
Produkttyp: Yamaha Boote
Neuester Testbericht: ... der Gewährleistung zurückgestellt habe). Fehlende Befestigungsmöglichkeiten am Spiegel möchte ich jedoch der Firma Yamaha nicht anlasten;... mehr
Spaßboot für 2 Erwachsene
Yamaha YAM300S

Name des Mitglieds: Seekater
Produkt:
Yamaha YAM300S
Datum: 10.10.01, geändert am 20.08.02 (3021 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Robust durch Holzboden, Preiswert im Paketkauf mit Motor
Nachteile: Geringe Verarbeitungsqualität der Holzteile, fehlende Praxistips in der Bedienungsanleitung, mangelhafte Holzverarbeitung
Meine Besuche auf Bootsmessen und bei Händlern ergaben, daß Schlauchboote - so man nicht spezielle Hochpreis-Anforderungen a la Rafting oder Cousteau stellt - alle Boote in etwa über die gleiche Qualität/Ausrüstung verfügen:
Dicken Luftwulst rundum, Holzspiegel für den Motor (mit Aluplatte zum Anschrauben des Motors sowie unten ein Selbstlenzventil), 2 Paddel, Ducht zum Sitzen, Seile/Griffe zum Festhalten und mindestens 3 Luftkammern (eine im Bug, sowie je eine rechts und links).
Varianten gibt es beim Boden sowie beim Vorhandensein von Schleppösen und Luftkiel. Unsere Wahl fiel - wegen dem enorm günstigen Paketpreis zusammen mit Motoren aus dem Yamaha Programm - auf das Yamaha 300 S. Das Boot ist 300cm lang, das S steht für Sport, was wiederum Robustheit durch den Holzboden ausdrücken soll.
Der Holzboden besteht im Falle des Yamaha 300 S aus 4 lackierten Marinesperrholzbrettern, die untereinander durch quer eingelegte Alu-Leisten und längs durch 2 mächtige Alu-Holme fluchtend im Boot gehalten werden. Dies halte ich auf jeden Fall für die richtige Wahl bei einem Boot mit Motorisierung, die Gleitfahrt zuläßt. Fährt man nämlich genügend schnell auf eine Welle, springt das Boot derartig, daß ich froh bin ein ordentlich festes Teil - den Boden - im Boot zu haben, das den sich windenden Schlauchkörper von innen stabilisiert.
Es gibt auch Boote mit Lattenboden oder Boote mit (Hochdruck-) Luftboden, deren Vorteil hauptsächlich im leichteren Aufbau bzw. Transport durch das geringer Gewicht
liegt.
Das Transportproblem - im wesentlichen Ein- und Ausladen des 50kg Boliden in's Auto - habe ich dadurch gelöst, daß ich eine klappbare Sackkarre (gibt's in jedem Baumarkt) verwende mit der ich das Boot (zusammengefaltet in der zum Lieferumfang gehörigen Packtasche) vom Lagerort zum PKW und von dort zum Aufbauort transportiere.
Weiterhin verfügt das Yamaha300S über einen Luftkiel, der die Kursstabilität durch eine kleine kielartige Luftkammer unter den Holzbrettern deutlich verbessert. Drei Schleppösen am Bug sind aus robusten rostfreien Stahlringen ausgeführt. Die mitgelieferten AluPaddel können an Klettbändern im Boot platzsparend gelagert werden und werden zum Gebrauch in Stiftdollen (ebenfalls rostreier Stahl) verwendet und mit Kunststoff-Schraubkappen gesichert. Zum Lieferumfang gehört weiterhin die zum Aufbau erforderlichen 5 Alu-Profilleisten, eine Fußpumpe mit Schlauch, eine Bugleine, die schon erwähnte riesige Nylon-Packtasche mit Trageriemen sowie Reparaturset und Bedienungsanleitung.
Problematisch war bei uns der erste Probeaufbau - im Lieferumfang fehlte nämlich die Anleitung, die erst später nachgeliefert wurde. Der dort aufgeführte Tip, erst die Luftkammern (außer dem Kiel) zur Hälfte aufzupumpen und dann die Bodenplatten einzulegen, erschloß sich mir leider nicht von alleine. So hatte ich einiges an 'Gefummel' bis ich die 4 Holzplatten mit den Alu-Leisten richtig im Boot hatte. Beim 2ten Aufbau ging's dann schon wesentlich schneller: 3 Luftkammern halb aufblasen, Holzplatten von beiden Enden beginnend mit Querleisten einlegen. Die letzten Platten werden dann in der Mitte eingelegt, stehen zunächst mittig hoch und werden dann nach unten in's Boot gedrückt. Dann kann man ganz einfach die Längsholme an der Außenkante der Bretter drehend anlegen und das Boot ganz aufpumpen. Meiner Erfahrung nach sollte man die Bugkammer als letzte Aufpumpen, da diese über die beweglichen Abtrennungen für einen Druckausg
leich mit den anderen beiden Kammern sorgt und so alle Kammern immer gleichmäßig aufgepumpt sind.
Zum Aufpumpen unbedingt die mitgelieferte Fußpumpe verwenden; so ist gewährleistet, daß der Luftdruck im Boot nicht zu hoch wird. Genial sind die Ventile, die 2 Stellungen haben, eine zum Luft Ablassen und eine zum Aufpumpen. In der letzteren kann man jederzeit den Schlauch abziehen ohne daß Luft entweicht (ich hatte als Jugendlicher mal ein Badeboot, da mußte man umständlich immer mit angeschlossenem Schlauch das Ventil zudrehen). Das Verschließen des Ventils hat hier nur eine Sicherheitsfunktion (Schmutz und Berührungsschutz), die jedoch nicht vernachlässigt werden darf; man sollte keinesfalls ohne dicht aufgeschraubte Verschlußkappen fahren, sonst kann durch versehentliche Berührung jederzeit Luft entweichen.
Das Boot habe ich mittlerweile in ca. 15 Minuten komplett aufgebaut; meiner Ansicht nach ist das genügend schnell, so daß auch Tagesausflüge mit Auf- und Abbauen Spaß machen. Natürlich dauert das Abbauen etwas länger, weil das Boot vor dem Verstauen in den Packsack trocken und sauber sein sollte. Hier wäre ein Kunststoffösfaß (ca. DM 10,-- bis 20,-- in jedem Wassersportgeschäft) eine sinnvolle Ergänzung zum Standard-Lieferumfang. Damit bekommt man wesentlich leichter als mit Putzlappen den letzten Wasserrest aus dem Boot.
Die Putzlappen - die wir mittlerweile immer in der Packtasche haben - verwenden wir dann nur noch zum Trocknen und Säubern.
Das Zusammenfalten ist relativ einfach, da das Boot einfach um den Heckspiegel herum aufgewickelt wird. Beim Aufwickeln ist wichtig, daß der Wickel nicht breiter als der Spiegel wird, sonst paßt das Boot nicht in die Packtasche. Problematischer war das erste Verstauen aller Teile in der Packtasche. Diese ist zwar ein 'Riesenmonstrum' und auch ausreichend groß für weitere Zubehörteile wie Ösfaß, Kette mit Schloß oder Benzinleitung vom Motor, jedoch fehlt in der Bedienungsanleitung der entsc
heidende Hinweis: Unbedingt erst die Bodenbretter mittig in die Tasche legen und dann das zusammengefaltete Boot obendrauf. Macht man es umgekehrt kommen die Bretter garantiert nicht mittig zu liegen und die Tasche nimmt beim Versuch den Reisverschluß zu Schließen 'unmögliche' Formen an, die nicht dem Verlauf der Nähte der Tasche entsprechen. Aber auch das war nach dem zweiten Anlauf kein Problem mehr; mittlerweile baue ich das Boot in 30 Min. komplett ab, incl. säubern/trocknen und Verstauen in der Tasche.
Weitergehende Kenntnisse werden bei Mitnahme als Dinghi auf einem größeren Boot (z.B. Hausbooturlaub) erforderlich. Ein Schlauchboot wie das Yam300S läßt sich leer problemlos an den Bugösen hinter einem Hausboot herschleppen. Nachteil ist, daß dann jeder Regenguß im Schlauchboot gesammelt wird. Alternativ wollte ich das Schlauchboot dann auf der Badeplattform des Hausbootes mitnehmen. Hier ergab sich jedoch, daß ich hierzu in Eigeninitiative noch Befestigungsmöglichkeiten am Spiegel angbringen muß (was ich bis zum Ende der Gewährleistung zurückgestellt habe). Fehlende Befestigungsmöglichkeiten am Spiegel möchte ich jedoch der Firma Yamaha nicht anlasten; es scheint kein Schlauchboot zu geben, das serienmäßig über Spiegelbefestigungen verfügt. An allen Motoryachten, die wir unterwegs mit Dinghi sahen, war dies in Eigenleistung nachträglich ergänzt worden.
So sollte eigentlich der Urlaubsspaß mit dem Yam300S ungetrübt verlaufen, herrliche Fahrten in flotter Gleitfahrt über größere Seen oder langsames Bummeln durch kleine Kanälchen, mit Picknick an der nächsten Bank am Wasser. Doch am Ende des Urlaubs zeigten sich bereits erste Verschleißspuren:
Zwei Bodenbretter hatten durch mangelhafte Lackierung 'Wasser gezogen' und waren derart aufgequollen, daß die Alu-Verbindungsleiste wie angeschraubt festsaß. Da ich zu einem 'antiquarischem' Autofahrer gehöre und im Wagen immer eine Werkzeugrolle liegen habe, konnte ich dann mit
dem Hammer die Aluleiste abschlagen und das Boot komplett abbauen. Ähnliches zeigte sich bei einer am Heckspiegel angeschraubten Leiste, die von hinten nicht lackiert war und nach einigen Wochen Gebrauch dann total durchweicht und verquollen war.
