Ruth Gogoll
Wie man es NICHT machen sollte... - Ruth Gogoll Belletristik

 
 

Wie man es NICHT machen sollte...

Produkt:

Ruth Gogoll

Datum: 28.06.01, geändert am 02.07.01 (46 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: flüssig zu lesen, nette sexszenen

Nachteile: abrupte wendungen, unlogische perspektive, krampfiges happy end

Ruth Gogolls erster Krimi... bleibt nur zu hoffen, dass es auch der letzte war, denn er ist grottenschlecht!
Schon der Titel "Computerspiele" hat kaum etwas mit der Story zu tun, sieht man einmal davon ab, dass eine der Hauptpersonen Computerfachfrau ist und auf den letzten 5 Seiten dreimal das Wort Internet (auch noch mit falscher Präposition: „auf dem“) vorkommt. Auch der Klappentext ist völlig daneben, denn dort wird angekündigt, dass des Rätsels Lösung vielleicht im www liegt... Nun gut, die Ermordete ist öfter im Internet gesurft, wie man 10 Seiten vor Schluß erfährt, aber das ist auch schon alles!
Wenden wir uns jedoch lieber den Leistungen der Autorin zu: Die Story.
Die Hauptpersonen sind Rennie, Nora und Ellen. Rennie schmachtet seit ihrer Jugend nach Nora und ist eifersüchtig auf Ellen, Noras neue Geliebte.
Erzählt wird die ganze Sache von Rennie als Ich-Erzählerin, die aber auch Sachen beschreibt, die sie eigentlich gar nicht wissen kann (zum Beispiel wie Nora und Ellen so zusammen sind etc.). Also entweder nehm ich doch einen auktorialen Erzähler von außerhalb ODER einen monoperspektivistischen Ich-Erzähler. Aber doch nicht so eine krude Mischung aus beidem!
Die Story-line ist, dass Ellens Ex tot ist und Ellen unter Mordverdacht gerät. Rennie ist Polizistin, vermittelt Ellen eine Anwältin und schon scheint alles ziemlich schnell erledigt zu sein. Die Anwältin hat da aber noch so ein ungutes Gefühl und Rennie ist sowieso ganz wild darauf, Ellen was in die Schuhe zu schieben, also nimmt sie mal spontan Urlaub und reist durch halb Deutschland um zu ermitteln. Immerhin unterhält sie sich dann mit der Therapeutin der Toten, die in einer unheimlich glaubwürdigen Szene urplötzlich versucht, Rennie zu verführen. Na klar!
Im Endeffekt kriegt Rennie aber auch nix raus und fährt wieder nach Hause.
Um nicht gleich alles zu verraten: Jetzt folgt noch ein Stück Leerlauf, doch dann wird’s sehr actiongeladen, den
n Nora erwischt Ellen zufällig bei der Abreise. Daraufhin packt Ellen zwischen Tür und Angel spontan aus, wie und warum sie ihre Ex um die Ecke gebracht hat, und macht sich dann aus dem Staub. Nora ist natürlich völlig fertig, weil sie nur benutzt wurde, und heult sich 4 Tage später (?) ZUFÄLLIG bei Rennie aus, die doch eigentlich nur eine Bekannte ist. Und, wer hätte das gedacht, natürlich finden die beiden endlich zueinander und Friede, Freude, Eierkuchen.
Alles in allem finde ich die Konstellation der Charaktere gar nicht übel, aber es ist doch etwas unglaubwürdig, dass Rennie mal eben so Urlaub nimmt, nur um der Frau in einem aussichtslos erscheinenden Fall was nachzuweisen, und die ganze Auflösung kommt auch wirklich sehr abrupt. Vom krampfigen Happy End will ich jetzt gar nicht mehr reden...

Fazit:

Name des Mitglieds: kaktus