Shantaram - Gregory David Roberts
Eintauchen in die Welt  Indiens, aber auf abenteuerliche Weise........ - Shantaram - Gregory David Roberts Belletristik
Eintauchen in die Welt  Indiens, aber auf abenteuerliche Weise........ - Shantaram - Gregory David Roberts Belletristik

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Kurzbeschreibung: Genre: Belletristik

 
 

Eintauchen in die Welt Indiens, aber auf abenteuerliche Weise........

Produkt:

Shantaram - Gregory David Roberts

Datum: 09.12.11

Bewertung:

Vorteile: spannend geschrieben

Nachteile: Real? auf jeden Fall wahnsinnig laaaaang

Santaram
Autor: Gregory David Roberts
1087 seiten, 9,95 Eur
Goldmann Verlag


ein über tausendseitiges Werk, das viele Leser ja überschwenglich loben. Nun, ich fands auch nicht schlecht....und doch....große Literatur ist es nicht!

Story: Der Autor, Neuseeländer, wird dort wegen Drogenkriminalität zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Knastalltag ist hart. Schläge, Mißhandlungen von Seiten der Häftlinge aber auch der Wärter, sind an der Tagesordnung. Obwohl dieses Gefängnis eines der sichersten der Welt zu sein scheint, gelingt ihm die Flucht. Er kommt nach Indien wo wer sich in Bombay, oder Mumbai, diesem Stadtmoloch verstecken kann. Bald wird er dort eine lokale Größe. Er wohnt in einem der Slums und wird durch Zufall zum Mediziner dort. Er erlebt dieses Leben der Unterdrückten und Ausgegrenzten also ganz direkt mit, ja, er ist sogar einer von ihnen.
Seine nicht-indischen Freunde leben von Straßenkriminalität und Prostitution. In der Regel sind auch sie Strandgut aus aller Herren Länder und in Indien hängengeblieben.

Linbaba, so wird unser Neuseeländer genannt, landet auch im Gefängnis, im berüchtigten Knast von Arthur Road. Auch dort schreckliche Zustände. Die Gefangenen stehen in Scheiße und wenn sie nicht von Ihresgleichen malträtiert werden, werden sie von den Wärtern gedemütigt und geprügelt.

Einer der ganz großen Bosse verkuckt sich in Lin und adoptiert ihn als Sohn. Lin lernt nun wie man Ausweise fälscht und wie mit Devisenschmuggel Geld zu machen ist.
Dann wird er auf eine Mission nach Afghanistan mitgenommen. Es geht gegen die Russen. Seine Freunde, eine internationale Truppe, wird nahezu aufgerieben. Lin überlebt. Schwerverletzt. Er kommt nach Mumbai zurück....

Soweit die Inhaltsangabe, ohne allzu viel zu verraten. Ja, das Buch fasziniert, zumindest auf den ersten 600 Seiten. Indien wird lebendig. Dieses übervölkerte Land ohne Platz und voller Armut und Krankheit bekommt in Shantaram ein würdiges Gesicht. Mir wurde deutlich wie Slums entstehen, auch die indische Seele wird begreifbar.
Hätte der Autor hier einen Punkt gemacht, wäre das Buch großartig. Aber nein! Er will jetzt noch von Afghanistan erzählen. Ein totaler Bruch. So was wie Shantaram Teil zwei. Ja und auch dann ists noch nicht genug. Dann sind wir wieder mitten drin in Mumbai und Shantaram-Lin räumt nochmals so richtig auf. Das war unnötig, finde ich.

Überhaupt, das Aufräumen. Lin ist ein guter Kämpfer und er scheut weder vor Meuchel noch vor Mord. Also wird sehr viel gehauen, gestochen, verbrannt und verstümmelt in diesem Buch. Und es wird viel gestorben.
Zuviel für meinen Geschmack. Da hatte ich oft das Gefühl, dem Autor ist ne Sicherung durchgebrannt und er findet kein Halten mehr. Ja und da hatte ich dann auch irgendwann wirklich genug und habs eher quer gelesen. So ab der Seite 850 vielleicht. Es wurde mir dann auch zu fantastisch, ich habe dem Autor den Schluß nicht mehr glauben können.
Schade. Die ersten paar hundert Seiten sind authentisch.
Der indische Alltag wird lebendig. Wer mal da war - ich war- wird vieles Wiedererkennen. Den chaotischen Verkehr etwa...
Auch das Leben in einem total übervölkerten Land wird begreifbar - auch, daß da ein Menschenleben einfach weniger wert ist. Inflation könnte man es nennen - geschildert wird bei Lin aber eine Inflation der Gewalt. Vielleicht hat ers ja so erlebt. Achja, ganz vergessen: eine Liebe gehört ja auch dazu - eine ganz große, und das sind ja die Unerreichbaren - schleppt sich mühsam durch den ganzen Roman.Immer weidder trifft der autor auf seine Karla, und immer weider gehen sie auseinander mit dem Wissen: eigentlich wäre es schön..und doch...
Insofern auch ein Hauch Rosamunde Pilcher. Macht das Buch aber nicht besser deshalb.

Noch eine Anmerkung:ich merke, auch ich komme nicht zum Ende, ein ähnlicher Fehler wie er dem Autor des besprochenen Buches wiederfuhr,ich muß aufpassen: Gregory David Roberts hat eine faszinierende Biografie. Jetzt lebt er mit einer rumänischen Prinzessin zusammen und ist so etwas wie ein Ehrenbürger der Satdt Mumbai.
Irgendwann hatte er auch seine Begegnung mit Deutschland. Hier wurde er verhaftet und saß dann in Frankfurt ein, wo er angeblich das Buch schrieb. Googelt einmal nach ihm...es lohnt sich.

Fazit: ich bin froh, daß ichs gelesen habe!

Name des Mitglieds: Jatue