Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd ;o)
Beleduc - Goldener Apfel

Name des Mitglieds: ClaraFall
Produkt:
Beleduc - Goldener Apfel
Datum: 22.04.11
Bewertung:
Vorteile: hochwertige Verarbeitung, kleinkindgerechte Figuren, einfache Regeln, kurze Spieldauer
Nachteile: der Originalpreis.
+++ Intro +++
Ja, ja, ich weiß, das Sprichwort geht irgendwie anders... Ist mir wohl entfallen. ;o)
Außerdem sagt´s mein Vater immer so, womit sich das Sprüchlein ja inhaltlich schon irgendwie bestätigt... Oder?
Wie auch immer, mein Bericht soll sich jedenfalls heute mal um Pferdeäpfel drehen...
Besser gesagt, um Äpfel FÜR Pferde.... Oder noch besser: EINEN Apfel für´s schnellste Pferd... Oder wenn man GANZ genau ist, ist der Apfel dann wohl für den REITER... *kopfkratz*.
Bevor ich mir noch Gedanken darüber mache, ob es dann auch Reiteräpfel gibt und ob man daraus Reiterapfelmus machen kann, steig ich lieber vom Brabbel-Sattel und komme mal endlich zur Sache. ;o)
+++ Worum geht´s +++
Um ein Brettspiel. Und zwar um eins für die ganz Kleinen.
Okay, meine Tochter wäre ziemlich sauer wenn sie das hören würde, mit 3 ist man schließlich NICHT MEHR KLEIN. *grins*
Da sie aber noch nicht lesen kann werde ich wohl noch mal ungeschoren davon kommen. ;o)
Ich stelle euch heute also das Brettspiel "Goldener Apfel" der Firma beleduc vor, das ich aufgrund seiner einfachen Regeln, der kurzen Spieldauer und der kleinkindgerechten Verarbeitung für das ideale Einsteiger-Brettspiel für die Kurzen halte.
Vielleicht fänden ja eure Kurzen auch Gefallen daran und es ist ja schließlich schon fast wieder Weihnachten. *grins*
+++ Der Lieferumfang +++
1 Spielbrett (Holz)
4 Pferde
4 Reiter
1 goldener Apfel
1 Farbwürfel
1 Stoffsäckchen zur Aufbewahrung der Kleinteile
die Spielanleitung
+++ Spielidee & Illustration +++
Annette van der Bey. Kennt ihr die????
Ich nicht, aber der Ordnung halber sollte sie wohl erwähnt werden, schließlich hat sie sich das ausgedacht. ;o)
+++ Die Spielbeschreibung von beleduc +++
"Toni, Steve, Franzi und Lucas (ach Gottchen, die haben NAMEN!!! - und was für welche!!! anm.d.red.) wohnen in kleinen, bunten Häuschen, in einem wunderschönen, idyllischen Dorf, am Fuße des Goldberges (ich schreibe den Text original aus der Anleitung ab, ich kann also nix für die Kommasetzung nach Herzrhythmus ;o) ).Auf diesem Goldberg wächst ein Baum, der jeden Tag einen goldenen Apfel trägt. Die Geschichte besagt, dass derjenige, der diesen goldenen Apfel isst, einen Wunsch frei hat, der ihm dann erfüllt wird. Außerdem ist der goldene Apfel auch besonders lecker und die Kinder lieben seinen Geschmack; aber nicht nur die Kinder, auch deren Pferde, die auf der Goldbergkoppel weiden, möchten gerne diesen Apfel verzehren (Na aber sicher... Das ist MEIN Apfel du Gaul! ;o). Aus diesem Grunde versucht jedes Kind mit seinem Pferd als Erster die Bergkuppe zu erreichen."
+++ Wir reiten los... +++
Der Spielverlauf ist denke ich flott erklärt. ;o)
Jeder Spieler (2-4 Spieler), also Toni, Steve, Franzi und Lucas *grins, startet von seinem Häuschen aus.
Die Pferde warten derweil auf der Koppel und sind erstes Teilziel des Spieles.
Mit dem Farbwürfel würfelt man sich nun bis zur Koppel heran, sprich:
Wenn das Kind blau würfelt, darf es bis zum nächstgelegenen blauen Feld etc.
Die Koppel selbst wird erreicht indem man grün würfelt.
Steht man auf dem letzten Feld vor der Koppel, darf man 3x würfeln...
Würfelt man sich nun mit grün auf die Koppel, darf der Reiter auf´s Pferd und ab der nächsten Würfelrunde endlich losreiten in Richtung goldenem Apfel.
