Mr. Monk und das schwächste Buch der Reihe
Produkt:
Mr. Monk Is Cleaned Out - Lee Goldberg
Datum: 01.02.11, geändert am 12.08.11 (141 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: niedliches Cover
Nachteile: nervige, überzeichnete Charaktere; zu wenig Krimiplot
Buchkritik zu:
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MR. MONK
IS CLEANED OUT
(Lee Goldberg)
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"Mr. Monk und das schwächste Buch der Reihe"
Ach, was hatte ich dem neusten "Monk"-Buch diesmal entgegengefiebert!
So richtig aufgeregt hatte ich schon mehrere Monate vor seiner Veröffentlichung als günstiges Paperback nach Infos über den Roman gefahndet und war richtig aufgewühlt, als ich erfuhr, dass er mich erst Ende Dezember erreichten würde.
Das 288 Seiten starke Taschenbuch "Mr. Monk Is Cleaned Out", natürlich wieder aus der Feder des US-amerikanischen Autors Lee Goldberg, machte alleine schon optisch einiges her: Der süße Dalmatiner auf dem Cover der englischsprachigen Originalausgabe heizte meine eh schon vorhandenen Sehnsüchte, mich endlich wieder mit dem Buch-Monk-Universum auseinander zu setzen, nur noch mehr an.
Und dann das: Ich wurde mit dem - meiner Meinung nach - bisher schlechtesten Buch der gesamten "Monk"-Reihe konfrontiert!
Woran das liegt? Nun, bereits
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DIE STORY
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von "Mr. Monk Is Cleaned Out" erscheint mir als viel zu flach, um daraus einen ganzen Roman zu machen:
Aufgrund der globalen Finanzkrise im Allgemeinen und den weitreichenden Betrügereien eines Anlage-Heinis im Speziellen ist in San Francisco der wirtschaftliche Notstand ausgebrochen. Das führt dazu, dass sich das Police Department der Stadt - trotz einer besonders kniffligen Mordserie, welche die Fähigkeiten der Kommissare haushoch zu übersteigen droht - dazu gezwungen sieht, Monk als Berater zu feuern. Der neurotische Detektiv steht nun also ohne Job da - und damit ist natürlich auch Monks Assistentin Natalie ohne Geldquelle.
Das ist aber noch nicht alles, was Monk diesmal Probleme bereitet: Sein Lieblings-Mineralwasser wurde vom Markt genommen. Monk, der dem irren Glauben aufsitzt, dass nur dieses Wasser trinkbar sei, ist fortan der Überzeugung, bald an Dehydration sterben zu müssen.
Diese recht dünne Handlung sowie einige unschöne Aspekte, was die Charakterzeichnung der Figuren angeht, bringen mich zu
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MEINER MEINUNG,
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dass "Mr. Monk Is Cleaned Out" wohl eher dazu dient, der Buch-Reihe quantitativ noch ein paar weitere Bände hinzuzufügen, als ihr qualitativ einen gebührenden Abschluss zu verleihen.
Was mir in diesem Roman neben der müden Handlung vor allem aufstößt, ist die heftige Überzeichnung der Personen:
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MONK: Irrer geht's kaum
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Vor allem Monk missfällt mir in diesem Roman sehr. Denn der sonst so geniale Ermittler wirkt diesmal gestörter denn je und scheint kaum noch 'klare' Momente zu haben. Dementsprechend wirft er sogar in Zeiten der höchsten existentiellen Not völlig geistlos mit seinen wahnwitzigen 'Monkishen' Ansichten umher und vergrault sich damit einen Job nach dem anderen.
Das ist ganz und gar nicht der Adrian Monk, den ich kenne - und so möchte ich ihn ehrlich gesagt auch gar nicht erst kennenlernen. Okay, okay, er war in den Büchern immer schon ein gewaltiges Quäntchen 'irrer' als der Fernseh-Monk. Aber was zu viel ist, ist zu viel!
