Restaurantfachmann/frau
Nur für Verrückte - Restaurantfachmann/frau Beruf / Tätigkeit

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Nur für Verrückte
Restaurantfachmann/frau

sariba

Name des Mitglieds: sariba

Produkt:

Restaurantfachmann/frau

Datum: 17.09.09

Bewertung:

Vorteile: Eine Welt für sich

Nachteile: Arbeitszeiten

Ich habe Ende der 80ér Reataurantfachfrau gelernt und war lange Jahre in diesem Beruf tätig.
Und ja--- das ist ein Beruf, den man lernen kann und nicht zu verwechseln mit den Bedienungen im Scene-Lokal, die einem mit diesem "Eigentlich - studiere - ich - ja - was - besseres - und - bin - nur -zufällig - hier - gelandet - Blick" ansehen, einem den kaffee hinknallen und hinterher sauer sind, weil sie keinen Tip (Trinkgeld) bekommen.

Ich übe diesen Beruf nicht mehr aus, denn wenn man später zu den Nachteilen kommt, wird man an den Arbeitszeitmodellen erkennen, dass der Beruf sich für Familien eher nicht eignet.
Wäre ich kinderlos (und meine Knie noch in Ordnung, was auch bei den Nachteilen erläutert wird), würde ich den Beruf aber immer noch ausüben.

Die Lehrzeit beträgt drei Jahre und beinhaltet umfassende Getränke und Speisekunde.
Was ich persönlich immer total langweilig fand, aber ein absolutes MUSS ist, ist die Ernährungslehre (Ihr wisst schon, der Kram mit den ungesättigten Fettsäuren, Einfach- und Mehrfachzucker, Proteine,...)
Am meisten interessierten mich Wein und Spirituosen und später machte ich dann am Deutschen Weininstitut noch weitere Fortbildungen.
Viel Fachwissen (unter anderem auch die üblichen Hygieneschutzverordnungen/HACCP) ist nötig, um später beruflich auch voran zu kommen, aber zuerst mal die Ausbildung. Während dieser muss man auchmindestens drei Monate in die Küche, um wenigstens die einfachen Gerichte zubereiten zu können, was auch Prüfungsthema sein wird.

Wenn ich neue AZUBIS oder Praktikanten bekommen habe, habe ich erst mal die ganzen Nachteile aufgezählt.
Da wären zuerst mal die Arbeitszeiten. Schlechtestes Arbeitszeitmodell, aber leider auch das häufigste ist die Teilschicht. Sie beginnt ungefähr um 10:00 uhr morgens bis 14:30 Uhr und geht dann von 18:00 Uhr bis zum meistens offenen Ende (Bei einer Hochzeitsfeier kann das auch mal 04:00 Uhr morgens werden, was besonders blöd ist, wenn man am nächsten Morgen Frühdienst hat, dann kann man nämlich gleich da bleiben)
Es gibt (meistens in Hotels, aber das machen dann auch meistens die Hotelfachleute) Frühdienst, der im besten Fall von 06:00 Uhr morgens bis ungefähr 15:00 Uhr geht und Spätdienst, der um 17:00 Uhr beginnt (das war immer mein Lieblingsdienst)
Wie man merkt, schreibe ich immer "ungefähr", was daran liegt, dass man sich besser nicht auf 8-Stunden Tage verlässt und eine 5-Tage Woche ist auch nicht immer drin.
Natürlich arbeitet man auch an weihnachten, Silvester, Ostern, Muttertag... und in meinem Fall fiel mein 18.er Geburtstag dummerweise auf den Tag der Kinderkommunion....

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Gäste nicht immer freundlich sind. O.K., die unfreundlichen Gäste sind eher die Ausnahme, aber sie kommen eben doch vor. und wenn man gerade sehr gesrtesst ist, was eigentlich normal ist, gehört einiges dazu, sich zusammenzureißen, aber mit der Zeit klappt das ganz gut.

Zu den Vorteilen gehört die wirklich einzigartige Stimmung bei den Gastronomen, die in der Regel ein recht seltsames Völkchen sind. Verrückt und völlig durchgeknallt erlebt man diese Welt in einem ständigen Auf und Ab der Emotionen, schwer zu beschreiben, das muss man erlebt haben.

Man lernt viele nette und auch nicht so nette Menschen kennen, jeder Tag ist anders und die Chance arbeitslos zu werden tendiert gegen Null.

Aufstiegsmöglichkeiten gibt es viele und sie zu nutzen ist leicht.(Englisch sollte man dazu aber können)

Alles zusammengefasst, war dieser Beruf für mich trotz der körperlich harten Arbeit und den unfreundlichen Arbeitszeiten ein absoluter Traumberuf, leider mit Familie nicht zu verwirklichen (oder nur mit Mühen)

Fazit: muss jeder für sich entscheiden