Canon Speedlite 420EX
Speedlite: Ein Muss für Digitalfotografen - Canon Speedlite 420EX Blitz

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Canon Blitzgeräte

Neuester Testbericht: ... (ohne Batterien) (zitiert) und nun zur Eigenen Meinung: Die Blitzgeräte von Canon sind spitze. Sowohl für Anfänger/Amateure/Dilettan... mehr

Speedlite: Ein Muss für Digitalfotografen
Canon Speedlite 420EX

goetzer

Name des Mitglieds: goetzer

Produkt:

Canon Speedlite 420EX

Datum: 02.03.07

Bewertung:

Vorteile: Sehr einfache Bedienung

Nachteile: Keine

Nach dem Tausch meiner analogen EOS 100 gegen die digitale EOS 350D musste ich zur Kenntnis nehmen, dass A-TTL und E-TTL bei Blitzen nicht das Gleiche sind. Um genauer zu sein: Mein alter Metz A-TTL-Blitz funktioniert an der EOS 350D überhaupt nicht. Somit war ein neues Blitzgerät angesagt, und die Wahl fiel auf das Speedlite 420EX, weil es als Canon-Systemgerät eine vernünftige Integration und optimale Zusammenarbeit mit der Kamera versprach.

Nun möchte ich zusammenfassen, was ich nach über einem Jahr Erfahrung von dem Gerät halte, sowie einige Tipps dazuliefern, die für bessere Bilder sorgen können.

*** Konzeptionelles ***

Mit dem Speedlite musste ich mich gegenüber meinem Metz-Blitz deutlich umgewöhnen. Waren beim Metz noch alle möglichen Parameter manuell verstellbar, sind die direkt am Blitz bedienbaren Funktionen überschaubar. Das ist absolut kein Nachteil, kann doch der Blitz direkt von der Kamera aus gesteuert werden, so dass es nicht mehr passiert, dass die Bilder aufgrund falsch eingestellten Blitzprogramms missraten.

Setzt man den Blitz als einzige Blitzquelle ein, so beschränkt sich die Bedienung am Blitz selbst auf den Ein/Aus-Schalter, einer Taste für die manuelle Blitzauslösung sowie einem Wahlschalter für den Modus. Letzterer schaltet um zwischen normalem Blitzbetrieb (grüner Punkt), bei dem der Blitz in kürzester Zeit die Lichtenergie aussendet, und einer Art "Dauerbeleuchtung" während der Belichtung. Wozu das?

Um ein vollständig ausgeleuchtetes Bild zu erzeugen, muss im Blitzmodus der Verschlussvorhang ganz geöffnet sein. Der Vorhang besteht bei Spiegelreflexkameras aus zwei Teilen, wobei zunächst der erste Vorhang aufgeht, dann belichtet wird, anschließend geht der zweite Vorhang zu, so dass jede Stelle des Bildes gleich lange, wenn auch nicht zur gleichen Zeit belichtet wird. Das funktioniert so lange, bis die minimale Blitzsynchronzeit (Eigenschaft der Kamera) erreicht ist - bei dieser Verschlusszeit bleibt gerade genug Zeit zwischen den beiden Verschlussvorgängen, um den Blitz auszulösen und das komplette Bild zu belichten. Wird die Belichtungszeit kürzer gewählt, dann geht zwar der erste Verschlussvorgang auf, der zweite schließt aber kurz danach, so dass immer nur eine Art Schlitz entsteht, niemals aber der Vorhang komplett geöffnet ist. Würde man jetzt blitzen, würde nur der Streifen belichtet, bei dem der Blitz ausgelöst hat. Hier kommt jetzt der zweite Modus des Speedlite ins Spiel: Der Blitz leuchtet das Motiv komplett vom Start des ersten bis zum Schließen des zweiten Verschussvorhangs aus, so dass alle Bildteile gleichmäßig belichtet werden. Natürlich wird dafür wesentlich mehr Energie benötigt, deshalb ist der "Normalmodus" in den meisten Fällen die bessere Wahl. Als Aufhellblitz im Freien ist jedoch das "Dauerlicht" eine feine Sache, weil für manche Aufnahmen, insbesondere im Sonnenlicht, sehr kurze Verschlusszeiten gebraucht werden.

