Kinderpfleger/in
Tätigkeit einer Kinderpflegerin in Kindergarten/Kinderkrippe - Kinderpfleger/in Beruf / Tätigkeit

Neuester Testbericht: ... oder Erzieherin die gerade dran ist vorher sorgfältig überlegt und vorbereitet. So zum Beispiel Lieder, Klanggeschichten, Bilderbü... mehr

Tätigkeit einer Kinderpflegerin in Kindergarten/Kinderkri ppe
Kinderpfleger/in

pinkbunny

Name des Mitglieds: pinkbunny

Produkt:

Kinderpfleger/in

Datum: 12.06.05

Bewertung:

Vorteile: sehr sehr viel

Nachteile: manchmal hat man gar nichts zu tun, manchmal kommt alles auf einmal

Hi ihr lieben!


Ich möchte euch heute über die Tätigkeit einer Kinderpflegerin bzw. eines Kinderpflegers berichten. Die Ausbildung zur Kinderpflegerin wird an Berufsfachschulen für Kinderpflege durchgeführt und dauert, je nach Bundesland, zumindest in Bayern 2 Jahre.
Mehr möchte ich auch gar nicht über die Ausbildung schreiben, da ich mich in diesem Bericht mehr auf das Tätigkeitsfeld in einer Kinderkrippe, oder in einem Kindergarten spezialisieren möchte, damit diejenigen die sich für den Beruf Kinderpflegerin interessieren, einen kleinen Einblick in den Berufsaltag bekommen.

Ich arbeite seit zwei Jahren als Kinderpflegerin in einer alterserweiterten Kinderkrippe, in der Kinder von 0-6 Jahren betreut werden. In jeder Gruppe sind 15 Kinder und es arbeiten jeweils eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin und manchmal auch ergänzend eine Erzieher- oder Kinderpflegepraktikantin oder eine Absolventin des freiwilligen sozialen Jahres.

Die Kinder können von 7.00 bis 8.30 Uhr gebracht werden.Zu dieser Zeit sind die Kinder gemischt in einer oder zwei Gruppen, bis nach dem Morgenkreis. Den Frühdienst, also von 7.00 bis 7.30 Uhr machen täglich zwei Erzieher oder Kinderpfleger. Von 8.00 bis 8.30 gibt es Frühstück wobei die Kinderpflegerin, meist zusammen mit einer anderen Kinderpflegerin oder Erzieherin, das Frühstück zubereitet, so zum Beispiel Semmeln schmiert usw. Dann um 8.30 Uhr gehts ans Aufräumen, weil der Morgenkreis ansteht. Der Morgenkreis wird wöchtentlich abgewechselt und jede Woche leitet ihn auch eine andere Erzieherin oder Kinderpflegerin. Im Morgenkreis werden Sachen gemacht, die sich die Kinderpflegerin oder Erzieherin die gerade dran ist vorher sorgfältig überlegt und vorbereitet. So zum Beispiel Lieder, Klanggeschichten, Bilderbücher, Rollenspiele, Bewegungsspiele und vieles mehr. Danach gehen die Kinder mit ihren Betreuern in die jeweiligen Gruppen und dann ins Bad. Dort gehen die Kinder dann zur Toilette und die Kleinen, die noch Windeln haben werden gewickelt, was meist die Kinderpflegerin macht, und die Zähne werden geputzt. Danach gehen die Kinder entweder in die Gruppen zurück oder bei schönem Wetter in den Garten. Dann spülen die Erzieherin und die Kinderpfl. eventuell noch das Frühstücksgeschirr ab und widmen sich dann ihren Schützlingen. Das bedeutet entweder Aufsicht im Garten,also ständiges Schuhezubinden :) sie auf der Schaukel anschubsen, mit den Kleinen im Sand spielen, beim Rutschen helfen, etc.

Bleiben alle im Gruppenraum, weil das Wetter nicht so toll ist etc. spielt die Kinderpflegerin mit den Kindern z.B. Brettspiele, bastelt mit ihnen zum Beispiel für die Raumdeko (muss aber vorher mit der Erzieherin abgesprochen sein!), spielt mit ihnen in der Puppen-, Bau-, Kuschelecke usw. Dann richtet sie oder die Erzieherin das Geschirr fürs Mittagessen her und dunkelt den Schlafraum ab. Dann räumen alle gemeinsam wieder auf und setzen sich hin zum Schlusskreis, wo meist die Erzieherin noch eine Geschichte vorliest oder ein Spiel gespielt wird.
Um 11.15 Uhr gibt es Mittagessen, die Erzieherin oder die Kinderpflegerin holt das Essen, während die Andere den Kleinsten Lätzchen umbindet, ihnen zu Trinken gibt usw. Beim Essen teilt die Kipfl. den Kindern Essen aus und füttert die Kleinen, die noch nicht allein essen können. Danach geht es nochmal zur Körperpflege ins Bad und dann ins Bett, wo dann beide Betreuerinnen im Schlafraum Schlafwache machen, also so lange bleiben bis die Kleinen eingeschlafen sind. Das kann schon mal eine Zeit lang dauern :)
Wenn alle Kinder schlafen, reinigt die Kipfl. die Stühle und Tische und bereitet die Brotzeit vor.
Die restliche Zeit in der die Kinder schlafen, kann man vorbereiten oder einfach nur ein bisschen relaxen.
Dann um ca. 14.00 Uhr werden die Kinder geweckt, wieder gewickelt und auf die Toilette "geschickt" und dann wird Brotzeit gemacht, danach wird wieder abgespült und dann ist bis zum Abholen wieder das sog. Freispiel, in dem die Kinder Spielen können, was sie möchten, wobei die Kinderpflegerin wieder mit ihnen spielt und sich mit ihnen beschäftigt.
Ab 15.30 Uhr können die Kinder abgeholt werden, wobei die Kinderpflegerin den Eltern Auskunft darüber gibt, wie sich ihr Kind benommen hat, wie es gegessen und geschlafen hat usw.
So geht dann langsam ein ereignisreicher Tag zu Ende.



Das was ich euch da jetzt beschrieben habe war in etwa der Tagesablauf in der Einrichtung in der ICH arbeite. Das heisst, es hängt natürlich von der jeweiligen Einrichtung ab in der man ist. Auch sind bestimmt die Tätigkeiten nicht immer die Selben, aber ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in den Tätigkeitsbereich und in einen Arbeitstag einer Kinderpflegerin geben.

Mein Fazit:
Alles in allem ist es ein sehr schöner und abwechslungsreicher Beruf, bei dem man viel geben kann aber auch sehr viel bekommt.

Sehr wichtig ist es auch zu wissen, dass man als Kinderpflegerin der Erziehrin immer "untergeordnet ist" , also größere Entscheidungen nicht treffen kann, ohne sich vorher mit ihr abgesprochen zu haben. Auch darf eine Kipfl. eine Gruppe nicht alleine leiten und auch nicht alleine Ausflüge machen. Daher kann es auch leicht passieren, dass man an die falsche Kollegin gerät und man als Kinderpflegerin die "Drecksarbeit"´machen muss, weil die Erzieherin denkt, die pädagogischen Sachen wären allein ihre Aufgabe, was aber nicht stimmt!! Denn eine Kinderpflegerin ist die ZWEITE pädagogische Kraft in einer Gruppe, KEINE HILFSKRAFT.

Für den Beruf ist es v.a. wichtig,gut beobachten zu können, sich nicht vor Erbrochenem, Urin, Stuhl und Blut zu ekeln, geduldig zu sein, aber auch durchgreifen zu können. Man muss belastbar sein, denn wenn 15 oder 25 Kinder auf einmal durch den Raum brüllen, kann das ganz schön die Nerven strapazieren ;) , man muss Konflikte sachlich lösen können, einen höflichen Umgangston mit Menschen haben, man darf keine körperliche Arbeit scheuen und muss natürlich Spaß und Freude am Umgang mit Kindern haben.

Aber natürlich bringt keiner alle Qualifikationen auf einmal mit und was man nicht hat, lernt man auf der Kinderpflegeschule oder spätestens mit der wachsenden Berufserfahrung!

Also für alle, die den Beruf gerne ausüben möchten, oder sich dafür interessieren, ich kann ihn nur empfehlen, wobei hinzuzufügen ist, dass der Beruf Kinderpflegerin keine Zukunft hat, da in den nächsten Jahren nur noch Erzieher und Sozialpädagogen eingestellt werden sollen. Mit welchem Sinn frage ich mich, da ich der Meinung bin, dass Menschlichkeit nicht zu benoten ist und somit auch ein mittelmäßiger Hauptschüler einen guten Kinderpfleger abgeben kann!

Liebe Grüße
Bunny

Fazit: Ein toller Beruf mit Aufstiegschancen!