
Produkttyp: Yamaha Boote
Neuester Testbericht: ... daß ich den Tank nicht an seiner Halterung im Heck befestigte, sondern vorne im Boot. Hier sollte Yamaha, die ja immerhin die Boote im P... mehr
DER Tour-Motor für das 'Beiboot'
Yamaha F8C

Name des Mitglieds: Seekater
Produkt:
Yamaha F8C
Datum: 19.10.01, geändert am 22.10.01 (3543 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Leise, Betrieb in langsamer Fahrt, springt immer an
Nachteile: schwer, Lagerung/Transport nur in 2 Stellungen
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Der Yamaha F8 ist ein 4 Takt Außenbordmotor mit 2 Zylinder, 197ccm Hubraum, 8PS bei 4500 u/min und 36,5 kg Gewicht in aktueller Technik. Der Motor ist in formschönem Gehäuse eingebaut, verfügt über Pinnensteuerung sowie Schalthebel für neutral/vorwärts/rückwärts, und Handstarter mit Blockierung, wenn ein Gang eingelegt ist. Der Motor hat eine robust wirkende Aufhängung, die zwei Flachwasserstellungen und eine Ankippstellung ermöglicht. Der Winkel der Betriebsstellung kann eingestellt werden.
Zum Lieferumfang gehört ein ca. 3m langer Benzinschlauch mit gekennzeichneten Anschlußstücken, ein separater 25l Benzintank, etwas Werkzeug, eine Ersatz-Startleine mit Griff sowie das Manual mit Wartungsanleitung.
Einsatzbedingungen
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Wir wollen mit unserem Schlauchboot, an dem der Yamaha hängt, auch mal eine längere Tagestour unternehmen. Sowohl die 'Bolztour' in schneller Gleitfahrt auf einem Fluß mit Strömung als auch der gemütliche Sonntagsausflug mit Picknickkorb auf einem kleinen Kanal gemütlich hintuckernd soll möglich sein. Wir schätzten, daß wir ca. 60% in langsamer Fahrt und ca. 40% in schneller Fahrt unterwegs sein würden.
Dafür kam nur ein 4-Takter Außenborder in Frage, da diese auch bei langsamer Fahrt zuverlässig laufen und bei schneller Fahrt nicht soviel Krach machen. Auch war für uns bedeutsam, daß der Motor zuverlässig anspringt - etwa Picknick auf einem grünen Inselchen und der Motor springt zur Rückfahrt nicht mehr an, das möchten wir nicht erleben müssen.
Nachteilig ist das hohe Gewicht, was bei häufigem Auf-/Abbauen die Sache doch erschwert. Von leichteren 4-Takt-Motoren mit weniger PS haben wir nach reiflicher Überlegung dennoch Abstand genommen, weil mit weniger PS nur noch 'langsame Fahrt' möglich ist. 8 PS stellen nach meinen Erkundigungen für 2 Erwachsene die unterste Grenze dar, womit ein Schlauchboot zuverlässig in Gleitfahrt zu bringen ist.
Betri
ebserfahrungen
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Unsere Erwartungen sind voll erfüllt worden:
Der Motor springt excellent an - auch auf dem bewußten Inselchen braucht man keine Angst zu haben nicht mehr weg zu kommen.
Abgase haben wir auch bei Windstille und langsamer Fahrt noch nicht wahrgenommen. Unvollständiges Verbrennen gibt es nicht. Natürlich sollte man bei Stillstand den Motor relativ zügig ausmachen - wie beim Auto an der Bahnschranke auch - bevor sich eine Abgaswolke zu breit macht.
Auch der Lärm ist wesentlich geringer als bei jedem 2-Takter. Beim Gas geben bis zum Erreichen der Gleitfahrt oder bei längerer Gleitfahrt mit ½- bis 2/3-Gas ist der Geräuschpegel erträglich. Am ruhigsten wird der Motor aber dadurch, weil man keine Angst mehr vor dem Gaswechsel zu haben braucht.
Der Motor läuft im Standgas einfach immer. Selbst beim Kaltstart an einem herbstlichen Morgen: Sprit hochpumpen, Startknopf ziehen, Gas auf Start-Position stellen, Startleine 1-2 mal ziehen, der Motor läuft; Startknopf wieder rein schieben, der Motor läuft; Gas zurück auf Standgas, der Motor läuft; einkuppeln, der Motor läuft .... auch wenn man jetzt feststellt, daß die Vorleine am Steg noch fest ist (wie peinlich....), der Motor läuft.
Der Motor nimmt seidenweich Gas an, egal ob von schneller Gleitfahrt abrupt zum langsamen dahintuckern oder vom Standgas aus ein ganz klein bischen mehr Gas geben, alles kein Problem; der Motor läuft. Ein sicheres Gefühl macht sich breit - die Touren wurden zahlreicher.
Benzinverbrauch
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Hier hatten wir gar keine Erwartungen und wurden angenehm überrascht. Der mitgelieferte 25l Tank dürfte auch für längere Urlaube vollauf ausreichend sein, wenn man wie wir, auch mal längere Zeit langsam fährt. Das erste Mal hatten wir zur Urlaubshalbzeit nach mehreren Touren mit etwa 20h Fahrtdauer getankt, 12l waren dafür nötig.
Trim
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An der stabilen Motorhalterung gibt es die Möglichkeit den Winkel des
Motors zum Bootsspiegel in der Betriebsstellung zu verändern - was unterschiedlichen Trimm des Bootes, sprich Bug hoch oder runter, ergibt.
Unser 3m Schlauchboot, das durchaus noch einige Kilo's mehr am Heckspiegel vertragen würde ist bei Besatzung mit 2 Personen in der Bug-runter Trimmstellung des Motors eben gut ausbalanciert. Ich fände es richtig, wenn die Trimmeinstellung dann in der Mitte stehen würde, sie steht aber bereits am Anschlag. Bei Besatzung mit nur einer Person ist der Trimm nicht mehr richtig einstellbar, bei ordentlich Gas würde man wohl einen Salto rückwärts über den eigenen Spiegel machen. Ich habe mir so geholfen, daß ich den Tank nicht an seiner Halterung im Heck befestigte, sondern vorne im Boot. Hier sollte Yamaha, die ja immerhin die Boote im Paket mit Motor verkaufen, entweder den Trimmeinstellbereich verändern oder das Yam300S Schlauchboot mit zusätzlicher vorne liegender Tankhalterung verkaufen.
Gewicht
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Das ist die prinzip-bedingte Achillesverse der 4Takt-Außenborder, bei der jeder Hersteller sein eigenen Süppchen kocht. Wir hatten uns zum Yamaha F8 entschlossen, da dies der leichteste 8PS 4-Takter war. Zwar gibt es leichtere 6PS Motoren von der Konkurrenz (Ein-Zylinder), jedoch hatten meine vorherigen Umfragen und die nun vorliegenden Praxiserfahrungen bestätigt, daß 6 PS für Gleitfahrt mit 2 Erwachsenen auf jeden Fall sehr knapp ist. Eine endgültiger Sicherheit zum 6PS Problem würde nur eine Probefahrten ergeben, was bei Schlauchbooten mit Außenborder leider überhaupt nicht üblich ist. Also blieb nichts anderes als auf die Gleitfahrt zu verzichten oder die 36,5 kg Gewicht zu aktzeptieren. Nachdem der Verzicht auf die Gleitfahrt ca. 40% unserer erwarteten Einsatzbedingungen unmöglich macht und das Gewicht 'nur' Beginn und Ende der Bootsfahrt/des Urlaubs erschwert, entschlossen wir uns für das Akzeptieren des Gewichtes.
Der Alltag hat nun bestätigt, das dies das äußerste an Gewicht ist, was ich
eben noch sicher handhaben kann. Einhängen am Bootsspiegel oder Transport auf größeren Yachten gestalten sich - bei meinen körperlichen Fähigkeiten - echt zum 'Kraftakt'. Allerdings hat einige Routine im Umgang mit dem Motor doch erhebliche Erleichterung gebracht, da mittleerweile die Griffe 'sitzen'. Vom Handling mit dem Motor kann ich hier nur schwer berichten, das muß jeder selbst ausprobieren. Ich kann deshalb nur raten beim Händler den Motor auf jeden Fall mal vom Verkaufsständer herunter zu heben. Das mag im Wassersportgeschäft unüblich sein, später ist es jedoch Alltag.
Auch habe ich mir für den Land-Transport Hilfsmittel gebaut, die die Sache sehr erleichtern, z.B. ein einfaches Brett mit Anschlagleiste um den Motor mit der Finne auf die Sackkarre stellen zu können ohne daß die Finne abrutscht.
Lagerung und Transport
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Das ist die zweite prinzipbedingte Achillesverse der 4Takter: Lagerung und Transport nur in aufrechter Betriebsstellung oder waagerecht in einer definierten Stellung (mit Oileinlaßstutzen nach oben). Hier gilt das oben gesagte, akzeptieren oder sein lassen.
Hier hebt sich der der Yamaha positiv von der Konkurrenz ab. Beim Yamaha kann man als einzigem Motor dieser Klasse die Pinne um 180° klappen, so daß die Pinne hinter dem Motor ist und der Motor ohne jegliche Hilfsmittel wagerecht auf den Boden gelegt werden kann.
Natürlich ist senkrechtes Festhalten oder wagerechtes Liegen auf die Dauer keine gute Lagerungs- oder Transportlösung. Dieses 'Problem' habe ich mit einem rollbaren Motorständer, wie es die Händler im Laden haben, gelöst. Aus einigen 4-Kanthölzern baue ich mir eben einen Ständer auf dem ich den Motor in Betriebsstellung lagern kann. Durch zwei angeschraubte Räder ist der Ständer auch zum Transport geeignet, so daß sich das Motor-Schleppen auf Montage und Demontage am Ständer und am Boot in Zukunft begrenzen dürfte. Auch das geschilderte 'Behelfsverfahren
' Brett mit Anschlagu auf der Sackkarre kann dann entfallen.
Wartung
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Zunächst mal ist festzustellen, daß sich hier wieder das Excellente Handling des Yamaha bemerkbar macht. Die Motorverkleidung läßt sich problemlos abnehmen und sitzt doch 100ig. Kein Gefummel mit Startgriff oder Ganghebel wie bei den Konkurrenzprodukten.
Ansonsten ist die Wartung umfassend im beiliegenden Handbuch beschrieben. Im wesentlichen sind jährlicher Getriebe- und Motoroilwechsel, sowie Zündkerzenwechsel und Konservierung/Reinigung beim Einwintern erforderlich. Die meisten Arbeiten kann man mit etwas handwerklichem Geschick selbst tun. Bei der Sorgfalt scheiden sich jedoch die Geister, im Handbuch steht anderes als mir mein Händler erzählt (z.B. Zündkerzenwechsel mit oder ohne Drehmomentschlüssel). Und auch die Händlermeinungen sind unterschiedlich.
Ich habe mich für einen Kompromiß entschieden: Oilwechsel lasse ich wegen der Entsorgung des Altoils beim Händler machen, den Rest erledige ich im Rahmen meiner Möglichkeiten selbst - der Motorständer zur Lagerung/Transport wird dadurch auch zum Wartungsständer; an Material benötige ich so nur noch Konservierungsspray und Zündkerzen, die ich beim jährlichen Oilwechsel beim Händler mitnehme.
Mitgenommen beim Händler habe ich auch einen guten Tip:
Jährlich vor dem Einwintern den Motoroilwechsel machen lassen. Die alten Zündkerzen dagegen im Motor lassen, weil diese durch die Konservierung eingeoilt werden. Im nächsten Frühjahr den Motor erst mit den alten Kerzen starten und das Konservierungsoil abbrennen lassen. Danach (bei wieder kaltem Motor) die Zündkerzen wechseln.
Zusammenfassung
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Die Materie 'Außenborder' ist nicht einfach und bedarf gründlicher Vorbereitung. Vor allem die gewünschte Verwendung des Motors will gründlich überlegt sein, bevor man eine Kaufentscheidung trifft. Auch die Montage und Wartungsarbeiten bedürfen einiger Routine. Dann jedoch steht d
em Fahrspaß mit 'Kind und Kegel' nichts mehr im Weg. Die bereits gemachten Picknik-Touren möchten wir nicht mehr missen. Der Betrieb selbst gestaltete sich in der mittlerweile ablaufenden ersten Saison vollkommen problemlos und zur völligen Zufriedenheit egal ob mit Oilzeug bei Schlechtwetter auf strömunsgreichen Gewässern oder ob im Sonnenschein mit T-Shirt , Klappanker und Taschenbuch.
Fazit:
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