


Produkttyp: Suse Betriebssysteme
Neuester Testbericht: ... Abstürze. Fazit: Für den Gebrauch in echter Alleskönner für wenig Geld. Auch Windows-User haben bestimmt nach kurzer Eingewöhnungsphas... mehr
Kein Grund zum Heulen
Suse Linux Professional Edition 9.0 Upgrade

Autor-Name: rodent
Produkt:
Suse Linux Professional Edition 9.0 Upgrade
Datum: 15.09.04, geändert am 05.12.04 (636 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Stabilität, Softwareumfang uvm.
Nachteile: Treiber für neueste Hardware
Ich hatte sie alle: DOS, Windows 3.0 bis XP. Und dann, an einem frostigen Morgen im Februar, kam SIE hereingeschneit: SuSE. Wir stellten uns kurz vor und sie offenbarte mir ihren vollen Namen - SuSE LINUX 9.0 Professional. Sie sei zwar günstig , aber nicht billig und für 79,95 € komplett zu haben. Außerdem sei das Geld noch nicht mal für sie selbst, sondern für die umfangreiche Dokumentation. Die Gute!
Wir verstanden uns auf Anhieb prächtig und was dann geschah.... aber lest am besten selbst.
Lieferumfang
Installationsmedien: 2 DVDs, 5 CDs
Handbücher: 1 Administrationshandbuch, 1 Benutzerhandbuch
Support: 90 Tage Installationssupport.
Systemvorraussetzungen
Arbeitsspeicher: 64 MB, besser 128 MB oder (natürlich ;-)) mehr
Prozessor: Es werden alle aktuellen INTEL-, AMD- und IBM-Prozessoren unterstützt. VORSICHT: 486'er und darunter NICHT!!!!
Festplatte: 6 GB Platz sollte sie schon noch haben.
CD- oder DVD-Laufwerk: Gibt es noch Rechner ohne?
Diese Vorgaben erfüllen wohl alle Rechner, die in den letzten 3 Jahren auf den Markt kamen.
Ich muss ja gestehen, zuerst zuckte ich innerlich zusammen, als ich die grüne, an Origami erinnernde, Falt-/Klapp-/Pappschachtel mit dem grinsenden Chamäleon entfaltete.
Fünf CDs- na dann „Gute Nacht“. Dennoch machte ich mich ans Werk.
INSTALLATION
Bevor es richtig los ging, musste ich erst einmal ins BIOS, um die Bootreihenfolge so abzuändern, dass der Computer von CD booten kann. CD Nr. 1 ins Laufwerk und einen Neustart gemacht und oh Wunder, ich wurde von einem übersichtlichen Installations -und Systemadministrierungsproramm empfangen: YAST. Hier durfte ich aus einer Liste von über zwanzig Sprachen ( darunter russisch, ungarisch, schwedisch) die gewünschte Installationssprache wählen.
Anschließend gelangt man dann in eine Auswahl zur Installationsart. Je nach Vorgeschichte der Festplatte (leer, partitioniert, andere Betriebssysteme, SuSE-LINUX bereits installiert) kann man sich für eine Neuinstallation, ein Update, eine Reparatur oder den Systemstart des bereits bestehenden (LINUX-) Systems entscheiden.
Ich entschied mich für die Neuinstallation.
SuSE LINUX 9.0 Professional überprüft das Computersystem (Hardwareerkennung) und macht einen Konfigurationsvorschlag, der beliebig abgeändert werden kann. Hat man nur eine Partition auf der Festplatte (z.B. eine Windowspartition), besteht die Möglichkeit einer Repartitionierung ohne Datenverlust, sodass sich SuSE quasi „hinter“ das vorhandene Betriebssystem installieren kann. Für die Formatierung der Partition stehen mehrere Formate zur Verfügung. Aus Gründen der Leistung und der Datensicherheit empfehle ich das Reiser-Format In diesen so genannten Installationsvoreinstellungen kann man auch den Installationsumfang der Software definieren und aus über 2500 (!) Programmen wählen. Wem das zu aufwendig ist, hat die Möglichkeit, eine der drei „Grundeinstellungen“ - minimal, standard, komplett – zu nehmen.
