Verlagskaufmann/ frau
Endlich mal ein solider Medienberuf! - Verlagskaufmann/ frau Beruf / Tätigkeit

Neuester Testbericht: ... Werbung, Veranstaltungen und Internet. Die beiden letzten Abteilungen sind nicht verlagstypisch, aber trotzdem wichtig. Neue Märkte... mehr

Endlich mal ein solider Medienberuf!
Verlagskaufmann/ frau

qwer13

Name des Mitglieds: qwer13

Produkt:

Verlagskaufmann/ frau

Datum: 03.07.01, geändert am 03.07.01 (723 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: abwechslungsreich, Arbeitsplatzgarantie, 35 Stundenwoche (IG Medien)

Nachteile: wenig Ausbildungsplätze vorhanden

Allgemeine Informationen zum Ausbildungsberuf
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Das Berufsbild "Verlagskauffrau/Verlagskaufmann" sieht eine grundsätzliche Ausbildungszeit von 3 Jahren vor. Das Berufbildungsgesetz ermöglicht bei entsprechender schulischer Vorbildung (Abitur, Fachhochschulreife) vertragliche Verkürzungen der Ausbildungszeit (meist auf 2,5 Jahre). Man hat die Möglichkeit, den Schwerpunkt der Ausbildung entweder im Zeitungs- oder im Buch- und Zeitschriftenverlag zu wählen. Zudem bieten viele Verlage in Kooperation mit den örtlichen IHK's Zusatzqualifikationen an (z.B. Medienwirtschaft, Wirtschaftenglisch etc.), die während der Ausbildung belegt werden können. Wie bei anderen kaufmännischen Berufen auch, wird die Ausbildung nach dem Dualen System durchgeführt. Neben der Ausbildung im Verlag, besucht der Auszubildende eine Berufsschule (Blockunterricht oder regelmäßig jede Woche). Die Ausbildungsvergütung und die Wochenarbeitszeit von 35 Stunden ist durch den Anschluss der meisten Verlage an die IG Medien (jetzt verdi) vertraglich geregelt. Im ersten Lehrjahr verdient man 1.093 DM, im zweiten 1.293 DM und im dritten Lehrjahr ganze 1.519 DM. Zusätzlich zahlen die meisten Verlage ca. 52 DM VL-Beiträge, einen Fahrtkostenzuschuß, Weihnachtsgeld (100%) und Urlaubsgeld (ca. 60%). Im großen und ganzen sind die sozialen Leistungen gewerkschaftlich geregelt und somit eher überdurchschnittlich. Nach erfolgreichem Abschluß der Ausbildung beginnt man zunächst mit der Tarifgruppe A4, A5 oder A6, die zwischen 3.097 DM und 4.353 DM liegt (Stand 1999). In kleineren Verlagen gibt es andere Regelungen, da sie keiner Gewerkschaft angeschlossen sind. Natürlich hängt die Einstufung in die jeweilige Tarifgruppe von der Leistung bzw. dem Abschluss des Auszubildenden ab.

Strukturierung der Ausbildung
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In der Berufsschule werden meist die Fächer Verlagsfachkunde, Allgemeine Wirtschaftsl
ehre, Rechnungswesen, Deutsch, Wirtschaftsenglisch, Politik und Informatik unterrichtet. Der Schwerpunkt liegt hier eindeutig auf den drei erstgenannten Fächern, da diese auch in der Prüfung abgefragt werden. Aus diesem Grund werde ich im Folgenden deren Inhalte kurz angeben. Wer noch detailiertere Informationen haben möchte, dem empfehle ich die Broschüre "Verordnung über die Berufsausbildung Verlagskaufmann/Verlagskauffrau" (vom W. Bertelsmann Verlag, Telefon 0521/911010, Bestell-Nr. 61.02.158.16a) und die Azubisite. Letztere ist ein erfolgreicher Zusammenschluß von Auszubildenden der Verlagsbranche, die Ihren Beruf im Internet vorstellen. Nähere Informationen dazu werde ich allen Interessenten gerne per E-Mail zusenden. Nun aber zu den Inhalten der schulischen Ausbildung und somit auch der Zwischen- und Abschlußprüfung.

Inhalte der Ausbildung
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Verlagsfachkunde:
01. Media-Planung / Formeln
02. Anzeigenarten
03. Anzeigenrechnen
04. MaFo-Analysen / IVW
05. Media-Gattungen (TV, Radio, Print, Online)
06. Anzeigenrecht / Urheberrecht / Nutzungsrecht
07. Vertrieb - Abo, EV, Post, Grosso, WBZ, Lesezirkel
08. Vertrieb - Recht
09. AGB - Anzeigen
10. Technik / Herstellung / Druckverfahren / DTP
11. Buch & Börsenverein - alle Gebiete
12. Verbände / Organisationen
13. Abkürzungen / Begriffe aus dem Verlagswesen
14. Integriertes Verlagsmarketing
15. Farbenlehre
16. BAG/IBU
17. Redaktion
18. Direktwerbung / Werbemöglichkeiten

Allgemeine Wirtschaftslehre:
01. Kreditarten / Kreditsicherung
02. Marktformen / Preisbildung
03. Unternehmensformen / Vollmachten / Firmierung
04. Sozialversicherungen / Steuern
05. Mitbestimmungsrecht / Tarifverträge
06. Vertragsarten / Lieferbedingungen
07. Personalwirtschaft / Kündigungsschutz
08. Rechtsobjekte
09. Zahlungsverkehr / Finanzierung
10.
Kaufmannseigenschaften
11. Soziale Marktwirtschaft
12. Verlagsrecht
13. Datenschutz & Datensicherheit
14. Tarif / Sozialpartner / Entlohnungssysteme
15. Umweltschutz und Arbeitssicherungsmaßnahmen
16. Vertragsstörungen
17. Zustandekommen von Veträgen
18. Verbraucherschutz
19. Bedürfnisse / Bedarf
20. Rechtliche Grundlagen des Wirtschaftens
21. Konjunkturpolitik, Wirtschaftspolitik, EZB
22. Personalführung
23. Personalbeurteilung und -entwicklung
24. Lagerwirtschaft

Rechnungswesen:
01. Aufgaben und Organisation des Rechnungswesens (einfache und doppelte Buchführung)
02. Funktion des Industriebetriebes (Material-, Absatz-, Zahlungs- und Beschaffungsbereich)
03. Tarif- und Lohngruppen
04. Kosten- und Leistungsrechnung im Industriebereich (Kalkulation und Planung)
05. Jahresabschluss (Bewertung der Geschäftpolitik anhand der Gewinn- und Verlustrechnung)
06. Wirtschaftsrechnen und Statistik (Dreisatz, Währungs-, Prozent- und Zinsrechnen)
07. Rechnungslegungsvorschriften nach HGB

Mein persönliches Kommentar
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Wie der Titel meines Berichtes schon verrät, halte ich diesen Ausbildungsberuf für einen fundierten und soliden Karriere-Baustein, der einem den Weg in die Medienlandschaft von Morgen ebnen kann. Ich selbst mache im November meine schriftliche Abschlussprüfung und bin nach der mündlichen Prüfung im Februar ausgebildeter Verlagskaufmann. Vermutlich werde ich dann ein medienwissenschaftliches Hochschulstudium dranhängen, wofür der Verlagskaufmann ideal geeignet ist. Aber auch ohne das Ziel eines akademischen Grades eröffnet dieser Beruf gute Einstiegschancen in einem Buch-, Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag. Besonders beliebt ist eine Spezialisierung im Anzeigenbereich, da dort durch Verkaufsprovisionen gutes Geld verdient werden kann. Der Vertrieb widerum lockt mit der Marketing- oder Werbeabteilung, di
e auch ihre Reize haben kann. Wo man später landet hängt von jedem selbst ab. Viele finden erst während der Ausbildung ihre verborgenen Talente und Fähigkeiten heraus. Betonen möchte ich an dieser Stelle, daß diese Ausbildung mit dem Kaufmannsgehilfen-Brief abschliesst, d.h. man hat nichts mit der schreibenden Zunft zu tun. Die Redaktion ist nur ein winzig kleiner Bestandteil der Ausbildung! Die meiste Zeit verbringt man in der Anzeigen- und Vertriebsabteilung, gefolgt vom Rechnungswesen. Wer also Redakteur oder Journalist im allgemeinen werden möchte, der sollte sich einen Volontariatsplatz besorgen oder direkt studieren gehen. Für was auch immer Ihr Euch entscheiden werdet, trefft diese Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus, sondern schaut Euch alle Alternativen mal an (z.B. durch Praktika und Vorlesungen an der Uni). Denn wer schon nach dem Abitur/Fachabitur beispielsweise ein BWL Studium ins Auge gefasst hat, der wird im direkten Vergleich merken, daß eine kaufmännische Ausbildung zuviel Zeit in Anspruch nimmt. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse der Ausbildung werden im Studium innerhalb von 2-3 Semestern vermittelt! Nicht immer ist eine praktische Ausbildung die berühmte "Basis", auf der man aufbauen kann. Oh, wie oft habe ich diesen Spruch schon von sogenannten Erziehungsberechtigten gehört..... ;-)

Dennoch, ICH arbeite gerne in der Medienbranche, denn sie bietet für fast jedes Talent eine Fülle von Entfaltungsmöglichkeiten. Und meine Ausbildung bereue ICH nicht :-) In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute für die Zukunft.  

Fazit: