


Neuester Testbericht: ... der Gruppe und richtete sich auf das Üben sozialer Kompetenzen, Lösung von Konflikten, Kommunikations- und Motivationstraining oder ... mehr
Beruf oder Berufung?
Sozialpädagoge/in

Name des Mitglieds: himmelunderde1
Produkt:
Sozialpädagoge/in
Datum: 14.11.09, geändert am 17.05.10 (1124 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Ein hochinteressantes Aufgabengebiet, täglich neue Herausforderungen.
Nachteile: Oft geringer Verdienst und fehlende Perspektiven.
Ein besonderes Aufgabenfeld ist die Arbeit bei Bildungsträgern, insbesondere die sozialpädagogische Arbeit in der außerbetrieblichen Ausbildung von benachteiligten Jugendlichen, von der Arbeitsagentur mit dem Kürzel "BAE" versehen.
Über diese Tätigkeit, die ich über mehrere Jahre ausgeübt habe, möchte ich hier berichten und damit gleichzeitig die Meinung korrigieren, dass der Sozialpädagoge ein rotweinschlürfender, langhaariger, birkenstockstragender Schwafler ist, den es durchaus immer noch geben mag, in diesem speziellen Aufgabenbereich aber deutlich fehl am Platze ist.
Mein Bericht ist ein wenig Vergangenheitsbewältigung gepaart mit Informationen über die Tätigkeit und vielleicht für den einen oder anderen (jüngeren) Leser eine Berufsorientierung.
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Die Arbeit der Sozialpädogogen in der staatlich geförderten, außerbetrieblichen Berufsausbildung (in Schwerpunkten wiedergegeben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
*** Setze dir Ziele! ***
Das Ziel meiner Beratung und Begleitung war, die Auszubildenen (oder im Folgenden Klienten) zu einer selbstbestimmten Lebensweise zu befähigen, sie dabei zu unterstützen, ihren Platz in der Gesellschaft als Erwachsene zu finden.
Die Stabilisierung ihres Selbstwertgefühls und die Festigung eines positiven Selbstbildes sind dabei zentrale Themen. Die Klienten sollten sich selbst als fähig erleben, auch schwierige Situationen und Herausforderungen bewältigen zu können.
*** Arbeite nach einem Konzept! ***
Im meinem sozialpädagogischen Konzept stand nicht die soziale Kontrolle im Vordergrund. Die sozialpädagogische Arbeit war vielmehr darauf ausgerichtet, soziales Lernen zu ermöglichen. Um eine optimale Ausbildung zu garantieren und die persönliche Entwicklung der Teilnehmer zu fördern, war es notwendig, mit Ausbildern und Lehrkräfte gemeinsam Verantwortung übernehmen, was nicht immer leicht war, da die Arbeitsansätze der Professionen manchmal doch recht unterschiedlich sind ("Was will der Sozi denn schon wieder?" ist ein oft gehörter Satz), was regelmäßigen Teamberatungen zu einem Muss machte.
*** Beachte die Bedürfnisse deiner Klienten! ***
Als Sozialpädagoge musste ich die Entwicklungsbedürfnisse besonderer Zielgruppen beachten. Zu diesen Zielgruppen zählten z. B.:
junge Frauen in typischen Männerberufen - Migranten - Jugendliche mit Suchtproblemen - (minderjährige) Jugendliche, die nicht mehr in ihrer Familie leben bzw. den Kontakt zur Herkunftsfamilie verloren haben - Teilnehmer mit eigenen Kindern/ Schwangere - Haftentlassene oder Teilnehmer, die durch die Jugendgerichtshilfe betreut werden - verschuldete Teilnehmer (oft war das Handy der Beginn der Schuldenfalle).
*** Entwickle Angebote! ***
Hier unterbreitete ich verschiedene Angebote, beispielsweise:
o Erst- und Folgegespräche mit den Klienten
o Einzelfallberatungen und Gruppengespräche
o Aufarbeitung von Verhaltensmustern wie fehlende Lernmotivation, mangelnde Ausbildungsleistungen und Prüfungsängste, Prävention des Ausbildungsabbruchs.
o Unterstützung von Teambildungsprozessen
o Prävention alterstypischer Problemlagen, auch durch Information - hier insbesondere in Abstimmung mit den Lehrkräften.
o Konflikttraining: Möglichkeiten zur Reflexion erlebter Konflikte, Stärkung der Kompetenzen zum angemessenen Verhalten in Konflikten.
o Interkulturelles Training, also integrativen Sprachförderung und Verständnis für kulturelle Unterschiede.
o Verhaltenstraining für Alltagssituationen
o Unterstützung bei Vertretung eigener Interessen, z. B. als Ausbildungsgruppensprecher
o Beratung, um bei Bedarf weiterreichende Angebote nutzen zu können, Hilfestellung beim Umgang mit Behörden.
o Unterstützung bei der Entwicklung eigener Freizeitaktivitäten.
