Kassierer/in
Vorgeschichte der Vorgeschichten - Kassierer/in Beruf / Tätigkeit

Neuester Testbericht: ... selbst muss man noch darauf achten, dass das Obst richtig abgewogen ist und sich in der Zeitung z.B. nix verirrt hat, was da nicht hin... mehr

Vorgeschichte der Vorgeschichten
Kassierer/in

SusanneRehbein

Name des Mitglieds: SusanneRehbein

Produkt:

Kassierer/in

Datum: 24.02.03, geändert am 30.01.05 (2889 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Spaß

Nachteile: Bezahlung, Rückenschmerzen

~*~*~*~* VORGESCHICHTE ~*~*~*~*

Jeder von uns kennt wahrscheinlich Momente, in denen das Portemonnaie gähnt und einem im Sparschwein nur ein Echo begegnet. Das sind die Momente, in denen man dringend für Geld sorgen muss. Eine solche Situation ergab sich bei mir vor fast 4 Jahren und ich entschied damals, mich als Kassiererin zu versuchen, aushilfsweise. Viel bleibt einem ja auch nicht direkt nach dem Abi ohne Berufsausbildung. Gesagt getan. Ich bewarb mich bei GLOBUS und wurde angenommen. Mittlerweile arbeite ich dort zum 3. mal und es ist an der Zeit, dass ich darüber etwas schreibe.


~*~*~*~* BEWERBUNG ~*~*~*~*

Meine Bewerbung verlief jedes mal gleich. Ich bin in den Einkaufspark gefahren in der sich unsere GLOBUS-Filiale befindet, habe die Personalabteilung aufgesucht und musste einen Bewerbungsbogen ausfüllen. Darauf sind die üblichen Fragen gestellt, zur Anschrift, zum Beruf etc. Hat man diese alle beantwortet kann man auch noch einen Wunsch angeben, in welchem Bereich man gern eingesetzt wäre, z.B. Kasse. Dann gibt man den Bogen wieder im Personalbüro ab, wobei ich jedes mal den Satz gehört habe „Im Moment haben wir nichts frei, sollte sich dies aber ändern, werden wir sie anrufen!“. Bei mir dauerte es nie länger als 2 Tage, bis sich jemand meldete!
Wie gesagt, diese Modalitäten beziehen sich ausschließlich auf den Einsatz als Aushilfskraft. Allerdings weiß ich, dass GLOBUS selbstverständlich auch ausbildet und vor unserem Personalbüro tummeln sich die Auszeichnungen für die hervorragende Ausbildung. Dazu kann ich nur sagen, dass sie sich über einen Zeitraum von 3 Jahren zieht und der Azubi alle 6 Monate in einer anderen Abteilung eingesetzt wird, z.B. Kasse, Information, Obst & Gemüse, Käsetheke etc.


~*~*~*~* AUF DIE KASSE, FERTIG, LOS! ~*~*~*~*

Wie gesagt, spätestens 2 Tage nach meiner Bewerbung erhielt ich dann meist einen Anruf in dem oft schon recht nervös gefragt wurde, wa
nn ich denn anfangen könnte. Jedes mal fand ich mich einen Tag später erst im Personalbüro wieder, wo mir mein Spindschlüssel gegen ein Pfand ausgehändigt wurde, ich „eingekleidet“ wurde (wobei es auch problemlos möglich ist private Kleidung zu tragen), ich ein Namensschild und eine Stechkarte bekam. Danach wurden mir die Räumlichkeiten im Personalbereich gezeigt und dann wurde ich dem Kassenbüro übergeben.
Dort erwartete mich die Chefin oder stellvertretende Leiterin und wies mir eine Kassiererin zu, mit der ich den Tag „mitlaufen“ sollte, d.h. ich habe mich auf ihren Stuhl gesetzt und kassiert, während sie hinter mir stand und mich auf Fehler hinwies oder mir Ratschläge gab. 6 Stunden lang! Das stelle ich mir echt nicht witzig vor.
Dann bekam ich meine eigene Kasse, wurde belehrt und wurde auf die Kunden losgelassen.
Je nach Wochentag und Uhrzeit waren manche Kassen besonders beliebt oder besonders verachtet.
Den Einsatzplan bekommt man immer für 2 Wochen im Voraus, wobei es nie ein Problem war Wünsche zu äußern, wenn man an manchen Tagen schon Termine hatte oder ähnliches.
Am Ende der Schicht folgte dann die Abrechnung, deren Ablauf einen anfangs förmlich erschlug, doch mit der Zeit hatte man sich dran gewöhnt und hätte es im Schlaf erledigen können.


~*~*~*~* KUNDEN ~*~*~*~*

Die häufigsten Kontaktpersonen sind zweifelsfrei die Kunden. Dabei darf man nicht vergessen, dass auch Kunden nur Menschen sind und gute oder schlechte Tage haben können. Natürlich trifft das auch auf die Kassierer/innen zu, aber Kunden arbeiten eben nicht dort und können sich deshalb mehr erlauben. Jeder hat auch mal schlechte Laune und grundsätzlich kann ich über die Ausrutscher unfreundlicher Kunden auch hinwegsehen, aber es gibt Leute die scheinbar glauben, dass man nur deshalb an der Kasse sitzt, weil es nicht zu mehr gereicht hat. In solchen Fällen ist es manchmal sehr schwer sich daran zu erinnern, dass man immer f
reundlich zu bleiben hat. Vor allem sind es die unterschiedlichsten Dinge, über die sich die Kunden echauffieren. Die Einen fühlen sich gekränkt, wenn man sie bittet eine im Einkaufswagen liegende Tasche anzuheben, die Anderen wollen einem vorschreiben wie man seine Arbeit zu machen hat („Das hat doch alles den selben Preis!“) oder es gibt Unstimmigkeiten, wenn man bei Kartenzahlungen nach dem Ausweis fragt etc. Allerdings gibt es auch sehr nette Kunden, die für alles Verständnis haben und sich auch nicht aufregen, wenn plötzlich die Kassenrolle gewechselt werden muss, ein Preis mal nicht stimmt oder sonst etwas schief geht.
Der Umgang mit Menschen sollte einem schon spaß machen wenn man in dem Bereich tätig ist und man muss auch mal etwas wegstecken können bei unschönen Situationen. Der/die Kassierer/in ist das letzte Glied in der Kette und muss sich deshalb auch manchmal unberechtigte Beschwerden anhören. Wichtig dabei ist nur, dass man freundlich bleibt, denn auch ein unbequemer Kunde ist in der Regel ein zahlender Kunde und sollte nach Möglichkeit wiederkommen! Man bekommt aber auch schnell ein dickes Fell!


~*~*~*~* MITARBEITER ~*~*~*~*

Bei GLOBUS ist das Klima im Grunde sehr gut. Antipathien gibt es immer und überall. So auch bei GLOBUS. Trotzdem sind mir nie Situationen aufgefallen oder im Gedächtnis geblieben, in denen sich Vorgesetzte über andere Angestellte erhoben haben. Es ist immer ein Miteinander und nie ein Gegeneinander. Jeder wird von jedem gleich behandelt und das finde ich gut.
Als äußerst positive Situation empfand ich vor 3 Jahren, dass der Chef des Hauses nach Kassenschluss in das Kassenbüro kam und allen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen für ihre engagierte Arbeit dankte, nachdem es einige Pannen und Ausfälle im Laufe des Tages gab.
Wenn man mal eine Frage hat, kann man die auch zum 5. mal stellen, ohne dass man deshalb gleich angemotzt wird.


~*~*~*~* FAZIT ~*~*~*~*

Ich
arbeite gern dort, sonst würde ich es sicher nicht auch schon zum 3. mal tun. Man hat viel Verantwortung für das Geld zu tragen, aber es macht spaß! Eine negative Seite an dem Job ist allerdings die Versuchung. Nicht etwa sich von der Kasse zu bedienen, sondern wenn man sieht, welche leckeren Sachen die Kunden alle kaufen, dann fiebere ich schon so manches mal der Pause entgegen und plündere die Regale. Aus diesem Grund könnte sich dieser Bericht auch als „Vorgeschichte zu Vorgeschichten“ entwickeln, denn ich komme jetzt viel öfter zu „Verbrauchertests“ als sonst und es könnte der eine oder andere Bericht über die von mir konsumierten Produkte folgen!
Punkt 2 sind die einschleichenden Rückenschmerzen, da kassieren doch auch sehr viel mit körperlicher Arbeit verbunden ist, größtenteils allerdings im sitzen. Mir macht zu dem auch noch das künstliche Licht zu schaffen!
Ein weiterer Nachteil ist die Bezahlung. Reich werden kann man in dem Job nicht und wie man mir mitteilte, verdienen die festangestellten Kassierer/innen das gleiche Geld wie wir Aushilfen. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber der Verdienst dreht sich um die 5 € pro Stunde und das ist doch verdammt wenig, wenn ich mir vorstelle, dass man davon leben und möglicherweise auch noch andere Menschen ernähren muss.
Trotzdem macht der Job Spaß und ich kann ihn als Aushilfstätigkeit wirklich jedem empfehlen, da er wenig Zeit beansprucht und kaum Vorkenntnisse nötig sind. Allerdings muss man mindestens 18 Jahre alt sein um eingestellt zu werden!

Fazit: