Tsingtao Bier

Konfuzius sagt: "Biel wie Übellaschungsei"

Produkt:

Tsingtao Bier

Datum: 21.12.00, geändert am 12.01.01 (894 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: "Interessant", kann scheinbar auch auf dem Kof stehend getrunken werden

Nachteile: Preis, Optik, "Glasverhalten"

Es ist Donnerstag Morgen, 00:45, gerade bin ich von einem Kurztrip aus China zurückgekommen, der Atlas ist geschlossen, der Lieferservice Geschichte.
Und natürlich habe ich Euch etwas mitgebracht:
Viele alte chinesische Weisheiten und ...natürlich... ein Bier.

Das gute Tsingtao aus Qingdao (so heißt Tsingtao nämlich auf gelb.)
Es ist lange her, seit ich dieses Bier zuletzt trank, und so bin ich sehr gespannt darauf, wie es mir munden wird. Natürlich seid ihr wieder life dabei, wenn dieser Moment gekommen sein wird.

Und da das Reisen mit dem Finger auf der Landkarte durstig macht, werde ich mich jetzt dem Corpus Delicti widmen.

Konfuzius sagt: Let the games begin...

Die Flasche, äußerer Eindruck, Etiketten:

Wider Erwarten wird auch ein chinesisches Bier nicht in gelben Flaschen verkauft, sondern in schlichtem Recycling-Grün. Auch ist die Flasche nicht mandelförmig, sondern gewöhnlich. Schlank und „flaschenförmig“ eben.

Das Bauchetikett ist in Grün, Weiß und Gold gehalten. Das ovale Etikett wird von eben diesem Gold umrandet. Innen daran anschließend findet sich nun ein weißes Oval, welches den Schriftzug „Tsingtao“ trägt. Ebenso den Namen der abfüllenden Brauerei, und deren Sitz. (Tsingtao Brewery Co.,Ltd., Tsintao, China)
Innerhalb dieser beiden Umrandungen findet sich nun ein weiteres, grünes Oval, welches das Etikett komplett ausfüllt. Lediglich unterbrochen von einem goldenen Banner mit chinesischen Schriftzeichen wie Ado von Goldkante zu Goldkante zieht. Was diese Schriftzeichen bedeuten, weiß ich nicht, ich tippe jedoch auf etwas wie: „Das Bier, daß das Licht des Sonnenunterganges, welches sich auf Blütenblättern bricht, verblassen läßt“
Oder so...
In dem grünen Oval befindet sich eine stilisierte Pagode in rotem Kreis, der Hinweis: „Trademark“ und weitere chinesische Schriftzeichen, die dort bestimmt nur drauf sind, um mich zu ärgern. <
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Das Halsetikett ist wie eine Banderole mit einem Kreis in der Mitte geformt. In dem Kreis die bereits bekannte Pagode, links davon der Schriftzug „Tsingtao Beer“, rechts neben der Pagode erneute chinesische Schriftzeichen. Diese ähneln keinen der vorherigen Zeichen, und sagen sicherlich etwas über den Glanz von Wassertropfen auf den Blüten einer Lotosblume. Könnte sich aber auch einfach um den Namen des Bieres handeln.

Der Kronenkorken ist ebenfalls in gold und rot gehalten, zeigt den Schriftzug „Tsingtao Beer“ (*gääähn*), eine Pagode (oh, wie spannend!) sowie ---ja, richtig--- chinesische Schriftzeichen. Ich bin mir ziemlich sicher, daß für den europäischen Markt etwas Gehässiges dort auf das Körkchen gedruckt wurde. Etwas wie „wer das liest ist doof!“ oder „Du kannst das mal nicht lesen..na na naa naa na!“ Oder etwas ähnlich Geistreiches

Das Rückenetikett ist eine Enttäuschung! Nicht nur, daß hier keine weiteren Schriftzeichen der Entschlüsselung harren, und meine Poesie anregen. Nein, es ist auch noch schlicht weiß, mit Barcode, sowie der erneuten Nennung der Brauerei, einem Haltbarkeitsdatum , der Füllmenge (330 ml.), sowie den Zutaten.
Diese bestechen in einem Punkt durch Originalität. Trotzdem überrascht es nicht wirklich, daß in diesem Bier nebst Wasser, Malz und Hopfen auch Reis enthalten ist.
Ebenfalls angegeben: der Alkoholgehalt, der laue 4,5 Volumenprozent beträgt.
Konfuzius sagt: Weisel Mann muß viel tlinken fül dicken Kopf!

Nun soll ja der Moment des Öffnens kommen. Ich weiß allerdings nicht, ob ich die Flasche dazu umdrehen muß, weil das Bier ja aus China kommt, und da alle auf dem Kopf stehen...also kopfüber auf der Weltkugel..also..naja, ihr wißt schon!