Insbesondere bei den beiden letzten Punkten ging es hauptsächlich um Hilfe zur Selbsthilfe. Langfristig sollten die Auszubildenen in der Lage sein, hier ihre Interessen selbst zu vertreten.
*** Unterstütze Lernprozesse ***
Weitere Aufgaben in der Lernförderung und Lernunterstützung waren:
o Haltungen und Einstellungen der Teilnehmer zum Lernen erforschen
o Auswertungen von Lernerfahrungen der Teilnehmer
o Diagnose von Lernproblemen oder Lernschwierigkeiten (besondere Förderung bei LRS und Dyskalkulie)
o Lernberatung von Teilnehmern
o Eigene Gruppenarbeit zum Thema "Lernen lernen"
o Übernahme eigener Förderschwerpunkte
o Mitarbeit bei der Umsetzung von Methoden, die Lernen erleichtern
*** Lege den Schwerpunkt aus Nachhaltigkeit! ***
Wichtig war mir, nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Hierzu gehörte nicht nur der Erwerb wichtiger Schlüsselqualifikationen, sondern auch die Festigung der Persönlichkeit. Die Klienten sollten Selbstvertrauen aufbauen, aber dabei auch eine realistische Selbsteinschätzung entwickeln.
Zu meinen Aufgabenschwerpunkten gehörten:
In der Einzelberatung unterstützte ich mittels klientenzentrierter Gesprächsführung in ausbildungsbezogenen Fragen sowie bei Problemen im sozialen und persönlichen Umfeld. Einzelberatungen als zentrales Element der Individualhilfe basieren auf vollständiger Akzeptanz der Person des Klienten mit dem Ziel, über vertrauensvolle Beziehungen konfliktfähiges Verhalten zu entwickeln. Durch Krisenintervention (Krisenintervention erkläre ich später noch genauer) gab ich unmittelbare intensive Unterstützung bei aktuellen familiären und finanziellen Problemen, Straffälligkeit oder Drogenproblemen.
Gruppenarbeit erfolgte z. B. bei konkreten Konflikten innerhalb der Gruppe und richtete sich auf das Üben sozialer Kompetenzen, Lösung von Konflikten, Kommunikations- und Motivationstraining oder anderen sozialen Kompetenzen.
Die Eltern und oder Partner wurden in die Zielstellung und Information über die Ergebnisse der Klienten innerhalb der Maßnahme einbezogen. Erworbenes Können wird ihnen mittels Anschauung (u. a. kleinere "Vorzeigearbeiten") demonstriert. Bei Konflikten der noch minderjährigen Teilnehmer wurden sie an der Konfliktlösung beteiligt und einbezogen. Partner der Teilnehmer wurden auf deren Wunsch und mit ihrer Einwilligung einbezogen.
Unterstützung junger Eltern/ Alleinerziehender bedeutete regelmäßige vertrauensvolle Gespräche zur Situation (Wohnung, Partner, Kindererziehung), beraten und organisieren in Problemsituationen Einzelfallhilfen.
Lernortbegleitung bedeutete meine Präsenz des im ganzheitlichen Lernprozess. Ich beriet die Klienten, tauschte mich mit den Ausbildern und Lehrern aus und nahm Einfluss auf Verhaltensfragen, Kritiken und Überforderungssituationen.
Praktikumsbegleitung: Gemeinsam mit den Klienten wurde der Praktikumsbetrieb ausgewählt, die Schwerpunktaufgaben besprochen und im Vertrag niedergelegt. Obwohl hier sehr kurz angerissen, war dieser Punkt oft aufgrund des Mangels an geeigneten Stellen besonders aufreibend.
Bei Freizeitangeboten war es oft wichtig, überhaupt erst einmal Interesse zu wecken. Ich bezog die Klienten in die Planung ein, versuchte, ihre Vorstellungen zu berücksichtigen und Freizeitaktivitäten (Fußballturniere, Ausstellungen zu Arbeitsergebnissen, Exkursionen zu Musikfestivals oder Kurzurlaube) zu organisieren.
