Zahnarzthelfer/ in
Das ist mein Job - Zahnarzthelfer/ in Beruf / Tätigkeit

Neuester Testbericht: ... man über die 3 Jahre geführt hat ab und wird einem Prüfer zugeteilt, der einen dann prüft. Nach ca. 10 Minuten ist alles vorbei und... mehr

Das ist mein Job
Zahnarzthelfer/ in

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Name des Mitglieds: *sandra*

Produkt:

Zahnarzthelfer/ in

Datum: 22.11.06

Bewertung:

Vorteile: abwechslungsreich, interessant, viele eigenständige Arbeiten,

Nachteile: ab und an unfreundlich Patienten und Vertrete

Heute möchte ich euch einmal etwas über meinen Beruf als Zahnmedizinische Fachhelferin (Zahnarzthelferin) erzählen mit allem, was zu dem Beruf dazugehört und womit man rechnen muss, wenn man sich für diesen Beruf entscheidet. Ich bin über größere Umwege dann doch noch zu meinem Traumberuf gekommen, hört sich vielleicht blöd an, ist aber so. Aber mehr dazu gleich. Ich hoffe das es interessant wird.

1. Wieso gerade dieser Beruf?

Ganz einfach nachdem meine 2 Traumberufe (Polizistin und Erzieherin) sich wegen Kleinigkeiten (zu klein und keinen Schulplatz bekommen) in Luft aufgelöst haben wollte ich trotzdem einen Beruf haben, indem ich mit Menschen zu tun habe und da ist mir eben die Stelle als Zahnmedizinische Fachhelferin (Zahnarzthelferin) bei einer Kieferorthopädin über den Weg gelaufen. Also habe ich zuschlagen und da bin ich nun. Seit knapp einem Jahr ausgelernt und mit einem prima Job und allem was man sich wünschen kann, wunschlos glücklich.

2. Dauer der Ausbildung:

Regulär: 3 Jahre

Verkürzt: 2 1/2 Jahre

3. Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung setzt sich aus Schule und Praxis zusammen. Man geht 1-2 * pro Woche in die Schule, die Schultage hängen davon ab, wie lange man am Tag Schule hat. In der Regel hat man pro Woche zwischen 10 und 12 Stunden Unterricht. Meisten aber wird es so gelegt, dass man 2 Tage pro Woche Unterricht hat. Einen langen (8 Stunden) und einen kurzen (4 Stunden) Schultag.

Nach 1 1/2 Jahren folgt eine schriftliche Zwischenprüfung, die von den Lehrer beaufsichtigt wird und an die Kammer geschickt wird. Das Ergebnis erhält der Arbeitgeber nach ca. 6-8 Wochen von der Landeszahnärztekammer des jeweiligen Bundeslandes und gibt es an seinen Azui weiter.

Die Zeit die man nicht in der Schule verbringt, geht man in die Praxis zum Arbeiten. Bei Minderjährigen ist es so geregelt, dass sie am langen Schultag nicht mehr arbeiten müssen, damit sie nicht über ihre Stunden kommen, die sie regulär arbeiten dürfen.

Nach 3 Jahren Ausbildung folgt eine schriftliche (wird wieder von den Lehrern beaufsichtig und an die Kammer geschickt) und mündliche Abschlussprüfung vor den Prüfern der Landeszahnärztekammer.

Bevor man jedoch zugelassen wird, muss man einige Unterlagen an die Kammer schicken. (Lebenslauf, Ausbildungsvertrag, Zeugnisse). Dann wird entschieden ob man zugelassen wird, das hängt dann von den Noten und Fehltagen ab (wie viele Tage das sind weiß ich leider nicht mehr so genau ich glaube 20 Tage waren es während der Ausbildung insgesamt).

Geprüft werden verschiedene Themen (wie Prophylaxe, Chirugie, Kons [bedeutet: wie man Füllungen macht] oder Endodontie [bedeutet: entfernen eines Nerves im Zahn zur Erhaltung des Zahnes]) aber auf jedenfall wird Röntgen geprüft, damit man später selbstständig nach Anweisung röntgen kann.

Das ganze läuft eigentlich recht locker ab, man geht mit mehreren Prüflingen in einen Räum, wo sich schon mehrere Prüfer befinden. Dort gibt man sein Berichtsheft (welches man über die 3 Jahre geführt hat ab und wird einem Prüfer zugeteilt, der einen dann prüft.

Nach ca. 10 Minuten ist alles vorbei und man bekommt gesagt, ob man bestanden hat oder nicht. Wenn ja bekommt man seine Urkunde für die bestandene Prüfung, seine Berichtsheft sowie die Bescheinigung zum Röntgen. Manchmal gibt es auch von der Kammer ein kleines Präsent. Wenn man die Prüfung nicht bestanden hat, bekommt man in 6 Monaten erneut die Chance (insgesamt 3 mal) zur Prüfung zugelassen zu werden. Während dieser 6 Monate läuft alles so ab wie man es gewöhnt ist nur eben in einer anderen Klasse.

