Verborgene Muster (Rankin, Ian)
Edinburgh und der Tod  - Verborgene Muster (Rankin, Ian) Belletristik

Erhältlich in: 2 Shops

Kurzbeschreibung: Taschenbuch - 223 Seiten (2000) Goldmann, Mchn.; ISBN: 3442446074

 
 

Edinburgh und der Tod

Produkt:

Verborgene Muster (Rankin, Ian)

Datum: 16.09.03, geändert am 16.09.03 (59 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Sehr guter Krimi

Nachteile: ---

Vor einiger Zeit, genauer gesagt vor meinem Schottland-Urlaub im Mai 2003, machte ich mich, wie so oft, auf die Suche nach interessanter Lektüre. Da ich eine richtige kleine Leseratte bin, bin ich guter Kunde in diversen Buchhandlungen; in der Buchabteilung des Karlsruher Karstadt stieß ich dann auf die Bücher des schottischen Autors Ian Rankin. Schon öfter hatte ich von diesem Autor gehört; angeblich sollte es sich bei ihm um einen der besten modernen Krimiautoren handeln, sein Name wurde oftmals in einem Atemzug mit Henning Mankell, dem bekannten schwedischen Autor, genannt. Da Rankins Werke noch dazu in Schottland spielen, war mir klar, daß ich die ideale Urlaubslektüre für meinen Schottland-Trip gefunden hatte. Also schlug ich zu und kaufte mir gleich mehrere Bücher von ihm, über die ich nun hier sukzessive berichten will.

Meine erste Meinung soll sich mit Rankins erstem Buch "Verborgene Muster" befassen; vorher jedoch möchte ich ein paar Infos über den Autor sowie über die Hauptfigur seiner Romane, Detective Sergeant John Rebus von der Edinburgher Mordkommission, geben.

Ian Rankin wurde 1960 in der schottischen Region Fife geboren. Nach verschiedenen beruflichen Tätigkeiten etablierte er sich 1986 als Autor. Der endgültige Durchbruch gelang ihm mit der Figur John Rebus. Seither ist er fast permanent in den englischen Bestsellerlisten zu finden.

Detective Sergeant John Rebus arbeitet bei der Mordkommission der Polizei von Edinburgh. Er ist im Prinzip ein sehr fähiger Polizist, eckt jedoch durch seine unkonventionelle Art immer wieder bei seinen Vorgesetzten und Kollegen an, so daß er den Ruf genießt, ein eigenbrötlerischer Einzelgänger zu sein. Auch privat läuft es bei ihm nicht rund. Seine Frau hat ihn verlassen, seine Tochter Samantha hat sich ihm gegenüber völlig entfremdet, sein Bruder Michael dealt mit Drogen. Und auch mit seiner neuen Liebe, Dr. Patience Atkinson, läuft es nicht immer rund, vor allem auch deshalb, weil
Rebus viel zu viel und zu lange arbeitet. Nebenbei ist auch Rebus' Alkohol- und Zigarettenkonsum auf ein besorgniserregendes Maß angestiegen.

"Moment mal", höre ich jetzt die erfahrenen Krimi-Leser sagen, "Das erinnert doch sehr stark an Henning Mankells Krimihelden Kurt Wallander!". Nun ja, gewisse Ähnlichkeiten im Geiste findet man zwischen Wallander und Rebus schon, aber dennoch ist Rebus eine durch und durch eigenständige Person, in die man sich, wenn man ein paar von Rankins Büchern gelesen hat, auch sehr gut hineinversetzen kann.

Schauplatz von Rankins Storys ist Edinburgh, die schottische Hauptstadt. Genau das macht für mich natürlich den ganz besonderen Reiz der Bücher aus, denn ich liebe diese Stadt. Für mich ist Edinburgh eine der faszinierendsten Städte weltweit. Aber auch für Menschen, die noch nie die schottische Metropole besucht haben, sind Rankins Werke geeignet. Er schafft es, den besonderen Flair dieser Stadt einzufangen und zu vermitteln - auf der einen Seite die von Touristen bevölkerten Straßen von Old und New Town, auf der anderen Seite die fast schon slumartig zu nennenden Vororte wie Pilmuir - auf der einen Seite die belebten Pubs und Restaurants, auf der anderen Seite die häufig sehr schaurige Geschichte der Stadt. Edinburgh ist in den Büchern zum Greifen nahe.

Aber nun genug der Vorrede, kommen wir zu "Verborgene Muster":

Ein Serienmörder treibt in Edinburgh sein Unwesen. Schon mehrere junge Mädchen sind ihm zum Opfer gefallen. Die Polizei tappt total im Dunkeln, hat keinerlei heiße Spur, was zu heftiger Kritik seitens der Medien und der Stadtverwaltung führt.

Gleichzeitig bekommt John Rebus immer wieder anonyme Briefe: mal eine Schnur mit einem seltenen Knoten darin, mal ein aus Streichhölzern gebasteltes Kreuz, mal ein ausformuliertes Rätsel. Zunächst weiß Rebus mit diesen Briefen nichts anzufangen, aber mit der Zeit wird es immer deutlicher, daß es sich dabei
um Hinweise, die im Zusammenhang mit den Morden an den Mädchen stehen, handeln muß.

Doch als Rebus die Zusammenhänge erkennt, ist es schon fast zu spät. In buchstäblich letzter Minute erkennt er, daß die ganzen Morde mit ihm, mit seiner eigenen dunklen Vergangenheit bei der britischen Militär-Spezialeinheit SAS, zusammenhängen. Und die Bedrohung kommt immer näher; viel zu spät merkt Rebus, daß es der Mörder nicht nur auf seine Tochter, sondern sogar auf ihn selbst abgesehen hat...

"Verborgene Zeichen" gehört zu jener Sorte Bücher, in denen man nicht bis zum Schluß warten muß, ehe man erfährt, wer der Mörder ist; schon relativ früh ist klar, wer diese abscheulichen Verbrechen begeht. Dennoch wird das Buch auch danach nicht langweilig, ganz im Gegenteil. Bis zur letzten Seite muß man mit John Rebus zittern. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite packend und fesselnd geschrieben.

Rankin schafft es, in "Verborgene Zeichen" sehr interessante Einblicke in die Person John Rebus zu geben. Nach diesem ersten Roman der Reihe kennt man die Hauptfigur, so daß man Lust auf mehr bekommt. Aber auch die Psyche des Täters wird eingehend dargelegt. Und natürlich spürt man in diesem Buch, wie in allen anderen aus der John Rebus-Reihe, den bereits erwähnten besonderen Flair Edinburghs. Für mich ist es jedes Mal ein Aha-Erlebnis, wenn irgendwelche Orte in Edinburgh beschrieben werden, an denen ich auch schon war.

Wer sich für gutgeschriebene Krimis interessiert, für den ist nicht nur "Verborgene Zeichen" ein absolutes Muß, sondern vielmehr auch die ganze John Rebus-Reihe von Ian Rankin. Moderne, gut und spannend geschriebene Unterhaltung ist garantiert.

"Verborgene Zeichen" ist im Goldmann-Verlag unter der ISBN-Nr. 3442446074 erschienen und kostet 8 Euro.

Fazit:

Name des Mitglieds: squarerigger