
Produkttyp: Pouch Boote
Neuester Testbericht: ... schwer beladen. Man gönnt sich ja sonst nichts! Eine beschädigte Bootshaut kann nun mit den Kielstreifen geflickt werden. Womit wir ... mehr
Equipment für eine Legende
Pouch Kielstreifen

Name des Mitglieds: oldroamer
Produkt:
Pouch Kielstreifen
Datum: 15.10.10
Bewertung:
Vorteile: braucht der umsichtige Pouchboot-Paddler nur zur Beruhigung seines Gewissens
Nachteile: er schleppt eigentlich Unnötiges mit sich herum
Hallo, liebe Dooyoo-Gemeinde und anderweitige Leser, heute will ich für Euch einmal über ein ungewöhnliches, aber seltsamerweise dennoch bei dooyoo gelistetes Produkt schreiben, welches mich treu schon seit Urzeiten begleitet hat, ohne jemals zum Einsatz gekommen zu sein.
Es sind die "Pouch Kielstreifen"!
Pouch, das ist eine ostdeutsche Bootsbaufirma, eine Legende quasi, nur nicht so berühmt wie der Trabi oder Rotkäppchensekt:
Poucher Boote GmbH
Faltbootbau und Tischlerei
Poucher Hauptstrasse 105
06774 Muldestausee Ortsteil Pouch
Deutschland
Fon: 03493-55293
Fax: 03493-55231
poucher@poucher-boote.de
Pouch - Paddelboote sind nicht nur in Ostdeutschland legendär. Ihre Fans geistern nämlich weltweit herum. Sie sind eine kleine, aber feine Elite - keine Jammerossis. Ich habe darüber schon vor über zwei Jahren einmal geschrieben und über 1700 Leute haben das bisher gelesen. Mit den Booten verbinden viele Menschen dort (hier) ihre Jugend und einen lange unerfüllten Traum von Freiheit.
Ein geübter Paddler hätte locker mit einem Pouch-Boot über die Ostsee türmen können, wenn er damit bis zum Ostseestrand hätte vordringen können. Die Boote sind recht seegängig und fürs Radar unsichtbar.
Aber die Kontrollen, die Spitzelei und die Denunziation begannen schon auf dem Trockenen weit im Süden. So kam kaum einer durch.
Die Boote sind Faltboote mit einer mehrschichtigen PVC-Bootshaut. Diese ist sehr robust und langlebig. Aber rein theoretisch könnte es ja mal ganz dumm kommen und die Bootshaut durch ein sehr hartes Auffahren auf unter dem Wasser liegende spitze Hindernisse zerschnitten werden. Dann würde Wasser eindringen und das Boot könnte im dümmsten der dummen Fälle sinken.
Wenn man Luftsäcke in den Spitzen hat, sinkt das Boot nur bei schwerer Beladung. Aber ein Wasserwanderer ist meist mit allerhand komfortablen Dingen schwer beladen. Man gönnt sich ja sonst nichts!
Eine beschädigte Bootshaut kann nun mit den Kielstreifen geflickt werden. Womit wir wieder beim Thema wären! Dazu wird mit einem Heißluftgebläse oder einem Fön, Lötkolben oder ähnlichem das PVC ganz vorsichtig erhitzt und anschließend der Kielstreifen aufgedrückt.
Man sollte vor der scharfen Reparatur am wertvollen Boot erst einmal an einem Dummy üben. Wenn man nämlich das PVC zu sehr erhitzt, so könnte man viel Schaden bis hin zum Totalschaden der Bootshaut anrichten.
Es ist sowieso nicht ratsam sofort bei jedem kleinen Kratzer mit den Kielstreifen loszulegen. Die Streifen sind nämlich ordentlich dick (ca. zwei/drei Millimeter) und würden auf der ansonsten popoglatten Bootshaut einen unliebsamen Strömungswiderstand darstellen.
Zur Verfügung steht meist eine deutlich über fünf Meter lange Rolle mit einer Streifenbreite von fünf Zentimetern. Dies ist schon ein richtiges Päckchen, was man so (zum Glück umsonst) mit sich herum gondelt.
Bei kleineren Schäden, die nicht voll durch die Wand gehen, sollte man also lieber erst einmal versuchen, die Bootshaut mit einer heißen Messerklinge wieder glatt zu drücken oder eventuell von der Innenseite her einen Flicken gegen zu schweißen.
Wichtig für ein ewiges Bootshautleben ist sowieso eher eine umsichtige Fahrweise und Sauberkeit im und ums Boot.
Man könnte, falls man jetzt nach 20 Jahren endlich im "Westen" angekommen sein sollte, die Ostbasteleien vielleicht auch lieber lassen und mit hochwertigem Gewebeklebeband erfolgreich agieren, wenn man wollte!? Den Gewebebandmarkt habe ich allerdings, weil wie berichtet bisher nicht nötig, noch nicht detailliert analysiert.
Ich nehme an, dass irgend so ein Ostalgiker dereinst einmal bei dooyoo unseren Produktvorschlag platziert hat, ehe er (freiwillig oder unfreiwillig?!) in der Unendlichkeit des Cyberspace wieder verschwand.
Ist ja nicht so schlimm, so habt ihr wenigstens mal wieder etwas gelernt, was man gebrauchen könnte, falls Leute wie unsere Stuttgarter Maschinenstürmer Erfolg haben sollten. Mit derlei Reparaturtechnik kann man nämlich noch vieles Andere, was knapp und teuer geworden ist, flicken. Live erlebbar wäre dies bis jetzt nur noch auf einer Kubareise.
Übrigens, wenn man sich diese Kielstreifen neu zulegen will, als Westprodukte sozusagen, so bekommt man sie im Online-Shop von www.poucher-boote.de für 18 Euro das Stück. Heutzutage sind die Dinger schwarz. Meine sind dagegen seit ehedem grau. Man könnte dort im Shop natürlich auch gleich ein neues Boot kaufen. Das wäre eine sehr langfristige Investition, mindestens das eigene Leben überdauernd.
Fazit: Besser ist es, stets eine Hand breit Wasser unterm Kiel zu haben!

