen. Bestes Beispiel: Die Aktivierungskosten für neue Zauber. Ein Magier kann ab der 8ten Stufe wegen der Hohen Aktivierungskosten (Stufe mal Stufe mal Stufe mal 5 bei Elfen noch zusätzlich + 25 %) KEINEN Zauber mehr lernen da es zu teuer geworden ist. Ich kann mich leider nicht mit den Gedanken anfreunden Das ein Magier der 10 Stufe für einen Zauber 5000 AP bezahlen muß (Auch wenn es nur ein einfacher Lichtzauber, er hat überhaupt gar keine 5000 AP) und rein rechnerisch dazu 13,69 Jahre Forschungszeit benötigt. Ein ähnlicher Effekt trat bisher bei Talenten auf, was jedoch in der Zwischenzeit von der DSA Redaktion widerrufen wurde. Leider haben Sie in der Errata (auf der Fanpro Seite zum Downloaden bereit), kein Wort darüber verloren wie Zauber aktiviert werden können.
Außerdem habe ich in letzter Zeit mehrere Rollenspielsysteme gespielt und muss auch noch gestehen, das DSA ziemlich viel auf Regeln und Würfeln basiert. Also sollten es fortgeschrittene Rollenspieler auch einmal wagen, sich an ein neues Rollenspiel zu wagen. Ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung das DSA trotz dieser Kritikpunkte spielenswert ist.
Viel Spaß beim Rollenspielen
MFG SimonSoft
P.S. Wer noch Fragen, Kritik,... hat sollte ein Kommentar oder mir ein Mail schreiben
Fazit:
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