Fürst Pückler - Krimi
Produkt:
Sturm über Branitz - Franziska Steinhauer
Datum: 01.12.11
Bewertung:
Vorteile: siehe Text
Nachteile: siehe Text
Der Schlosspark von Branitz - ein Unwetter zu Zeiten des 19. Jahrhunderts, als Fürst Pückler regierte ....
Er ist seines Zeichens ein begeisterter Landschaftsarchitekt. Er sendet seine Leute aus, um nach dem Unwetter zu erkunden, was im Park evtl. beschädigt wurde. Aber diese finden nicht nur umgeknickte Bäume, sondern einen toten Jungen. Er ist mit mehreren Wunden versehen.
Soweit eine kurze Einführung in diesen historischen Kriminalroman aus dem Gmeiner Verlag. Es geht um Fürst Pückler, sein Leben und seine Zeit - verbunden mit einer fiktiven Geschichte drum herum.
Daten zum Buch:
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Historischer Kriminalroman
462 Seiten
12 x 20 cm
Erschienen: August 2011
Paperback
ISBN 978-3-8392-1218-9
12,90 Euro
Die Autorin:
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Franziska Steinhauer ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie wurde 1962 in Freiburg geboren und lebt seit 1993 in Cottbus. Sie studierte Pädagogik und beschäftigt sich mit den Auswirkungen frühkindlicher Traumata auf die psychische Entwicklung und mit soziopathologischen Störungen sowie psychischen Fehlentwicklungen.
Seit 2004 arbeitet sie als freie Autorin. Sie ist Mitglied der "Mörderischen Schwestern" sowie im "Syndikat", der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen und - autoren.
Der vorliegende ist der erste historische Kriminalroman aus ihrer Feder.
Weitere Bücher: Spielwiese, Gurkensaat, Wortlos, Menschenfänger, Narrenspiel, Seelenqual, Racheakt
Das Buch beginnt und endet jeweils mit einer s/w-Abbildung von Fürst Pückler. Ganz zum Schluss kann man noch eine mehrseitige Zeittafel lesen. Das Buch ist in 38 Kapitel gegliedert.
Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871)
Kurzbiografie
* Geboren am 30.10.1785 im Muskauer Schloß wird Pückler 1811 nach dem Tode des Vaters Reichsgraf von Pückler, Standesherr zu Muskau, Baron von Groditz und Erbherr zu Branitz.
* Student der Rechtswissenschaften in Leipzig, Rittmeister im Dresdner Gardekorps, preußischer Oberstleutnant in den Befreiungskriegen (1814), dann erster Besuch der englischen Landschaftsgärten.
* 1815 kommt die Standesherrschaft zur preußischen Provinz Schlesien, am 1.Mai macht Pückler seinen Aufruf zur Schaffung des Muskauer Parks.
* 1817 Heirat mit Lucie Reichsgräfin von Pappenheim, geb. von Hardenberg (Einsatz des weißen Hirschgespanns zur Werbung für den Park).
* 1822 Verleihung des Fürstentitels.
* 1826 Scheidung und 3-jährige "Brautreise" nach England mit anschließenden Erfolg als Autor.
* 1834-1840 Afrika - und Orientreise, Freikauf der abessinischen Sklavin Machbuba (1825 - 1840).
* 1845 Verkauf der Standesherrschaft Muskau, Audienz bei Victoria von England in Gotha.
* 1846 Beginn der Arbeiten am Branitzer Park.
* 1854 Besuch bei Napoleon III.
* 1866 Freiwilliger in Generalsuniform, verschläft die Schlacht von Königgrätz.
* 1871 Tod (Beisetzung in der Branitzer Seepyramide).
Quelle: www.fuerstpueckler.de/zeittafel/kurzbiografie
Meine Meinung:
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Die Schreibweise ist mehr als passend für einen historischen Kriminalroman. Sehr schön ist immer wieder die Verknüpfung von historischen Tatsachen und den Szenen in der Garten- und Parkanlage mit bildhaften Erklärungen mit der fiktiven Kriminalgeschichte, die das gesamte Buch spannend und unterhaltsam - aber auch lehrreich machen.
Sehr angenehm zum Lesen auch, dass die Autorin sich oft der wörtlichen Rede bedient, weil man somit sehr schnell in die Handlung einsteigt. Sie hat einen perfekten Spannungsbogen geschaffen, der den Leser von Beginn an an der Handlung fesselt.
Es passiert ständig etwas Neues Spannendes und die Autorin hält sich an die realen historischen Fakten und bindet die herrliche und faszinierende Landschaft bildhaft in ihre Romanhandlung ein.
Zwei Morde sind es, die den Leser fesseln und die Bewohner des Dorfes bilden sich ihr Bild und auch Fürst Pückler selbst gerät in Bedrängnis und wird beschuldigt.
Ich habe das Buch mit großem Interesse und bester Unterhaltung gelesen und finde, dass ein Krimifan nicht daran vorbei gehen kann. Ist man zudem noch historisch interessiert, dann ist dieser literarische Leckerbissen unbedingt zu empfehlen.
Auch ist positiv zu erwähnen, dass die handelnden Charaktere sehr bildhaft und innerhalb der Romanhandlung in ihrer Entwicklung sehr gut rüberkommen. Die Bewohner des Dorfes werden bildhaft beschrieben und auch Fürst Pückler selbst. Sehr durchdacht ist die dichte Handlung mit den historischen Fakten verbunden und schlüssig aufgebaut.
Ein roter Faden zieht sich durch die Handlung, so dass diese sehr gut nachvollziehbar ist, wobei man als Leser bis zum Schluss im Unklaren gelassen wird, was meiner Meinung nach einen guten Kriminalroman ausmacht.
Kurze Leseprobe:
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Sie seufzten gemeinsam.
"Erst die Nottaufe und dann für Mutter und Tochter die Sterbesakramente. Es ist schrecklich", sagte die ältere Magd. "Wo sind eigentlich die beiden Brüder? Ich kann sie zwischen den anderen gar nicht entdecken. Sie sollten doch an der Beisetzung teilnehmen!"
"Es muss einen gewichtigen Grund dafür geben, dass die Brüder nicht dabei sind. Sie hingen beide sehr an ihrer Mutter", tat Irma unwissend. Bilde ich mir das ein, oder wirkt Gunther tatsächlich ungeduldig, fragte sie sich, während sie die Gruppe dunkel gekleideter Menschen genau im Auge behielt...
Fazit: Leseempfehlung
Name des Mitglieds: HEIDIZ



