Von den Toten auferstanden
Produkt:
The Curious Incident of the Dog in the Night-Time - Mark Haddon
Datum: 14.11.10, geändert am 06.11.11 (116 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Facettenreich, spannend, günstig....
Nachteile: Originalsprache ist englisch und daher nicht jedermann zugänglich
Das Buch "The curious incident of the dog at the night-time" handelt von einem autistischen Jungen, der mit seinem Vater allein lebt. Inhaltsangaben findet man im Netz zu Hauf, deshalb will ich mich auf meine persönlichen Eindrücke beschränken. Der deutsche Titel lautet "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone"
Der äußere Aufbau der Geschichte wie auch die Erzählung selbst gibt viele Facetten des autistischen Denkens wider. Christopher Boone ist ein Schüler, der einerseits mit seiner autistischen Behinderung zu kämpfen hat, andererseits seine besonderen Begabungen dank der Unterstützung seiner Lehrer entwickeln kann. Dies alles tritt in den Hintergrund, als er den Tod am Nachbarshund Wellington aufzuklären versucht. Seine Motivation ist so stark, dass er freiwillig seine Routinen verlässt und sich auf unsicheres Gebiet begibt.
Dieses Buch hat soviele Facetten, dass man sie kaum alle beschreiben kann:
Wir lernen etwas über Autismus.
Wir lernen etwas über verschiedene mathematische Probleme.
Ist ein toter Hund soviel Aufregung wert?
Endlich mal ein positives Beispiel für einen Vater, der die Verantwortung für sein Kind übernimmt.
Ein toller Krimi.
Was mich jedoch gnadenlos zum Heulen gebracht hat: Darf eine Mutter sowas tun? Wieviel Belastung kann ein Mensch ertragen? Was muss alles im Vorfeld passiert sein, damit die Mutter vom Leser trotzdem einen "moralischen Freispruch" erhält?
Dies ist ein Buch, das von verschiedenen Lesern bestimmt völlig anders beurteilt wird, weil es so viele verschiedene Dinge in den Menschen anspricht. Und auch wiederholtes Lesen fördert bestimmt neue Aspekte zu Tage.
Da ich nur die englische Fassung kenne, habe ich mich oft gefragt wie manche vom Sinn her tiefschichtige, aber wichtige Passagen wohl übersetzt wurden, bzw. ob der Übersetzer überhaupt treffende Übersetzungen finden konnte. Weil die besondere Sprache eine große Rolle spielt in der Darstellung des Autismus empfehle ich jedem, das Buch auf Englisch zu lesen. Für Fortgeschrittene ist es sicherlich kein Problem, das Vokabular ist relativ leicht zu bewältigen.
Fazit: Bedingungslos empfehlenswert, eins meiner Lieblingsbücher
Name des Mitglieds: Hitchhiker24
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik




09.11.11
gleich mal gemerkt. Leider ist es wirklich so, das gerade solche Bücher stark durch falsche Übersetzungen leiden. Ich werde mir mal beide Ausgaben besorgen, Hast mich neugierig gemacht lg