Es kann nicht sein, was nicht sein darf
Produkt:
Messias - Ralf Isau
Datum: 18.02.11
Bewertung:
Vorteile: spannende Story, echter Pageturner, sympathische Personen
Nachteile: teilweise etwas albern geschrieben
In Irland steigt der Messias vom Kreuz. Er spricht nur Hebräisch, nennt sich Jeschua, hat Löcher in Händen und Füßen und eine blutige Dornenkrone auf dem Kopf. Er bringt Büsche zum Blühen und erweckt Totkranke aus dem Koma. Und ein Lügendetektortest stellt fest, dass er die Wahrheit sagt...
Es kann nicht sein, was nicht sein darf - Hester McAteer wird von der katholischen Kirche aus Rom in sein irisches Heimatdörfchen geschickt, um das von den Medien und Menschen schnell propagierte "Wunder" zu widerlegen, wie er es schon mit zahlreichen anderen Erscheinungen getan hat. Doch das Wunder scheint überzeugend - und darüber hinaus geschehen plötzlich mehrere Morde an "sündigen" Menschen, die schwer nach dem "jüngsten Gericht" aussehen. Andererseits gibt es aber auch zahlreiche Fragen - was hat die Witwe auf dem Friedhof gesehen, wo besteht die Verbindung zwischen dem Dorfpfarrer und dem Medienmogul? Der Grat zwischen Wunder und Betrug scheint schmal zu sein.
Der Thriller ist spannend, die Handlung fesselt sehr schnell - ein wahrer "Pageturner". Die Personen sind sympathisch, die Hauptcharaktere sind detailliert beschrieben und wirken deutlich und plastisch. Die Kirche wird kritisiert, aber nicht verteufelt. Am Ende bleiben zwar noch einige wenige Fragen offen (Stichwort: Gefängnis), aber im großen und ganzen ist die Auflösung der doch sehr verstrickten Geschichte schlüssig und nachvollziehbar. Bis kurz vor Schluss hat man nur Ahnungen, wie es ausgeht - und ob die stimmen, soll hier nicht verraten werden...
Der Stil ist flüssig und gut geschrieben, allerdings doch teilweise sehr flapsig. In der ersten Hälfte des Romans hatte ich den Eindruck, der Autor müsse eine Wette gewinnen - wie viele unlustige Witze kann ich auf wie vielen Seiten unterbringen? Wortspiele á la "Die Upper Main Street wurde zum Upper Main Stream" oder ähnliches haben mich einfach nur genervt. Alle paar Seiten tauchte allerdings dann doch wieder ein Spruch auf, über den ich herzlich lachen konnte. Und nach etwa der Hälfte des Buchs hörten die albernen Witze entweder auf oder ich habe sie nicht mehr wahrgenommen... Was auch immer die Lösung sein mag, dafür bekommt das Buch leider einen Stern Abzug von mir. Ansonsten fand ich es super.
Fazit: Wen ein paar Witze im Thriller nicht stören, der sollte zugreifen!
Name des Mitglieds: Neli
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik



