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Die Unbeständigkeit des Seins - Fotograf/in Beruf / Tätigkeit

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Die Unbeständigkeit des Seins
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Autor-Name: Fotograf

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Datum: 16.02.16

Bewertung:

Vorteile: Man kann sein Hobby zum Beruf machen und sein kreatives Potential frei ausschöpfen.

Nachteile: Erfolg ist nicht garantiert, selbst wenn man sich unglaublich talentiert fühlt.

Nach nun 10 jähriger Tätigkeit als Fotograf, nach der Ausbildung sofort selbstständig gemacht, denn angestellt gibt es kaum Jobs mit denen man alt werden möchte, außer noch als Assistent, was wiederum eher als Ergänzung oder Vorbereitung zur eigenen Selbstständigkeit für die Anfangszeit zweckdienlich ist , um in der Szene Kontakte zu knüpfen, kann ich keine Empfehlung für die Ergreifung dieses Berufes geben.

Die Chance zu scheitern ist ungleich größer, als dauerhaft erfolgreich zu sein. So gibt es wenige gutverdienende Aushängeschilder, ähnlich wie in anderen Kreativberufen, seien es bildende Künstler, Schauspieler, Designer etc.. Die Masse lebt in prekären Verhältnissen und von der Hand in den Mund, was sich natürlich niemand gerne eingesteht. Zudem habe ich den Eindruck, dass überall um mich herum, die kleinen Fotostudios und Fotofachgeschäfte eher sterben, als sich zu vermehren. Wieviele Babybäuche, Haustiere, Kinder und Bewerbungsfotos muss man herstellen, bis sich der Laden trägt. Selbst etablierte Fotografen, die in einem Jahr genug verdienen, um etwa Investieren zu können, erleben im nächsten Jahr Umsatzeinbußen, die Ihre Rücklagen wie Eis in der Sonne schmelzen lassen und die sich mit der Zeit wieder verkleinern müssen.

Durch die immer geringeren Honorare für journalistisches Fotomaterial und den Zerfall der Werbefotografie durch Stockfotografie, hier kann man nur noch Geld mit großen Kampagen, die sich auf wenige Schultern verteilen verdienen, drängen immer mehr Fotografen in den Privatkundenbereich, wie etwa die Hochzeitsreportagen, wobei hier mittlerweile die Bildsprache wieder so einheitlich und austauschbar geworden ist, dass das Angebot an guten Fotografen, die Nachfrage an anspruchsvollen Kunden bei weitem zu übersteigen scheint.

Ich selbst habe 2006 mit Hochzeitsreportagen und Veranstaltungsfotografie begonnen, bis 2012 ging der Umsatz nach oben, konnte mir sogar Assistenten für die Bildbearbeitung leisten, seit 2013 geht es wieder abwärts und ich bezweifle langsam, ob ich in Zukunft allein von der Fotografie meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Fazit: Facharbeiter werden gesucht, Fotografen müssen sich selbst etablieren.