Toiletten ( t' Hooft, Niels)
Toilette oder Plumpsklo?! - Toiletten ( t' Hooft, Niels) Belletristik

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Kurzbeschreibung: Ein Paar schmei�t seine Sachen und ihr Leben zusammen, aber nicht die WCs!

 
 

Toilette oder Plumpsklo?!

Produkt:

Toiletten ( t' Hooft, Niels)

Datum: 15.05.08, geändert am 22.09.11 (331 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: na ja, man liest halt...

Nachteile: ... nicht so viel

Liebe Leser und Leserinnen,
ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, Bewerten und Kommentieren meines neusten Testberichtes auf dieser Meinungsplattform.


--- Einleitung ---
Kinder, die lesen, sollen ja angeblich ein besseres Abitur haben, als Kinder, die mehr Fernseher gucken. Ich glaube auch, dass da was dran ist. Gerade deswegen freue ich mich umso mehr, dass ich eines der Kinder bin und war, dass immer viel gelesen hat und nicht sein Verhalten ändern muss, um noch schlauer zu werden, als es schon ist. Dieses Mal hat das "Kind" gelesen. "Toiletten".

--- Wege zum Buch ---
Da das Kind nicht so viel Geld bezieht, dass es sich jedes halbwegs interessante Buch käuflich erwerben kann, geht es alle zwei Wochen in die Städtische Bücherei um dort Bücher zu entleihen. Dieses Buch ist mir aufgefallen, da es erstens ein sehr interessantes Cover hat und ja - auch einmal dies - es ist verdammt kurz und schien als Abwechslung also gut geeignet zu sein.

--- Inhalt ---
Er zieht mit ihr zusammen. Sie sind erst ganz kurz zusammen und frisch verliebt, mit Schmetterlingen und Flugzeugen um Bauch und entschließen sich eine eigene Wohnung zu nehmen. Er spielt gerne Videogames, stellt sich Fantasiewelten vor und sie studiert Literatur und hat keine Ahnung von seinem Hobby. Die Wohnung ist furchtbar klein und das Besondere ist, dass trotzt der geringen Größe der Wohnung es zwei Toiletten gibt. Hals über Kopf, wie ihre Liebe ist, ist auch die anfängliche Leichtigkeit. Alles was ihm gehört, gehört ihr und alles was ihr gehört, gehört auch ihm. Es gibt keine Grenzen. Sie wollen zusammensein, immer. Die Wohnung ist dafür auch perfekt, wirklich so klein, dass es als lächerlich und Platzverschwendung erscheint, dass es ausgerechnet zwei Toiletten gibt. Doch was machen, wenn man die ersten Spannungen hat und sich nicht mehr aus dem Weg gehen kann? Sind da zwei Toiletten noch immer eine Platzverschwendung?

--- Fakten ---
Preis: 12,90 Euro
Erschienen: August 2004
Seiten: 112 Seiten
Autor: Niels 't Hooft
Verlag: Reclam Verlag
ISBN: 3-379-00820-6

---- Meine Meinung ----
"Toiletten" hat mich schon alleine vom äußeren Erscheinungsbild leicht stutzig gemacht. Ich lese normalerweise keine richtig kurzen Bücher oder eher sehr selten, dann dieser komisch grüne Einband, der einen auch die Fragen aufwerfen lässt, was für einen Sinn das Buch macht und ob es einem überhaupt gefallen wird. Bis man zu dem Entschluss kommt, dass man es ja mal probieren könnte. Ein Versuch kann ja nicht schaden.

Der Titel "Toiletten" sorgt für Erheiterung und auch für Verwunderung. Ein Buch, das den Titel des stillen Örtchen trägt, was darf man davon erwarten? Geht es um Geschichten rund um die Toilette? Oder wie soll der Leser sich das vorstellen? Einen Sinn muss der Titel ja machen, irgendeinen Sinn. Und den macht der Titel auch. In dem Buch wird die Geschichte eines Pärchens erzählt, dass nach drei Tagen Beziehungen zusammen in eine Ein-Zimmer-Wohnung zieht. Das ungewöhnliche an dieser Wohnung ist, dass es zwei Toiletten hat. Wieso wird als eine Art Vorwort dem Leser näher gebracht. Sinn und Zweck der beiden Toiletten scheinen eigentlich nicht vorhanden zu sein, denn beide einigen sich sofort, dass alles, was dem einen gehört, auch dem anderen gehört. Und so erfährt der Leser über die Zeit der Beziehung. Der ersten großen Liebe.

Die Geschichte dieser ersten großen Liebe, dem Zusammenziehen und den Gefühlen wird von einem Ich-Erzähler erzählt, der die männliche Rolle in der Beziehung übernimmt. Der Leser erfährt seinen Namen kein einziges Mal, dafür wird er in die Abgründe seiner Gedanken geführt. Der Ich-Erzähler reflektiert seine Beziehung nach kurzen Tagen schon, hat Angst, dass er etwas durch Fehlverhalten kaputt machen könnte und ist noch sehr kindlich, weshalb man vermuten kann, dass diese Beziehung einer der ersten Beziehungen ist, die er überhaupt geführt hat. Er erwartet nichts, schaut kaum in die Zukunft, aber auch nicht sonderlich in die Vergangenheit. Das soll heißen, dass wir als Leser nicht erfahren, wie der Ich-Erzähler seine Freundin nun kennen gelernt hat und was er eigentlich an ihr liebt. Das machte mich nach einiger Zeit nämlich stutzig und verwirrte mich. Es wird immer wieder von Liebe geredet, aber ich fand keine Gründe für eine Verliebtheit der Hauptfiguren. Im Gegenteil, ich fand das Verhältnis der beiden zu einander eher recht kühl und wunderte mich, dass Beziehungen so distanziert ablaufen. Er interessiert sich vor allem für Videogames und vergleicht sein Leben auch mit solchen Spielen. Besonders interessant ist eine Szene auf dem Flohmarkt, in der man merkt, dass die Interessen des Paares weit auseinandergehen. Während sie sich nach Weltliteratur umsieht, schaut er nach Comics.