Auch hier gilt wieder das einfache Farbwürfel-Prinzip, allerdings wird es hier langsam fies. ;o)
Würfelt man sich nämlich auf eines der Blumenfelder ist eine Runde aussetzen angesagt, das gleiche gilt für die blauen Felder des zweiten Teils: Diese haben nämlich jeweils einen Teich bzw. eine Quelle zur Seite, sodass das Pferd eine Pause zum trinken einlegt...
Nun könnte man sich so bis zum goldenen Apfel vordaddeln, wenn Frollein van der Bey sich nicht dazu entschieden hätte, dass auch in diesem Spiel (ihr kennt es sicher von Mensch-ärgere-dich-nicht) geschmissen werden darf...
So trug es sich zu, dass meine Tochter auf dem weißen Feld vor dem goldenen Apfel schon Siegertänzchen aufführte, als ich mich auf ihr Feld würfelte und sie damit zurück zur Koppel beförderte, was zu einer leichten Spielverzögerung führte, da man den Heulkrampf des armen Kindes erst einmal wieder in den Griff bekommen musste... *ggg*
So, und das wars auch schon, der goldene Apfel steht auf der roten Bergspitze, und wem das Farbwürfelglück hold ist hat dann gewonnen.
Capito? ;-)
+++ Die Altersempfehlung +++
Empfohlen wird das Spiel für Kinder ab 3 Jahre.
Wer mich kennt weiß, dass ich dazu eigentlich immer noch was zu sagen habe, denn oft sind die Altersempfehlungen total daneben bei Kinderbüchern und Kinderspielzeug, als hätte jemand in Richtung Dartscheibe geworfen und den Pfeil entscheiden lassen. ;o)
In diesem Fall würde ich sagen ist das Einstiegsalter gut getroffen.
Die Spielregeln sind einfach und schnell erlernbar, nach dem zweiten Spiel hatte meine Tochter (3 Jahre) sie voll drauf und ist - glaube ich - aufmerksamer als wir, was die Fress- und Trinkzeiten der Viecher angeht, was ich gerne mal vergesse (ihr entgeht zum Glück eh nix ;-)).
Außerdem ist die Spieldauer recht kurz (je nach Anzahl der Mitspieler zwischen 5 und 10 Minuten), was für 3-jährige Kinder eher ein Segen ist, da die Aufmerksamkeitsspanne eben noch nicht für halb- bis dreistündige Würfelexzesse reicht und im Zweifelsfall kann man ja sonst einfach noch einmal spielen.
Allerdings würde ich die maximale Altersgrenze bei 5 Jahren ziehen, wenn nicht gar bei 4, denn das Spiel ist nicht wirklich fordernd, sehr schnell vorbei und dann auch sehr schnell nicht mehr wirklich spannend.
Meine persönliche Empfehlung setze ich also bei 3-4 Jahren an.
Für Kinder unter 3 Jahren ist das Spiel aufgrund verschluckbarer Kleinteile laut Hinweis übrigens nicht geeignet...
Wobei meine persönliche Meinung dazu ist, dass jeder sein Kind am besten kennt und meine Tochter wohl auch mit 2,5 Jahren schon Freude an dem Spiel gehabt hätte ohne zu versuchen, Pferd, Reiter oder Apfel zu verschlingen. ;o)
Aber das müsst ihr selbst wissen. ;o)
+++ Material und Verarbeitung +++
Daumen hoch!!!!
Das Brett selbst ist aus dickem Holz und riesig, ebenso wie die Figuren und der Würfel, die der Grobmotorik der kleinen Racker sicher gelegen kommen (Maße folgen!).
Die Ecken des Brettes und Würfels sind abgerundet, die Farben sind sehr schön und kräftig und zeigen bisher keine Abnutzungserscheinungen, weder auf dem Brett noch am Würfel.
Lediglich für die Seitenränder des Brettes hätte ich mir eine Lackierung gewünscht, auch wenn ich nicht glaube, dass man sich daran unbedingt Splitter zieht...
Aber es ist eben doch ein wenig rauer und Kinderhändchen sind empfindlich. :-)
Positiv anmerken möchte ich außerdem die Filzkleberchen unter dem Brett, das Brett liegt also nicht auf unserem kratzerempfindlichen Glastischchen rum und arbeitet sich so langsam rein, sondern wird durch 4 kleine Filzständerchen schön auf Abstand zu, Tisch oder zu sonstigen Flächen gehalten und kann somit schon keinen Schaden anrichten...
Ist ne Kleinigkeit aber ich freue mich, dass daran gedacht wurde. ;o)
Die Männchen (oder Weibchen ;o) ) sowie die Pferde erhielten ebenfalls ihren liebevollen Anstrich und geben somit zusammen mit dem Spielbrett einen echten Kindertraum an Spielzeug ab.
Da ich die Größe der Figuren und des Brettes ausdrücklich gelobt habe, will ich euch die Maße natürlich auch nicht vorenthalten...
