Suse Linux Professional Edition 8.0
Notebookeinsatz mit Abstrichen - oder: Erst die Arbeit, dann dass Vergnügen - Suse Linux Professional Edition 8.0 Betriebssystem

Produkttyp: Suse Betriebssysteme

Neuester Testbericht: ... Zeit kostet, das richtige Programm für sich zu finden. Nicht zuletzt möchte ich an der Stelle noch Suses Systemassistenten YaST2 erwähne... mehr

Notebookeinsatz mit Abstrichen - oder: Erst die Arbeit, dann dass Vergnügen
Suse Linux Professional Edition 8.0

+humbeldi

Autor-Name: humbeldi

Produkt:

Suse Linux Professional Edition 8.0

Datum: 30.06.03, geändert am 30.06.03 (80 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: es gibt fast nix, was es nicht gibt, sagenhafter Support, einfache Installation

Nachteile: leider nicht volle Unterstützung meines Notebooks

Da ich schon länger mit RedHat-Linux vertraut war, dachte ich mir, es ist an der Zeit, einmal in eine andere Distribution reinzuschnuppern. Darum kommt seit nunmehr 4 Monaten auf meinem Notebook Suse Linux 8.0 Professionell (SLP8.0) zum Einsatz. Um das schon mal vorweg zu nehmen, es gibt schon längst wieder eine neue Suse Linux-Version. Daher kann es sein, dass sich die von mir im Folgenden beschriebenen Eigenschaften schon wieder geändert haben.

Ausstattung

Erst einmal die "Hardware": SLP8.0 wird in einer relativ großen, quaderförmigen Schachtel vertrieben, deren umfangreicher Inhalt es tatsächlich mit ihrer Größe aufnehmen kann. Schon das stattliche Gewicht lässt einiges vermuten. So kommt SLP8.0 mit insgesamt sieben(!) CDs und einer DVD mit dem selben Inhalt daher. Diese 8 Scheiben sind von einer Halterung aus typisch suse-grün bedruckter Pappe umgeben. Sofort stechen außerdem noch drei dicke Installations-, Anwendungs- und Referenzhandbücher ins Auge. Meiner Meinung nach ist das Referenzhandbuch von allen dreien das wichtigste. Falls doch einmal etwas nicht wie gewollt funktionieren sollte, so hat man dort schnell ein paar Tipps nachgeschlagen, die meistens wirklich weiterhelfen.

Installation

Da Linux seit jeher sehr hardwarespezifisch arbeitet, möchte ich hier nur ein paar wenige allgemeine Details aufführen. Vielmehr will ich von meinem persönlichen Einzelschicksal berichten, welches mir bei der Installation auf meinem Toshiba-Notebook Satellite 1110-Z15 widerfahren ist.

Zur Installation habe ich die bootbare DVD verwendet. Die Menüs der Installation sind sehr übersichtlich gehalten, und so fällt es nicht schwer, sich deren Konfiguration vorzunehmen.

Man kann sich die gewünschten Pakete alle selbst zusammenstellen, wie bei jeder guten Distribution, was jedoch bei der schier unermesslichen Anzahl an Programmen zu einer reinen Sisyphus-Arbeit werden kann. Die vorgegebenen Installationsarten (ob mit
oder ohne X-Server, KDE, Gnome, Office, Server) sind im Gegensatz dazu schon wieder zu spezifisch und lassen viele Programme außen vor, obwohl aber ein produktives Arbeiten mit diesen Konfigurationen ohne weiteres möglich ist. So hilft es nichts: Man kommt um ein Durchwühlen der Packete einfach nicht herum, will man sich ein Linuxsystem nach seinen Vorlieben zusammenstellen.

Die riesige Menge an Programmen und Zusatzpacketen erleichtert diese Arbeit auf jeden Fall ungemein, denn man braucht sich keine Pakete mehr zeit- und geldraubend aus dem Netz zu saugen. Und ich meine wirklich keine! Zudem gehört es zu Philosophie von Linux, dass dessen Software frei ist, und so hat eigentlich jedes Programm auf der SLP8.0-Distribution auch seine Berechtigung. Oftmals sind mindestens zwei verschiedene Programme für ein und den selben Aufgabenbereich vorhanden. Diese unterscheiden sich mal mehr, mal weniger in ihrer Arbeitsweise und Benutzerführung, was die Auswahl nicht immer einfach macht. Dieses Problem möchte ich der Distribution aber nicht anlasten, denn es liegt nun einmal in der Natur der Sache, dass es Zeit kostet, das richtige Programm für sich zu finden.

