Trader's Lager Beer American Style

Aldi schummelt

Produkt:

Trader's Lager Beer American Style

Datum: 28.03.09

Bewertung:

Vorteile: schmeckt trotz amerikanischem Stil

Nachteile: aber aufpassen beim Abrechnen

Da habe ich beim Aldi ein heruntergesetzes Bier entdeckt, im "amerikanischem Style". Da mein Mann immer gerne mal was Neues probiert, habe ich es mitgenommen, auf das Risiko hin, dass es ihm nicht schmeckt. Denn gegenüber amerikanischem Bier hat er eigentlich Vorurteile, seitdem er mal Budweiser probiert hat.

1 Sechserpack für 1,99 Euro ist zwar nicht das günstigste, aber auch kein Super-Luxus. Auf dem Kassenzettel steht nachher aber 2,49 - hat Aldi doch zum regulären Preis abgerechnet! Gemeinheit - da müssen jetzt eben mehr Leute diesen Bericht lesen, damit die 50 Cent wieder reinkommen.


Trader´s Lager Beer American Style

nennt sich das Bier. Verpackt sind die schwarzetikettierten Plastikflaschen in schwarzes Plastik. Hoffentlich ist das kein Schwarzbier, mein Mann ist eher Pilstrinker.

Wikipedia informiert mich, dass es sich bei Lagerbier um untergäriges Bier handelt. Das wiederum bedeutet, dass die Hefe bei geringerer Temperatur gärt und dabei auf den Boden sinkt. Und dadurch ist das Bier länger haltbar, denn durch die niedrige Gärungstemperatur von 4-9 Grad haben Kleinstorganismen weniger Chancen. Und die sind ja am Verderben schuld, das weiß sogar meine 5jährige Jasmin schon. Gut, wenn das Bier nicht so schmeckt, dann wird es wenigstens nicht so schnell schlecht und kann ab und zu Besuch angeboten werden.

Weiter erfahre ich, dass auch Pils untergäriges Bier ist. Super, da stehen die Chancen ja gut, dass das Bier nicht lange halten muss.


Noch am gleichen Abend

entdeckt mein Mann das Pack und fragt gleich, ob er probieren darf. Nein, ich wollte die Flaschen gerne mit Goldlack einsprühen und an den Christbaum hängen - Ja, natürlich darf er probieren *g.

Ganz mit Falkofüttern beschäftigt, bekomme ich nicht mit, wie der Herr des Hauses auspackt, öffnet und einschenkt. Erst am: "Hm, ist gar nicht mal so schlecht!" bekomme ich mit, dass er bereits geschluckt hat. Er bezeichnet das Bier als recht würzig und wohlschmeckend, ohne jeden Plastikgeschmack, mehr bekomme ich aus ihm nicht heraus. Schaum hat es kaum gegeben, das liegt aber laut Herrn des Hauses an mir. Irgendwann schenke ich ihm ein Glas ausschließlich für´s Bier, samt Tresor, damit er es selbst wegpacken kann und so sichergestellt ist, dass niemals schaumkronenzerstörendes Spülmittel ans Glas kommt.

Falko möchte auch "Apfel" trinken. In Papas Glas sieht es so schön goldgelbbraun aus, das kann doch nur Apfelschorle sein. Zu Falkos Enttäuschung bekommt er aber Apfelschorle in einem Plastikbecher serviert und darf nicht bei Papa mittrinken. Jasmin weiß auch ganz genau, warum: "Falko, da ist Alkohol drin und das dürfen nur Papas trinken. Und du bist noch kein Papa."


Später

nehme ich mir dann auch mal so eine Flasche zur Hand. Eine kleine, leichte Plastikflasche mit 0,5 l Inhalt. Laut Aufschrift. Nachmessen mag ich jetzt nicht und vertraue auf den Hersteller. Die Flüssigkeit da drin hat eine satte, goldbraune Farbe und ich kann Falkos Irrtum verstehen, es sieht Apfelschorle wirklich ähnlich.

Die Etiketten sind ungewöhnlich. Tiefschwarz, goldene Schrift oder schwarze Schrift auf goldenem Band, rote Gerste und Hopfen, unten eine schwarze Landstrasse in roter, einsamer Colorado-Landschaft, komplett mit Mesas. Hm, ich dachte immer, schwarz-rot-gold seien Deutschlands Farben? Haben die USA nicht blau-weiß-rot?

Das rückwärtige Etikett, ebenfalls in schwarz-rot-gold gehalten, informiert mich, dass es sich um "full-bodied lager with a malty sweetness" handelt. So groß kann die Sweetness aber nicht gewesen sein, wenn das Bier meinem Mann geschmeckt hat. Der ist nicht so für süßliches Bier.
Gebraut wurde nach dem deutschen Reinheitsgebot. Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, basta! Gilt das denn drüben auch?

Oh, es wurde ja auch in Deutschland hergestellt. Da müssen sich wohl selbst Amerikaner ans Reinheitsgebot halten. Aber das Bier ist doch wenigstens von einer amerikanischen Firma? Halt von der deutschen Filiale?
Weit gefehlt! Hersteller ist die Feldschlößchen Brauerei in Braunschweig. Deutscher geht´s wohl kaum. Und nun kann ich nicht sagen, wie weit es mit dem "american style" her ist - weder der Herr des Hauses noch ich haben eine Ahnung, was denn so typisch amerikanisch an Budweiser und Co. ist. Nebenbei gesagt sind die Gründer von Budweiser ebenfalls Deutsche - also das typisch Amerikanische im Bier ist mir nach wie vor ein Rätsel. Erfunden haben sie´s wahrlich nicht ....


Ob american style

oder deutsche Art, meinem Pilstrinker hat das Bier gemundet. Zwar ist das Bier ziemlich geschummelt, in Deutschland von einer deutschen Firma hergestellt, da bleibt die Frage, wieviel hier amerikanisch ist. Wobei ja eher Deutschland eine Empfehlung für gutes Bier ist und nicht Amerika ... Außerdem wurde dann die Umwelt nicht mit langem Transportwegen belastet, hat also auch sein Gutes.


Ach, zum Schummeln - am nächsten Tag habe ich bei Aldi nachgefragt, wieso denn zum vollen Preis abgerechnet wurde. Aldi hat anstandslos die 50 Cent beglichen *g

Fazit: schmeckt trotz amerikanischem Stil, aber aufpassen beim Abrechnen

Name des Mitglieds: Miem!