Da ich wissen wollte, was SuSE zu bieten hat, entschied ich mich für die komplette Variante.
Ganz wichtig: alle bisher gemachten Einstellungen sind nur ein Vorschlag, eine Änderung des Systems findet bisweilen noch nicht statt. Ist man mit gewählten Optionen und Konfigurationen einverstanden klickt man auf „Übernehmen“ und es wird es ernst.
Nach der Formatierung der Partition, beginnt die Installation der ausgewählten Programmpakete. Eine Präsentation gibt einem derweil einen Überblick über die Anwendungen und Vorzüge des SuSE LINUX.
Ist dieser Teil abgeschlossen, ist der erste und einzige Neustart erforderlich!
Was direkt beim Neustart auffällt: ein Bootloader (in meinem Fall GRUB) wurde installiert und das „alte“ Betriebssystem automatisch integriert. Klasse.
Standardmäßig wird SuSE gestartet und die Installation mit der Konfiguration des Systems automatisch fortgeführt. Dann muss ein Passwort für den Systemverwalter, der bei LINUX „root“ heißt, hinterlegt werden. Dieser Benutzer hat als einziger absoluten Zugriff auf sämtliche Systemeinstellungen. Es folgen die Einstellungen für die Netzwerkgeschichten (Karte, DSL usw.), die meist automatisch erfolgen. War dieser Abschnitt erfolgreich, kann bereits ein Online-Update erfolgen, bei dem alle Aktualisierungen heruntergeladen werden. Dann meine Rechner als Einzelplatzrechner definiert, eine Benutzer mit „normalen“ Rechten angelegt.....
...und siehe da, nach knapp einer Stunde (inklusive Online-Update) konnte meine erste Anmeldung an einem Linuxsystem erfolgen. Da ich mich für die Desktopoberfläche KDE 3.1.4 entschieden hatte (ja, man kann sich sein Desktopsystem aussuchen, eine Alternative ist z.B. GNOME), begrüßte mich eine übersichtliche Arbeitsfläche mit diversen Icons, einer Startleiste und eigentlich allem, was man als Windowsuser gewohnt ist.
Ganz ehrlich, ich habe inzwischen bestimmt zweihundert Windowsinstallationen hinter mir, aber so komfortabel und benutzerfreundlich habe ich noch nie installiert.
Die Hardwareerkennung funktionierte einwandfrei, die Konfigurationsmöglichkeiten sind sehr zahlreich, ohne etwa unübersichtlich zu werden.
Ein dickes Lob an die Entwickler, die sowohl Laien als auch Profis eine rasche und unkomplizierte Installation ermöglichen.
SOFTWAREUMFANG
Phänomenal ist die Anzahl der mitgelieferten Programme und Tools. Über 2500. Da bleibt kaum ein Wunsch offen. Besonders erwähnen möchte ich „OpenOffice“, das in der Version 1.1.0 beiliegt. Eine komplette Bürosuite, ohne Funktionsbeschränkungen und zudem kostenlos (gibt es meines Wissens auch für Windows, im Internet).
Anbindungen an Windowsrechner (oder Windowsrechner an LINUXRechner) sind dank SAMBA kein Problem. Überhaupt ist die (Inter-)Netzwerkfunktionalität große Klasse. Die Fernwartungsmöglichkeiten sind umfassend.
Mit APACHE hat man Ruck zuck einen Webserver auf die Beine gestellt. Alles ohne Extrakosten.
Die Multimediatauglichkeit ist ebenfalls gegeben, es stehen diverse Audio- und Videoplayer zur Verfügung, verspielte Naturen können aus über einhundert Spielen wählen.
Zahlreiche Dienst- und Systemprogramme unterstützen den Administrator bei seiner Arbeit, das Herzstück dafür ist YAST, in etwa mit der Systemsteuerung von Windows vergleichbar.