Zwei Taster und ein Schalter dienen zur Einstellung als Tochterblitz im Verbund mit anderen Speedlites - damit habe ich jedoch keinerlei Erfahrung.

Neben dem eigentlichen Blitz verfügt das Speedlite noch über ein Autofokus-Hilfslicht in rot, mit dem auch im Dunkeln ein genaues automatisches Fokussieren möglich ist. Das ist weit weniger nervend als die Vorblitze, die die Kamera als "AF-Hilfslicht" aussendet.

*** Handling ***

Das Speedlite ist sehr schnell zu montieren - einfach aufschieben, kurz festschrauben, fertig. Das Blitzlicht ist bis zu 90° nach oben schwenkbar sowie um 90° nach rechts und um 180° nach links. Den eingeschalteten Blitz erkennt die EOS 350D automatisch.

Beim Blitzen nach vorne stellt sich das Speedlite automatisch auf die Brennweite des Objektivs ein, zumindest im Bereich 24-105mm. Dies ist im Prinzip eine feine Sache, verschwendet jedoch bei Kameras mit gegenüber dem Kleinbildformat 24mmx36mm um Faktor 1,6 kleinerem Sensor sehr viel Licht, weil Motivbereiche ausgeleuchtet werden, die gar nicht auf dem Foto erscheinen. Hier sollte die Kamera eine um Faktor 1,6 größere Brennweite an das Speedlite melden. Das ist aber ein Problem der Kamera, nicht des Blitzgeräts, das sich ja auf die korrekte Brennweite des Objektivs einstellt.

*** Technische Daten ***

Die Details werde ich jetzt nicht abschreiben, weil nachzulesen unter www.canon.de.

*** Tipp 1: Einsatzbereiche ***

Natürlich wird der Blitz primär bei Aufnahmen eingesetzt, bei denen das Umgebungslicht nicht ausreicht. Typischerweise sind das Veranstaltungen im Innenraum, aber auch, auf moderate Entfernungen, draußen.

Man kann mit dem Blitz aber auch sehr schön gestalten. Die Kamera erkennt automatisch, wann der Blitz als Aufhellblitz eingesetzt werden soll. Eine Möglichkeit ist z.B. bei Tageslicht, die Belichtung des Gesamtbildes herunterzuregeln, dafür aber die des Blitzes nach oben zu drehen. Man bekommt dann bei Tageslicht einen helleren Vordergrund.

Eine weitere Möglichkeit ist die Aufnahme bei Gegenlicht. Während die normalerweise vermieden wird, kann man doch ganz interessante Portraits, aber auch andere Aufnahmen im Gegenlicht machen. Besonders interessant sind Portraits bei Sonnenauf- oder -untergang, bei denen das Modell die Sonne verdeckt. Normalerweise wird die Person dann lediglich schwarz vor dem hellen Hintergrund abgebildet. Mit dem Blitz hingegen fällt genügend Licht von vorne auf das Modell, dass sich schöne Stimmungen ergeben. Einfach mal experimentieren! Und nicht vergessen, den "Dauerlicht-Modus" im Blitz zu wählen, um kurze Belichtungszeiten beim Fotografieren in Richtung Sonne zu ermöglichen. Aber Achtung: Nicht direkt in die Sonne fotografieren, das könnte dem Sensor schaden.

*** Tipp 2: Innenaufnahmen ***

Hier geht es um Innenaufnahmen im Allgemeinen, und um Portraits im Speziellen.

Der Blitz im Direktbetrieb nach vorne erzeugt auf kürzere Entfernungen ziemlich hässliche Schlagschatten an den Wänden, die dadurch entstehen, dass Blitz und Objektiv nicht auf einer optischen Ebene liegen. Hier hilft der alte Bauerntrick, bei einer weißen Decke den Blitz nach oben statt nach vorne zu richten. Das Licht kommt dann diffus von oben und leuchtet die Szenerie auf kürzere Entfernungen (bis ca. 5 Meter) sehr gut aus.