Nicht zuletzt möchte ich an der Stelle noch Suses Systemassistenten YaST2 erwähnen, mit dem es ein Leichtes ist, die bestehende Linuxkonfiguration zu verändern, Programme zu installieren oder zu löschen, Hardware zu konfigurieren, und so weiter und so fort...

Hardware-Erkennung

Auf normalen PCs sind die meisten Linux-Distributionen sehr versiert in der Erkennung und Konfiguration der PC-Hardware. Leider sieht das auf Notebooks immer noch ganz anders aus, und es grenzt schon an einem Sechser im Lotto, wenn wirklich alles auf Anhieb funktionieren würde, zumindest wenn die Hardware halbwegs neu ist, so wie mein Toshiba-Satellite. So muss ich leider in Kauf nehmen, dass das eingebaute Modem nicht zur Arbeit zu bewegen ist, genauso wie der TV-Ausgang der ATI-Grafikkarte und die Statusanze
ige des Akkus. Auch hier muss ich noch einmal darauf hinweisen, dass dies kein suse-internes Problem ist, sondern am Kernel liegt, bzw. an den Treibern, die die Hardwareindustrie noch nicht für freie Entwickler veröffentlicht hat. Aber egal, damit kann ich leben, schließlich hab ich für Notfälle immer noch Windows auf der Platte.

Ansonsten wurde hardwaremäßig alles richtig erkannt. Nur mit der OnBoard-Soundkarte gab es länger heftige Konfigurationsprobleme, was aber am Ende an Alsa (einem Soundprogramm) lag, und durch ein wenig herumtüfteln in der config-Datei behoben werden konnte. Somit stand dem "Linuxen" jetzt nichts mehr im Wege.

Tägliche Arbeit

Das Arbeiten fällt mit den angebotenen Programmen sehr leicht. Mit Open-, bzw. Staroffice werden gute Officealternativen geboten, die es in vielen Bereichen mit MS-Office aufnehmen können, ja, sogar noch um einiges besser sind. Das allseits bekannte Gimp ist mit seinen ausgereiften Funktionen und dem dafür verlangten, unschlagbaren Preis (nämlich nix) ebenfalls ein Muss. Natürlich ist auch für Programmierer die übliche Standardsoftware enthalten, sowie noch einige Zugaben. Achja, Internetsoftware brauche ich eigentlich gar nicht erst erwähnen. Aber auch für kleine Dinge im Büroleben wird entsprechende Software mitgeliefert, so z.B. viele Konverter für diverse Textformate, Terminplaner, Wecker, Adress- und Terminverwaltungssoftware, verschiedene Spiele, und, und, und...

Aufgrund der Fülle von verfügbaren Anwendungen kann ich nicht behaupten, dass es etwas gibt, was irgendwie fehlen würde. Natürlich sind seit SLP8.0 schon wieder sehr große Vortschitte in der Softwareentwicklung gemacht worden. Aber da selbst für Sound- und Videobearbeitungssoftware gesorgt ist, kann ich doch sagen, dass Suse-Linux eine gute Alternative für Windows sein kann, oder dies sogar schon ist.

Letztenendes ist SLP auch im Serverbereich unschlagbar. SLP8.0 bringt hierfür alle notwendigen Paket
e mit, egal ob ein HTTP-, FTP-, oder auch E-Mail-Server benötigt wird. (Natürlich sind auch noch andere, nicht so häufig benutze Serverarten verfügbar.) Dazu darf aber auch die nötige Sicherheitssoftware nicht fehlen, welche auch durch die Suse-eigene "Personal Firewall" vertreten ist, sowie Open SSH, PAM und IPsecure.

Fazit

Tja, was soll ich sagen? Suse ich für mich persönlich schon lange keine Alternative mehr. Suse hat mit der achten Version ihrer Distribution neue Standarts gesetzt, welche ich bei einem Betriebsystem nie mehr missen möchte. Nicht zuletzt der einwandfreie Support (90 Tage Installationssupport nach dem Kauf + drei Bücher + tausende digitale Hilfedokumente) während der Installation und weiteren Benutzung geben Suse Linux eine mehr als gerechtfertigte Daseinsberechtigung. Ich kann hier nur jedem, der nach etwas Besserem als Windows ausschau hält, empfehlen, sich einmal das Produkt der Nürnberger Suse AG anzuschauen. Er wird es nicht bereuen.

Fazit: