Über das Leben des Reinhold Messners
Produkt:
Mein Leben am Limit - Reinhold Messner
Datum: 13.02.12
Bewertung:
Vorteile: --
Nachteile: --
Wenn man wie ich viele Bücher von Extrembergsteigern und über die Faszination der Bergwelt liest, kommt man an den Büchern von Reinhold Messner nicht vorbei. Ich habe schon einige Bücher von ihm gelesen und so war ich auch neugierig auf das Buch "Mein Leben am Limit", das in Gesprächen mit Thomas Hüetlin entstanden ist.
Reinhold Messner: Mein Leben am Limit: Eine Autobiographie in Gesprächen mit Thomas Hüetlin
Das Buch ist im Herbst 2005 bereits im Piper Verlag erschienen. Es kostet 9,95 Euro. In Bergsteigerbüchern findet man häufig auch viele tolle Aufnahmen aus den Bergen. Dies ist hier nicht der Fall. Es ist ein reines Wort-Buch.
Über den Autor:
Thomas Hüetlin wurde 1961 geboren und arbeitete viele Jahre als Spiegel-Korrespondent in New York und Berlin. Er hat zahlreiche Sportreportagen veröffentlicht und auch Bücher in Zusammenarbeit mit Sportlern geschrieben.
Reinhold Messner:
Reinhold Messner ist in diesem Buch nicht der Autor. Er hat für diese Autobiographie Vieles aus seinem Leben in langen Gesprächen dem Autor Thomas Hüetlin erzählt. Reinhold Messner ist Jahrgang 1944 und wuchs mit acht Geschwistern in einem kleinen südtiroler Dorf auf. Früh beginnt er mit der Kletterei und macht dabei schon in seinen Jugendjahren viele spektakuläre Erstbegehungen und Touren, viele davon mit seinem Bruder Günter. Im Laufe der Jahre wurde er zum wohl bekanntesten Extrembergsteiger. Reinhold Messner bestieg als erster Mensch und ohne zusätzlichen Sauerstoff alle vierzehn Achttausender.
Nach diesen extremen Besteigungen machte er mit weiteren Expeditionen von sich Reden. So durchquerte er mit Arved Fuchs 1989/1990 die Antarktis über den Südpol, versuchte sich an einer Arktis-Durchquerung und schaffte ca. 2000 km durch die Wüste Gobi bei einer Längsdurchquerung.
Aber er machte nicht nur durch seine spektakulären Expeditionen auf sich aufmerksam. Reinhold Messner gilt seit vielen Jahren als schwieriger Einzelkämpfer, als Verfechter des Alpinstils beim Extremkletterns, er war jahrelang politisch im Europäischen Parlament tätig und er veröffentlichte in den letzten Jahrzehnten über 70 Bücher, die er zum großen Teil selbst geschrieben hat. Er hat viele, viele Vorträge gehalten und sich mit seinen zahlreichen Wortmeldungen intensiv um das Thema Extrembergsteigen bemüht. Die Popularität dieser Extremsportart hat dank Messner in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, was von ihm auch sehr kritisiert wurde.
In den letzten Jahren lebt Messner wieder in Südtirol. Er hat dort mehrere Burgen gekauft und diese zu einem gigantischen Museumsprojekt ausgebaut. Dort wird neben der Südtiroler Alpenwelt auch vieles aus dem Himalaja und von seinen vielen Expeditionen gezeigt. Das Museumsprojekt ist eine Art Ode an die Bergwelt von Reinhold Messner.
Wie ist dieses Buch geschrieben?
Das Buch beschreibt in sechs großen Kapiteln das Leben des Reinhold Messners von seiner Jugend in den Südtiroler Alpen bis in die heutige Zeit. In kurzen Erzählungen beschreibt Messner sein Leben. Der Hauptteil des Buches besteht dabei aber aus Gesprächsaufzeichnungen von Reinhold Messner und Thomas Hüetlin. Thomas Hüetlin befragt Reinhold Messner sehr ausführlich, zum Teil mit kritischen Fragen und Messner antwortet meist offen. Man merkt dabei aber schon, dass Messner sich nicht den Weg des Gespräches diktieren lassen möchte. Er lenkt mit seinen Antworten auf seine Themen hin bzw. von kritischen Fragen ab.
Wie ich dieses Buch fand:
Das Buch ist eine Biographie der besonderen Art, auch weil es in Gesprächsform geschrieben ist. Diese Art von Biographie habe ich zum Beispiel auch über Loki Schmidt gelesen. Reinhold Messner fasziniert mich auf der einen Seite, schon allein durch seine vielen, beeindruckende Erfolge. Aber er ist auch ein Mensch, der polarisiert, der eigensinnig und dadurch oft auch unbequem ist. Ich weiß bis heute nicht, ob ich ihn sympathisch finden kann oder nicht. Auf jeden Fall ist er ein Phänomen und ich habe vor seinen Leistungen den höchsten Respekt.
Das Buch ist nicht immer leicht zu lesen und man hat oft Schwierigkeiten, das Geschriebene sich bildlich vorzustellen oder sich in die Lage des Reinhold Messners zu versetzen. An manchen Stellen empfinde ich ihn als arrogant und besserwisserisch, an anderen Stellen zeigt er sich empfindsam und fast schon demütig.
Mein Fazit:
Ein sehr persönliches Buch über einen Mann, der so widersprüchlich in sich ist und doch so in sich ruhend und von seiner Leidenschaft geprägt. Ich kann das Buch empfehlen, auch wenn ich die von ihm selbst geschriebenen Bücher besser fand.
Fazit: Gutes Buch!
Name des Mitglieds: ciao2002




04.03.12
Hab letztens einen Bericht über Messner gesehen, war sehr interessant. Das Buch bestimmt ebenso.