
Produkttyp: Schlaraffia Betten
Neuester Testbericht: ... äußerlich genau so aus, wie früher ;-). Le diglich neue Spannbetttücher (2mx2m) mussten her. Unser Modell „Fascination 6200R... mehr
Nur noch heiße Nächte...
Schlaraffia Fascination 6200

Name des Mitglieds: edgar43
Produkt:
Schlaraffia Fascination 6200
Datum: 19.09.01, geändert am 07.03.05 (5486 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: angenehmer, entspannter Schlaf, pflegeleicht
Nachteile: hoher Anschaffungspreis
Wie kamen wir überhaupt dazu?
Nun, wir sind ja auch nicht mehr das, was man so landläufig als junges Gemüse bezeichnen könnte. Der Zahn der Zeit nagte beständig und das harte Leben fordert nun mal seinen Tribut. Eben noch topfit und gelenkig, ernähren wir mittlerweile diverse Orthopäden und Krankengymnasten, denn die alten Knochen wollen nicht mehr so.
Was waren das für Zeiten, keine Last zu schwer, kein Sport, den man nicht ausüben konnte und beschwerdefreies Aufstehen in der Früh. Irgendwann war es damit vorbei, die Bandscheiben deformiert und Schmerzen an der Tagesordnung. Die jahrelang im Alltag begangenen Fehler der falschen Rückenbelastung etc. lassen sich leider nicht mehr rück’gängig machen, aber es existieren immerhin Möglichkeiten zur Linderung dieser weitverbreiteten Beschwerden (Gymnastik, bewussteres Belasten des Rückens, Spritzen ;-( ...)
Die allmorgendlichen Umstände, völlig steif zu erwachen ..., diese schmerzenden Rücken, ließen in uns aber auch den Entschluß reifen, an unserem Liegemöbel etwas zu ändern. Hatten wir noch vor einigen Jahren den letzten Schrei der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Form hochwertigster Taschenfederkernmatratzen erstanden, waren wir über deren Leistungsfähigkeit doch längst eines Besseren belehrt.
Was aber tun? Heutzutage gibt es n.v.m. ganz neuartige Liegesysteme (früher: Matratzen!) mit einzelnen vollbeweglichen Contactpads, neue Luftpolstertechnologien oder auch Wasserbetten, die allesamt über eine bessere Körperanpassung und deshalb gleichmäßigere Abstützung der Wirbelsäule gegenüber herkömmlichen Matratzen verfügen. Da meine Frau sich des öfteren auch noch über ein zu kaltes Bett und/oder kalte Füße beklagte, hat ein durchgängig beheiztes Wasserbett natürlich einen unschlagbaren Komfortvorsprung. Im näheren und weiteren Bekanntenkreis lagen inzwischen erste Erfahrungen über längere Nutzungszeiträume von
Wasserbetten vor, und alle durchweg positiv, übrigens auch von jungen Leuten ;-).
Nur sehr vereinzelt treten auch Probleme auf, etwa bei einem doch arg (gewichts-)unterschiedlichen Paar, das auf einen Verkäufertipp hin eine nichtberuhigte einteilige Matratze erstanden hatte, und die (leichtgewichtige) Dame unter den mehr oder weniger heftigen Bewegungen des (übergewichtigen) Herrn nun doch überwiegend zu leiden hat *g*.
Auf jeden Fall war unser Interesse an einem Wasserbett geweckt. Auf Informationsexkursionen konnten wir schnell feststellen, dass wir wohl einem Trend auf der Spur waren. Denn am Markt findet sich mittlerweile ein breites Angebot und neue Anbieter schießen wie Pilze aus dem Boden. Bei den Händlern gibt es allerdings solche und solche. Die einen seriös und auskunftswillig, und andere, die sich nicht einmal dazu herab ließen, vor dem konkreten Verkaufsgespräch, über Preise zu informieren. Auch gut, sollen die doch verkaufen, an wen sie wollen....
Aber woher soll man eigentlich wissen, wie es so ist, so auf der Wasserbettmatratze? Nur vom kurzen Probeliegen beim Fachhandel, und unter den Augen von Zuschauern? Sollte man eine kaufen, ohne jemals eine Nacht darin verbracht zu haben? Ich denke nicht, denn ein gutes Wasserbett ist einfach zu teuer für eine Fehlinvestition! Auch wenn es meist länger als nur eine Nacht dauert, um sich an diese Unterlage zu gewöhnen, verhilft einem diese eine Nacht doch zu ersten ernsthaften Eindrücken.
