
Produkttyp: Kosmos Brettspiele
Neuester Testbericht: ... aber nicht ewig langes Spiel braucht. Begrenzt wird die Spielzeit durch die Zeittafel. Diese beginnt mit der Gründungszeit von Nürnberg... mehr
Das Siedeln geht weiter
Kosmos - Die Siedler von Nürnberg

Name des Mitglieds: Sulli2
Produkt:
Kosmos - Die Siedler von Nürnberg
Datum: 05.05.01, geändert am 05.05.01 (194 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: gute Spielidee, kein Würfel benötigt, viel Spielspaß
Nachteile: großer Platzbedarf, viele Druckfehler in Anleitung
ZUR GESCHICHTE:
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Das Spiel wurde anläßlich der 950-Jahr-Feier der Stadt Nürnberg auf eine Initiative der NürnbergMesse auf den Markt gebracht. Der Vertrieb erfolgte zunächst nur in Nürnberger Geschäften sowie in VEDES-Fachgeschäften. Der Reingewinn fließt dabei dem Siedler-Fonds 2000 zu und kommt einem gemeinnützigen Zweck in Nürnberg zugute.
Das Spiel ist thematisch in den Jahren 1355-1400 angesiedelt. In dieser Zeit war Nürnberg eine bedeutende Handelsstadt.
DER ERFINDER:
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Klaus Teuber ist einer der bekanntesten und mit vier Titeln "Spiel des Jahres" in acht Jahren auch einer der erfolgreichsten Spiele-Erfinder der letzten Jahre. Er ist Mitte 40, von Beruf Zahntechniker und lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Darmstadt.
Die bekanntesten seiner Spiele außer seinem größten Erfolg "Die Siedler von Catan" sowie sämtlichen Erweiterungen und Ablegern davon sind:
Barbarossa (1988)
Adel verpflichtet (1990)
Drunter & Drüber (1991)
Der Fliegende Holländer (1992)
Vernissage (1993)
Galopp Royal (1995)
Hallo Dachs (1996)
Entdecker (1996)
Löwenherz (1997)
Die Ritter der Haselnuß (1997)
AUSSTATTUNG:
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Was zunächst auffällt, ist der Spielplan in der doch recht ungewöhnlichen Größe von 84 x 56 cm. Da muß man doch erst mal Platz schaffen auf dem Tisch. Dieser sehr ansprechend gestaltete Plan besteht aus zwei Karten: einmal die Stadt Nürnberg mit der zu errichtenden Stadtmauer, zum anderen das Nürnberger Umland mit den schon aus Catan bekannten Rohstofffeldern. Dazwischen ist Platz geschaffen für die Ereigniskarten s
owie den Zeitstein. Am Rand, gut einsehbar, eine Übersicht über die Kosten der Gebäude. Wenn man die Regeln einmal verinnerlicht hat, so ist alles Notwendige auf dem Plan erkennbar.
Die Spielsteine sind aus Holz gefertigt und in den Farben blau, weiß, rot und orange vorhanden. Diese bestehen für jeden Spieler aus:
4 Handwerksbetrieben
5 Siedlungen
15 Zollbalken
und sind bequem in einem Leinensäckchen zu verstauen.
100 Rohstoffkarten symbolisieren die Rohstoffe Holz, Lehm, Getreide, Wolle und Erz. 36 Ereigniskarten ersetzen unter anderem die in Catan benötigten Würfel.
Die 26 Stadtmauerteile sowie die 16 Türme für die Stadtmauer bestehen aus dickem Karton, ebenso wie die Goldmünzen in den Werten 1 und 5 sowie die Prestige-Chips, ebenfalls in den Werten 1 und 5. Aus dem gleichen stabilen Material gefertigt sind auch die 5 Wegerechtskarten und die 3 Ratsmitgliedkarten.
Ein lilafarbener hölzerner Zeitstein sowie die Raubritterfigur "Eppelein von Gailingen", die leider nicht aus Holz gefertigt ist, sondern aus Karton in einem Kunstoff-Aufsteller, ergänzen die reichhaltige Ausstattung, für die ein Preis von ca. 50 DM mehr als gerechtfertigt ist.
Als Spielregel ist zunächst ein Beispielplan vorhanden, der einen recht guten ersten Eindruck vermittelt. Ergänzt durch die Spielregel auf der Rückseite kommt man sehr gut klar. Zusätzlich verfügbar ist ein Almanach zum Nachschlagen der alphabetisch aufgeführten Begriffe. Unangenehm störend sind jedoch die auffallend zahlreichen Druckfehler. Ergänzt wird das ganze durch ein weiteres informatives Heft "Bruchstücke aus der Geschichte der ehemals feien Reichsstadt Nürnberg".