Während den 3 Jahren der Ausbildung muss man leider ein sogenanntes Berichtsheft führen, darin muss man Fragen beantworten, wie z.B. eine Röntgeneinrichtung aufgebaut ist oder der Aufbau des Zahnes. Dieses Teil habe ich gehasst bis zum geht nicht mehr.

Die Unterrichtsfächer waren ganz ok, es wurden folgende unterrichtet:

1. Mathe
2. Deutsch
3. Religion
4. Fachkunde
5. Sport
6. Sozialkunde
7. Datenverarbeitung
8. Praxisorganisation
9. Abrechnung
10. Politik

Nach der Prüfung darf man sich dann endlich Zahnmedizinische Fachhelferin (Zahnarzthelferin) nennen.

4. Was verdient man wann während der Ausbildung?

1. Lehrjahr: ca. 750,- DM (380,- €)
2. Lehrjahr: ca. 980,- DM (500,- €)
3. Lehrjahr: ca. 1050,- DM 530,- €)

5. Und was verdient man nach der Ausbildung?

Unterschiedlich je nachdem was man mit seinem Arbeitgeber vereinbart, das Gehalt einer ausgelernten Helferin liegt so um die 2700,- DM (1350,-€) für eine 38,5 Stunden Woche mit 24 Tagen Urlaub pro Jahr.

6. Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt mehrere Fortbildungsmöglichkeiten, bei den meisten braucht man 2 Jahre Berufserfahrung, ein Mindestalter ist nicht vorgeschrieben.

1. ZMF = Zahnmedizinische Fachassistentin (sie hat eine Zusatzausbildung von 8 Bauchsteinen um eigenständige Arbeiten am Patienten durchzuführen (z.B. Zahnstein entfernen). Eine ausgelernte ZH kann je nach Berufserfahrung bis zu 25% mehr Gehalt erhalten. Um die Fortbildung machen zu können, benötigt man eine abgeschlossene Berufsausbildung und 2 Jahre Berufserfahrung, sowie einen 16 stündigen Erste-Hilfe-Kurs (mit Herz-Lungen-Wiederbelebung), der nicht älter als 3 Jahre ist und Erfahrungen im Strahlenschutz (gemäß § 23 Abs. 4 Rö). Kosten ca. alle 8 Bauchsteine zusammen 2998,- €

2. ZMV = Zahnmedizinische Verwaltungshelferin (sie kümmert sich hauptsächlich um die Verwaltungsarbeiten in der Anmeldung, sowie die Abrechnung über die Krankenkassen oder Versicherungen). Vorraussetzungen für die Fortbildung, abgeschlossene Berufsausbildung sowie 1 Jahre Berufserfahrung. Die Fortbildung setzt sich aus 5 Themenbereichen zusammen:

A. Abrechnungswesen
B. Praxisorganisation und -management
C. Rechts- und Wirtschaftskunde
D. Anwendungsbezogene Datenverarbeitung
E. Kommunikation / Rhetorik
F. Ausbildungswesen / Pädagogik

Kosten ca. 2735,- €

3. Prophylaxehelferin (sie ist zuständig für die Professionelle Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung, sowie Individualprophylaxe bei Kindern). Zu ihr finde ich leider zur Zeit nichts genaueres aber sobald ich etwas weiß. Trage ich es nach.

7. Welche Aufgaben führt eine Zahnmedizinische Fachhelferin (Zahnarzthelferin) aus?

1. Sie ist zuständig für die Betreuung und Aufklärung der Patienten in der Praxis sowie assistiert sie dem Zahnarzt bei der Behandlung.

2. Terminplanung sowie Terminvergabe gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.

3. Sie schreibt HKP´s (Heil- + Kostenpläne) für die Patienten, damit dieses in bei der Kasse zur Genehmigung einreichen können, wenn sie Prothetische Versorgung benötigen, des weiteren ist sie für die Abrechnung zwischen den Kassen, den privat Versicherung und dem Zahnarzt zuständig.

4. Sie kümmert sich auch um das Röntgen, da sie nach Anweisung eigenständig Röntgen darf, (wenn sie die benötigte Bescheinigung Prüfung gestanden hat) dazu gehören (Röntgenbilder entwickeln, Konstanzprüfungen durchführen und und und).

5. Sie kümmert sich um Abdrücke, die genommen wurden und gießt diese in Gips aus, evtl. werden sie auch noch beschliffen und in ein Dentallabor geschickt, damit die Arbeit (Kronen, Brücken, Prothesen) fertiggestellt werden können.

6. Sie nimmt Kontakt mit einem Gutachter auf, falls dieses von der Kasse verlangt wird und vereinbart mit den Patienten dafür einen Termin.

7. Sie ist auch zuständig dafür, eigenständige Telefonate zuführen und zu vermeiden, das der Arbeitgeber unnötig belästigt wird, durch irgendwelche Vertreter.

