Ein erstklassiger, fantasiereicher Autor
Produkt:
Neil Gaiman
Datum: 22.10.09, geändert am 04.06.10 (107 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Tiefe, Inhalt
Nachteile: er ist nicht immer erstklassig z.B Stardust ist nur Mittelmaß
Alles was ich von Neil Gaiman kenne hat mir bisher gut gefallen.
Zuletzt der von mir hier schon beschriebene Kinofilm Coraline der auf dem gleichnamigen Comic von Neil Gaiman basiert.
Vor allem bin ich aber ein Fan von Neil Gaimans Sandman.
Die Sandman Serie von Neil Gaiman ist das beste was die Comic Kultur jemals hervorbrachte. Ursprünglich in 75 monatliche Episoden erschienen kam sie im deutschsprachigen Raum in 10 Bänden heraus.
Sandman war auch der Durchbruch für Gaiman. Zuvor studierte er Journalismus Er erhielt einen Auftrag von DC Comics und verfasste die Mini-Serie Black Orchid. Die ist insofern interessant als hier die Hauptperson schon zu Beginn stirbt und eine Art Doppelgängerin die HIntergründe von deren Ermordung klären muss. Mir hat auch dieses Comic sehr gefallen. Gelesen habe ich es freilich erst nachdem ich Sandman für mich entdeckte. Besonders gut gefallen hat mir als altem Batman Fan die konträre und doch respektvolle Sichtweise auf Batman. Zudem gibt es in dem Comic erstklassige Gedichte und Zitate.
Ein Markenzeichen von Gaiman, er bringt immer wieder Gedichte und Zitate in seine Comics ein.
Kurzer Exkurs nochmals zu Sandman - den ich wirklich jedem ans Herz legen kann:
Der erste Band Preludes and Nocturnes (Präludien und Notturni) wurde mir von einem Freund empfohlen und ich war noch sehr skeptisch.
Bald war aber klar das der Sandman ein philosophisches und künstlerisches Meisterwerk in Comicform ist.
1916 wird der Herrscher über die Traumwelt Morpheus von einem Schwarzmagier Roderick Burgess gefangen genommen. Dieser wollte zuerst dessen Schwester - den Tod (! schon eine Vorstellung die ich gleich teilte, der Tod ist für mich auch mehr wie eine Schwester als wie ein übelgelaunter schwedischer Schachspieler) fangen bekam aber Morpheus in seinen Bannkreis.
Morpheus ist in dem Kreis gefangen bis sein Peiniger stirbt und ihn an seinen Sohn "weitervererbt". Dank einem kurzen Schlaf eines seiner Wächter kann er fliehen und sich rächen. Nun muss er aber das Traumreich wieder ordnen.
Weiter geht sie übrigens mit
The Doll's House (Das Puppenhaus) - dem Wiederaufbau des Traumreiches
Dream Country (Traumland)
Kurzgeschichten
und meiner Lieblingsgeschichte
Season of Mists (Die Zeit des Nebels)
in der Luzifer beschließt die Hölle zu verlassen und Morpheus die Schlüssel übergibt. Morpheus muss folglich einen Nachfolger finden...
und trifft eine überraschende Wahl.
Hier findet sich auch meine Lieblingsszene in der der Teufel (übrigens ein gutaussehender Mann) über Gott siniert und dabei mit einem Mann spricht der wenig Glück in seinem Leben hat. Am Schluß kommen sie beide zur Erkenntnis das Gott den Sonnenuntergang herrlich hinbekommen hat.
A Game of You (Über den See zum Himmel)
Fables and Reflections (Fabeln und Reflexionen)
Brief Lives (Kurze Leben)
Hier suchen Morpheus und seine immer verwirrte Schwester Delirium ihren Bruder Destruction (der eigentlich nicht gefunden werden will)
Worlds' End (World's End)
ist eine erstklassige Kurzgeschichtensammlung
The Kindly Ones (Die Gütigen)
The Wake (Das Erwachen)
sind der Ausklang der Serie... auch positiv da hier ein Comic auch mal ein Ende hat.
Die Zeichnungen sind sehr kunstvoll, die Story interessant und die Verknüpfungen mit der realen Welt gelungen. Nach dem ersten Band musste ich die Story einfach weiterverfolgen. Vor allem die Konzeption der "Ewigen" hat mich fasziniert. Gaiman schafft es in sein Universum vom Satan bis zu den altägyptischen Göttern über Hexen und Dämonen alles zu integrieren was Relgion und Fantasy zu bieten haben.
Die Serie ist absolut lesenswert. Von seinen anderen Comics habe ich wie erwähnt nur Black Orchid gelesen. Erfolgreich war noch Books of Magic in dem er schon Anfang der 90er eine Art Harry Potter Comic gestaltete. Sein neuestes Comic Eternals #1-7 habe ich bestellt - Bericht folgt dann :-)
Gaiman beendete den Sandman übrigens 1996. Nicht weil niemand mehr sie lesen wollte sondern weil er eine Ende finden wollte. Auch ein Vorteil dieses Autors, kommerzieller Erfolg steht für ihn nicht über seinen künstlerischen Ideen.
Mittlerweile ist Gaiman sehr erfolgreich. Seit seinem ersten Roman - Ein gutes Omen - schrieb er zuerst Kurzgeschichten. Der nächste Roman - Stardust - wurde verfilmt. Für mich war Stardust jedoch eher ein Abstieg. Ein gutes Buch aber nicht so bewegend wie seine Sandman Comics. Dann folgte der erstklassige Roman American Gods mit dem ihm auch der Durchbruch als Romanschreiber gelang. Derzeit rangiert er unter den Top-Ten der (noch lebenden) postmodernen Autoren im Dictionary of Literary Biography. Daneben schrieb Gaiman Kinderbücher wie The day I swapped my dad for two goldfish, Coraline und Wolves in the Walls.
Vor allem kann ich Sandman (Comics), American Gods (Roman) und Coraline (Film) empfehlen.
Fazit: sehr empfehlenswert
Name des Mitglieds: templerthomas
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik



07.03.11
toller bericht...