Weitere Angebote für meine Klienten waren:
o Beratungen zur Arbeitsplatzfindung
o Bewerbungstraining (Bewerbung, Vorstellungsgespräch, Rollenspiel)
o Antiaggressionstraining
o Sucht- und Drogenberatung, Vermittlung zu Drogenberatungsstellen
o Schuldnerberatung (Vermittlung zu Beratungsstellen)
o Informationsberatungen, z. B. der Krankenkassen, Agentur
o Beratung zum Umgang mit Geld, Aufstellen eines Haushaltsplanes
o Anleitung zum Schreiben von Behördenbriefen
o Anleitung zur Gesprächsführung mit Behörden
*** Sei bereit für einen Sack voll Aufgaben! Aber nutze externe Hilfsdienste, du kannst nicht alles allein! ***
Allein kann heutzutage niemand mehr etwas stemmen, deshalb greift der Sozialpädagoge auf ein mehr oder weniger funktionierendes Netzwerk externer Partner zurück, die auf den verschiedensten Gebieten der sozialpädagogischen Arbeit tätig sind. Dazu zählen insbesondere:
o Schuldnerberatungsstellen
o Suchtberatungsstellen
o Mieterberatungen
o Beratungsstellen der Polizei (Prävention, Antigewalttraining)
o Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe
o Sozialpädagogische und sozialpsychiatrische Dienste der Ämter
o Rechtsberatungsangebote freier Träger der Jugendhilfe
o Erziehungsberatungsstellen, psychologische Beratungen
o familienunterstützende Hilfen
o Eltern/Erziehungsberechtigte, weitere Familienangehörige, Freunde
o die Agentur für Arbeit, die Jobcenter
o die Berufsschulen
*** Beachte die Anzeichen! ***
Eine große Gefahr bei benachteiligten Jugendlichen war die Möglichkeit des Ausbildungsabbruchs. Ich versuchte, den Klienten Strategien zu vermitteln, die sie dazu befähigen, Krisen zu bewältigen, denn die wirksamste Krisenintervention ist, erst gar keine Krisen entstehen zu lassen.
Krisenintervention ist immer dann nötig, wenn durch besonders belastende Situationen ausgelöst, ein autonomes Funktionieren nicht mehr möglich ist. Bezogen auf meine Arbeit würde das im Normalfall im Ausbildungsabbruch enden.
Unglaublich wichtig, aber auch schwer ist es, immer professionell und sachlich, jedoch unabdingbar mit Empathie für den Klienten zu reagieren
So können die verschiedenen Formen von Selbstverletzung, das Ausbrechen aus einem festen Regelgefüge (Schulbummelei, Schwänzen, Alkohol- und Drogenkonsum) sowohl Hilferufe, als auch (nur) das Austasten von Grenzen sein.
Das setzte voraus, dass ein gutes Beobachtungsvermögen zu haben, aber auch über den notwendigen Mut verfügen, sich in sehr persönliche und weitreichende Problematiken einzuschalten und auch der erste zu sein, der nach Jahren des Verharrens und Lebens mit diesen Problematiken, diese Unstimmigkeiten anspricht. Damit war - bei Annahme durch den Klienten - der erste und wichtigste Schritt bei der Krisenbewältigung getan - das Erkennen der Krise, das Erkennen des Hilfebedarfs und das Erkennen der eigenen Möglichkeiten.
