Ein Muss für Literatur-Liebhaber
Produkt:
Irrungen, Wirrungen (Fontane, Theodor)
Datum: 13.01.01, geändert am 13.01.01 (331 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Interessante Gechichte, fesselnd, gut geschrieben, Fontane ist Allgemeinbildung
Nachteile: ---
Ich Deutsch-LK'ler habe ja das große Glück sehr viele Bücher lesen zu können und zu müssen (das ist wirklich keine Ironie!!!). Nun habe ich nach "effi Briest" auch "Irrungen, Wirrungen" von Theodor Fontane gelesen. Dieser Roman erschien 1888 als Buch.
Es sind wirklich viele Ähnlichkeiten und Parallelen zu "Effi Briest" zu finden. Wer also die "Effi" mochte, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.
Erzählt wird dieses Mal die Geschichte von Lene und Baron Botho von Rienäcker. Beide wohnen in Berlin. Sie ist ein einfaches Mädchen aus den unteren Schichten der Gesellschaft, während er als Baron zum Adel gehört. Klar, dass diese Liebe geheim gehalten werden muss. Lene nimmt das so hin, weil sie Botho sehr liebt, weiss aber auch, dass er eines Tages nicht mehr zu ihr kommen wird, weil er dann eine Adlige heiraten muss. Botho will davon natürlich nichts hören, weiss aber wohl auch, dass es irgendwann so kommen muss.
Dann bekommt Botho einen Brief seiner Mutter, in dem sie ihn quasi dazu zwingt, die junge Frau Käthe zu heiraten, weil Rienäckers pleite sind und Käthe viel Geld mit in die Ehe bringen wird. So kommt es also zu der Trennung von Lene und Botho, über die beide nie richtig hinwegkommen.
Mehr erzähle ich nun aber nicht. Seht selbst wie dieser Roman endet. Er ist wirklich sehr gut, finde ich. Er ist leicht zu lesen und wenn man ersteinmal angefangen hat, empfindet man so mit den Charakteren (vor Allem mit Lene und Botho) mit, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
"Irrungen, Wirrungen" spielt, wie "Effi Briest", in Berlin und Fontane schafft es wieder die Schauplätze so zu beschreiben, dass man entweder wie mit einem Stadtplan zu den Häusern etc. in Berlin hinfinden könnte und sie auch allein durch die Beschreibung malen und zeichnen könnte.
Fontane schreibt auch "Irrungen, Wirrungen" wieder so, dass man genau lesen
muss, um die vielen Anspielungen, Doppeldeutigkeiten und Methaphern zu verstehen, aber gerade das macht diesen Roman sehr lesenswert.
Wer in der Schule also einen Vorschlag zum lesen eines Buches machen soll oder will, sollte sich vielleicht für "Irrungen, Wirrungen" entscheiden. Und wer nicht mehr in der Schule ist, sich aber trotzdem für Literatur (und Fontane gehört zweifelsfrei zu den ganz Großen Romanciers in Deutschland) interessiert, kann sich dieses Buch ja auch kaufen oder bestellen. Beim Reclam-Verlag bekommt man es auch noch sehr günstig...
Fazit:
Name des Mitglieds: SVoigt2000
Weitere Testberichte: im Bereich Belletristik



04.06.01
Lese es auch gerade mit meinem LK. Insgesamt sind meine Schüler wohl auch einigermaßen zufrieden mit der Wahl der Lektüre glaube ich, auch wenn sie meinten, es sei streckenweise recht langatmig. (Da muss ich ihnen sogar recht geben!) Übrigens gibt es auch die Ausgabe "Hamburger Lesehefte" , da kostet es glaube ich 3,40 DM oder so. @ vojel: Na ja, Fontane hat schon viel dazu beigetragen, dass der Roman heute ist,w as er ist, insofern sicherlich nicht schädlich für die Allgemeinbildun g. Allerdings muss man schon Lust haben sich auf Literatur einzulassen, denn sonst ist Fontane wahnsinnig langweilig und langatmig in seinen Beschreibungen und Milieuschilderu ngen.