Nana (Zola, Emile)
hinter den Kulissen von Paris - Nana (Zola, Emile) Belletristik

Kurzbeschreibung: Neuer Kaiser Verlag

 
 

hinter den Kulissen von Paris

Produkt:

Nana (Zola, Emile)

Datum: 16.07.01, geändert am 16.07.01 (59 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: siehe Meinung

Nachteile: siehe Meinung

Ich kann mir gut vorstellen welchen Skandal dieses Buch damals ausgelöst hat...

"Nana" reiht sich in Zolas 20 Bücher umfassende Geschichte über die Familie Rougon-Macquart ungefähr in der Mitte ein und beschreibt einen Ausschnitt im Leben der 18-jährigen Schauspielerin - oder doch wohl eher Hure - Nana.

Die Handlung beginnt mit einem Theaterstück - Detailgetreue Schilderungen von Bühnenwerken sind ja bei Zola öfters geschickt in die Geschichten eingebaut - in dem Nana ihr großes Debüt hat, auf das Paris schon lange gespannt war. Dort tritt sie nackt auf und ob wohl sie weder gut singen noch sich besonders gut bewegen kann, begeistert sie die Zuschauer durch ihre bloße Erscheinung.

Am Anfang des Buches war mir Nana eigentlich auch noch ziemlich sympathisch. Mit wenig Verstand, aber doch einer Gerissenheit und bewußten Einsetzen ihrer Schönheit, hat sie es geschafft, daß die Männer ihr zu Füßen liegen, was sie schamlos ausnutzt.

Im weiteren Verlauf konnte ich ihr Verhalten doch immer weniger nachvollziehen, mehr und mehr zeigte sie sich kindisch und launisch. Unzählige Liebhaber wechseln sich ab - vom Graf Muffat bis zum 17-jährigen George. Obwohl es viele sind lernt man doch alle sehr genau kennen. Ich finde, das ist auch das, was Zola als Schriftsteller auszeichnet. Er stellt seine Personen nicht in seitenlangen Beschreibungen vor, sondern man lernt sie einfach im Laufe der Handlung kennen. Am Anfang ist es deshalb vielleicht nicht ganz leicht in den ganzen Haufen von Personen zurechtzufinden. Es gibt Personen die nur am Rande erwähnt werden und dann doch eine große Rolle spielen werden.

Der Schauspielerei, den Liebhabern und den Parties überdrüssig, geht Nana eine feste Bindung zu einem Schauspielkollegen ein. Doch das Zusammenleben wird eine Qual. Er schlägt sie, gibt ihr kein Geld, verbietet ihr ihren Sohn zu sehen. Schließlich geht sie wieder auf die Straße anschaffen - das was sie eigentlich auch schon vor
her gemacht hat.
Doch lange hält sie es nicht aus. Sie besinnt sich auf den Graf Muffat und ihre anderen Liebhaber und das Leben im Luxus, welche diese ihr bieten können.

Ihre ständigen Bemühungen in der besseren Gesellschaft anzukommen scheitern. Gegen Ende hat sie überhaupt keine Rücksicht mehr genommen sondern die Männer bis aufs Letzte und ohne jegliches Mitgefühl ausgenommen. Spätestens hier konnte man diese Frau nicht mehr wegen ihrer Gerissenheit bewundern sondern wegen ihrer Kaltherzigkeit verurteilen. Der 17-jährige George ersticht sich mit einer Schere, ein anderer verbrennt sich mit seinen Rennpferden, Graf Muffat ist ruiniert.

Das Ende gestaltet sich denkbar einfach...eigentlich zu einfach. Nach langen Reisen besucht sie ihren Sohn der an den Blattern stirbt. Sie hat sich angesteckt und stirbt auch in einem Hotel.

Ich glaube das dieser Blick hinter die Kulissen eines Theaters dem Autor sehr gut gelungen ist und nicht jeder Leser damals damit einverstanden war. Auch hier zeigt Zola wieder bestimmt Verhaltensweisen, die sich in dieser Familie vererben.

Auch wenn man sonst nicht so gern Zola ließt, ist dieses Buch eine sehr unterhaltsame Lektüre.






Fazit:

Name des Mitglieds: Annja