Mann mit blauem Schal: Ich saß für Lucian Freud - Martin Gayford
Tiefe Einblicke ... - Mann mit blauem Schal: Ich saß für Lucian Freud - Martin Gayford Belletristik
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Kurzbeschreibung: Genre: Biografien & Erinnerungen / Jahr: 2011

 
 

Tiefe Einblicke ...

Produkt:

Mann mit blauem Schal: Ich saß für Lucian Freud - Martin Gayford

Datum: 02.02.12

Bewertung:

Vorteile: siehe Text

Nachteile: siehe Text

Ein Mann - Martin Gayford - saß für Lucian Freud Modell. FREUD .... Ja, richtig, er ist der Enkel vom berühmten Siegmund Freud ....

Wer sind diese beiden Menschen, die man im Buch näher kennen lernt?

Martin Gayford:
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Gayford ist Londoner Kunstkritiker und Buchautor. Er veröffentlichte Studien über Constable, van Gogh und Gauguin. 2009 richtete er die Constable-Ausstellung in London aus. Er schreibt aber auch für Zeitungen und Zeitschriften. Gayford lebt im Cambridge.

Lucian Freud:
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Freud wurde 1922 geboren (in Berlin). 1933 musste er nach London flüchten. Viele bekannte Persönlichkeiten durfte er porträtieren (u.a. Mick Jagger, die britische Königin u.a.)

Was verbindet die beiden?
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Sie sind befreundet.

Zur Geschichte:
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7 lange Monate - und zwar vom 28. November 2003 bis zum 4. Juli 2004 sitzt Martin Gayford für Lucian Freud Modell - mit einem Schal ...
Nach jede Sitzung schreibt Gayford auf, was er erlebt, gefühlt und von Freud erfahren hat. Gespräche mit dem Künstler, seine Gesichtsausdrücke, die Spannung und Konzentration während der Arbeit, die Zeit der Entstehung des Bildes ... alles wird genau niedergeschrieben und abschließend in diesem mir vorliegenden spannenden und aufschlussreich, abwechslungsreichen Buch zusammengefasst.

Nicht immer war es freudig, es war spannend, klar, aber es war auch mal langweilig, wenn Millimeter für Millimeter voller Konzentration gearbeitet und ruhig gesessen werden musste ...

Das Hineinversetzen in Künstler und Modell bildet die Einheit dieses Buches, so finde ich, und macht es so überaus aufschlussreich und spannend. Man erfährt viel Interessantes und auch amüsant witziges über die Kollegen Freuds (Picasso, Ernst, Giacometti, Bacon ...) Auch die Kunst im Allgemeinen wird beleuchtet und natürlich die eigenen Arbeiten. Freuds Lieblingsmaler werden genauso benannt wie die alten Meister und er spricht über seine Gedanken darüber.

Die Schreibweise, in der die Sitzungen wider gegeben werden, ist nicht nur spannend und mit viel qualitativ hochwertigem Inhalt verbunden, sondern lässt den Leser nachdenken, ist realistisch und bildhaft und vor allem , so empfand ich es, sehr beruhigend zu lesen und faszinierend, in die Künstlerwelt eintauchend und vertiefend. Die Stille und die Konzentrationen, die herrschten, kommt im Schreibstil bestens rüber, ich kann es kaum beschreiben, aber der Stil des Schreibens passt sich dem Inhaltlichen an, was mir persönlich besonders gut gefallen hat.

Der Autor ist ausschweifend und lässt sich aus über die Inhalte der Sitzungen und das was er erfahren hat und an uns Leser weiter gibt, aber es ist trotz dessen ständige Spannung im Geschriebenen, es wird nicht langweilig, obwohl ausschweifend geschrieben wird. Der Autor bringt, wo es notwendig ist, auch auf den Punkt.

Immer wieder wird die Konzentration auch durch die Gespräche unterbrochen, weil man sich auf dieselben konzentriert. Und das macht es so abwechslungsreich. Kunst funktioniert so, sie ist ein Zusammenspiel von äußerster Konzentration, aber auch von Ablenkung und Kraftschöpfen. Jeder Strich wird beleuchtet sozusagen, was aber auch wieder nicht bedeuten soll, dass das Buch langweilig geschrieben ist. Der Autor verwendet vielmals bildhafte und erklärende Adjektive, die den Leser in die Handlung eindringen lassen. Ich würde auch sagen, dass es einer Charakterstudie gleichkommt, die der Autor von Freud erschaffen hat. Man kann als Leser zahlreiche Erkenntnisse gewinnen und bekommt leicht verständliche Zusammenhänge geboten. Kunstgeschichte in Fragmenten - unterhaltsam vermittelt.... Auch versteht man, warum Freund so abgeschieden lebt, warum er also dieses Leben gewählt hat.

Der Verlag schreibt, und besser kann ich es einfach nicht ausdrücken, daher kopiere ich:

DIESES BUCH IST AUCH EINE SCHULE DES SEHENS, DES WIRKLICHEN HINSCHAUENS UND VERSTEHENS !!!!

Einmalig schön, einmalig spannend, einmalig faszinierend !!!!

100 von 100 Punkten und absolute Leseempfehlung für Kunstfreaks, für Biografieliebhaber und einfach für neugierige Menschen, die abwechslungsreich und inhaltlich wertvoll unterhalten werden möchten !!!

Fazit: Leseempfehlung

Name des Mitglieds: HEIDIZ