*** Erkenne, was deine Klienten belastet ***
Belastende Situationen von Klienten konnte ich in folgende Schwerpunkte gliedern:
- Akute Traumata (Verlust von Angehörigen, Freunden, Gewalterfahrung)
- Potentiell traumatische Ereignisse, z.B. schwere Erkrankungen, Verlust des Zuhauses/ der Lebensgemeinschaft, Erleben von Gewalt
- Situative Krisen waren z. B. nicht lösbar erscheinende Situationen wie Probleme in der Familie, Überforderung in Schule und Ausbildung, generelles Scheitern, Liebeskummer, Überschuldung, Wohnungsverlust, legale und illegale Suchtmittel
*** Krisenintervention muss Ziele verfolgen ***
Meine Krisenintervention verfolgte hier folgende Ziele:
o Autonomes Funktionieren wieder herstellen
o Ermutigung zur Bewältigung
o Reaktionen normalisieren
o Verstehen erleichtern
o Sicheren Rahmen geben
o Überforderung reduzieren
o Andere/neue Rahmenbedingungen schaffen
o Eigene Kompetenzen erkennen und nutzen
o vorübergehende Schaffung neuer Familienstrukturen durch das Einleiten tiefgreifender Veränderungen in dem vielleicht einzig noch geschützten persönlichen Raum
Folgendes Vorgehen bewährte sich:
1. Krisendiagnostik
o Systematisierung der Bedingungen die zu einer Krise geführt haben durch individuelle Gespräche
o Herausfiltern möglicher Ursachen, welche die Krisensituation ausgelöst haben
o Gemeinsames Erarbeiten einer Krisendefinition
2. Ressourcenaktivierung
o Erstellen einer Ressourcen - map, die folgende Schwerpunkte enthalten konnte:
o Mentale Stärken wie Leistungsfähigkeit, Empfindungsfähigkeit, verstehendes, praktisches und problemlösendes Denken, Kreativität, Werte
o Emotionale Stärken wie Wahrnehmung, Ausdrucksfähigkeit, emotionale Selbstregulatoren
o Soziale Stärken, wie Kontakt- und Beziehungsfähigkeit, stabile Familienverhältnisse, Vertrauenspersonen, Freund / Freundin
o Schule / Ausbildung: Erfolg, Freude, Interesse, positive Soziale Beziehungen
o Freizeit / Hobby persönliche Interessen, die soziale Kontakte fördern
3. Bewältigungsstrategien aktivieren
o Konfrontation mit der Realität
o Mögliche Ursachen von Krisensituationen ausschalten
o Selbstbewusstsein des Teilnehmers stärken
Langfristige Maßnahmen sind aufgrund ihrer Komplexität und Schwere durchaus geeignet, auch über die Dauer der Ausbildung hinaus, den weiteren Lebensweg des Teilnehmers zu bestimmen.
Dabei musste man sich jedoch im Klaren sein, dass es nicht nur die Zeitdauer und die Intensität der unterstützenden Maßnahmen sind, die eine neue Lebensqualität in sich tragen, sondern dass der Klient befähigt werden muss, seine Schwächen zu erkennen und die angebotenen Hilfen zu nutzen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich der Klient wieder in eine Abhängigkeit begibt, die dann beim Wegfall der meiner Person zu einer erneuten Krise führen kann. Die Klienten mussten lernen, soweit wie möglich selbst zu handeln und entscheiden können.
Die Ursachen der Konflikte lagen sowohl in der Persönlichkeit des Teilnehmers, wie auch in seiner Umwelt. Um diese Strukturen zu verändern, bedurfte es meist eines längeren Prozesses, bei dessen langfristiger Lösung andere sozialpädagogische Hilfseinrichtungen notwendig waren. Meine Aufgabe war die Perspektiventwicklung.
*** Arbeite mit einem Förderplan! Beachte aber, dass es eine Vielzahl von Förderplänen gibt - den ultimativen Förderplan gibt es nicht! ***
Ein notwendiges Übel in der Arbeit war "Der individuelle Förderplan" als Grundlage, um vorhandene Kompetenzen und den Erwerb von Schlüsselqualifikationen des Teilnehmers zu fördern und zu dokumentieren.
Der Förderplan beinhaltete Aussagen darüber:
o Wer ist an diesem Prozess - außer dem Klienten selbst - beteiligt bzw. zu beteiligen, also in die Planung mit einzubeziehen?
o Was soll verändert werden? (Welche Einstellungen, Verhaltensweisen sind unserer Auffassung und Werthaltung nach zu korrigieren, welche Probleme hat der Teilnehmer, aber auch, was soll er lernen, welche Lernerfahrungen sollen ihm zugänglich gemacht werden, auf welchen Gebieten muss er gefördert werden?)
o Wie, auf welche Art und Weise, mit welchen Methoden und Maßnahmen kann dieses Ziel erreicht werden?
o Wann, zu welchem Zeitpunkt sollte eine gezielte Einflussnahme erfolgen, Lernangebote gemacht bzw. strukturelle Veränderungen in Angriff genommen werden, die neue Erfahrungen ermöglichen?
o Wie lange wird es voraussichtlich dauern, bis Lernerfolge sichtbar werden und eine Überprüfung oder Kontrolle des bisherigen Verlaufes angezeigt erscheint?
