Kleine Erwähnungen zum Kölsch
Produkt:
Früh Kölsch
Datum: 04.06.02, geändert am 28.10.02 (593 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: aus Düsseldorfer Sicht nur sehr wenige, enthält Spuren von Alkohol, Spült die Nieren
Nachteile: könnte ich als Düsseldorfer natürlich unendlich viele aufzählen (tu ich aber nicht)
Vorab bitte ich die Leserschaft aus dem Raum südlich, nördlich, westlich und östlich um den "Dom" um ein wenig Nachsicht, wenn nicht sogar um Entschuldigung. Nicht das ich als "Ur-Düsseldorfer" Aversionen gegen unseren Vorort hege, nein warum auch: Ihr habt wenigstens eine Fußballmannschaft (wenn auch 2. Liga)
Als Kölntourist (schlimmer noch, ich arbeite in dieser Region) kommt man natürlich nicht um den gelegentlichen Besuch der hießigen Brauereien und des Stammhauses "Früh" vorbei. Aus diesem Grund (und nur aus diesem) stelle ich meinen allgemeinen Bericht zu dem folgenden Produkt "Kölsch" hier ein.
Was hat das doch Spaß gemacht, in meiner „Hommage an das Altbier“ (siehe einer der letzten Berichte) über die kreisfreie Stadt Köln (südlich von Düsseldorf gelegen) herzuziehen. Aber um einem drohenden Krieg vorzubeugen, revanchiere ich mich und werde ein paar "nette" Zeilen über das weltweit verbreitete Kölsch (es gibt natürlich noch eine, nicht unerwähnenswerte Bastion, die sich diesem Getränk erwehrt) darniederschreiben.
Es gibt von der Brauweise her keine nennenswerten Unterschiede. Mit Ausnahme des dunklen karamelisierten Malzes, dass die typische Altbierfarbe ausmacht. Kölsch wird ebenfalls obergärig und nach dem ursprünglichen Braurezept gebraut. Das heisst, die Gärung erfolgt bei Temperaturen zwischen 15 und 20° Celsius. Die Stammwürze enthält, wie beim Altbier ca. 11 % Alkohol. Es gehört, und da hab ich mich lange gegen gewehrt, zu der Gattung der Vollbiere mit nicht weniger als 4,8 % Alkoholgehalt.
Lange nach den Düsseldorfern erhielt die Kölner Region ein Brauamt (es war im Jahr 1250) die über den noch heute typischen Brauprozess wacht. Bestandteil der Kölner Tradition ist noch heute die Standesvertretung der Brauer; welche 1396 Kölner Brauer-Korporation gegründet wurde. Ist doch irre, was so ein Düsseldorfer wie ich alles über das Kölsch weiss, nicht war.
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Was das Trinken dieses Bieres für den einfachen Bundesbürger zum Problem macht ist die hellgelbe Farbe, die an eine abstandene Urinprobe erinnert, aber nach dem Urteil der Einheimischen nicht annähernd so schmeckt. Ein weiteres, wie ich finde nicht unerhebliches Problem, stellen die zierlichen Reagenzglasartigen Gefäße dar, aus welchem das Kölsch getrunken wird. Die Kölner nennen es „Stange“ (ich hätte es „Stängelchen“ genannt und wird noch getoppt von den sogenannten „Stüssken“, einem (Achtung Biertrinker, weggehört) Probierglässchen für das Kölsch mit nur 0,1 Liter Inhalt.
Jeder Pils-, Alt- und Weißbiertrinker weiss um die Geselligkeit beim Bier. Und hier muss ich die Kölner loben. Konsequenter im Ausschank ist wohl keine andere Stadt. Hier wird nicht das Brauchtum gepflegt, nein, hier wird es zelebriert. Keine Chance für die auswärtigen Besucher und Gäste an dem Standardgetränk vorbeizukommen, schon alleine deswegen, da es nirgends Alternativen zum Kölsch gibt. Als Düsseldorfer ein Alt in der Domstadt zu bestellen, lässt die Herzen der dortigen Bewohner höher und die Fäuste derselbigen kräftiger zuschlagen. Man findet also auf den einfachsten Wegen Kontakt zu den Domstädtern und so ist es kein Wunder, das dieses Getränk regional zum Kult wurde. Und dass das Kölsch nur in Köln und Umgebung gebraut werden darf, hat sich bundesweit bewährt.
Eure
(Altbier) Katze
Fazit:
Name des Mitglieds: katzenberger




29.10.02
Tja - zum Glück ist ein Bier eben nicht sauer, wenn du zwei gleichzeitig hast ;) Dennoch: Viva los DIEBELSHAUS in Halle an der Saale, mjamm... Sanfte Grüße, tunefish