

Kurzbeschreibung: Bitte geben Sie in Ihrer Meinung den Titel des Buches, den Namen des Autors und das Genre an. Bsp.: Crichton, Michael - Timeline - Ausländischer Autor/Roman. Danke!
Petros Markaris: Hellas Channel
Produkt:
z. Zt. nicht aufgeführte Bücher
Datum: 07.02.02, geändert am 07.02.02 (119 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: -
Nachteile: -
Es ist für leidenschaftliche KrimileserInnen nicht leicht, immer wieder neue (gute) Autoren aufzutun. Da freut man sich, wenn es mal wieder einen Fund gibt - wie Petros Markaris. Sein erster Krimi „Hellas Channel“ ist 2001 als Taschenbuch bei Diogenes erschienen. (Einen zweiten gibt es mittlerweile gebunden ... aber Krimifans brauche viele, nicht teure Bücher.)
Der Held
Kostas Charitos ist Leiter der Athener Mordkommission, verheiratet und hat eine studierende Tochter. Seine Lieblingslektüre (und so ziemlich das Einzige, was er überhaupt liest) sind Wörterbücher. Merkwürdigerweise wird auf dem Klappentext und in mehreren Rezensionen angeführt, dass er gerne Souflaki isst. Das ist aber zu vernachlässigen - Vegetarier sollten sich davon nicht von der Lektüre abschrecken lassen!
Originell ist die Beziehung zu seiner Ehefrau, Sie schwankt zwischen Kleinkrieg und dann doch irgendwie wieder so was wie Liebe - mit teils sehr witzigen Episoden. Genauso ist das Verhältnis zu seinem Chef gemischt - die (leicht klischeehafte) Verachtung für den „unfähigen Vorgesetzten“ ist da - aber auch Anerkennung für seine politisch-diplomatisch-bürokratischen Finessen ...
Zu beiden Aspekten fällt schnell als Vergleich Donna Leons Kommissar Brunetti ein - und in beiden Aspekten gelingt es Markaris besser als Leon die Kitsch-Klippen zu umschiffen: weil seine Figuren nämlich nicht so eindeutig „gut“ oder „schlecht“ sind.
Der Fall
beginnt mit einem albanischen Paar, das ermordet aufgefunden wird. Und entwickelt sich in der Medienszene weiter: „Hellas Channel“ ist ein Fernsehsender, dessen Kriminalreporterin erst unseren Helden nervt und dann tot aufgefunden wird. Die Story berührt verschiedene Facetten der Gesellschaft Griechenlands: unerwünschte Albaner, Kriminalität aus dem ehemaligen Ostblock, die Geschichte der Nachkriegszeit ... manchmal scheint das fast ein bisschen viel Bemühen um Realitätsn
ähe.
Auf jeden Fall ist das Ganze schwungvoll geschrieben (zum Test einfach mal in der Buchhandlung die erste Seite lesen) und bleibt fast durchgehend spannend. Ausnahme sind die langen Autofahrten durch Athen, bei denen immer wieder detailliert die Route samt Staus beschrieben ist. Warum nur?
Das Buch hat mit 462 Seiten einen ordentlichen Umfang und am Ende ein Personenverzeichnis.
Und jetzt kann der nächste Fall kommen - als Taschenbuch.
gespendet von lizza
Fazit:
Name des Mitglieds: Spendenaktion
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik


10.02.02
@ Lamertien Das ist doch unsere Lisa aus dem Webmiles-Club, LG Teressa