Für alle, die den Richtigen noch suchen
Produkt:
Wie Frauen fischen und jagen (Bank, Melissa)
Datum: 05.12.11
Bewertung:
Vorteile: Idee,Stil
Nachteile: Protgonistin, Umsetzung
==Für alle, die den Richtigen noch suchen==
Hallo lieber Leser, liebe Leserin.
Weil Julia im Bett unter mir lag, konnte ich nicht einschlafen und ich spürte, dass es ihr genauso ging. Wir lagen im Dunkeln wach, horchten auf die Geräusche der anderen. Unser Schweigen hatte etwas Vertrautes und Feindseliges zugleich, es war wie ein Kräftemessen mit Blicken. ( Zitat S. 21)
Dieses Zitat stammt aus einem Buch, welches ich schon sehr lange in meinem Regal liegen hatte, bevor ich mich nun daran getraut habe. Die Erwartung auf einen lockeren Liebesroman, wie ich ihn schon von anderen Autoren gelesen habe, steigerte die Vorfreude um einiges. Zumal im Buch stand, dass es sich um einen absoluten Bestseller handelte. Nun habe ich mich endlich an dieses Buch gewagt, und möchte es euch vorstellen.
===Buchdaten===
Autor: Melissa Bank
Titel: Wie Frauen fischen und jagen
Verlag: Diana
Erschienen: 2002
ISBN-10: 3453177053
ISBN-13: 9783453177055
Seiten: 320
Kosten: gebraucht ab 3,01Euro bei Amazon
===Autor/in===
Melissa Bank wurde 1961 geboren und war als Werbetexterin für einen Verlag tätig. Ihr Debüt-Roman "Wie Frauen fischen und jagen" wurde zum internationalen Erfolgsroman. Heute lebt sie in New York. Ein weiteres Buch hat den Titel "Dinge, die Frauen aus Liebe tun".
===Zitierter Klappentext===
Schonungslos offen und pointiert schildert die Heldin Jane ihren ersten Sommer des Erwachsenwerdens und die späteren Jagdversuche in Sachen Liebe. Zwischen Treue und Betrug, Machtspielen und Abhängigkeiten erzählt sie ergreifend und lebendig von den Schwierigkeiten, den einzig Richtigen zu finden.
===Meine Meinung===
"Wie Frauen fischen und jagen" klang für mich nach einem interessanten, liebenswerten Roman. Die Suche nach Mr. Right ist ein Thema, dass so manchen Leser fasziniert. Träumen, Erinnerungen wachrufen und dabei etwas zum Lachen haben, genau das Richtige für mich.
Unterteilt ist die Geschichte der Protagonistin Jane in verschiedene Abschnitte ihres Lebens. Es beginnt im zarten Alter von 14 Jahren, wo sie sich zum ersten Mal mit der Thematik Liebe wirklich auseinandersetzt, geht über ihren ersten Freund bis hin zur letzten suche nach Mr. Right.
Auf den ersten Blick klingt dies in der Tag sehr vielversprechend. Gerade wenn man die Hintergrundinformation, dass es sich um einen internationalen Bestseller handelt, im Hinterkopf behält. Die Umsetzung hat mich persönlich jedoch sehr enttäuscht. Warum dieser Roman so hoch in den Himmel gelobt wird, kann ich am Ende angekommen, nicht ein Stück nachvollziehen.
Es beginnt schon mit dem ersten Kapitel, wo man eigentlich davon ausgeht, dass es mit ihrem ersten Freund losgeht. Stattdessen geht es um die Beobachtungen, die sie bei ihrem großen Bruder und seiner ersten festen Freundin sammeln kann. Während eines Sommers sammelt sie diese Erfahrungen, die weder einen roten Faden haben, noch romantisch, süß oder spannend sind. Anfänglich denkt der Leser, dass er erst einmal die Protagonistin kennenlernen soll, um sie im späteren Verlauf besser einschätzen zu können. Doch auch dies ist weit hergeholt. Die kleinen bruchstückhaften Erinnerungen, wie es mir beim Lesen vorkam, sorgen für ein schwaches, blasses Bild. Weder gelang es mir die Protagonistin bildlich vorzustellen, noch ihre Handlungen oder Gedankengänge zu verstehen. Auch die gesamte Situation wirkt eher blass und langatmig. Mir fehlte das gewisse Etwas, welches leider auch in den nächsten Kapiteln nicht zum Vorschein kommt. Oft fehlen die Zusammenhänge, da kein roter Faden vorhanden ist. Hier und da springt die Autorin, sodass man sogar leicht verwirrt wird. Es ist schwer sich von der Stimmung fesseln zu lassen und sich in die Situation hineinzuversetzen. Das liegt daran, dass einfach wichtig Fragmente, die der Leser wissen möchte oder müsste, einfach fehlen. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass die Autorin das Buch am Ende gar nicht erneut gelesen hat, um kleinere Unstimmigkeiten oder fehlende Punkte zu bemerken.
Zwar kommt in den späteren Kapiteln auch ihre eigene Liebe zum Vorschein, aber mich konnte sie damit nicht überzeugen oder fesseln. Flach dümpeln die Liebesszenen vor sich hin. Für einen Roman, der ins Genre Chick-Lit gehören soll, ist definitiv zu wenig Romantik, Gefühle und Liebe vorhanden.
Die Geschichten lassen sich leicht lesen, aber ein flüssiger und angenehmer Stil reichen nicht, wenn die Handlung eher schwach ist, und die Beschreibungen alles andere als anschaulich sind. Dem Buch fehlt es nicht nur an einer guten Protagonistin sondern vor allen Dingen an Tempo, Witz und Charme.
Auf Grund des leichten Lesestils kam zwar nicht der Wunsch nach einem Abbruch auf, aber schon nach zwei Kapitel war mir klar, dass dieses Buch einmal gelesen bleiben wird. Diese Meinung ist auch am Ende des Buches geblieben. Für mich ist es kein Buch, dass ich empfehlen kann. Warum es so erfolgreich ist - falls ihr es wisst, sagt Bescheid.
===Bewertung===
"Wie Frauen fischen und jagen" ist ein Roman, dem es an Tempo, Witz und Charme mangelt. Kombiniert wir das Ganze mit einem flüssigen Stil, dem es jedoch nicht gelingt, die Protagonistin zum Leben zu erwecken. Für mich zwei Sterne.
Pro: Idee, leichter Stil
Contra:Protagonistin, Umsetzung
Empfehlung: niemals
~*~ Danke ~*~ fürs ~*~ Bewerten ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~
© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt
Fazit: Absolut enttäuscht.
Name des Mitglieds: CyberQueeny



05.12.11
super die Buchbesprechung die nicht alles verherrlicht wie du schon richtig schreibst. Flache Lektüre für flache von mir kv