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STOTTLEMEYER: Unsympathisch wie selten
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Dasselbe gilt auch für Stottlemeyer. Denn der wirkt in diesem Roman wie ein unsympathischer Egoist, der stur an seiner Strategie festhalten will. Außerdem scheint er diesmal überhaupt nicht auf die Meinung Monks zu vertrauen - was unüblich, untypisch und, wie ich finde, einfach nur unerfreulich ist.
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NATALIE: Nervt etwas
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Selbst Natalie, die ja immerhin auch die Ich-Erzählerin der Handlung ist, mag mir in diesem Buch nicht behagen. Das liegt wohl an ihrer recht unausgegorenen Handlungsweise: Überaus hart geht sie zwar gegen die eigene Tochter und sämtliche Gegner von Monk vor. Wenn es aber mal darum geht, das verschrobene Weltbild ihres Chefs zu korrigieren, fühlt sie sich nach zwei etwas offeneren Sätzen schon mies und schuldig - und pinselt ihm danach rasch wieder die Seele.
Zwar versucht Natalie als Erzählerin wie gehabt, den einen oder anderen flockigen Kommentar einzubauen, doch irgendwie erscheint mir selbst das diesmal wie ein gestelltes Zuviel vom Typischen.
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ZU OFT DASSELBE
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Als wäre diese übertriebene Personenzeichnung nicht schon ätzend genug, treibt mich darüber hinaus auch die ständige Wiederholung der unerfreulichen Charakterzüge zur Weißglut. Ständig wird noch einmal erwähnt, wie breit Monk vor der Auflösung eines Mordfalls grinst, immer wieder wird darauf herumgeritten, wie ausufernd Stottlemeyer seine Schläfen massiert, wenn Monk ihm auf den Geist geht - ich kam mir beim Lesen teilweise wie auf einer abgedrifteten 'Wir-feiern-Monks-Marotten-Party' vor.
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KAUM KRIMI
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Der Krimiplot gerät bei so viel Charaktergedöns zu sehr in den Hintergrund. Zwischendurch wird zwar hin und wieder aus der Ferne über die Morde räsoniert. Das geschieht aber so selten, dass ich als Leser kaum Bezug zum potentiellen Mörder und erst recht nicht zu seinen Opfern bekomme.
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ES FLOWT NICHT RICHTIG
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Und selbst der sonst so leichtfüßige Erzählstil, jener butterweiche Flow, ist diesmal gar nicht so leicht, gar nicht so weich. Ich musste mich vielmehr geradezu zwingen, mich in die Lektüre einzulesen. Allzu dröge erschien zu Beginn die Sache mit der Finanzkrise, allzu abstrakt wirkte die Jaulerei über die vom Markt genommene Wassersorte und dahin geflossene Anlagesummen.
Erst als sich "Mr. Monk Is Cleaned Out" dann hauptsächlich um die sich mehrenden Morde drehte, fand ich das Lesen angenehmer. Jedoch: Den großen, umwerfenden Humor, mit dem Goldberg in den meisten seiner bisherigen Monk-Büchern glänzte, kann ich persönlich hier nicht finden.
All dies zusammen genommen lässt
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MEIN FAZIT
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eher negativ ausfallen:
"Mr. Monk Is Cleaned Out" ist meiner Meinung nach wahrlich kein Prachtband der ansonsten starken Buch-Reihe. Hier wurde zu sehr auf den eh schon überstrapazierten Charakter-Klischees herumgeritten und zu wenig Augenmerk auf einen spannenden Krimiplot gelegt.
Auf mich wirkt der Roman alles in allem vorrangig wie der Versuch, das durch das Aus der TV-Serie vorbestimmte Ende der Buch-Monk-Spleenigkeit möglichst lange hinauszuzögern.
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(c) Eminencia / Divalein, 2011
Fazit: Für mich das schwächste Buch der Reihe - schade!
Name des Mitglieds: Eminencia
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik




14.09.11
nicht meine Welt, aber sehr gut vorgestellt.. Allerbesten Gruß *~*