*Der Mädchensammler*
Produkt:
Mädchenfänger - Jilliane Hoffman
Datum: 31.07.10
Bewertung:
Vorteile: .
Nachteile: .
Nach einer Woche bangen bekam ich also mal wieder eine Email von Vorablesen in der Stand, dass ich eine der Ersten sein werde, die "der Mädchenfänger" von Jiliane Hoffmann lesen darf.
Da ich bereits vor einigen Jahren "Cupido" von der selben Autorin gelesen habe und restlos begeistert war freute ich mich also umso mehr, als ich das Buch endlich in den Händen halten durfte.
Die Autorin:
In den Büchern von Jiliane Hoffmann geht er sehr oft um Ermittlungen wegen Mordes und Verschwinden von Personen in Florida. Dabei kriegt man über die Ermittlungen selbst, sowie die einzelnen Spezialeinheiten der Polizei mehr mit, als in vielen anderen Büchern.
Sie selbst arbeitete vor dem Erscheinen ihrer Bücher als als stellvertretende Staatsanwältin und juristische Beraterin in Florida.
Hoffmann unterrichtete jahrelang im Auftrag des Bundesstaates die Spezialeinheiten der Polizei.
Heute lebt sie mit Ihren Mann und 2 Kindern in Florida (Fort Lauderdale).
Ihre Werke:
1: Cupido (2004)
2: Morpheus (2005)
Vater Unser (2007)
Mädchenfänger (2010)
Handlung:
Laney, ein ganz normaler Teenager, mit ganz normalen Problemen: einem kleinen Bruder, einem Steifvater und einer Mutter, die nur ihre schlechten Seiten zu beachten scheint und der Herausforderung sich einer neuen Schule mit neuen Lehrern und neuen Schülern zu stellen.
Laney ist erst 12 Jahre alt und steckt dabei mitten zwischen Kindsein und Erwachsenwerden.
Im Chat trifft sie ElCapitan bzw. Zach, einem 17jährigen blonden Jungen aus der Footballmannschaft. Auf dem Foto was er ihr schickt sieht er aus wie ein Popstar. Und er interessiert sich für sie! Für die kleine Laney. Mit ihrer Brille und dem Zimmer voller Robert Pattinson und Jonas Brothers Poster.
Als er ein Bild von ihr sehen möchte muss sie sich etwas einfallen lassen.
Sie trifft sich mit ihrer Besten Freundin Molly, die ein paar Kilometer enfernt wohnt und lässt sich von ihr für ein Foto umstylen. Die Brille kommt von der Nase, die Nägel werden rot lackiert, das Gesicht geschminkt und die Klamotten von der großen Schwester geklaut.
In einer lasziven Pose fotografiert Molly ihre Freundin, welche jetzt gut als 16Jährige durchgeht.
Zach möchte sich mit ihr treffen. Am besten sofort! Sie willigt ein, um sich eine Woche später mit ihm zu verabreden und erzählt niemandem davon. Nicht ihrer Mutter, nicht ihrer besten Freundin Molly und auch sonst niemandem.
Wie sie später....zu spät feststellt ist im Internet nicht alles wie es scheint. Zach ist nicht Zach, sondern ein Serienkiller, der sie verschleppt und einsperrt.
Nachdem Laney zwei Tage verschwunden ist ruft die Mutter die Polizei. Da die Mutter nichtmeht genau wusste, ob Laney vielleicht bei einer Freundin übernachtete dauerte das ganze also eine halbe Ewigkeit, bis die Polizei in Kentniss gesetzt wurde.
Agent Dees erhält den Fall der verschwundenen Laney und ihn trifft das ganze mehr als jeden anderen des Police Departments, denn auch seine Tochter Katy ist vor knapp einem Jahr verschwunden und seitdem nicht wieder aufgetaucht. Er versucht alles um Laney zu finden, doch jedesmal wird ihm von einem Reporter, der in dieser Geschichte den großen Durchbruch sieht dazwischengefunkt.
Plötzlich erhält genau dieser Reporter einen Umschlag mit einem Selbstgezeichneten Foto eines jungen Mädchens, dessen Augen herausgenommen wurde und welche blutüberströmt und mit schmerzverzerrtem Gesicht den Mund zu einem großen Schrei aufreißt geschickt.
Der Reporter scheint nur der Überbringer dieser Grausamkeiten zu sein, denn in den Umschlägen sind die Fotos immer für Agent Dees bezeichnet.
Nachdem die Leiche des jungen Mädchen dann gefunden wird, und genauso aussieht wie auf dem Bild kommen mehr und mehr Zeichnungen und letztendlich kennt der Psychopath sogar Agent Dees Adresse und spielt sein Spiel mit dessen Familie.
Leseprobe:
Lainey Emerson nagte an einem eingerissenen Acrylfingernagel,
der noch auf ihrem Daumen klebte, und starrte auf den Compu-
ter. Mit der freien Hand auf der Maus lenkte sie den Pfeil über
den Bildschirm. Ihre Handflächen waren klitschnass, und ihr
Herz pochte so laut und so schnell, dass sie dachte, ihr Brust-
korb würde platzen. Tausende von Schmetterlingen, gefangen in
ihrer Magengrube, flatterten hektisch, als sich der Pfeil dem Feld
«Senden» näherte. Sie musste es nur anklicken. Das Feld ankli-
cken und ihre dumme kleine, aus zwei Sätzen bestehende Nach-
richt abschicken, für die sie buchstäblich - sie sah auf die Uhr
in der unteren Bildschirmecke und zog eine Grimasse - Stunden
gebraucht hatte. Trotzdem zögerte sie noch und rollte die Maus
mit schwitzigen Fingern hin und her.
Stelle nie eine Auskunft über dich oder ein Bild von dir ins Internet,
das du nicht auf dem Titelblatt des Miami Herald sehen wollen würdest,
Elaine.
Lainey hörte die unheilvollen Worte so klar und deutlich,
dass sie beinahe den Zigarettengestank im Atem ihrer Mutter
riechen konnte. Sie stieß sich vom Schreibtisch ab, versuchte, die
unangenehme elterliche Warnung von wegen «Mach nicht die
gleichen Fehler wie wir» abzuschütteln, und sah sich in ihrem
fast dunklen Zimmer um. Die Gesichter auf den Dutzenden von
Filmplakaten, mit denen sie ihre Wände tapeziert hatte, lagen
im Schatten. Von der Spätnachmittagssonne, die eben in den 14 15
Everglades versank, waren nichts als ein paar blassorange Strah-
len übrig.
18:12 Uhr? War es wirklich schon so spät? Plötzlich wurde ihr
bewusst, wie still es war. Der Lärm und das Gegröle des Roll-
hockeyspiels war verstummt, das den ganzen Nachmittag auf der
Straße stattgefunden hatte - Spieler und Fans waren längst zu
Hause, wo Abendessen und Hausaufgaben auf sie warteten. Zwei
Dinge, mit denen Lainey noch nicht mal angefangen hatte. Und
Bradley? Von ihrem kleinen Bruder hatte sie schon eine Weile
nichts gehört. Eine ziemlich lange Weile, eigentlich. Sie biss sich
auf die Innenseite der Lippe. Normalerweise wäre sie froh gewe-
sen, aber nicht jetzt, wo ihre Mutter bald nach Hause kam ...
Die Haustür ging auf, und Lainey betete, es möge nicht ihre
Mutter sein. Donnernd fiel die Tür wieder zu. Dreißig Sekunden
später ratterte Gewehrfeuer aus dem Wohnzimmer. Brad spielte
dieses blöde Videospiel, Grand Theft Auto, und knallte Polizisten
ab, und zwar mit voller Lautstärke, nur um Lainey zu ärgern.
Wut verdrängte ihre Erleichterung, und sie bereute, ein Gebet
auf das Wohlergehen ihres nervtötenden Bruders verschwendet
zu haben. Immerhin, er war zu Hause, sie hatte ihn nicht ver-
loren. Sie drehte ihre Good-Charlotte-CD auf, um das Geschrei
und Geknalle zu übertönen, und konzentrierte sich wieder auf
den Computer. Wenn sie sich ständig ablenken ließ, würde es nie
was werden.
Mein Eindruck:
Das ganze Buch fing schon sehr spannend an. Laney wurde perfekt beschrieben, genau wie die Beziehungen zu ihren Freunden und der Familie. Sie ist perfekt dargestellt, wie man sich eine typische 13jährige heutzutage vorstellt. Doch leider auch genauso leichtsinnig wie die Meisten davon.
Es wird wieder schrecklich bewusst wie schnell soetwas gehen kann. Eine scheinbare Teenagerromanze, die über das Internet beginnt endet als schreckliches Verbrechen.
Das Buch ist über 400 Seiten durchweg spannend. Man erfährt viel über die Vorgehensweise der Ermittlungen des PD und merkt, dass sich die Autorin sehr viel damit beschäftigt hat. Mir persönlich war das ganze zwar ein bisschen ZU viel des guten, da ich mit den vielen Englischen Fachbegriffen der einzelnen Polizeistationen nichts anfangen konnte, aber das Ganze bessert sich auch, je weiter man liest.
Anders, als ich es mir eigentlich dachte erfährt man dabei mehr über die Ermittlungen selbst, als über die Vermisste Laney und die anderen gefangenen Mädchen. Desweiten geht es auch sehr schnell mit dem Treffen Laney's und ihrer angeblichen Romanze. Das hätte ich dann doch gern ein bisschen ausschmückender gelesen, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Alles in allem würde ich für die ersten 400 Seiten trotzdem 5/5 Sternen geben.
Leider wollte die Autorin ein Knallerende. Ist natürlich normal und man kennt es aus jedem anderen Buch auch, doch hier hat man den Eindruck, dass ihr die Ideen ausgingen oder viel von ihrer Agentur herausgeschnitten wurde.
Denn mal abgesehn davon, dass es meiner Meinung nach sehr durchschaubar ist, wer der Täter ist, passieren auf einen Schlag innerhalb von 30-40 Seiten so viele unglaubwürdige Dinge auf einmal, die ganz sicher nichts mehr mit Zufällen zutun haben können, dass es die Stimmung des ganzen restlichen Buches kaputtmacht. Der Schluss selbst würde von mir persönlich nur maximal 2/5 Sternen bekommen.
Fazit:
Ich gebe trotz des- für mich verwirrenden, viel zu hektischen und plötzlich gekommenen Ende 4/5 Sternen, da ich ganze 400 Seiten großes Lesevergnügen hatte. Ich denke, wären es noch 100 Seiten mehr geworden und ein richtiges Ende geschrieben wurde, würde es auch- wie Cupido ein wunderbares Buch ohne 'Macken' sein.
Jedem, der Thriller und/odeer Krimis liebt sollte dieses Buch hier lesen! Vielleicht habt ihr am Ende ja auch nicht so viel zu meckern wie ich! :)
Fazit: .
Name des Mitglieds: pongping
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik




09.11.10
klingt nach einem spannendem Werk