Solch ein Förderplan beinhaltet weiterhin:
o Allgemeine Aussagen zur Person und zum Umfeld
o Vorhandene Kenntnisse und Kompetenzen
o Aufschlüsselung vorhandener und sich entwickelnder Fähigkeiten
o Entwicklung Lernverhalten und Lernmethoden
o Integrative Sprachförderung
o Methoden ganzheitlichen Lernens
o Einzelfallhilfe
Unabdingbar war der Einsatz diagnostischer Verfahren als Grundlage für das Erstellen individueller Förderpläne:
o Diagnostik der begleitenden Dienste
o das Beratungsgespräch
o die Verhaltensbeobachtung
o Information durch Dritte (Schule, Elternhaus, Umfeld)
o Berufsfindungs- und Arbeitserprobungsmaßnahmen
*** Formuliere abrechenbare Teilziele! Es ich wichtig für Deine Klienten (und für dich selbst)! ***
Ein Förderplan formuliert Teilziele für:
o die Klienten: zu ihren Stärken und Fähigkeiten, zur Festlegung ihrer eigenen Ziele, zur Nutzung von Hilfen
o die Ausbilder: zur persönlichen Entwicklung des Teilnehmers, Fähigkeiten in der praktischen und theoretischen Arbeit sowie in der Gesprächsführung
o die Lehrer: im individuellen Förderbedarf, besonders in Schwerpunktfächern, in der mündlichen und schriftlichen Darstellung von Lernstoffen, in der Vorbereitung auf die Prüfungen
o mich als Sozialpädagogen
Hier setzte ich diverse Hilfsmittel ein, wie Beobachtungsbögen, Checklisten, Vertragsmuster, Gesprächsleitfäden, die eine höhere Qualität der Förderung ermöglichen. Ihr Einsatz war allerdings fallabhängig.
Förderplanung war nie mittel zum Selbstzweck, oder um Papier zu horten oder um bei Gesprächen auf der Arbeitsagentur oder im Jugendamt zu glänzen, sondern war ein Verfahren, dass mir selbst half, systematisch und planvoll zu agieren.
*** Versuche Dich zu ordnen ***
Folgende Schrittfolge, die in der einschlägigen Literatur auch so beschrieben ist, empfand ich als hilfreich.
1. Den individuellen Förderprozess einleiten.
Aufnahmeunterlagen/ Leitfäden und Protokolle des Erstgespräches/ Beobachtungsprotokolle/ Beurteilungsbögen/ Gutachten/ Gesprächsnotizen
2. Den Teilnehmer einbeziehen.
Gesprächsleitfäden/ Fragebögen/ Reflexion der eigenen Lernbiografie/ Rollenspiele/ Collagen, Plakate gestalten (nonverbale Kommunikation )
3. Gemeinsame Zielsetzungen entwickeln.
Zielvereinbarungsgespräche/ Vorschläge für Zielformulierungen
4. Mögliche Unterstützungsfaktoren und Hindernisse erkennen.
Gesprächsleitfäden wie Leitfäden für diagnostische Gespräche/ Beobachtungsprotokolle/ Selbst- und Fremdeinschätzungsprotokolle/ Lerntyp- und andere Tests
5. Gemeinsame Entscheidungen über Maßnahmen treffen.
Testergebnisse wie Ergebnisse des Lerntyptests/ Beobachtungsprotokolle/ Selbst- und Fremdeinschätzungsbögen/ Ergebnisse der Reflexion der eigenen Lernbiografie
6. Die Umsetzung der Maßnahme beobachten und reflektieren.
Förderplan/ Beobachtungsprotokolle/ Fallbesprechungen
7. Mit dem Teilnehmer die Zielerreichung einschätzen.
Beurteilungsbögen/ Beobachtungsprotokolle/ Leitfäden für Rückmeldegespräche/ Selbst- und Fremdeisschätzungsbögen/ Förderplan mit Zielvereinbarungen
8. Prozess und Ergebnis im Team reflektieren.
Förderplan mit Zielvereinbarungen/ Beurteilungsbögen/ Beobachtungsprotokolle/ Rückmeldung durch den Teilnehmer (Fragebogen)/ Fallbesprechung
9. Den Förderprozess beenden.
Gesprächsleitfaden/ Auswertungsbogen
Die Einbeziehung der Klienten erfolgte auf vier Ebenen:
o Gemeinsame Zielvereinbarungen (regelmäßig begleitend)
o Selbsteinschätzung in unterschiedlichen Phasen und nach Bedarf
o Rückmeldung durch die Beurteilungskarte (halbjährlich)
o Rückmeldung aus der Teameinschätzung in unterschiedlichen Phasen und nach Bedarf.