Den Namen des weiblichen Parts erfährt der Leser insgesamt vielleicht dreimal. Loes. Da dieses Buch von einem Holländer geschrieben worden ist, sollte man sich nicht über den Namen wundern. Loes studiert Literatur und ist auch sonst eine ernsthafte Person. Komischerweise kam sie mir die ganze Zeit sehr distanziert vor und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie wirklich in ihren Freund verliebt ist. Das mag auch einfach eine Fehlinterpretation sein, aber die Distanz, die sie immer wieder zu ihrem Freund aufbaut, ist doch schon sehr deutlich zu erkennen. Diese Distanz muss allerdings nicht erst von ihr geschaffen werden, im Gegenteil, sie ist von Anfang an da, weil das Paar verschiedener nicht sein könnte. Sie ist ernsthaft, nachdenklich, reflektiert die Situationen und lacht wenig. Er macht gerne Scherze, ist kindlich und braucht viel Liebe. Distanz ist für ihn eigentlich tödlich, da er diese verständlicherweise als Zurückweisung sieht. Von Anfang an war es mir rätselhaft, wie es überhaupt sein konnte, dass ausgerechnet die beiden sich ineinander verliebt haben. Aber anscheinend ist in der Fantasiewelt ja alles möglich. Und Gegensätze ziehen sich ja schließlich an.

Der Plot ist sehr verwirrend. Zumindest am Anfang. Für beide Partner gibt es keine Namen und eine Identifikation zu einer der beiden Hauptpersonen findet auf meiner Seite auch nicht statt. Im Gegenteil, ich habe selber eine Distanz zu den Personen gewonnen, die im Fortlaufe der Geschichte eigentlich immer wieder größer wurde. Das Ende hat mich deswegen auch nicht überrascht, verwundert oder berührt. Es war sogar viel zu sehr kalkulierbar. Nach einer gewissen Zeit hat der Leser eigentlich raus, worauf das ganze hinauslaufen wird, was im Grunde wirklich schade ist, denn die Idee der Geschichte ist eigentlich klasse.

Verwirrend, zusätzlich zu einigen inhaltlichen Aspekten, ist auch der Satzbau und die Verständlichkeit. Durch fehlende Namen und persönliche Anreden wird es an einigen Stellen schwer, dem Ich-Erzähler zu folgen und plausibel zu verstehen, was eigentlich gesagt werden soll. Manchmal hätte Hooft einfach etwas alltagstauglicher schreiben sollen, so dass der Leser nicht auch noch für jeden noch so kurzen Satz nachdenken muss, obwohl dem vielleicht kaum Bedeutung abgerungen werden kann. Mir ist das Lesen anhand des Sprachstils zu Anfang deswegen zwar nicht zu schwer, aber zu langatmig geworden, so dass ich nicht wusste, ob es mir gefallen würde. Irgendwie muss mir das Buch ja zusagen. Und die Geschichte wird nun eben einmal durch Wörter transportiert.

Insgesamt finde ich die Geschichte nicht besonders empfehlenswert. Sie gelesen zu haben, bereue ich keine Sekunde, allerdings fand ich sie auf der einen Seite zu kurios - dank des Satzbaues, ungewöhnlichen Schreibstil, aber auch der ungewöhnlichen Distanz eines Paares nach wenigen Tagen des Zusammenseins - andererseits fand ich die Geschichte sogar auf einer Seite langweilig, weil meiner Meinung nach einiger Zeit ganz klar kalkulierbar ist, wie das Ende aussehen wird. Vielversprechend klang im Buchdeckel auch an, dass dieses Buch an die erste Liebe erinnern solle. Ganz richtig, ich schreibe im Konjunktiv, da ich diese Meinung absolut nicht teilen kann. Eine Liebe kann ja durchaus stürmisch sein, so dass man nach wenigen Tagen zusammenzieht, aber die Distanz, die zwischen den beiden herrscht erinnert mich keine Sekunde an meine erste Liebe. Wenn diese Geschichte an seine erste Liebe erinnert, der tut mir wirklich Leid.

Aus der Geschichte hätte Hooft viel mehr zaubern können, das denke ich mir schon die ganze Zeit. Wie, das kann ich ihm auch nicht sagen, eine Begeisterung für das Buch hege ich aber nicht und es war eher eine Enttäuschung als eine Bereicherung. Aber ich denke, dass man auch solche Erfahrungen mit Büchern machen muss. Insofern rate ich nur das Buch zu lesen, wer sich mal für einen etwas anderen Schreibstil interessiert oder wer Interesse an kurzen Geschichten hat, denn diese Leserschaft wird hier sicherlich ausreichend bedient.

--- Fazit ---
Wer es komisch und ungenau mag, ist mit diesem Buch richtig bedient. Kaum Handlung, wenig Text und eine leicht Verwirrung dürfen da erwartet werden.


Liebe Grüße,
Cicila

Fazit: Wer es komisch und ungenau mag, ist mit diesem Buch richtig bedient. Kaum Handlung, wenig Text und e

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