Es gibt ganz unterschiedliche Test-Varianten. Manche Händler bieten an, das Wasserbett wieder zurück zu nehmen, falls man damit nicht klarkommen sollte, dabei bleibt man dann nur auf den Kosten für Anlieferung und Montage sitzen. Die Händler machen das, weil sie von der Akzeptanz/Qualität ihres Produktes völlig überzeugt sind („...hat noch nie einer gemacht!“). Bloß für Testzwecke ist das aber ein kaum zu vertretener Aufwand. Andere Anbieter führen Hotel-Verzeichnisse mit Herber
gen, die in Ihren Zimmern Wasserbetten für ihre Gäste anbieten, wiederum andere haben ihre eigenen Betten in Hotels u.a. zum „Nächtigen auf Probe“ für ihre Kundschaft aufgestellt. Die Übernachtungskosten werden beim Kauf von einigen Händlern übrigens angerechnet.
Anläßlich eines Geburtstages erhielten wir n.v.m. *g* einen Gutschein für eine Hotelübernachtung im Wasserbett geschenkt. Als wir ihn einlösten, war das eine sehr ungewohnte Erfahrung. Man stelle sich vor, das Hotelzimmer sehr warm aufgeheizt (... wir schlafen normal bei offenem Fenster), das Wasserbett auch ( 33°C), die Decken entsprachen dem Volumen nach Omis Frostschutz-Plümo und das Bett war mit zu wenig Wasser, dafür aber mit reichlich Luft befüllt. Also, es war eine sehr warme, bewegte, von ständigem Schwanken und Glucksen begleitete Nacht, weitestgehend ohne Schlaf. Obwohl sie kaum geeignet erschien, sich eine Meinung bilden zu können, war es doch eine lustige und deshalb positive Erfahrung. Und meiner Frau tat die Wärme, vom ersten Moment an, spürbar gut. Nun, heute wissen wir, dass einige Aufbaufehler vorgelegen hatten.
Kurzum, die kompetente und unaufdringliche Beratung eines Fachhändlers, die Erfahrungsberichte im Bekanntenkreis, die Bettwärme in unserer Testnacht und die unbestreitbaren Vorteile der Körperentlastung beim Liegen veranlassten uns dazu, einen Versuch zu wagen und ein Wasserbett anzuschaffen.
Allgemeines zum Wasserbett:
>>Aufbau:
Wie jedes andere Bett auch, besteht ein Wasserbett in seiner Grundstruktur aus einem Rahmen und einer Matratze. Die Matratze ist aus weichem Spezial-Vinyl und mit Wasser gefüllt, das stets angenehm temperiert ist. Dem Wasser wird ein Aufbereiter beigemischt, der u.a. die Bildung von Bakterien und Algen etc. verhindert.
Moderne Wasserbetten sind von ihrem Umfang her mit konventionellen Matratzen vergleichbar und ihr Gewicht bringt für die Belastbarkeit von Zimmerdecken (-böden ;-)) norma
lerweise keine Probleme mit sich (benutztes(!) Doppelbett vergleichbar mit 8 Personen um einen Tisch). Je Liegefläche (Einzelmatratze) ist von einer Füllmenge von ca. 300 Litern auszugehen. Auf dem Boden wird eine Unterkonstruktion zur gleichmäßigen Gewichtsverteilung aufgestellt und auf eine darüber liegende Auflage-Platte wird die Matratze aufgelegt (vgl. Lattenrost/Matratze).
Die Wasserbettmatratze wird mit einem keilförmigen Kunststoffrahmen in eine Sicherheitswanne (Vinylfolie) eingelegt, ebenso wie die Heizschleifen der elektrischen Heizung, und anschließend befüllt. Doppelbetten lassen sich unterschiedlich aufbauen, man unterscheidet grundsätzlich einteilige oder zweiteilige Matratzen (Dualsysteme). Bei zweiteiligen verhindert ein schmaler und nicht zu spürender Keil in der „Besucherritze“ gegenseitige Schwankungsbeeinflussungen (Wellenbrecher)! Abschließend kommt eine Schutzfolie darüber (Vinylfolie), die den gesamten Matratzenaufbau umschließt. Eine textile äußere Hülle verschafft dem Bett/der Matratze eine ähnliche Optik wie die einer herkömmlichen Matratze, aber deutliche hygienische Vorteile (abnehmbar/waschbar). Die Steuerung der thermostatgeregelten Heizung ist nach außen geführt und ermöglicht eine individuelle Temperaturregelung je Matratze.
>>Dämpfung/Beruhigung:
Durch die unterschiedlichsten Innenleben gibt es gibt Wasserbetten mit ganz unterschiedlichen Dämpfungsverhalten (Vliessysteme etc.). Nur im Moment gibt es leider noch keine verbindliche einheitliche Norm zur genauen Klassifizierung. Deshalb unterscheiden die einzelnen Hersteller meist in firmeneigenen Festlegungen z.B. in „sehr stark beruhigt“, „stark beruhigt“, „beruhigt“ oder auch „nicht beruhigt“.
Verwendet man noch eine speziell dafür vorgesehene und unterstützend wirkende Auflage, ist z.B. bei der „sehr stark beruhigten“ Ausführung praktisch keine Schwankung mehr feststel
lbar!
Übrigens, je kürzer der Wellenschlag im Bett, desto höher im Portemonnaie.
>>Heizung:
Die Wasserbettmatratze entzieht dem Körper keine Wärme, sondern führt ihm angenehme Wärme zu!
Die Temperatur der Matratzen läßt sich individuell zwischen 26°C und ca. 35°C (schwitz!) regeln. Unter die 26°C sollte das Wasser nicht abkühlen, da dadurch die Bildung von Stockflecken etc. unterstützt wird, weil die Schwitzfeuchte des Körpers im Bett verbleibt (Textilauflage).
Schaltet man zum Schlafen die Heizung aus (Stecker ziehen!), kühlt das Bett um ca. 1°C/24 Stunden ab. Die Stromkosten für die Heizung belaufen sich auf ca. 10 DM im Monat (in Abhängigkeit der vorgewählten Temperatur).
>>Hygiene:
Kaum eine Schlafunterlage bietet so viele hygienische Vorteile wie das Wasserbett. Die Textilhülle (-auflage) ist abnehm- und vollwaschbar; die Vinylhülle des Wasserkerns lässt sich einfach feucht abwischen (Vinylpfleger).
Jeder Mensch gibt pro Jahr ca. 150Liter Schwitzfeuchte an die Schlafunterlage ab. Diese Körperfeuchtigkeit wird im Wasserbett durch die aufsteigende Wärme nach oben transportiert und an den Raum abgegeben. Hautausscheidungen, Schmutz oder Milbenkot können überhaupt nicht in die Wassermatratze eindringen, da es sich hierbei um eine geschlossene Kammer aus Vinyl handelt. Und der Textil-Überzug lässt sich einfach waschen.
Eine regelmäßig gepflegte Wasserbettmatratze ist hygienisch also immer einwandfrei. Sicher sehr interessant auch für Allergiker!
Unser Wasserbett:
Wir haben uns letztendlich für ein überzeugendes Angebot aus dem Programm des Herstellers SCHLARAFFIA entschieden. Bei diesem Bett war es u.a. auch möglich, den Stabilisierungssockel der Unterkonstruktion so zu kürzen, dass wir das Wasserbett in unser „normales“ Bett (-möbel) einbauen konnten. Unser Bett sieht demzufolge heute äußerlich genau so aus, wie früher ;-). Le
diglich neue Spannbetttücher (2mx2m) mussten her.
Unser Modell „Fascination 6200“ ist stark beruhigt und besteht aus zwei Kammern (Matratzen). Der Dämpfungsgrad bedeutet bei diesem Hersteller, dass die Schwankung (Wellengang!) innerhalb einer Sekunde abgeklungen ist! Zu diesem Bett erwarben wir einen Zubehörkoffer (Pumpe, Schläuche...), damit der zukünftige „Betrieb“ des Schlafmöbels immer sichergestellt werden kann (Befüllen, Entleeren, etc.)
Bei regelmäßiger Pflege soll der Vinyl-Kern ca. 10 Jahre halten. Der Hersteller gewährt eine Garantie von 5 Jahren, ausgenommen Matratzenbezug (Elektrik 2 Jahre), wofür allerdings regelmäßig die Pflegenachweise zu erbringen sind (...alle 6 Monate ist der Wasseraufbereiter erneut einzufüllen).
Unsere Erfahrungen aus den ersten 5 Monaten:
Ein wenig gegluckst hat es nur in den ersten Tagen (Nächten ;-)). Bauartbedingt dauerte es ein wenig, bis die letzten Luftbläschen aus dem Matratzeninnenleben mit einer mitgelieferten Unterdruckpumpe abgesaugt werden konnten. Seitdem gluckst nix mehr!
Nach einigen Tagen habe ich meine Matratze um einige Liter erleichtert, da sie mir zu hart erschien. Seitdem fühle ich mich rundherum nur noch wohl (meine Frau übrigens vom ersten Tag an ;-)) und genieße die gleichmäßige und warme (Unter-)Stützung beim Liegen (...es ist ja soooo schön, ein Weichei zu sein ;-)).
Die Oberseite des Textilbezuges lässt sich einfach und leicht mittels Reißverschlüssen lösen und wieder einsetzen (die Unterseite liegt zwischen Auflage und Sicherheitswanne und läßt sich ebenso wie die Seitenteile nicht „ausbauen“, ist aber auch nicht nötig!). Vor dem feuchten Abwischen des Vinylkerns sind die Bestandteile fühlbar, die sonst in einer konventionellen Matratze verschwinden (...wie ganz feine Sandkörnchen, Hautschuppen etc.)!
Das Liegeempfinden ist einfach nur großartig, da die Matratze sich optimal an die Anatomie de
s Körpers anpasst, egal in welcher Lage auch! Man liegt auf dem wohlig warmen Wasserkern angenehm entspannt, nichts drückt und die Entlastung der Wirbelsäule ist deutlich spürbar, die morgendlichen Rückenschmerzen sind verschwunden. Ein gelegentliches „Einschlafen“ von Armen oder Beinen kommt auch nicht mehr vor, denn die Blutzirkulation wird im Wasserbett nicht beeinträchtigt.
Die Temperaturen der Matratzen beließen wir über den Sommer bei der spürbar warmen(!) Mindesttemperatur von 26°C.
Fazit:
Im Nachhinein denke ich, dass wir uns auch an ein weniger beruhigtes System schnell gewöhnt hätten, denn die schaukelnde Unterlage nehmen wir nicht als störend wahr. Im Gegenteil, das leichte Schwanken und Nachgeben beim Hinlegen oder Umdrehen empfinden wir beide als sehr angenehm und beruhigend. Wir schlafen viel besser als früher, da die äußeren Umstände einfach einen entspannteren Schlaf zulassen (weich, warm, gleichmäßige Druckverteilung...)
Wir sind mit unserem Wasserbett mehr als zufrieden und freuen uns jeden Abend auf’s Neue auf dieses Wohlfühlerlebnis ;-)). Und aufgrund der deutlichen Verbesserung unserer körperlichen Befindlichkeiten und seiner ausschließlich angenehmen Seiten, ist es uns im Nachhinein seinen Anschaffungspreis auch wirklich wert.
Bei Interesse bekommt man einen Händlernachweis über:
RECTICEL SCHLAFKOMFORT GmbH
- Schlaraffia -
Schlaraffiastraße 1-10
D-44867 Bochum
Telefon: 02327/325-0
Ich wünsche allen Lesern immer einen ruhigen und erholsamen Schlaf!
Edgar
PS: Obwohl ich das System für ausgereift und sicher halte, man kennt das ja, das mit dem Pferd und der Apotheke...:
Tipp Hausratversicherung:
Ein Wasserbett stellt aus der Sicht unseres Hausratversicherers ein zusätzliches Risiko dar, gegen das wir uns extra versichern mußten (Aufpreis ca. 45 DM/Jahr). Schäde
n, die durch austretendes Wasser am Wohngebäude entstehen, waren dagegen abgedeckt. Eine Nachfrage beim Versicherer erscheint mir aber in jedem Fall empfehlenswert!
PPS: Mir war überhaupt nicht bewusst, wie umfangreich dieser Bericht geworden ist. Deshalb Danke für’s Durchhalten, ... falls Ihr noch wach seid ;-))
Fazit:
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