Das Öffnen, der Geruch, das Eingießen, erster Eindruck:

Hmm..seltsam. Nicht nur, daß ich die optischen Symbole auf der Flasche nicht entschlüsseln kann..jetzt werde ich auch noch aku
stisch verwirrt. Diese Flasche macht beim Öffnen nicht „plopp“, sondern „knack“!
Ach, wer Dr. Hop-Fen-Malz doch noch hier..der hätte mir das bestimmt übersetzen können.

Mal sehen, ob der Geruch vielleicht auch noch so eine nette Überraschung für uns parat hat.

Tatsächlich! Erst war ich versucht, zu sagen, es gäbe erstaunlicherweise keine Überraschung, weil das Bier nach nichts riecht. Bei genauerem „hinriechen“ muß ich mir jedoch eine vollkommen andere Frage stellen: Warum riecht chinesisches Bier leicht nach Herrentoilette?
Sehr exotisch!


Das Eingießen, Schaumbildung, Entwicklung im Glas:
Fange ich mit Teil 2 an: der Schaumbildung. Irrelevant, weil nicht wirklich vorhanden.
Auch die Kohlensäurebläschen im unteren Teil des Glases sind mit bloßem Auge und ohne viel Anstrengung nachzuzählen.

Nun der große Moment: der erste Schluck:

Überraschenderweise angenehm. Ich hatte eine schale Brühe erwartet, werde aber deutlich eines Besseren belehrt. Ein sanftes, angenehmes Bier umspielt meine Zunge. Eine unbekannte Geschmackskomponente kommt hinzu. Laut der Liste der Inhaltsstoffe weiß ich, daß es der Reis sein muß, allerdings bilde ich mir ein, ein leichtes Lycheearoma zu schmecken. Auch der Geruch, der im Glas weitaus angenehmer ist, erinnert an Lycheelikör. Wird das Bier etwa in Fässer aus „Lychee-Holz“  gelagert?
Kaum! Trotzdem...irgendwie fruchtig schmeckt das Bier schon.
Außerdem ist es in nicht unerheblichem Masse süßlich.
Ist Reis süß? Weniger. Und nach Malz schmeckt es definitiv nicht. Was auch immer es ist, mit jedem Schluck gefällt es mir besser.

Konfuzius sagt: Chinesische Biel sein wie Übellaschungsei. Man nie volhel weiß, was kommt dabei laus!

So, ich empfehle mich für ein paar Minuten, bis ich das Überra...das Bier komplett gelöscht habe.

Erwartungsgemäß waren es nicht soooo viele Minuten, bis dieser
Moment eingetreten ist.
Kommen wir also zum
Gesamteindruck:
Das Bier ist angenehmer, als es anfangs erwarten läßt. Sicher gibt es bessere „Reisbiere“, allerdings ist dieses Spezielle Getränk durchaus „lecker“.
Ich nehme an, es wurde absichtlich so konzipiert, daß man von den optischen Eindrücken, sowie dem ersten Geruch enttäuscht ist, damit man später positiv überrascht ist, wenn man es endlich im Mund hat! 

Dieses Bier verspricht meines Erachtens Kopfschmerzen, wenn in größeren Mengen getrunken. Aber soo gut, daß ich den ganzen Abend „Tsingtao“ trinken würde, ist es auch nicht!
Gehobenes Mittelmaß. Aber auf jeden Fall mal wieder etwas Anderes.

Konfuzius sagt: Die Besondelheit einigel Dinge zeigt sich in del Tatsache, daß es nichts Besondeles ist!
Konfuzius sagt aber auch: Wenn Nachbal zul Beglüßung sagen: „Mögen Deine Schweine sich in meinel Kuhle suhlen!“, lichtige Antwolt sein: „Die Hälfte meinel Käselaibe gehölen Dil!“

Und Beides bringt uns nicht richtig weitel!

Fazit:
Für den Interessierten ist Tsingtao sicher mal einen Probeschluck wert. Gerade, wer eher süßliche Biere mag. Sollte es mal probieren (auch wenn dieser Eindruck mit der Zeit verfliegt).

Im Allgemeinen ist dieses Bier wirklich nicht verkehrt, ist sicher nicht langweilig, allerdings auch alles andere als aufregend und wirklich exotisch!

Für den Geschmack gibt es trotzdem 3,5 bis 4 Sterne. Allerdings auch wieder Abzug für den optischen Eindruck, sowie das unspektakuläre Verhalten im Glas. (Nicht zu vergessen den leichten Toilettengeruch, beim Riechen am Flaschenhals...)

Also bedingt empfehlenswert, Gesamtbewertung: 3 Sterne

Ebenfalls negativ der Preis, da ich dieses Bier bisher nur auf den Karten von Restaurants und Lieferservices

gesehen habe. DM 4.- ist dann doch recht hoch angesetzt für eine (knapp) Drittelliterflasche.

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So, that´s it!

Konfuzius sagt: PLOST!

Fazit:

Name des Mitglieds: cyranorick