8. Hygienemaßnahmen sind das A und O in eine Zahnarztpraxis, auch hier ist die Helferin zuständig. Sie kümmert sich darum, dass die verwendeten Instrumente, desinfiziert, gereinigt und sterilisiert werden, damit sie für den nächsten Patienten wieder in einem einwandfreien Zustand sind.

9. Ansonsten gibt es noch lauter kleine Dinge zu tun, wie Blumen gießen, Schubladen auffüllen und entstauben, Post verschicken oder Botengänge erledigen.

10. ein ganz wichtiger Punkt, liegt im Auftreten der Helferin, das sollte nach Möglichkeit immer freundlich und hilfsbereit sein.

11. Sie ist auch für die Bestellungen bei den einzelnen Dentaldepot zuständig (Praxismaterialien wie z.B. Einmalspritzen, Kanülen, Abdruckmaterialien)

7. Was mag ich an diesem Beruf und was kann ich überhaupt nicht ausstehen?

Was ich gar nicht ausstehen, kann sind Patienten, die es einfach nicht einsehen können, das sie keinen Termin mehr bekommen können, wenn ich nichts mehr frei habe und sie keine Schmerzen haben. Die meisten werden dann auch noch richtig ausfallend und pampig, aber als Helferin muss man immer schön sachlich, freundlich und kompetent bleiben. Was mir auch tierisch auf den Senkel geht, sind irgendwelche Vertreter die etwas verkaufen wollen und es nicht akzeptieren können, wenn man nein sagt, die legen dann immer ganz frech und motzig auf. Aber na ja sag ich mir da, wenn die so reagieren möchten bitte.

Was ich besonders an meinem Beruf mag, sind freundlich und nette Patienten, wie der groß Teil bei mir in der Praxis. Sie sind geduldig, auch wenn es mal länger dauert, ich bin zwar bemüht, das keiner lange warten muss nur manchmal lässt sich das leider nicht vermeiden. Auch arbeite ich sehr gerne mit unserem Dentallabor zusammen, hier sind alle supi freundlich und die Zusammenarbeit ist einfach hervorragend. Ganz besonders an meinem Beruf mag ich größere Behandlungen wie z.B. Implantate und Präperationen (der Zahn wird für eine Krone beschliffen), aber auch kleiner Sachen, wie Füllungen oder Kontrollen sind ganz interessant. Vor allem man weiß nie was der Tag so mit sich bringt, planen kann man ihn nur so weit es geht, dazwischen kann immer mal etwas kommen. Aber damit habe ich auch keiner Probleme, denn bei uns ist die Organisation perfekt.

Des weiter bin ich sehr froh, dass ich nach 21 Bewerbungen endlich diese Stelle bekommen habe, den mein Chef ist einfach super und das Arbeitsklima bestens. Mit ihm kann man durch dick und dünn gehen, da macht die Arbeit natürlich noch mehr Spaß. Ja ich hatte es nicht einfach, den meine Ausbildung habe ich bei einem Kieferorthopäden gemacht, dort habe ich zwar meine Ausbildung zur Zahnarzthelferin gemacht, aber eigentlich nie richtig Kontakt mit dem Beruf gehabt, da wir nur mit Kindern und Zahnspangen zu tun hatten. Da waren die Absagen natürlich vorprogrammiert, weil keiner einem eine Chance geben wollte, dass man zeigen konnte was man drauf hat.

Ja und mein jetziger Chef, ist das Risiko eingegangen und jetzt bin ich eben da wo ich bin und sehr zufrieden. Heute würde ich nie wieder in eine Kieferorthopädische Praxis gehen, das ist mir viel zu langweilig und stressig. Bei uns in der Praxis ist jeder ausgelichen, es ist ruhig und nur ab und an stressig, dann wenn Patienten meinen einfach mal so ohne Termin zu kommen. Aber auch das meistern wir perfekt.

So nun hoffe ich, dass ich euch mit meinem Bericht etwas weiter helfen konnte, und falsch ihr euch für den Beruf der Zahnmedizinischen Fachhelferin entscheiden sollte, wünsche ich euch schon mal viel Spaß bei der Ausbildung. Ich möchte mittlerweile keinen anderen Beruf mehr ausüben. Das einzige was ich nächstes Jahre machen werde, wenn ich meine 2 Jahre Beruferfahrung habe, ist eine Fortbildung zur Prophylaxe oder Zahnmedizinische Fachangestellte. Mal sehen wofür ich mich dann genau entscheide. Auf jedenfall liebe ich meinen Beruf, da er sehr abwechslungsreich und interessant ist. Ich kann ihn wirklich nur allen empfehlen, die gerne mit Leuten zu tun haben und Abwechslung im Beruf suchen, hier ist der ideale Job.

So nun aber ein schönes Wochenende und LG Sandra

PS: Danke fürs lesen und bewerten.

Fazit: nicht jedermanns Fall aber ein toller abwechslungsreicher Beruf mit Zukunft