Auch das Thema Sicherheit spielt in der LINUX-Welt eine große Rolle. Durch die klare Trennung von „normalen“ Benutzern und dem Administrator „root“ wird eine mögliche Systemverletzungen von außen (und auch von innen) erschwert. Zudem ist eine sehr gute Firewall integriert, mit der man sein System dicht machen kann. Klar, man kann jedes System schlagen ;-) .
DESKTOP KDE
Wie bereits erwähnt, habe ich mich für KDE als Arbeitsoberfläche entschieden. Es wirkt etwas träge, die Arbeitsgeschwindigkeit ist aber akzeptabel. Die Perfomance läßt sich durch Verminderung oder Deaktivierung der Spezialeffekte steigern.
Anfangs etwas ungewohnt: es gibt keinen Doppelklick. Einmal ein Icon angeklickt und das Programm wird ausgeführt. Mausklick rechts öffnet ein Kontextmenü mit den gängigsten Befehlen und Aktionen.
Der Dateimanager heißt bei KDE Konqueror und dient auch als Webbrowser (inklusive Popup-Filter). Alternativ kann man auch Mozilla verwenden.
Ein Klick auf den grünen Startbutton öffnet ein Auswahlmenü, das nach Themen (Spiele, Büroprogramme, Multimedia, System usw.) sortiert ist und bei Auswahl eines Themas die Untermenüpunkte anzeigt.
Freunde bunter Arbeitsumgebungen können aus einer Vielzahl von Hintergründen, Screensaver und Farbeinstellungen wählen bis der Arzt kommt.
Zudem hat man die Möglichkeit, vier Arbeitsflächen pro Benutzer zu definieren, die man jeweils nach seinem persönlichen Geschmack einrichten kann und zwischen denen man während des Betriebes umschalten kann.
Nach einer Eingewöhnungsphase von ca. zwei Tagen konnte ich mich flüssig und sicher durch das System bewegen. Der Aufbau ist logisch und klar gegliedert und lässt das wahre Potential des Betriebssystems nur erahnen, die Komplexität des Systems wird sinnvoll gebündelt administriert.
Programme von Drittanbietern installieren.
Die Zeiten des manuellen Kompilieren des Kernels (das Herzstück jedes LINUX -Systems) gehen für den Normalanwender vorbei. Dank der auf die einzelnen Distributionen zugeschnittenen RPM-Pakete und den Programmen Kpackage bzw. YAST laufen die Installationen fast ganz automatisch ab. Dies macht SuSE einem breiterem Publikum zugänglich.
FAZIT
Da der Funktionsumfang von SuSE LINUX 9.0 Professional geradezu überwältigend ist, habe ich mich auf meine Erfahrungen mit der Installation und der graphische Oberfläche des Systems beschränkt. Ich finde, das diese Punkte wesentliche Entscheidungsgründe bei der Neuanschaffung eines Betriebssystems sind. Bei mir läuft SuSE seit ca. sechs Wochen und es macht einen stabilen, durchdachten Eindruck. Seine Netzwerkfunktionalität und das recht hohe Sicherheitsniveau fallen positiv auf.
Wer SuSE 9.0 installiert, sitzt auf keiner einsamen Insel, egal ob man eine Chatnatur ist (das Programm Kopete unterstützt z.B. AIM, ICQ, YAHOO-Messanger....), Büroangestellter, Webprofi oder Systemadministrator. Es gibt keine Schranken. Und nicht zuletzt der Preis.... . Außerdem darf man das Programm unentgeltlich weitergeben.
Nein, ich benutze SuSE LINUX 9.0 Professional (noch) nicht ausschließlich. Windows und Linux teilen sich friedlich meine Festplatte und ich nutze die jeweiligen Stärken des jeweiligen Systems für mich. Von mir erhält dieses Produkt eine uneingeschränkte Empfehlung und fünf wohlverdiente Sterne.
LG Rodent
Fazit:
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