Sechs Männer voller Hoffnung, was ist davon geblieben ????
Produkt:
Jenseits von Deutschland - George Tenner
Datum: 27.04.11
Bewertung:
Vorteile: siehe Text
Nachteile: siehe Text
George Tenner kennt man und liebt ihn für seine Lasse Larsson-Krimis - heute möchte ich euch aber einmal etwas anderes vorstellen, was aus seiner Feder stammt.
Daten zum Buch:
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Broschiert: 239 Seiten
Verlag: Schardt; Auflage: 1., Aufl. (März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898415961
ISBN-13: 978-3898415965
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 2,2 cm
PREIS: 12,80 Euro
Der Autor:
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Jahrgang: 1939
stammt aus einem Künstlerhaushalt
1964 Versuch der DDR-Flucht - Inhaftierung
1966 erneuter Versuch der Flucht - GESCHAFFT !!!!
1982 - Veröffentlichung seines ersten Romans
war tätig als freier Journalist und Redakteur
Tenner lebt nahe Berlin.
Weitere Bücher:
Der Drachen des Todes
Die Insel der tausend Puppen
Das Lächeln der Mona Lisa
und und und ...
Inhalt und Gliederung:
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Sechs junge Menschen zogen in den Krieg. Sie hatten Hoffnung und keine Angst, sie waren zuversichtlich .... - aber es kam alles anders als erwartet
Das verwüstete Afghanistan befindet sich im Krieg und Deutschland sende Soldaten aus, um Aufbauhilfe zu leisten. Die aufständischen Taliban spielen auch eine große Rolle im Buch. Man erfährt sehr viel über die Zusammenhänge, die Tenner meisterhaft recherchiert hat und kann sich ein Bild der historischen und politischen Gegebenheiten machen, das man haben sollte, um komplett verstehen und einordnen zu können.
Es werden Episoden erzählt, wie die jungen Soldaten versuchen, sich dort zurecht zu finden. Die Brutalität, der sie gegenüberstehen, und mit der sie keinesfalls gerechnet hatten, macht sie traurig und wütend.
Diese Einsätze, wie kann man sie menschlich rechtfertigen? - das fragen sich die Soldaten und kämpfen eigentlich um das eigene Überleben. Wo ist die Moral geblieben? Nicht alle kehren zurück und die, die zurückkehren sind nicht mehr die, die loszogen. Seelisch und mitunter körperlich verkrüppelt kommen sie zurück nach Deutschland und musste einige ihrer Kollegen zurücklassen... Ist ein "normales" Leben überhaupt noch möglich für diese Menschen ???
Das Buch beginnt mit dem Prolog - wir befinden uns im Jahr 2006.
Meine Meinung:
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Wie ich mir das vom Autor George Tenner - und vom Menschen - nicht anders vorstellen konnte und erwartet habe, als ich hörte, welches Thema er sich für seinen neuen Roman auserkoren hatte, ist es ein spannungsgeladener Roman geworden, der - so möchte ich sagen - an die Politik gerichtet ist. Die richtigen Leute sollten das mal zu lesen bekommen !!!
Man kann den Roman als Anklage bezeichnen. Und das finde ich genau richtig, das musst mal jemand schreiben. Top recherchiert hat Tenner hier zum einen detailgetreu nachempfunden, was bei diesen wahnsinnigen bewaffneten Auslandseinsätzen passiert und besonders, was die Menschen hinter den Soldaten empfinden, die dies miterleben müssen.
Tenner hat sich sicher viele Fragen gestellt während er das Buch schrieb und im Vorfeld, als er sich dafür entschied, seinem neuen Roman dieses Thema zu Grunde zu legen, er findet im Buch Antworten und das möchte ich als besonders erwähnenswert voranstellen.
Ist es ein Krieg, den Deutschland mitgestaltet, der eigentlich eine Sicherheits- und Aufbaumission hätte sein sollen? Tenners Plädoyer für die Menschlichkeit und den Pazifismus liest man mit Gänsehaut und Kopfnicken und - schütteln.
Es ist kein Buch, welches man mal einfach so nebenbei zur Unterhaltung liest, klar, es ist in gewissem Sinne wohl auch ein Krimi, aber ich finde, es ist ein Buch, welches nachdenklich stimmen sollte und dies auch tut. Man kann sich sehr gut in die Situation der Soldaten hineinversetzen und nachvollziehen, wie diese denken und fühlen. Auch dachte ich so an die Familien hinter diesen Menschen ...
Detailliert, sachlich und bildhaft - aber auch ausschweifend, wo es notwendig ist, schildert Tenner Ereignisse, historische und politische Gegebenheiten und Szenen aus dem Soldatenalltag am Hindukusch. Man bekommt Gänsehaut, wenn man das liest und möchte diese Menschen am liebsten aus dem Kriegsgebiet herausholen.
Eindringlich, faszinierend und qualitativ sehr hochwertig hat Tenner hier einen überaus wichtigen Beitrag geleistet, da er ein Buch geschrieben hat, welches Anklage ist. Fundiertes Wissen, welches er sich - Journalist, der er noch immer ist, erworben hat und eine eigene Meinung, die er sich immer bildet, tragen dazu bei, dass es ein durchdachter Roman ist, der zwar fiktiven Inhalt hat, aber im Prinzip realer nicht sein könnte.
Ich danke Herrn Tenner für seine Ausführungen und empfehle dieses Buch wirklich jedem !!!!
Fazit: lese
Name des Mitglieds: HEIDIZ
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