Weil ich dich nicht vergessen kann - Ron McLarty
eine Liebe über Jahrzehnte, eine Kinderliebe - und noch viel mehr - - Weil ich dich nicht vergessen kann - Ron McLarty Belletristik

Erhältlich in: 4 Shops

Kurzbeschreibung: Genre: Romane / Jahr: 2008

 
 

eine Liebe über Jahrzehnte, eine Kinderliebe - und noch viel mehr -

Produkt:

Weil ich dich nicht vergessen kann - Ron McLarty

Datum: 16.12.09

Bewertung:

Vorteile: leicht zu lesen, gute Unterhaltung, geringe literarische Ansprüche

Nachteile: ./.

Buchdaten:
Verlag: PeP eBooks
2009 1. Auflage
Seitenzahl: 304
Deutsch
ISBN-13: 9783641031756
ISBN-10: 3641031753


Der Autor:
*********
"Bevor Ron McLarty mit "Die unglaubliche Reise des Smithy Ide" international bekannt wurde, war er schon als Schauspieler erfolgreich. Seinen Durchbruch als Schriftsteller verdankt er einer hymnischen Rezension von Stephen King, der sein Talent als einer der Ersten entdeckte. Ron McLarty arbeitete als Schauspieler beim amerikanischen Fernsehen, widmete aber jede freie Minute seiner eigentlichen Leidenschaft: dem Schreiben. Bis er eines Tages einer Hörbuchverlegerin "Die unglaubliche Reise des Smithy Ide" zu lesen gab. Die war so begeistert, dass sie den Roman als Hörbuch produzierte - ohne dass es zuvor eine Buchfassung gegeben hätte. Das Hörbuch fiel Stephen King in die Hände, der daraufhin einen enthusiastischen Artikel in einer großen amerikanischen Zeitschrift schrieb mit dem Titel: "Das beste Buch, das Sie nicht lesen können" - und damit den Startschuss für die Buchveröffentlichung und eine der unglaublichsten literarischen Erfolgsgeschichten der letzten Jahre gab."



Klappentext:
"Jono Riley ist Schauspieler, Barkeeper und lange über das Alter hinaus, in dem man sich noch Illusionen hingibt: Er weiß, dass er sich viele Chancen im Hier und Jetzt vergibt, weil er lieber in der Vergangenheit lebt und alten Träumen nachhängt. Als Jono vom Tod seiner Jugendliebe Marie erfährt, wacht er endlich auf und fasst den Entschluss in seine Heimatstadt zu reisen, um sich am Sehnsuchtsort seiner Erinnerung gebührend von Marie und seiner Jugend zu verabschieden. So hofft Jono, wieder frei für ein neues Leben und eine neue Liebe zu werden. Die Reise lässt jedoch alte, längst noch nicht verheilte Wunden wieder aufbrechen: Jono erinnert sich an den furchtbaren Tag vor über vierzig Jahren, an dem Marie von einem Unbekannten angeschossen worden war. Der Täter ist bis heute nicht gefasst und Jono spürt intuitiv: Er muss den Schützen finden, um seinen Frieden mit der Vergangenheit machen zu können. "



Meine Inhaltsbeschreibung
***********************
Jono lebt in New York, als minimal bezahlter Schauspieler und Barkeeper. Sein Leben ist ziemlich eintönig; er hat nach einigen gescheiterten Beziehungen eine Freundin, die er auch liebt, aber irgendwie sich nicht binden kann/will.
Und als er eines Tages die Nachricht bekommt, Marie, seine Freundin aus Kinder- und Jugendtagen, sei verstorben, beschließt er dort hinzufahren und die Stätten seiner Kindheit und Jugend (Rhode Island) aufzusuchen.
Er nimmt sich einen Mietwagen und fährt hin, besucht alte Bekannte, einige findet er andere nicht mehr. Jetzt folgen im Wechsel die Schilderung der Geschichte, wie sie vor 40 Jahren geschah, und dann wieder die heutige Geschichte.
So wird der Abend, wo Marie angeschossen wurde, als sie Schneeengel am Wasserturm gemacht hatten, beide 11 oder 12 Jahre alt, geschildert, wo Marie aber wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird, die Kugel bleibt, sie ist an einer sehr gefährlichen Stelle, und das Risiko einer OP wäre viel zu groß.

Auch die vielen Geschehnisse in den Schulen dort, die verschiedenen Gruppierungen in Rhode Island, East Rhode Island, werden sehr genau geschildert, vor allem auch die Rugby-Spiele, oder ganz besonders eine Gruppe, kleine Gangster, die einen unglaublichen Slang sprechen. - -

Die verschiedenen Schichten sind natürlich alleine schon daran zu erkennen, wo sich ihre Wohnungen oder Häuser befinden. Und wie üblich sind Anfeindungen, körperliche Auseinandersetzungen an der Tagesordnung.
An das alles erinnert sich Jono, und er sucht auch den damalig zuständigen Polizisten auf. Er hatte gehört, dass bei der Obduktion von Maies Leiche die Kugel entfernt worden war, es wurde von einer 'Wanderkugel' gesprochen, die eben in diesen 40 Jahren gewandert ist, und so plötzlich zum Tod führte. Marie war einfach im Sessel gesessen, und gestorben, ohne irgendeine Bewandtnis. Daher die Obduktion.
Jono recherchiert nun, und es waren noch weitere Schüsse damals gewesen, aber niemals aufgeklärt worden, wer der Schütze war, und die Sache ist im Sand verlaufen.
Jono kommt nun - auf vielen Irr- und Umwegen - der Sache näher, und es wird jetzt zunehmend spannend. U.a. sucht er auch einige aus dieser Jugendgang auf, die jetzt natürlich auch 40 Jahre älter sind und eben die passenden 'Karrieren' gemacht haben. Hier ein Ausschnitt:

"......'Wer ist da?' knurrte er. - 'Jono Riley', rief ich durch die Tür. Die Tür flog auf, und der fette Poochy starrte mir finster entgegen. Er trug einen goldfarbenen Jogginganzug, der an Bauch und Oberschenkeln zu eng war. An seinem kleinen Finger blitzte ein Diamant in der Sonne.
'Wer hat dir gesagt, dass ich hier bin?' - 'Die junge Dame, die mir geöffnet hat' -- - 'das ist meine Tochter. Du wirst sie da raushalten' - 'Wo raushalten?'
Er zog ein Handy aus der Gesäßtasche und drückte auf ein paar Tasten. Dann hielt er das Telefon vor sich und schrie hinein..... "Du holst das andere Pissgesicht aus dem Wagen, und dann schafft ihr eure verkackten Ärsche sofort hierher!'
Wir starrten einander an und warteten, bis Howie Crosby und Allie Ponserelli keuchend und zerzaust die Einfahrt heraufgerannt kamen. Howie hielt seine Pistole in der Hand, und was Allie bei sich trug, sah aus wie eine abgesägte Schrotflinte.
'Stopp!' schrie Poochy. Jetzt standen sie atemlos unter uns an der Treppe. Poochy deutet auf mich. 'Diese Pissnelke klingelt an meiner Haustür, redet mit Angela, kommt nach hinten spaziert und klopft an meine gottverdammte Tür! Was habt ihr Sackgesichter gemacht? Habt ihr gewichst?" -
'Er hat sich rangeschlichen, der Scheißer', winselte Allie. - - - - 'Nein, das hat er nicht du saublödes, schwanzlutschendes Makkaroni-Arschloch. Er ist hier einfach reinspaziert. Er hat an meine Scheißtür geklopft'............."

Aber Jono recherchiert ja nicht alleine in diese Richtung, sondern auch bei den damaligen Freunden, einige trifft er auch.
Das Ende der Geschichte ist zwar überraschend, aber der Leser wurde da ja herangeführt, und so konnte ich mir das schon so ähnlich vorstellen.
Dass dann die Freundin von Jono auch anreist, nachdem er sie darum gebeten hatte, schließt dann den Kreis, wo anfangs geschildert wird, dass er sich nicht binden kann oder will, und wo das Ende dieser Geschichte Jono dann von seinen Kindheits- und Jugenderlebnissen befreit, und er somit auch endlich mit seiner Freundin zusammen leben will, das ist nur das eine Ende, bzw. Fazit der implizierten Kriminalgeschichte.
Mehr nicht vom Inhalt.


Meine abschließende Meinung:
*************************
Die Geschichte beginnt ziemlich zähflüssig. Und das pausenlose Understatement des Protagonisten nervte mich.
Da wird (in meinen Augen) krampfhaft in einer Sprache geschrieben, die der Autor dem Protagonisten zumisst. Da redet er dann immer, wenn er über sich spricht, von seinem Riesen-Quadratschädel, der da auf seinem Hals sitzt, und das seine einzigen großen Taten eben im Rugby-Spiel zu finden sind, wo er zweimal Staatsmeister (von Rhode Island) wurde.

Wobei in der ganzen Geschichte drei Sprachstile verwendet werden. - Zuerst der ziemlich gewöhnliche des 50-jährigen Jono in New York, dann der Slang der Kinder und Jugendlichen in Rhode Island vor 40 Jahren, dann gegen Ende ein mehr normaler Stil, ein kleines bisschen anspruchsvoller.

Der Hinweis, dass Stephen King den Autor so enthusiastisch gelobt hatte, verführt natürlich schon dazu, dieses Buch zu lesen. Und es ist ja eine sehr diffizile Krimi-Geschichte auch geworden.

Tja, was konnte ich von diesem Roman mitnehmen....... nicht viel.
War ich am Anfang schon geneigt, das Buch wegzulegen, las ich eben doch weiter, die Geschichte wurde dann doch unterhaltsam, vor allem war sie sehr leicht zu lesen, und war ja auch nicht allzu umfangreich.

Der Autor ging zwar ganz gut auf die psychischen Eigenheiten der Leute ein, die Situation in Long Island, vor allem dieser Schicht, die aus eingewanderten Portos (Portugiesen), Iren, Italienern besteht.
Dennoch bleibt der ganze Roman mittelmäßig, und alleine der Hinweis, dass Stephan King den Autor mal für ein Hörbuch gelobt hatte, ändert daran nichts.
Auffallend eben - über die ganze Geschichte - immer wieder der Slang, die Kraftausdrücke, die wirklich seitenweise geschildert werden.

Fazit: sehr lesenswert, unterhaltssam, spannend

Name des Mitglieds: giselamaria