Zwischen Schwebebahn und Starenkasten
Produkt:
Wicküler Pilsener
Datum: 09.05.02, geändert am 09.05.02 (708 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: ...
Nachteile: ...
Oder: Mantel- und Degenschlacht in Wuppertal
WUPPERTAL. Denkt man an Wuppertal, denkt man zunächst an die Schwebebahn. Toll, fast einmalig auf der Welt, nur in Australien gibt es einen Nachbau. War man jedoch mal in Wuppertal, dann weiss man, dass auch die Schwebebahn nicht viel mehr schwankt als ein normaler Linienbus und genauso "pünktlich" ist. Daneben besticht Wuppertal nur noch durch Einbahnstrassen, Radaranlagen und früher mit unglaublich schlechtem Bier. WUPPERTAL.
Zum Glück hat sich zumindest der letzte Punkt gewandelt. Bremme ist tot und Wicküler hat sich so sehr gemausert, dass ich sogar einen Bericht darüber schreibe.
Dortmund = Wuppertal?
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Eigentlich habe ich den Bericht mit einer Lüge begonnen. Denn tatsächlich wird Wicküler Pils heute in Dortmund gebraut. Soweit ich weiss existiert in Wuppertal nicht mal mehr das alte Stammhaus, dort ist vielmehr jetzt ein Einkaufszentrum entstanden. Trotzdem liegen die Wurzeln in Wuppertal und ich denke, dort hat das Bier auch immer noch seinen größten Verkaufsbereich.
Das Bier selber ist ein ganz klassisches, schnörkelloses Pils, natürlich gebraut nach dem Reinheitsgebot, wie ich es von einer deutschen Brauerei erwarte. Der Alkoholgehalt liegt an der Pils-Obergrenze und mit 4,9% leicht über dem Durchschnitt.
Mein Spleen!
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Es gibt ja die verschiedensten Arten sein Bier zu trinken: für den Heimgebrauch stellen sich die Alternativen Dose, Flasche oder Glas. Ich persönlich trinke Bier grundsätzlich aus der Flasche. Dose schmeckt nicht und wenn man daheim in ein Glas umfüllt, ist es für mich nur der schwache Versuch, sich vorzustellen, das Bier wäre nun frisch gezapft.
Der Spleen, den ich mir dabei zugelegt habe ist, dass es möglichst eine grüne Flasche sein muss. Ich finde das die Farbe des Bieres in der Flasche viel besser zur Geltung kommt, wenn sie durch grünes Glas schimmert, als in den klassischen alten br
aunen Flaschen. Aber vielleicht bin ich auch nur auf den Beck´s/Heineken-Trend der After-Work-Parties reingefallen...
Wicküler Pils jedenfalls bedient meine Grüne-Flaschen-Liebe. Das Bier kommt in einer Long-Neck-Flasche. Die Etikette sind rund und ( auch wenn es die traditionellen Farben sind ) in silber-weiss gehalten. Zumindest nach meinem Empfinden hat sich doch ein wenig der Vergleich der Optik mit einer Beck´s Light-Version aufgedrängt. Glücklicherweise hat das Bier jedoch keine "Alu-Halsbinde" so dass selbst der nervöste Knibbler kaum rumferkeln kann.
Glück ist acht Grad kalt!
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Nur bei dieser Trinktemperatur kann man den Geschmack eines Bieres wirklich beurteilen. Selbst das tollste warme Bier ist ( für mich fast ) ungeniessbar, ein zu kaltes Bier kann dagegen manchmal über geschmackliche Unfertigkeiten hinwegtäuschen.
Wicküler schmeckt auf den ersten Schluck eigentlich etwas einfallslos. Es ist ein durchschnittliches Pilsener, dass etwa im Zentrum der Geschmacksrichtungen angesiedelt ist. Das Bier ist eher frisch als herb, lässt sich daher nicht mit den meist norddeutschen Vertretern vergleichen. Auf der anderen Seite hat es aber auch nicht die Süsse, die ich manchen südlichereb Bieren anlasten muss. Es stellt damit ein "klassisches Ruhrpott-Pils" dar, ein geschmacklicher Bruder lässt sich im Dortmunder Brinkhoff´s No. 1 finden.
Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings, dass man für diese "Einfallslosigkeit" einen günstigeren Preis bezahlt. Bier ist allgemein teurer geworden. Die Brauer berufen sich dabei auf die schlechte letztjährige Ernte und wollen natürlich gar nicht am allgemeinen "Euro-Aufpreis" partizipieren. Die 20 x 0,5 Liter Kiste Wicküler ist dagegen im Moment für 7,99 € zu haben. Damit liegt das Bier nur knapp vor den Discount-Konkurrenten, aber immerhin fast 3 € billiger als mancher große Brauernamen.
Mein Fazit:
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Wicküler war und wird wohl nie mein Lieblingsbier werden. Es ist allerdings aufgrund des günstigen Preises eine Alternative, die nicht außer Acht gelassen werden sollte. Man bekommt dafür ein "Jenseits-von-Gut-und-Böse"-Bier mit einer vergleichsweise coolen Optik.
Ich möchte Wicküler daher trotz meiner grundsätzlich skeptischen Einstellung gegenüber der Stadt an der Wupper für einen Test gerne weiterempfehlen, denn das Bier ist, wie die drei Muskettiere auf dem Logo wohl sagen würden: "EINES FÜR ALLE!".
In diesem Sinne
© Dagegenseier
Fazit:
Name des Mitglieds: Dagegenseier
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