Bei einer ersten Kontaktaufnahme mit dem Händler, wurde mir signalisiert, daß die Angelegenheit im Rahmen der Gewährleistung geregelt wird. In Kürze fahre ich mit dem Boot zum Händler.
-------------------- Update 20.08.02 -------------------------------------------------- ------------------------
Die Gewährleistungsabwicklung über den Händler wurde dann jedoch zu einer langwierigen Angelegenheit. Erst wurden vom Händler Photos vom Schaden erstellt - komisch daß meine eigenen Photos, die ich vorab schon übersandt hatte dazu nicht tauglich waren. Die Photos gingen dann zu Yamaha nach Neuß
zur Genehmigung. Als die Sache dann dort als Gewährleistungsschaden anerkannt
war mußte vom Händler ein neue Boot bestellt werden, was wiederum geraume Zeit dauerte.
Eigentlich wollten wir im vergangenen Herbst noch einige Fahrten mit dem Boot unternehmen, doch so lag das zwar beschädigte, jedoch fahrklare Boot etwa 5 Monate beim Händler bis dann endlich - ich glaube es war Ende Januar 2002 - der Bescheid kam, daß ich ein neues baugleiches Boot abholen könne.
Als ich das neue Boot endlich in Händen hatte, war ich natürlich neugierig und baute das Boot sofort auf. Zubehör incl. Bedienungsanleitung waren diesmal vollständig enthalten auch der Aufbau klappte reibungslos. Dann fiel mein Blick auf die angeschraubte Leiste am Spiegel, die beim Vorgänger einer der Gründe für den Gewährleistungsfall war. Beim Abschrauben dann maßlose Enttäuschung: Auch diese Leiste war von der Rückseite nacktes, gespachteltes Holz. Kurzerhand habe ich auch die 4 Leisten auf den Bodenbrettern Nr. 2 und Nr. 4 abgeschraubt. Mit dem gleichen Ergebnis: nacktes, gespachteltes Holz. Der verwendete Spachtelkitt war sogar normaler wasserlösl
icher Kitt.
Ist doch einfach unglaublich: An einem Schlauchboot werden serienmäßig unbehandelte mit wasserlöslichem Kitt versehene Holzteile aufgeschraubt. Zwar werden die unbehandelten Seiten auf lackierte Teile aufgeschraubt, doch ist natürlich ein Spalt zwischen den Holzteilen vorhanden, wo Wasser eindringt und das Holz quellen und verrotten läßt. Ganz besonders problematisch ist das im Bereich des Spiegels, wo die aufgeschraubte Leiste zur Hälfte auf dem verklebten Boden aufliegt und zur Hälfte nicht. Dadurch ist der Spalt zwischen dem lackierten Spiegel und der unlackierten Seite der Holzleiste besonders groß und Wasser dringt eigentlich immer ein - schlimmstenfalls auch über den Gewindegang der Schrauben in den Bootsspiegel selbst, was dann wohl nach etlichen Jahren innerer Fäulnis im Bootsspiegel einen Totalschaden zur Folge hat.
Nachdem ich mich von diesem Schock erholt hatte, habe ich abgewogen: Entweder jetzt jedes Jahr einen Gewährleistungsmangel anmelden (das Boot muß nur lang genug im Wasser liegen und der Schaden ist da) oder Selbsthilfe trotzt Gewährleistung. Nachdem die Gewährleistungsabwicklung mich 5 Monate und unzählige Telefonate gekostet hatte, beschloß ich mich nicht als Yamaha-Züchtiger aufzuspielen und habe die Sache - noch war das Austauschboot ja nagelneu - selbst in ordentlichen Zustand zu bringen:
Alle Holzleisten habe ich von der Rückseite sachgerecht grundiert und mehrfach lackiert. Weiterhin habe ich am Heckspiegel einen Gummistreifen in der Stärke des Bootsbodens zusätzlich aufgeklebt, damit die nun lackierte Leiste auch auf der gesamten Fläche aufliegt. Die Bodenplatten schließlich habe ich an den Kanten abgerundet, damit die Alu-Verbindungsschienen nicht mehr das Holz aufreißen.
Eine erste Probefahrt, ein danach folgender 4-wöchiger Einsatz in Holland, sowie noch zwei Einzelfahrten mit Auf- und Abbau sind zwischenzeitlich um. Schäden an den Holzteilen sind bis jetzt keine mehr aufgetreten. Was wohl eindeuti
g beweißt: die Holzverarbeitung von Yamaha ist nicht sachgerecht und genügt nicht den Anforderungen. Offensichtlich geht Yamaha was die Holzteile anbelangt davon aus, daß solch ein Boot nur kurzzeitig im Wasser liegt und danach austrocknen kann (oder in der Packtasche ohne Belüftung vor sich hin 'rottet'). Ich halte dies jedoch für eine klare Nutzungseinschränkung und habe mein bisheriges Urteil zum Yam300S abgewertet.
Fazit:
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- ...ohne dem, wird es nass...
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- ....die Relaxzone für mein Hinterteil...
- ...für die großen Dinge des Lebens...