Portraits sind besonders schwierig. Sitzt der Blitz zu nahe an der optischen Achse, wird die Netzhaut in den Augen beleuchtet und es gibt die gefürchteten roten Dracula-Augen. Sitzt der Blitz zu weit weg, gibt es üble Schlagschatten. Besser wird's auch hier schon, wenn der Blitz nach oben gerichtet wird - es fehlen aber die direkten Reflexe, die den Reiz von Portraits ausmachen. Man kann einen teuren Reflektor kaufen, der einen Teil des Lichts, das nach oben geworfen wird, diffus nach vorne reflektiert, um den gewünschten Effekt zu bekommen.

Man kann sich den Reflektor aus haushaltsüblichen Materialien aber auch sehr einfach selbst basteln - man sollte allerdings nicht empflindlich auf dumme Kommentare reagieren ;-)

Und so geht's:

Man nimmt ein Stück Pappkarton (bei meinem waren, glaube ich, mal Babykost-Gläser drin...) und schneidet ein rechteckiges Stück aus. Meins ist zum Beispiel ca. 16cm x 11cm. Glück hat, wer einen Karton hat, der auf der einen Seite bereits weiß ist, dann entfällt Schritt 2. Ansonsten braucht man noch ein weißes Blatt Papier und etwas Klebstoff, um das Papier flächig auf dem Karton festzukleben. Das ergibt die Vorderseite des Reflektors.

Jetzt muss der Karton noch eingeschnitten werden, bei ca. 3,5cm Höhe auf beiden Seiten gleich weit einschneiden, so dass der verbleibende Steg ca. 6,5cm breit ist. Die beiden entstandenen Laschen nach vorne umbiegen (ggfs. mit einem Messer vorher auf der Rückseite etwas einritzen), fertig ist der Reflektor. Mit einem gewöhnlichen Gummiring am Speedlite befestigen. Den Gummi lasse ich immer dran am Blitz, dann lässt sich der Reflektor in Sekunden montieren. Das Ergebnis ist mindestens so gut wie mit dem "professionellen" Reflektor, nur ungleich preiswerter ;-)

*** Tipp 3: Batterien ***

Das Speedlite braucht 4 Batterien "AA", also Mignon. Eine gute Idee ist natürlich, keine Batterien zu nehmen, sondern Akkus, weil der Energieverbrauch schon recht hoch ist. Hier also mein Tipp: Nicht die "Fotobatterien", "Foto-Akkus" oder dergleichen nehmen, die auf besonders hohe Ladung getrimmt sind. Wichtiger beim Blitz ist, dass die Ladezeit zwischen zwei Aufnahmen kurz ist. Mithin müssen die Akkus viel Strom (im physikalischen Sinn) liefern. Modellbauer wissen, dass hierfür insbesondere NiCd-Akkus geeignet sind. Also: Zwei Sätze NiCd-Akkus besorgen, rein in das Speedlite, und selbst mit Batterien ist der Blitz nicht wieder so schnell verfügbar wie mit diesen Akkus! Meine sind z.B. die Conrad 1000mAh NiCd-Akkus.

*** Fazit ***

Das Speedlite will ich nicht mehr missen, kein Vergleich zum vorherigen Metz, was Bedienung und Flexibilität angeht. Es ist eben sehr praktisch, wenn die Kamera von sich aus alle Einstellungen macht und man sich auf das Motiv konzentrieren kann. Einen Blitz mit höherer Leitzahl brauche ich nicht, denn soooo viel weiter kommt der dann auch nicht, als dass es sich lohnen würde. Mehrere Blitze zu verwenden wäre mir viel zu aufwändig, somit sind diese Funktionen für mich überflüssig. Wünschenswer wäre aber, dass die Kamera eine Brennweite an den Blitz meldet, die zum Objektiv und Sensor passt, statt die Sensorgröße zu ignorieren.

Fazit: Siehe oben.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung: