Goldschmied/in

Neuester Testbericht: ... und Uhrmacherhandwerk - Aufnahmeprüfung!) dann theoretische (Abschluß-)Prüfung und anschließender 1 bis 11/1 jährigen Betriebsausbildung. ... mehr
.:~:. ...und fasse meine Träume in Gold .:~:.
Goldschmied/in

Name des Mitglieds: campino
Produkt:
Goldschmied/in
Datum: 05.07.01, geändert am 27.01.12 (1118 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Umgang mit edlem Material
Nachteile: Nicht sehr gute Einstellungschancen in reinen Handwerksbetrieben
...ein fast schon poetischer Titel.... aber irgendwie stimmt er. Der Goldschmied/in ist der Poet des Metalls. Ihm gelingt es der Fantasie eine Form zu geben, sie mit edlen Steinen zu schmücken und im schönsten Licht und Gefunkel erstrahlen zu lassen. Nur in der Fassung strahlt der Brillant in allen Regenbogenfarben und nur wenn sie getragen werden behalten die Perlen ihren so typischen Lüster.
Aber ich merke schon, ich schweife vom Thema ab. Mein Thema ist der (Traum)Beruf Goldschmied/in
Wenn man, wie ich in Pforzheim lebt, ist Goldschmiedin ein 08/15-Beruf. Pforzheim, die Goldstadt am Rande des Schwarzwalds ist die Schmuck- und Uhrenstadt Deutschlands schlechthin. 75 % der deutschen Schmuckproduktion und ca. 50 % der deutschen Uhrenproduktion haben hier ihren Ursprung. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Einrichtung von Werkstätten anno 1767 im Waisenhaus der Stadt.
Auch ich habe nach meinem Schulabschluss eine Ausbildung zur Goldschmiedin (bzw. Juwelengoldschmiedin) gemacht.
Es besteht die Möglichkeit eine 3jährige Ausbildung (Goldschmied) oder eine 3 1/2jährige Ausbildung (Juwelengoldschmied) zu absolvieren.
Die Ausbildung findet in einem Handwerks- oder Industriebetrieb mit gleichzeitigem Besuch der Berufsschule statt.
Alternativ dazu besteht die Möglichkeit des 2jährigen Vollzeit-Schulbesuches (Berufsfachschule für Goldschmiede- und Uhrmacherhandwerk - Aufnahmeprüfung!) dann theoretische (Abschluß-)Prüfung und anschließender 1 bis 11/1 jährigen Betriebsausbildung.
Mitbringen sollte man Kreativität und Freude am Umgang mit Metallen.
Ich habe damals zuerst die 2jährige Schule besucht. Diese Schulzeit möchte ich nicht missen. Wir waren ein "bunter Haufen" aus aller Herren Länder. 2 Schüler aus Pforzheim, der Rest aus ganz Deutschland, Europa und USA. (Und wir hielten uns alle für große Künstler).
Die Schulzeit machte trotz vieler Arbeit auch unheimlich Spaß.
Tja, jetzt interessiert Euch sicher, was für Fächer unterrichtet wurden. Ich hoffe, ich kriege noch alles zusammen.
Als erstes natürlich: Goldschmieden
Silberschmieden
Schmuckstein fassen
Guillochieren
Gravieren
Polieren
Werkstoffkunde
Edelsteinkunde
Fachzeichnen
Freihandzeichnen
Kunstgeschichte
Galvanisieren
Fachrechnen-Mathematik (Kleines Beispiel gefällig?) Die Zahlen kriege ich nicht mehr zusammen, aber eine beliebte Textaufgabe lautet wie folgt:
Ein Goldschmied fertigt einen 12 cm hohen, konischen Becher aus Tripléblech, oberer Innen-Durchmesser 8 cm, unterer Innen-Durchmesser 5 cm. Der Kern besteht aus 2 mm starkem Kupfer, innen besteht der Becher aus 0,5 mm starkem Sterlingsilber. Die äußere Schicht ist aus 0,3 mm starkem Gold mit einem Feingehalt von 750/-. (750/- heißt: in 1000g Legierung sind 750 g reines Gold enthalten). Das spezifische Gewicht der einzelnen Metalle und Legierungen, sowie der Tageskurs in DM ist angegeben, ebenso der Stundenlohn und Zeitaufwand des Goldschmiedes. Auf die Herstellungskosten des Bechers werden 75% aufgeschlagen.
Was kostet der Becher im Verkauf?????
Versucht mal, mit einer Blechschere ein Stück Seidenpapier ordentlich zu zerschneiden. Kriegt Ihr hin? Dann habt Ihr schon gute Voraussetzungen zum Gold- oder Silberschmieden. Übrigens, beim Slberschmieden entwickelt man nach und nach Oberarmmuskeln wie ein Bodybuilder.
Nach abgeschlossener Ausbildung besteht die Möglichkeit der Weiterbildung zum Meister, Goldschmiedemeister/in oder Gold- und Silberschmiedemeister/in, Gestalter/in der Fachrichtung Metall - Schmuck und Gerät, Edelmetall oder Edelstein/Schmuck.
Alles in Allem gesehen, ein Beruf der Spaß macht. Leider sind die Ausbildungsplätze mittlerweile rar. Große Firmen bilden zwar aus, aber es ist doch was anderes, als mit dem Meister zusammen in einer kleinen Werkstatt das Handwerk zu erlernen.
Ich habe nach der Ausbildung den Beruf nicht mahr ausgeübt. Ich blieb zwar noch in der Branche, habe aber dann eine Ausbildung zur Werkgehilfin oder wie es früher hieß: Kabinettangestellten gemacht. Da kam mir meine vorherige Ausbildung gut zu statten, denn dadurch betrug meine Lehrzeit nur 1 ½ anstatt 3 Jahre.
Wie gesagt, ich übe den Beruf nicht mehr aus, aber für den Hausgebrauch macht's trotzdem noch Freude. Oder wie viele Kinder kennt Ihr, in deren Puppenstuben sich handgeschmiedete, vergoldete Messingbetten finden?
Im Juli 2011 feierten wir in Pforzheim das 90jährige Bestehen der Goldschmiedeschule.
Anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Berufsfachschule für Goldschmiede an der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim zeigt das Schmuckmuseum Werke von Absolventen vornehmlich der vergangenen drei Jahrzehnte sowie von Ehemaligen, die ihre Ausbildung in den 1950er Jahren abgeschlossen haben. Insgesamt haben weit mehr als 6000 Schülerinnen und Schüler die Berufsfachschule besucht. In der Ausstellung sind Arbeiten von rund 80 ehemaligen Berufsfachschülern zu sehen. Sie stammen zum einen aus ihrer Lehrzeit, zum anderen spiegeln sie ihr heutiges Schaffen wider. Unter den Ausstellern finden sich auch Namen von Absolventen, die zu erfolgreichen Schmuckkünstlern geworden sind, wie Manfred Bischoff und Georg Dobler, Ute Eitzenhöfer und Karl Fritsch oder Winfried Krüger. Zudem sind einige Übungsstücke zu sehen, die veranschaulichen, wie die unerlässlichen technischen Grundlagen erlernt werden. Die Schau ist vom 10. Juli bis zum 30. Oktober 2011 im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen. (schmuckmagazin.de)
Ganz stolz bin ich, dass auch ein Stück von mir (Becher, Silberschmieden) ausgestellt wurde).
Aber ich merke schon, ich schweife vom Thema ab. Mein Thema ist der (Traum)Beruf Goldschmied/in
Wenn man, wie ich in Pforzheim lebt, ist Goldschmiedin ein 08/15-Beruf. Pforzheim, die Goldstadt am Rande des Schwarzwalds ist die Schmuck- und Uhrenstadt Deutschlands schlechthin. 75 % der deutschen Schmuckproduktion und ca. 50 % der deutschen Uhrenproduktion haben hier ihren Ursprung. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Einrichtung von Werkstätten anno 1767 im Waisenhaus der Stadt.
Auch ich habe nach meinem Schulabschluss eine Ausbildung zur Goldschmiedin (bzw. Juwelengoldschmiedin) gemacht.
Es besteht die Möglichkeit eine 3jährige Ausbildung (Goldschmied) oder eine 3 1/2jährige Ausbildung (Juwelengoldschmied) zu absolvieren.
Die Ausbildung findet in einem Handwerks- oder Industriebetrieb mit gleichzeitigem Besuch der Berufsschule statt.
Alternativ dazu besteht die Möglichkeit des 2jährigen Vollzeit-Schulbesuches (Berufsfachschule für Goldschmiede- und Uhrmacherhandwerk - Aufnahmeprüfung!) dann theoretische (Abschluß-)Prüfung und anschließender 1 bis 11/1 jährigen Betriebsausbildung.
Mitbringen sollte man Kreativität und Freude am Umgang mit Metallen.
Ich habe damals zuerst die 2jährige Schule besucht. Diese Schulzeit möchte ich nicht missen. Wir waren ein "bunter Haufen" aus aller Herren Länder. 2 Schüler aus Pforzheim, der Rest aus ganz Deutschland, Europa und USA. (Und wir hielten uns alle für große Künstler).
Die Schulzeit machte trotz vieler Arbeit auch unheimlich Spaß.
Tja, jetzt interessiert Euch sicher, was für Fächer unterrichtet wurden. Ich hoffe, ich kriege noch alles zusammen.
Als erstes natürlich: Goldschmieden
Silberschmieden
Schmuckstein fassen
Guillochieren
Gravieren
Polieren
Werkstoffkunde
Edelsteinkunde
Fachzeichnen
Freihandzeichnen
Kunstgeschichte
Galvanisieren
Fachrechnen-Mathematik (Kleines Beispiel gefällig?) Die Zahlen kriege ich nicht mehr zusammen, aber eine beliebte Textaufgabe lautet wie folgt:
Ein Goldschmied fertigt einen 12 cm hohen, konischen Becher aus Tripléblech, oberer Innen-Durchmesser 8 cm, unterer Innen-Durchmesser 5 cm. Der Kern besteht aus 2 mm starkem Kupfer, innen besteht der Becher aus 0,5 mm starkem Sterlingsilber. Die äußere Schicht ist aus 0,3 mm starkem Gold mit einem Feingehalt von 750/-. (750/- heißt: in 1000g Legierung sind 750 g reines Gold enthalten). Das spezifische Gewicht der einzelnen Metalle und Legierungen, sowie der Tageskurs in DM ist angegeben, ebenso der Stundenlohn und Zeitaufwand des Goldschmiedes. Auf die Herstellungskosten des Bechers werden 75% aufgeschlagen.
Was kostet der Becher im Verkauf?????
Versucht mal, mit einer Blechschere ein Stück Seidenpapier ordentlich zu zerschneiden. Kriegt Ihr hin? Dann habt Ihr schon gute Voraussetzungen zum Gold- oder Silberschmieden. Übrigens, beim Slberschmieden entwickelt man nach und nach Oberarmmuskeln wie ein Bodybuilder.
Nach abgeschlossener Ausbildung besteht die Möglichkeit der Weiterbildung zum Meister, Goldschmiedemeister/in oder Gold- und Silberschmiedemeister/in, Gestalter/in der Fachrichtung Metall - Schmuck und Gerät, Edelmetall oder Edelstein/Schmuck.
Alles in Allem gesehen, ein Beruf der Spaß macht. Leider sind die Ausbildungsplätze mittlerweile rar. Große Firmen bilden zwar aus, aber es ist doch was anderes, als mit dem Meister zusammen in einer kleinen Werkstatt das Handwerk zu erlernen.
Ich habe nach der Ausbildung den Beruf nicht mahr ausgeübt. Ich blieb zwar noch in der Branche, habe aber dann eine Ausbildung zur Werkgehilfin oder wie es früher hieß: Kabinettangestellten gemacht. Da kam mir meine vorherige Ausbildung gut zu statten, denn dadurch betrug meine Lehrzeit nur 1 ½ anstatt 3 Jahre.
Wie gesagt, ich übe den Beruf nicht mehr aus, aber für den Hausgebrauch macht's trotzdem noch Freude. Oder wie viele Kinder kennt Ihr, in deren Puppenstuben sich handgeschmiedete, vergoldete Messingbetten finden?
Im Juli 2011 feierten wir in Pforzheim das 90jährige Bestehen der Goldschmiedeschule.
Anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Berufsfachschule für Goldschmiede an der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim zeigt das Schmuckmuseum Werke von Absolventen vornehmlich der vergangenen drei Jahrzehnte sowie von Ehemaligen, die ihre Ausbildung in den 1950er Jahren abgeschlossen haben. Insgesamt haben weit mehr als 6000 Schülerinnen und Schüler die Berufsfachschule besucht. In der Ausstellung sind Arbeiten von rund 80 ehemaligen Berufsfachschülern zu sehen. Sie stammen zum einen aus ihrer Lehrzeit, zum anderen spiegeln sie ihr heutiges Schaffen wider. Unter den Ausstellern finden sich auch Namen von Absolventen, die zu erfolgreichen Schmuckkünstlern geworden sind, wie Manfred Bischoff und Georg Dobler, Ute Eitzenhöfer und Karl Fritsch oder Winfried Krüger. Zudem sind einige Übungsstücke zu sehen, die veranschaulichen, wie die unerlässlichen technischen Grundlagen erlernt werden. Die Schau ist vom 10. Juli bis zum 30. Oktober 2011 im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen. (schmuckmagazin.de)
Ganz stolz bin ich, dass auch ein Stück von mir (Becher, Silberschmieden) ausgestellt wurde).
Fazit: Kreativer Beruf
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13.05.09
Drachen-Grüße!! ! :o)