Waffe X
Produkt:
Wolverine - Band 1 - Waffe X - Marc Cerasini
Datum: 06.08.08, geändert am 19.07.09 (120 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Spannend, viele interessante Charaktere, gute Story
Nachteile: -
Einst hatte der Mann, der nur unter dem Namen "Logan" bekannt ist, eine Schlüsselposition bei den kanadischen Special Forces... jetzt steht es schlecht um ihn: Alkoholismus, die Erinnerung an eine desaströse Mission in Nord-Korea und ein dunkles Geheimnis peinigen seine Seele. Auf einer Stufe mit Kleinganoven und Herumtreibern fristet er sein Dasein. Auf der Flucht vor einer Mordanklage wird er geschnappt und in einen Forschungskomplex in den kanadischen Rockies verschleppt, nur um dort als Versuchskaninchen bei einem strenggeheimen biotechnischen Experiment zu dienen.
Unter der Regie eines brillanten und skrupellosen Wissenschaftlers, muss Logan eine schmerzvolle Transformation über sich ergehen lassen, in deren Verlauf er zur Waffe X geschmiedet wird - eine erbarmungslose und unzerstörbare Kampfmaschine mit einziehbaren Stahlklauen, härter als Diamant. Doch als die Wissenschaftler versuchen, die totale Kontrolle über Logan zu erhalten, unterläuft ihnen ein Fehler: Sie rechnen nicht mit seinem unbeugsamen Willen, seinem geheimen Erbe und seiner höheren Bestimmung - und dieser Fehler hat katastrophale Folgen.
*Klappentext*
--Wolverine Waffe X--
Autor: Marc Cerasini
Verlag: Dino
Preis 9,95 Euro
ISBN: 3833214031
www.paninicomics.de
-Wolverine-
Logan ist eine Art Anti-Held. Er ist durch seine genetisch bedingte Mutation ausgestattet mit tödlichen Klauen und verfügt über eine enorme Selbstheilung, animalische Sinne, sowie einen extrem verlangsamten Alterungsprozess. Er ist mürrischer Natur und hat schwer mit sich zu kämpfen, zeitweise scheint er die Bestie in seinem Inneren nicht mehr bändigen zu können, manchmal scheint er es nicht zu wollen.
-Story-
Quälende Gedanken sind das Einzige, womit Wolverine sich Tag für Tag auseinandersetzt. So sehr er auch versucht, dem Ganzen entgegenzuwirken - es funktioniert einfach nicht. Weder der Whisky, noch die unzähligen Auseinandersetzungen mit diversen Leuten helfen ihm beim Vergessen seiner Vergangenheit. Logan fühlt sich erbärmlich, ist stets auf der Flucht vor seinen Gedanken und bleibt dennoch immer auf der Stelle stehen.
Dann passiert es: Durch einen Hinterhalt gerät er in die Fänge einer Forschungstruppe und dies ist kein Zufall, sondern ein lang geplantes Projekt, von dessen Existenz Wolverine jedoch nicht in Kenntnis gesetzt wurde. Nun beginnt der wahre Albtraum. Unfähig, seinen Körper kontrollieren zu können und nicht bei vollem Bewusstsein verliert sich Logan immer weiter in den Abgründen seiner eigenen Psyche und scheint nichts mehr tun zu können. Er ist den grausamen Spielen ausgesetzt und wird auf einen Pfad geleitet, den er nicht umgehen kann. Oder doch?
Die Verwandlung beginnt...
-Leseprobe-
Die Augen der Versuchsperson schienen tatsächlich etwas zu sehen und wirkten wach, obwohl die Pupillen geweitet waren. Subject X versuchte auch zu sprechen, doch die Laute die er hervorstieß, waren durch das blubbernde Atmungsgerät und die summenden Maschinen so gedämpft, dass man sie nicht verstehen konnte. "Die Wirkung des Beruhigungsmittels lässt nach." Die Stimme des Neurologen klang missbilligend. "Wir haben genug in ihn hereingepumpt, um sogar einen Elefanten zu betäuben!", verteidigte sich der Anästhesist. "Ich kann es auch kaum glauben, aber sehen Sie sich dieses Gehirnwellenmuster an." Der Neurologe trat beiseite, damit der Rest des Teams einen Blick auf den Ausdruck des Enzephalogramms werfen konnte. "Sie haben Recht." Der Anästhesist konnte es kaum fassen. So etwas hatte er noch nie gesehen. "Die Versuchsperson befindet sich zwar noch im Dämmerzustand, aber er erlangt das Bewusstsein zurück, trotz der Sedativa."
"Okay, ich will Thorazin. Vierhundertfünfzig Milligramm." Dr. Hendry streckte die Hand nach der Betäubungspistole aus. Sein Assistent lud das Gerät mit einem Plastikfläschchen des starken Medikaments, dann zögerte er. "Sind sie sich mit der Dosis sicher?", fragte der Assistent verwirrt. "Das Thorazin wird mit seinen Gehirnfunktionen ohnehin schon schreckliche Dinge anstellen und bei 450 mg..." Die furchtsame Stimme führte den Satz nicht zu Ende, aber was der Mann meinte, war nicht zu überhören. Das Serum würde die Versuchsperson möglicherweise umbringen.
--Beurteilung--
Das Buch zeigt auf erschreckende und teils sehr grausame Weise, wie Wolverine von einem Trupp skrupelloser Wissenschaftler verändert und um modelliert wurde. Sie versuchen, seine Mutation zu ihren Gunsten auszunutzen und haben ganz bestimmte Vorstellungen vom Gebrauch ihrer neu erschaffenen "Waffe X".
Währenddessen findet in Logans Kopf ein Kino der besonderen Art statt. Er erinnert sich an eine vergangene Mission und allerlei andere Grausamkeiten aus seinem Leben.
So kommt es zu einem stetigen Wechsel von Wolverines Gedanken und den Geschehnissen innerhalb der Forschungsstation. Hier blicken alle Beteiligten auf ein Monster, es entwickelt sich eine atemberaubende und höchst spannende Geschichte, rund um Logans Verhalten innerhalb des Experimentes und es kommt zu grauenhaften Geschehnissen. Doch gleichzeitig ist dieses Wesen so voller Gefühle, so hilflos und so bemitleidenswert, dass es dem Leser schwerfällt, sich eine Meinung über ihn zu bilden.
Desweiteren beleuchtet der Autor sehr viele der beteiligten Charaktere, die alle aus unterschiedlichen Gründen in die Geschichte verwickelt sind und selbst nicht so genau wissen was sie machen. Es gibt einen geisteskranken Professor, uninformierte Wachmänner, Menschen die von einer freiwilligen Versuchsperson ausgehen, Personen die genau wissen, um was für illegale Experimente es sich handelt, eine mitfühlende Wissenschaftlerin usw. Die Vielzahl an verstrickten Persönlichkeiten ist enorm, doch Marc Cerasini gelingt es, die wichtigsten Personen mit viel Leben zu versehen.
Zwei Handlungsstränge und viele Einblicke in die Gedankenwelt ganz unterschiedlicher Charaktere sorgen für einen unglaublichen Lesegenuss. Teils bedient sich der Autor einer recht heftigen Sprache, es gibt blutige Vorfälle und grausame Qualen werden erläutert. Das Buch eignet sich also nicht für junge Leser. Ob sich ein Fan oder doch eher der Laie mehr über die Geschichte freuen wird kann ich nicht beantworten. Ich kenne die Wolverine bzw. X-Men Comics nicht und kann nicht nachvollziehen, inwiefern der vorliegende Blick auf Logans Leben bereits bekannt ist, denke jedoch, dass auch Fans die schönen Seiten eines Romans genießen können, da die Materie so viel intensiver behandelt werden kann.
Wolverine - Waffe X ist ein außerordentlich gutes Buch und zieht den Leser absolut in seinen Bann. Spannung, Nervenkitzel, Gefühle und eine unheimlich interessante Story sorgen für einen hervorragenden Genuss!
Fazit: Nicht nur für Fans
Name des Mitglieds: Mone_s
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik



06.08.08
super beschrieben lg Werner