ZIEL DES SPIELS:
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Das Ziel des Spiels ist es, als erster 13 Siegpunkte zu erreichen und damit das Spiel als Sieger zu beenden. Alternativ kann das Spiel schon vor Erreichen dieser Grenze beendet werden, wenn der Zeitstein
die Jahreszahl 1400 erreicht, damit die Spieldauer in einem vernünftigen Rahmen bleibt. In diesem Falle siegt der Spieler, der bis dahin die höchste Siegpunktzahl erreicht hat bzw. bei Gleichstand derjenige, der die höchste Ratskarte besitzt.
Siegpunkte erhält man durch
- Bau von Siedlungen (jeweils ein Siegpunkt)
- Bau von Handwerksbetrieben (jeweils ein Siegpunkt)
- Besitz des Wegerechts einer Handelsstraße (jeweils ein Siegpunkt)
- Mitglied eines Rates (zwei bis vier Siegpunkte)
DIE REGELN:
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Im Umland hat man die Möglichkeit, Rohstoffe zu sammeln. Dazu muß man an den Handelsstraßen Siedlungen errichten. Die ersten beiden Siedlungen kann man als Startkapital kostenlos errichten, die weiteren muß man mit Rohstoffen bezahlen. Auf den fünf vorgegebenen Handelsstraßen kann man Zollbalken errichten. Auch hier benötigt man für die ersten beiden keine Rohstoffe. Für jede der vorhandenen Handelsstraßen hat man die Möglichkeit, sich das Wegerecht zu sichern durch die Errichtung der höchsten Anzahl Zollbalken auf der jeweiligen Straße.
Behindert wird das Sammeln von Rohstoffkarten durch einen Raubritter mit dem schönen Namen "Eppelein von Gailingen". Dieser Ritter kann den Spielern Karten rauben sowie einzelne Erträgnisfelder sperren. Er wird immer dann ins Spiel gebracht, wenn eine Ergeigniskarte dies vorschreibt.
Ein Spielzug besteht jeweils aus dem Ziehen einer Ereigniskarte, dem Durchführen der dort beschriebenen Aktionen sowie anschließendem Handeln und Bauen sowie Produzieren. Auf den Ereigniskarten ist jeweils - sofern nicht der Ritter ins Spiel gebracht werden muß - eine Zahl abgedruckt, die bestimmten Rohstofffeldern zugeordnet ist. Alle Anlieger dieser Felder bekommen den entsprechenden Rohstoff ausgezahlt.
Außer dem schon beschriebenen Bauen von Zollbalken und Siedlungen im Nürnberger Umland hat man noch die Möglichkeit, in der Stadt Nürnberg Handwerksb
etriebe zu errichten, sowie sich mit dem Bau von Stadtmauerteilen und Türmen an der Errichtung der Stadtmauer zu beteiligen. Das Recht zum Turmbau erhält man jedoch erst durch den Bau eines Handwerksbetriebes am Bauhof.
Darüber hinaus kann man in der Stadt Nürnberg Handelswaren produzieren und diese auf den Märkten in Frankfurt, Venedig und Prag zu verkaufen. In der Praxis sieht das so aus, daß man für bestimmte Rohstoffe statt der fiktiven Handelswaren sofort deren Wert in Gold ausbezahlt bekommt und den einer Ware zugeordneten Zollwert an den Besitzer der Wegerechtskarte der Straße zum jeweiligen Markt entrichtet. Durch geschickten Bau von Handwerksbetrieben kann man dabei für bestimmte Handelswaren den doppelten Preis erzielen.
Der Bau von Stadtmauern und Türmen wird mit sogenannten Prestige-Chips vergütet, durch deren Besitz man Mitglied in verschiedenen Räten werden kann. Wer zuerst drei Prestige-Chips besitzt, erhält dabei die höchstwertige Karte "Mitglied im Siebenerrat", die weiteren Ratskarten werden danach entsprechend verteilt. Dabei können die Ratskarten ihre Besitzer wechseln, sobald ein Spieler mehr Prestige-Chips besitzt als ein anderer.
DIE UNTERSCHIEDE ZUM SIEDLER-KLASSIKER:
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Im Unterschied zu den "Siedlern von Catan" geht es bei den "Siedlern von Nürnberg" nicht ausschließlich um den Bau von Siedlungen und Städten. Das Handeln, was in Catan alleine im Tauschen von Rohstoffkarten untereinander besteht, nimmt hier einen wesentlichen Hauptbestandteil ein. Im Schutze der Burgmauer der Stadt Nürnberg werden Waren produziert, ausgeführt und verkauft. So entstehen zusätzliche neue Spielelemente.
Zusätzlich zum bekannten Ertragsfeld, das hier dem Nürnberger Umland entspricht, hat man hier mit dem Nürnberger Stadtgebiet ein zweites Spielfeld. Außerdem setzt sich das Ertragsfeld hier nicht variabel zusammen,
sondern ist fest vorgegeben.
Das Glückselement hier ist insofern reduziert, daß die Würfel durch die Ereigniskarten ersetzt sind. Die Reihenfolge, in der diese gezogen werden, ist zwar ebenfalls zufällig, doch ist durch die vorgegebene Anzahl der Karten gewährleistet, daß jedes Ertragsfeld in einer vorgegebenen Häufigkeit berücksichtigt wird.
Der Siedler-übliche Straßenbau wird ersetzt durch die Errichtung von Zollbalken. Optisch besteht zwar bei den Symbolen kein Unterschied, doch sind hier die Handelsstraßen fest vorgegeben und es besteht die Möglichkeit, sich jeweils das Wegerecht zu sichern.
Dies bildet auch nach meiner Ansicht den größten Vorteil gegenüber Catan. Es begeistern oftmals die Kämpfe um ein Wegerecht, das an fünf verschiedenen Handelswegen ausgefochten werden kann. In Catan reduzierte sich dieser Kampf auf den Besitz der längsten Handelsstraße, der oftmals schnell entschieden war.
DIE SPIELPRAXIS:
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Die Spieldauer beträgt ein bis zwei Stunden. Durch das fortwährende Handeln untereinander herrscht jedoch für keinen Spieler Leerlauf, so daß man ständig dem Spielverlauf folgen muß und eine rege Kommunikation während des Spiels herrscht.
Die Spieltaktik überwiegt zwar, dennoch spielt das Glück eine große Rolle. Ein geschickter Schachzug ist es, sich zu Beginn das Wegerecht an den Handelsstraßen nach Frankfurt und Venedig zu sichern und zu festigen, denn als Besitzer des Wegerechts hat man im weiteren Spielverlauf kontinuierliche Zolleinnahmen. Dabei sollte man jedoch nicht außer acht lassen, auch Gebäude zu errichten. Sehr wichtig ist es, zumindest einen Handwerksbetrieb recht frühzeitig zu bauen.
Man sollte auch darauf achten, immer einen Goldvorrat von etwa vier Gold zur Verfügung zu haben, um einerseits in der Lage zu sein, eine Stadtmauer zu bauen, sobald eine Ereigniskarte durch "kostenlosen Lehm" eine Sonderbaurunde gestattet und andererse
its Gold verfügbar zu haben, wenn man dem Besitzer des Wegerechts Zoll zahlen muß.
Bei den Rohstoffen sollte man sich zu Spielbeginn auf Lehm und Holz, danach zusätzlich auf Erz konzentrieren. Getreide und erst recht Wolle spielen nur eine untergeordnete Rolle, können jedoch durchaus gute Dienste leisten, wenn man einen Handwerksbetrieb an einem entsprechenden Tauschplatz errichtet hat. Ein längerfristiges Sammeln von Rohstoffen ist ungünstig. Man sollte, wenn man am Zug ist, soviel Rohstoffe wie möglich für Gebäude oder Waren ausgeben.
Die Spielregel hat der Siedler-erfahrene Spieler dadurch, daß nur einige neue Spielelemente hinzugekommen sind, schnell verinnerlicht. Ich könnte mir jedoch vorstellen, daß für jemanden, der noch nie mit den Catan-Siedlern in Berührung gekommen ist, doch recht viel auf einmal zu merken ist.
Das Spiel bietet auch nach oftmaligem Spielen immer wieder Spielspaß und wird nicht langweilig.
FAZIT:
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"Die Siedler von Nürnberg" ist auf jeden Fall ein sehr gutes Brettspiel. Die Frage ist jedoch, ob man das Spiel kaufen soll. Für den Siedler-Fan dürfte es sowieso Pflicht sein. Der Selten-Spieler dürfte mit den "Siedlern von Catan" besser bedient sein. Ich empfehle das Spiel für diejenigen als Kauf, die schon oft Siedler-Spiele bei Freunden gespielt haben, jedoch selber noch kein Siedler-Spiel besitzen.
Fazit:
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- Das wird uns nie langweilig!!!

