Mittwinternacht - Phil Rickman
Exorzistin wider Willen - Mittwinternacht - Phil Rickman Belletristik

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Neuester Testbericht: ... Schriftsteller.» The Times Über den Autor: Phil Rickman, geboren in Lancashire, ist ein englischer Autor und Radiomoderator. Zu sein... mehr

Exorzistin wider Willen
Mittwinternacht - Phil Rickman

KimVi

Name des Mitglieds: KimVi

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Mittwinternacht - Phil Rickman

Datum: 16.12.09, geändert am 24.07.11 (151 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: gelungene Protagonisten, neblige und unheimliche Atmosphäre

Nachteile: kein Krimi, spannend wird es erst kurz vor dem Finale, etwas langatmig

Heute möchte ich euch den zweiten Band einer in Großbritannien sehr erfolgreichen Krimiserie vorstellen. Der erste Band gefiel mir ausgesprochen gut und deshalb konnte ich es kaum erwarten den zweiten Teil in meinem Postkasten zu finden. Sofort nach Erhalt der Büchersendung begann ich voll gespannter Erwartung mit der Lektüre des Folgebandes. Von meinen Eindrücken werde ich nun berichten.


|| Buchdaten ||


Mittwinternacht
Phil Rickman
Kriminalroman, 605 Seiten
Taschenbuch
erschienen im Dezember 2009 im Rowohlt Verlag
ISBN: 978-3-499-24906-8
Euro: 9,95

Aus dem Englischen von Karolina Fell


|| Autor ||


Dem Autorenportät im Buch kann man entnehmen, dass Phil Rickman ein englischer Autor ist . Er wurde in der Grafschaft Lancashire geboren. Phil Rickman ist Literaturkritiker und Autor. Unter dem Pseudonym Will Kingdom sind bereits sehr erfolgreiche Horrorromane von ihm erschienen.

Ende der neunziger Jahre begann er mit dem Schreiben der Merrily-Watkins-Krimiserie. Diese Serie ist in ihrem Heimatland ein großer Erfolg und umfasst bisher zehn Bände. Im Rowohlt Verlag erscheint diese Serie nun in Deutschland.

Frucht der Sünde (Band I)

Mittwinternacht (Band II)

Die fünfte Kirche (Band III)

Der Turm der Seelen (Band IV)

Der Himmel über dem Bösen ( Band V)

Die Nacht der Jägerin (Band VI)

Das Lächeln der Toten (Band VII)




|| Inhalt ||


Merrily Watkins ist Pfarrerin der kleinen Ortschaft Ledwardine im Westen Englands. Sie wird von ihrem Bischof zu einem Seminar geschickt und soll nach erfolgreicher Teilnahme als Beraterin für spirituelle Grenzfragen eingesetzt werden. Hinter dieser wohlklingenden Berufsbezeichnung verbirgt sich ein eher düsteres Amt in der Kirche. Um es kurz zu machen: Merrily soll den recht betagten Exorzisten ersetzen. Der ist allerdings entsetzt, dass ausgerechnet eine Frau seine Nachfolge antreten soll.

Schon recht bald wird sie zu ihrem ersten Einsatz gerufen, denn im Krankenhaus stirbt ein scheinbar besessener und abgrundtief böser Mann. Merrily soll ihm in seiner letzten Stunde beistehen. Obwohl sie versucht ihre Unsicherheit zu überspielen, scheint der Mann sie selbst nach seinem Tod noch zu verfolgen. Als dann auch noch eine Leiche im Fluss gefunden wird, Merrilys Tochter Jane unter den Einfluss einer spirituellen Gruppe gerät, der äusserst attraktive Bischof ihr eindeutige Avancen macht und die Kathedrale von Hereford durch Satanisten geschändet wird, kommen in Merrily Zweifel, hinsichtlich ihrer Eignung für das Amt der Exorzistin, auf. Doch dann kommt alles noch viel schlimmer....


|| Meine Meinung ||


Es handelt sich bei diesem Buch um den zweiten Teil einer Bücherserie, in deren Mittelpunkt die Pfarrerin Merrily Watkins steht. Die Lektüre des ersten Teils ist zwar nicht zwingend notwendig, da beide Bücher in sich abgeschlossen sind, aber trotzdem empfehlenswert, da sonst einige Hintergrundinformationen zu den agierenden Personen und ihrer Beziehung untereinander, fehlen. Ich bin jedenfalls froh, den ersten Teil gelesen zu haben, da mir sonst der Einstieg in die Handlung deutlich schwieriger gefallen wäre.

Die Handlung besteht aus verschiedenen Erzählsträngen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, sich aber im Laufe der Erzählung verknüpfen, um am Schluss ein stimmiges Ende zu bilden. Einen großen Teil der Handlung macht dabei natürlich Merrilys neues Amt und die damit verbundenen Probleme aus. Auch der Musiker Lol, der bereits im ersten Band eine wichtige Rolle übernahm, ist in diesem Teil wieder dabei. Er kümmert sich um Moon, die sich stark für die Vergangenheit ihrer Familie interessiert und als sehr labil gilt. Ausserdem spielt auch Merrilys Tochter Jane wieder eine große Rolle. Denn sie hat eine neue Freundin. Durch dieses Mädchen lernt sie eine Wahrsagerin kennen, die sie mit einer spirituellen Gruppe bekannt macht.

Die Beschreibung der sehr unterschiedlichen Protagonisten ist wieder sehr gelungen. Denn durch die detailliert ausgearbeiteten Merkmale der jeweiligen Personen, wirken sie durchgehend glaubhaft und lebendig. Ein übelstriechender und unheimlich wirkender Besessener, ein modisch gekleideter und äusserst attraktiver Bischof und ein verbohrter, berufserfahrener und mit allen Weihwassern gewaschener Alt-Exorzist, bilden nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Protagonisten. Ausserdem schafft der Autor eine neblige und unheimliche Atmosphäre, die den Leser in die kleine englische Ortschaft entführt.

Aufgrund des Klappentextes hatte ich allerdings einen Kriminalroman erwartet, in der die Pfarrerin Merrily Watkins die Rolle einer Ermittlerin übernimmt. Auch diesen Teil der Bücherserie würde ich nicht unbedingt in die Kategorie "Kriminalroman" einordnen, sondern eher bei den unheimlichen Romanen. Denn auch hier übernimmt Merrily nicht die klassische Ermittlerrolle, sondern stolpert eher zufällig in das Geschehen. Von einer kriminalistischen Ermittlung habe ich andere Vorstellungen. Im Nachhinein könnte ich der Einordnung nur mit großen Einschränkungen zustimmen, doch beim Lesen hatte ich überhaupt nicht den Eindruck einen Krimi in der Hand zu haben.

Der erste Teil überzeugte mich durch eine spannende und unheimliche Handlung. Doch dieser zweite Band startet eher langsam und verwirrend. Echte Spannung kommt erst auf den letzten 100 Seiten auf. Sonst plätschert die Handlung teilweise recht langatmig vor sich hin. Für mich kommt diese Spannung schon fast zu spät, denn wenn ich nicht den ersten Teil voller Begeisterung gelesen hätte, dann hätte ich vielleicht beim zweiten Band entnervt aufgegeben.


|| Mein Fazit ||


"Mittwinternacht" ist zwar für mich kein richtiger Krimi, aber dennoch ein gut lesbarer Fortsetzungsband der Serie um die Pfarrerin Merrily Watkins. Da mich die düstere Atmosphäre und auch die lebendigen Figuren wieder überzeugen konnten. Der erste Teil hat mir in puncto Spannung deutlich besser gefallen, aber dennoch werde ich der Pfarrerin von Ledwardine die Treue halten und mir im Mai 2010 den dritten Band "Die fünfte Kirche" gönnen. Obwohl die Bände durchaus einzeln lesbar sind, empfehle ich zum besseren Verständnis die Einhaltung der Reihenfolge.

Fazit: Das Fazit sucht nach Weihwasser...