3096 Tage - Natascha Kampusch
Eine sehr zweifelhafte Frau!! - 3096 Tage - Natascha Kampusch Biographie

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Neuester Testbericht: ... Tage wurde sie gefangen gehalten. Ihr Entführer beging danach Selbstmord. In diesen Buch verarbeitet sie ihre Erlebnisse. Meine Meinung... mehr

Eine sehr zweifelhafte Frau!!
3096 Tage - Natascha Kampusch

Leseratte88

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Produkt:

3096 Tage - Natascha Kampusch

Datum: 17.09.10

Bewertung:

Vorteile: Sehr leichter Schreibstil!!

Nachteile: Der Inhalt verursacht Zweifel!!

In diesem Bericht möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich gerade ausgelesen habe.


Inhaltsverzeichnis:

1. Kaufgrund
2. Aussehen
3. Klappentext
4. Autorin
5. Leseprobe
6. Allgemeines zum Buch
7. Eigene Meinung



1. Kaufgrund:

Der Kaufgrund war hier ganz klar die Geschichte. Ich habe damals alles im Fernsehen verfolgt, als Natscha Kampusch sich befreit hat. Ich habe mir ihr Interview angeschaut und als ich im Fernsehen gesehen habe, dass sie ein Buch heraus gebracht hat, da bin ich sofort in die nächste Buchhandlung gelaufen. Leider war das Buch zunächst überall ausverkauft und ich musste etwas warten, bis ich es bekommen habe.



2. Aussehen:

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Hardcoverbuch. Es ist sehr schlicht in weiß gehalten und vorne ist das Poträit von Natascha Kampusch erkennbar.



3. Klappentext:

Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen - 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben. Jetzt spricht Natascha Kampusch zum ersten Mal offen über die Entführung, die Zeit der Gefangenschaft, ihre Beziehung zum Täter und darüber, wie es ihr gelang, der Hölle zu entkommen.


4. Autorin:

Natascha Kampusch, geboren am 17. Februar 1988 in Wien, war Opfer einer der längsten Entführungen der jüngeren Geschichte. 2006 hat sie ihre Freiheit zurückerobert. Seither versucht sie, ein normales Leben zu führen. Im Frühjahr 2010 machte sie ihren Schulabschluss.


5. Leseprobe:

Mit meinem zehnten Geburtstag hatte ich den ersten und unselbständigsten Abschnitt meines Lebens hinter mich gebracht. Das magische Datum, das meine Selbständigkeit auch amtlich verbriefen würde, rückte näher: Noch acht Jahre, dann würde ich ausziehen und mir einen Beruf suchen. Dann würde ich nicht länger von den Entscheidungen der Erwachsenen rund um mich herum abhängig sein, denen meine Bedürfnisse weniger wert waren als ihre kleinen Streitigkeiten und Eifersüchteleien. Acht Jahre noch, die ich nützen wollte, um mich auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten.

Einen wichtigen Schritt in Richtung Selbständigkeit hatte ich bereits einige Wochen zuvor getan: Ich hatte meine Mutter davon überzeugt, dass sie mich allein zur Schule gehen ließ. Obwohl ich bereits in der vierten Klasse war, hatte sie mich bis dahin immer mit dem Auto vor der Schule abgesetzt. Die Fahrt dauerte nicht einmal fünf Minuten. Jeden Tag hatte ich mich vor den anderen Kindern für meine Schwäche geschämt, die für jeden sichtbar wurde, wenn ich aus dem Auto stieg und meine Mutter mir einen Abschiedskuss gab. Eine ganze Weile schon hatte ich mit ihr darüber verhandelt, dass es nun an der Zeit sei, den Schulweg allein zu bewältigen. Ich wollte damit nicht nur den Eltern, sondern vor allem mir zeigen, dass ich kein kleines Kind mehr war. Und dass ich meine Angst besiegen konnte.

Meine Unsicherheit war etwas, das mich zutiefst quälte. Sie überfiel mich schon auf dem Weg durch das Stiegenhaus, setzte sich im Hof fort und wurde zum bestimmenden Gefühl, wenn ich durch die Straßen der Rennbahnsiedlung lief. Ich fühlte mich schutzlos und winzig und hasste mich dafür. An diesem Tag, das nahm ich mir fest vor, wollte ich versuchen, stark zu sein. Dieser Tag sollte der erste meines neuen Lebens und der letzte meines alten werden. Im Nachhinein mutet es beinahe zynisch an, dass genau an diesem Tag mein Leben, wie ich es kannte, tatsächlich endete. Allerdings auf eine Weise, für die mir jegliche Vorstellungskraft fehlte.



6. Allgemeines zum Buch:

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: List (8. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471350403
ISBN-13: 978-3471350409
Preis: 19,95 Euro



7. Eigene Meinung:

Zunächst möchte ich sagen, dass dieses Buch einen absoluten leichten Schreibstil hat. Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass die 10jährige Natascha Kampusch das Buch geschrieben hat und nicht die mittlerweile 22jährige.
Das Buch ist sehr chronologisch aufgebaut. Es beginnt mit ihrer Kindheit, geht über die Entführung bis zu ihrer Flucht.

Jedes Kapitel ist mit einer Überschrift versehen und dieses Buch lässt sich schnell und in einem durchlesen.

Nun möchte ich hier meine Meinung zum Inhalts loswerden.
Ich war teilweise schockiert und das nicht aufgrund der Gefangenschaft, sondern über das was Natascha Kampusch geschrieben hat. Einige Passagen möchte ich hier gerne wiedergeben, um den Lesern dieses Berichtes näher zu bringen, was ich genau meine.


Sie schreibt, dass sie zum ersten Mal diesen Schulweg läuft, als der Täter sie einfach packt und in den Lieferwagen zehrt. Er verbringt sie zu seinem Haus und steckt sie in ein Kellerverlies. Bis dahin ist ja eigentlich noch alles verständlich. Dann schreibt sie, dass sie den Täter bittet, sie doch frei zulassen und fragt ihn, ob sie die Nacht dort verbringen muss. Als der Täter dies bejaht, bittet sie ihn, ihr eine Geschichte vorzulesen und ihr einen Gutenachtkuss zu geben, da ihre Mutter das auch immer macht.
Beim Lesen habe ich mich gefragt, ob das ihr Ernst ist. Er ist ein Täter, der sie einsperrt und sie möchte von ihm einen Gutenachtkuss??? Ich musste diese Zeile sogar mehrfach lesen, weil ich es nicht glauben konnte. Ein 10jähriges Mädchen würde weinen und betteln, dass sie nach Hause darf, aber sie würde doch nicht um eine Gutenachtgeschichte oder einen Gutenachtkuss bitten.
Stockholmsyndrom nach 5 Stunden???


Sie schreibt außerdem, dass der Täter kein Sexmonster gewesen sei. Sie sagt aber, dass sie zu sexuellen Dingen nichts schreiben möchte, da dies ja wohl ihre Privatsphäre sei.
Liebe Natascha Kampusch, du hast dieses Buch geschrieben, um deine Geschichte der Gefangenschaft zu erzählen. Die Leser wollen keine einzelnen Sexpraktiken lesen, aber es ist doch auch wichtig, ob es zu einem sexuellen Mißbrauch gekommen ist. Sie schreibt ja auch, dass er sie immer wäscht über dem Waschbecken.


Eine der besten Stellen kommt jetzt. Sie schreibt, dass sie nach einiger Zeit der Gefangenschaft im Kellerverlies nach oben in den Wohnbereich gedurft habe. Der Täter habe immer wieder Spielchen vogehabt. So habe er von ihr verlangt, dass sie ihn " Maestro" nennen soll. Sie schreibt dazu, dass sie das auf keinen Fall wollte und sich geweigert habe. Sie habe ihn dann ärgern wollen und habe ihn deshalb " Schatzi" und " Schnuckel" genannt.
Ich habe dabei wirklich Bauchweh bekommen, als ich das las.

Als ihr die Flucht gelingt, wird sie von einer Polizeibeamtin vernommen. Sie bittet die Polizistin ihm Anschluß, kein Interview zu geben. Ich frage mich hier, ob man nach 8 1/2 Jahren Gefangenschaft so abgeklärt ist, dass man Angst hat, nicht die Erste zu sein, die ein Interview gibt.

Auffallend ist in diesem Buch, dass sie den Täter mal Täter und mal mit seinem Namen nennt.
Widersprüchlich sinnt die Erzählungen zu ihrer Familie. Am Anfang erzählt sie, dass es ihr nicht so gut dort ging. Sie viel alleine war und sich deshalb sogar Kummerspeck angefressen hat.
Später erzählt sie, dass ihre Mutter so fürsorglich war, dass sie Natascha sogar immer mit einem vorgewärmten Badetuch abgetrocknet habe.

Als Natscha Kampusch sich befreit hat, wurde immer wieder Kritik geübt und Zweifel geäußert, dass an dieser gesamten Sache irgendetwas faul ist. Nach diesem Buch sind diese Zweifel größer.

Sie schreibt, dass sie dem Täter vor der Flucht gesagt hat, dass sie irgendwann fliehen wird und er sich dann besser selber umbringt, denn ihre Flucht bedeutet seinen Tod. Das war dann aber gegenüber dem Täter, der sie lange misshandelt hat eine mutige Aussage.

Was ich zum Ende noch sagen möchte, dass ich es schon komisch fand, dass sie ständig den Weg in die Öffentlichkeit suchte, obwohl so eine Gefangenschaft wirklich lange teraphiebedürftig ist. Sie wollte sofort ein Interview, sie bat darum Moderatorin zu werden, obwohl sie im Buch immer wieder schreibt, dass sie nach langer Gefangenschaft Angst vor der Außenwelt habe. Auch alles ein Widersprüche in sich.

Sie bat das Gericht darum, ihr das Haus des Täters als Schadensersatz zuzusprechen, was dann auch geschah. Ich glaube, ich hätte in dieses Haus gar nicht mehr gehen wollen.

Ich empfehle dieses Buch nicht weiter, denn mir hat es Bauchweh bereitet.

Fazit: Nicht lesenswert!!