Da könnt ich ja gerne mal ´n Lineal nehmen und nachmessen, da fallen euch die Augen raus, ich sag´s euch:
das Brett: 37 x 37 cm breit, 1cm hoch (plus Filz)
der Würfel: 2,5 cm (mal 2,5 cm, für die, die nicht wissen, dass beim Würfel alle Kantenlängen gleich sind ;-) )
die Reiter: 2,5 cm hoch
die Pferde: 4,5 cm hoch, 2 cm breit
der "goldene" Apfel (läuft das eigentlich unter Verbrauchertäuschung??? ;-) ): 3 cm groß.
So, nun möchte ich einen von euch erleben der das nachmisst... ;-)
+++ Der Preis +++
Bevor ihr weiterlest komm ich besser mal drauf zu sprechen, das Spiel ist nämlich (in meinen Augen) axxx-teuer!!!! (darf man das hier sagen? ;-) )
Die Preise die ICH so gefunden habe schwirren zwischen 37,95Euro (bei Amazon.de, leider nur über Drittanbieter) und 43Euro rum, da bleibt einem echt die Spucke weg...
Bevor ihr denkt Clara hat jetzt die letzte Tasse auch noch aus´m Schrank geworfen:
NEIN, ich habe das Spiel NICHT für diesen Preis gekauft und ehrlich gesagt würde ich das auch nicht...
Bin ja nicht geizig, aber das ist schon grenzwertig...
Ich habe das Spiel vor einiger Zeit bei limango.de erstanden und eben noch einmal für euch geschaut, was ich bezahlt habe: 23,95Euro ganz genau.
Das finde ich in Ordnung, Preis/Leistung passt.
Für den Originalpreis ziehe ich allerdings ein Sternchen ab. Schade.
+++ Die Firma beleduc +++
Ist inzwischen eine deutsche Firma mit Sitz in Olbernhau (Sachsen ;o) ), damals von Belgiern gegründet.
Unter www.beleduc.de findet ihr mehr zur Firmenchronik und deren Produkten.
+++ Meine Meinung +++
Jede Menge Meinung steckt ja schon im Bericht, dass sei nur erwähnt für die, die gerade erst zugeschalten haben. ;-)
Das Spiel ist wirklich ein sehr guter Brettspiel-Einstieg für die ganz Kleinen...
Sie lernen das Regeln-Befolgen bei Spielen und die Regeln in diesem Spiel lassen sich leicht einprägen, sodass das Kind nicht mit Regeln überfordert wird sondern auch noch Freude am Spiel hat.
Die Geschichte dahinter ist simpel und auch für 3-Jährige gut verständlich.
Die Qualität der Figuren und des Brettes und die Haptik der Einzelteile machen es zu einer wahren Elternfreude, ein unkaputtbares Spiel für die kleinen Grobmotoriker.
Die Illustrationen sind einfach und schön, die Farben knallig wie Kinder es mögen.
Die Spieldauer ist kurz und die Geduld der Kurzen wird nicht überstrapaziert.
Die Altersempfehlung ist stimmig, wenngleich sie auch nach oben wenig Luft lässt, weil es älteren Kindern sicher aufgrund der fehlenden Herausforderung zum Hals raushängen würde. ;-)
Mir persönlich ist noch aufgefallen, dass meine Tochter dadurch auch ein wenig gelernt hat, Frustrationserlebnisse besser auszuhalten. ;-)
Anfangs wurde bitterlich geweint, wenn Mama ihr Pferdchen zurück auf die Koppel befördert hat oder eben den Apfel vor ihr geschnappt hat und an ganz blöden Tagen flossen die Tränen bereits wenn Mami vor ihr auf dem Pferd saß. ;-)
Inzwischen weiß sie, dass halt jeder Mal dran ist mit gewinnen oder verlieren, wenn das nicht die essentielle Erkenntnis ist, die man aus den Spielen mitnehmen kann oder sollte (die verbissenen Spieler unter euch werden wohl grad mit dem Kopf schütteln? ;-) ), dann weiß ich auch nicht.
+++ Fazit +++
Annette van der Bey hat ein in sich stimmiges, simples Kleinkinderbrettspiel geschaffen, dass auch den Eltern Freude beim Mitspielen macht.
Leider komme ich nicht umhin, dem Preis eine dicke fette rote Karte zu erteilen und somit bleibt dem Spiel ein Sternchen weniger, als es eigentlich verdient hätte...
Es bleiben solide 4 Sterne und eine ganz klare Kaufempfehlung.
Merci für´s Lesen.
Eure Clara
Fazit: absolut empfehlenswertes Brettspiel für die ganz Kleinen, der Preis ist allerdings heftig. ;-)
Weitere Testberichte: im Bereich Brettspiel




