
Kurzbeschreibung: Ueberreuter Carl Verlag
Die dunklen Mächte sind zurück
Produkt:
Katzenwinter (Hohlbein, Wolfgang ; Hohlbein, Heike)
Datum: 23.01.12
Bewertung:
Vorteile: Idee, Stil, Mittelteil Spannung
Nachteile: Schluss, Justin
==Die dunklen Mächte sind zurück==
Hallo lieber Leser, liebe Leserin.
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich mir vor über einem Jahr ertauscht habe. Es handelt sich um die Fortsetzung von "Magog", ein Buch, welches mir sehr gut gefallen hat. Nachdem ich jedoch die Kritiken gelesen habe, dass dieses Werk wenig gemeinsam mit seinem Vorgänger hat, wollte ich es nicht lesen. Nun fehlte mir jedoch für ein Sub-Abbau-Spiel ein Cover mit einem Tier, sodass ich mich entschloss, dieses Buch zu lesen.
Der Winter kam früh in diesem Jahr als die erste Schneeflocke fiel, stürzte Justins Großmutter die Treppe hinunter und brach sich das Genick.
Es war ein Tag wie jeder andere, das heißt: natürlich war es das nicht. (Zitat S. 7)
Dieses Zitat stellt die ersten Zeilen des Buches dar. Ich habe es ausgewählt, um aufzuzeigen, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Jugendbuch handelt, sondern stark ängstigen kann. Was euch noch erwartet, und wie es mir gefallen hat, lest selbst.
===Zitierter Klappentext===
Etwas Bedrohliches legt sich über die kleine Stadt, die durch dichten Schneefall von der Außenwelt abgeschnitten ist. Uralte, dunkle Kräfte, die in den Ruinen des alten Klosters herrschen, haben seit jeher Unheil über die Menschen gebracht. Nun liegt es allein an Justin, sie zu besiegen. Ein aussichtslos erscheinender Kampf beginnt.
===In eigenen Worten===
Crailsfelden ist wieder Ort des Geschehens. Es sind einige Jahre nachdem Brand im Internat und dem Massengewaltausbruch vergangen. Justin, 14, ist mit seiner Familie zu seiner Großmutter gezogen, die allgemein nur als Hexe bekannt ist. Als sie sich bei einem Treppensturz das Genick bricht, muss sie ins nächste Krankenhaus. Anfänglich glaubt Justin noch, dass er sich versehen hat, denn er bildete sich ein, dass seine Großmutter nur gestürzt ist, weil die Treppenstufe sich in Luft auflöste. Doch bald wird klar, dass merkwürdige Dinge geschehen. Ein Katzenmädchen, Reggie, taucht auf, die Menschen aus Crailsfelden drehen am Rad, und werden regelrecht gewalttätig gegenüber Freunden. Alles hängt mit dem damaligen Brand im Internat zusammen. Justin versucht Nachforschungen anzustellen. Er findet heraus, dass alles mit dem Katzenwinter zu tun hat. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein harter Winter. Ein Winter, der Crailsfelden von der Außenwelt getrennt hat. In diesem wenigen Tagen gab es jedes Mal zahlreiche Tote. Justin ist der Einzige, der dies verhindern kann, und das weiß das Dunkle, welches einen Zugang von der Unterwelt in das Kloster von Crailsfelden gelegt hat. Justin muss mit Unterstützung der Katzen seiner Großmutter verhindern, dass die dunklen Mächte Oberhand gewinnen. Ein schweres Unterfangen, denn auch seine Mutter ist schon von den bösen Mächten in den Bann gezogen, und bei einer Rettungsaktion mit seinem Vater muss er feststellen, dass die bösen Mächte es nicht zulassen, das irgendjemand den Ort verlässt. Justin muss sich also seinem Gegner stellen.
===Sarahs Meinung===
Der Leser wird in dieser Geschichte wieder in den Ort Crailsfelden entführt. 1990 nutze Wolfang Hohlbein diesen Ort, um ein Internat als Tor des Bösen zu benutzen. "Magog" hieß das Buch. Ein gelungener Horror-Roman,der zahlreiche Leser begeisterte. Klar, dass dies nach einer Fortsetzung schrie. Das dachte sich auch Hohlbein und setzte sich mit seiner Frau zusammen und schrieb "Katzenwinter". Während das andere Werk zwar auch Jugendliche als Protagonisten enthielt, empfand ich die Lektüre eher für Erwachsene. In diesem Fall verrät schon der 14jährige Protagonist, dass es sich eher an die jüngeren Leser richtet. Das war auch der Grund, warum ich den Kritikern abgekauft habe, dass dieser Roman wenig mit seinem Vorgänger zu tun hat, denn dort war der Protagonist deutlich älter.
Dies ist jedoch nicht der Fall. Hohlbein lässt Ansätze des ersten Teils gekonnt in seine Fortsetzung einfließen. Es sind zwar eigenständige Geschichten, jedoch geht deutlich hervor, dass "Magog" der Vorgänger ist. Schließlich versucht Justin an zahlreichen Stellen, die Zusammenhänge von damals zu begreifen.
Justin ist ein Protagonist, der bei mir weder gut, noch schlecht ankommt. Er ist freundlich, hilfsbereit und wirkt in meinen Augen ab und an einfach zu liebenswert. Justin wird lebendig, jungenhaft und trotzdem zu freundlich beschrieben. Eine rebellische Ader, wie man es erwarten würde bei einem pubertären Jungen, fehlt hier gänzlich. Stattdessen wird ein Familienmensch beschrieben. Dies wird sicherlich dem einen oder anderen Leser sicherlich gut gefallen. Mir persönlich gefällt dies jedoch nicht so gut, denn zu einem Horror-Roman passt dies weniger.
Was ich bei den Protagonisten bemängel, macht das Autoren-Ehepaar beim restlichen Inhalt wieder wett. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. An einigen Stellen, fand ich die brutale, vulgäre Ausdrucksweise nicht unbedingt etwas für junge Leser, aber es passt perfekt in das Genre, und erschafft eine hervorragende düstere Stimmung, die definitiv in das Bild von bösen Mächten passt. Auch sonst erschafft Hohlbein eine Geschichte voller Leben. Crailsfelden als Ortschaft, aber auch die anderen Schauplätze sind bis ins kleinste, wichtigste Detail beschrieben. Emotionen, Handlungen und Gedanken sind logisch und runden die gesamte Handlung ab. Es macht einfach Spaß es zu lesen. Dabei baut sich die Spannung mit jeder Seite immer mehr auf. Auch wenn man teilweise erahnen kann, wie es weitergeht, bleibt der Spannungsanstieg konstant. Für das Genre im Grunde eine ideale Umsetzung.
Und dann kommt der Schluss. Damit hat sich Hohlbein mal wieder übertroffen. Immer wenn man als Leser denkt "Das ist der schlechteste Schluss!", dann kommt doch wieder ein Buch, wo es noch schlimmer ist. Dies ist auch hier der Fall. Während sich vorher die Geschichte kontinuierlich aufbaut und man einen actionreichen, spannungsgeladenen Schluss über viele Seiten erhofft, kommt der Schluss mit einem Paukenschlag und endet genauso schnell, wie der Ton verklingen würde. Binnen zwei bis drei Seiten ist das Böse besiegt. Kreativität ist hier fehl am Platze. Es gibt zwar eine Wendung, mit der ich persönlich nie gerechnet hätte und es daher auch als Pluspunkt ansehe. Statt diesen Punkt auszubauen, wirft er die Überraschung einfach nur ein, lässt den Leser allein, und nutzt diesen für einen abgehakten und ehrlich gesagt langweiligen Schluss. Ich hatte das Gefühl, als hätte Hohlbein keine Seiten oder sogar keine Lust mehr. Gerade der Schluss eines Buches ist wichtig, und da hätte ich mehr erwartet.
Durch den Schluss bleiben leider einige Fragen offen, die sich gerade während des Lesens stellen. Zum Beispiel heißt es, dass niemand aus Crailsfelden fliehen kann, dass lässt das Böse nicht zu. Genauso kann niemand von außen hinein. Komisch, dass es hier leider Ausnahmen gibt, jedoch nicht erklärt wird, warum. Auch bei den Protagonisten gibt es offene Fragen. Bei einem so rasanten Schluss jedoch kein Wunder, dass viele Punkte nicht geklärt werden.
Nichtsdestotrotz habe ich die Geschichte trotzdem gerne gelesen. Abgesehen vom total freundlichen Protagonisten, der wohl den absolute Kontrast zum Bösen darstellen soll, und dem Schluss mit seinen offenen Punkten eine interessante Fortsetzung. Aus diesem Grund kann ich das Buch empfehlen. Wer wissen will wie es in Crailsfelden weitergeht, sollte trotz jugendlicher Protagonisten zugreifen.
===Sarahs Fazit===
"Katzenwinter" ist eine gelungene Fortsetzung von "Magog". Im Vergleich zum Vorgänger ein lieblos hingeschriebener Schluss, aber ein starker Mittelteil der akribisch Spannung aufbaut. Für mich drei Sterne.
Pro: Idee, Stil, Spannung im Mittelteil
Contra: Schluss, Justin
Empfehlung: Ja
===Buchdaten===
Autor: Wolfgang und Heike Hohlbein
Titel: KatzenWinter
Verlag: Heyne
Erschienen: 2005
ISBN-10: 3453530381
ISBN-13: 9783453530386
Seiten: 432
Kosten: 8,95Euro
===Leseinformationen===
Genre: Horror
Niveau: nicht leicht, aber auch nicht schwer
Leserschaft: Jugendliche ab 16
Lesedauer: 3 Tage
===Autor/in===
Das Autoren-Ehepaar Wolfgang und Heike Hohlbein zählen zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Ihr erstes gemeinsames Werk, "Märchenmond" verzauberte fast eine Millionen Leser. Es folgten zahlreiche weitere gemeinsame Werke. Das Paar lebt mit seinen Kindern in der Nähe von Düsseldorf.
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Fazit: Interessante Idee
Name des Mitglieds: CyberQueeny

