Burgkrone - was kann's?
Produkt:
Burgkrone Pilsener
Datum: 30.06.09
Bewertung:
Vorteile: preisgünstig, süffig, gute Trinkbarkeit
Nachteile: Flaschengestaltung und Etikett mies, Herkunft nicht erläutert, Für Charakterbiertrinker zu fad
Burgkrone - Großes Bier des kleinen Mannes.
Wer kennt die Qual, neu in einer Stadt in der Funktion eines Studenten, weit abgeschlagen der Heimat und das fürstlich eingeschossene Heimatbier ist in weiter Ferne? Nun für die Nichtwissenden- er ist groß, vor allem wenn der Geldbeutel den Qualitätsbierkauf mit Billigwurst von Norma straft - dem wohl größten Übel, denn ohne 'gscheites Essen schmeckt das Bier auch mies. Wie kommt also die rettung? Probieren, probieren und nochmals probieren. Über halbwegige Qualitätsbiere die sich hier "Würzburger Hofbräu" (schmieriges Wässerchen, dass nach Würzburgs Kloake schmeckt) kommt man dann über Feldschlösschen (einem offensichtlichen Verstoß gegen die Menschenrechte) bei der allseits umschrienen Burgkrone an.
Geschmacklich kann die Burgkrone folgendermaßen umschrieben werden:
Anfangs -entgegen der Billigbiermanier- überraschend mild, die Burgkrone versucht nicht das Hopfenextrakt unter einer furchtbaren Kaskade aus herbem Kochsud zu verdecken, im direkten Vergleich mit einem herben Hopfenprodukt (u.a. Jever) erscheint die Burgkrone zuweilen etwas malzig. Der sich entwickelnde Nachgeschmack ist dagegen eher der eines nordischen Bieres, d.h. wahrer Pilsener Charakter, also echte Untergärigkeit mit recht hohem Stammwürzeanteil. Daher entfaltet sich der doch herbe Charakter mit dem Nachgeschmack. Der Große Unterschied ist deshalb (im Gegensatz zu dem Bayrischen Gepansche von Würzburgs Hofbräuerei), dass wir hier eben kein "Helles" haben, und der eigentliche Biergeschmack nicht von verbranntem Hopfen erdrückt wird. Auch vor Allem der richtige Umgang mit der Kohlensäureversetzung macht das Bier auf eine gute Weise süffig, und ist hier gegenläufig dem Trend, den die Beck's Brauerei eingeschlagen hat. Bei richtiger Einschanktechnik (erst gut zur Hälfte voll, dann einschäumen lassen) setzt sich für ein Flaschenbier auch ein guter Schaum ab.
Deshalb ist mein Fazit - für ein solches Bier so ein Preis ist wunderbar, Geschmacklich überbietet es die allgemeine Würzburger Braukunst um einiges, Distelhäuser und das Hofbräu wirken unaromatischer und Unreif, das Würzburger Hofbräu beiweilen sogar tatsächlich mit angebrannter Stammwürze. Der typische Becks Gold oder Lemon Trinker wird natürlich nichts von diesem Bier halten, der, der Süffigkeit und trotzdem Herbe erwartet, wird sich gern mit der Burgkrone beschäftigen.
Fazit: Wer Bier und Geld liebt wird Burgkrone verehren. Ein Muss im Repertoir
Autor-Name: seth
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