Die Klienten wurden von mir regelmäßig aufgefordert, sich selbst einzuschätzen und selbst auch Maßnahmen zur Stärkung und Verbesserung von Fähigkeiten vorzuschlagen. Die Vereinbarungen wurden dann gemeinsam in den Besprechungen festgelegt.
Die Einbeziehung des Klienten geschah u. a. durch das Führen von Einzelgesprächen.
*** Werte und lass werten! ***
Auswertungsgespräche waren sind ein zentrales Instrument, um dem Klienten seine persönlichen Entwicklungserfolge zu verdeutlichen.
Weitere Möglichkeiten ergaben sich durch die Nutzung und Auswertung von Selbsteinschätzungen und Bewertungen von Ausbildern, Praktikaeinschätzungen sowie von Einschätzungen der Berufsschule, der sozialpädagogischer Gruppenarbeit und der Anwendung weiterer gemeinsamer Zielvereinbarungen.
Alle Hilfsmittel und Instrumentarien, die zu Auswertungszwecken der individuellen Förderplanung zur Verfügung standen, dienten dazu, Stärken und Schwächen nicht nur im Leistungsbereich zu thematisieren, sondern ggf. auch persönliche Probleme zu besprechen, Lob und Anerkennung zu vermitteln, aber auch, konstruktive Kritik zu üben. Sie vermochten so, zur Motivation des Einzelnen beizutragen.
Die Zeitintervalle für die Auswertung der festgelegten Zielstellung wurden individuell festgelegt, Auswertungen erfolgten aber spätestens nach 3 Monaten. Dieser Zeitraum wurde jedoch verkürzt, wenn außergewöhnliche Ereignisse eine kurzfristige Modifizierung der Zielvorhaben notwendig machen.
Der Förderplan diente auch zur Absprache mit der Berufsberatung bei Übergangshilfen, wenn es um einen Ausbildungsplatzwechsel, den Wechsel in eine betriebliche Ausbildung, einem Arbeitsplatz nach der erfolgreichen Ausbildung oder einen Abbruch der Maßnahme geht.
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Fazit
Die Arbeit als Sozialpädagoge ist eine umfangreiche, verantwortungsvolle Tätigkeit. Du kannst viel mit und bei deinen Klienten erreichen, wenn du hartnäckig und zielstrebig arbeitest. Besonders wichtig ist, dass du authentisch bist, gerade bei benachteiligten Jugendlichen. Du kannst immer du sein, du kannst Fehler haben - es wird dir von den Jugendlichen verziehen, solange sie das Gefühl haben, dass du es ehrlich meinst. Beginnst du zu schauspielern (und solche Kollegen habe ich nicht nur einmal erlebt) wirst du irgendwann scheitern, weil sich deine Klienten verar... fühlen.
Sei ehrgeizig, aber sei dir bewußt, dass du in deiner Arbeit immer wieder Rückschläge erleidest. Du sollst nicht die Welt retten.
Mitbringen musst du Idealismus, insbesondere deshalb, weil sich die Rahmenbedingungen in der außerbetrieblichen Ausbildung massiv verschlechtert haben. Eine ganz wichtige (negative) Rolle spielt hierbei die Bundesagentur für Arbeit, die die "Ausbildungslizenzen" seit einigen Jahren vorwiegend an Träger vergibt, die besonders kostengünstig arbeiten.
Untertarifliche Bezahlung und ständige Befristung von Arbeitsverträgen auf eine konkrete Maßnahme sind die Folge für das Personal, also Ausbilder, Lehrkräfte und Sozialpädagogen.
Auch wenn ich diese Arbeit geliebt habe und vielleicht auch nicht der Schlechteste in meinem Job war bin ich dann vor 3 Jahren wieder in meinen Erstberuf als Lehrer eingestiegen - und habe nach über zehnjähriger Pause wieder eine Menge Spaß daran.
Für eure Lesungen, Bewertungen und ggf. Kommentare freut sich
himmelunderde1
Fazit: Hier hilft das Lesen des Berichtes.
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