Intruder 1. Tag - Wolfgang Hohlbein
Wenn Männer eine Reise tun... - Teil 1 - Intruder 1. Tag - Wolfgang Hohlbein Romane & Erzählungen

Neuester Testbericht: ... Aber es geht weiter! Das Hotel der ersten Nacht ist miserabel, das Frühstück auch. Dann kommt die Stunde der Wahrheit für Mike, als er sein... mehr

Wenn Männer eine Reise tun... - Teil 1
Intruder 1. Tag - Wolfgang Hohlbein

Myhnegon

Name des Mitglieds: Myhnegon

Produkt:

Intruder 1. Tag - Wolfgang Hohlbein

Datum: 19.11.06

Bewertung:

Vorteile: leicht lesbar, mystisch, spannend, macht neugierig auf den nächsten Teil

Nachteile: sonderbar, langweiliger Anfang, unangenehme Darstellung der Indianer

Die Intruder-Reihe hat mir mein Bruder angedreht, der mit Begeisterung Hohlbein und King verschlingt, und nun möchte ich es Euch das erste vorstellen...

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Die Story
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Mike, Stefan und Frank sind drei Männer Mitte vierzig, die sich ihren Traum von einer Motorradtour auf der Route 66 verwirklichen wollen, doch schon auf dem Flug dorthin geht für Mike – der die Hauptperson ist – so allerhand schief. Das wird auch in ihrem ersten Hotel nicht besser, wo sie auf eine Familie Indianer mit einem offenbar zurückgebliebenen Kind stoßen, die Mike aus eher naiven Gründen anstarrt, was gleich mehrere Folgen hat: 1. fängt er sich gleich zweimal Hohn und Spott ein und 2. tauchen sie plötzlich überall wieder, wo er auch ist.

Nach einer weiteren dieser „zufälligen“ Begegnungen, die regelrecht gruselige Ausmaße annimmt, ist Mike davon überzeugt, dass mit dem Jungen mehr als nur seine Zurückgebliebenheit nicht stimmt – und dieses „mehr“ hat es offenbar auf ihn abgesehen, was die nachfolgenden, unheimlichen Ereignisse offenbar belegen. Bald darauf kommt es zu einem Unfall, den Mike offensichtlich nicht nur seinen Freunden verschweigen will...

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Die Aufmachung
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Die Vorderseite sieht in etwa so aus, wie oben abgebildet, während die Rückseite ebenfalls in grün gehalten ist und den „Waschzettel“, den Strichcode, die ISBN-Nr. und den Preis aufweist.

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Der Autor
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Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren und lebt heute mit seiner Frau Heike, die auch seine Co-Autorin ist, sowie mit seinen Kindern und einer ganzen Schar Katze und Hunde am Niederrhein. Erschreibt bevorzug Fantasy-Romane und in seiner Freizeit fährt er gerne Motorrad und sammelt Zinnfiguren.

Weitere Bücher:
- Die Templerin
- Die Prophezeiung (zusammen mit seiner Frau Heike)
- Wyrm

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Weitere Infos
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Es handelt sich hierbei um ein Bastei Lübbe Taschenbuch mit 125 Seiten und der ISBN-Nr. 3-404-14800-2, welches im Handel € 2,90 gekostet hat und vermutlich auch noch kostet. Die Buchreihe ist nach dem Motorrad benannte, mit dem die drei unterwegs sind und die Übersetzung lautet „Eindringling“.

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Meine Meinung
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Der Stil ist absolut leicht lesbar, auch wenn ich den Anfang etwas langweilig fand und man meiner Meinung nach zu spät das Alter der drei Reisenden erfährt. Ich hatte sie nämlich anfänglich für Mitte zwanzig gehalten, was den Vorteil hatte, dass ich mich mit den handelnden Personen gut identifizieren konnte, was mir mit den etwas betagteren Herren wesentlich schwerer fällt.

Nach dem etwas tristen Anfang wird die Geschichte aber ziemlich schnell interessant und bekommt einen mystischen Touch, wobei man sich zunächst noch fragt, ob Mike nicht einfach nur etwas rumspinnt. Auch später fragt man sich oft, ob er an Halluzinationen leidet, die einzig und allein seiner Angst zuzuschreiben sind oder ob vielleicht doch mehr dahinter steckt. Durch diesen Verwischen von Realität und Scheinwelt wird nicht nur die Spannung aufgebaut, sondern auch gehalten.

Was mich wirklich gestört hat, war zum einen, dass ein so schlechtes Licht erst auf die Indianer und dann auf das Verhalten von Mike geworfen wird. Die Indianer werden doch etwas heruntergekommen dargestellt und Mike nimmt offensichtlich auf rein gar nichts Rücksicht, was beides störend ist. Zum anderen fand ich die Szene mit dem toten Jungen nicht gerade gekonnt, denn obwohl sie nicht zu bildlich beschrieben wird, ist sie doch ziemlich eklig und ich stehe nicht im mindesten auf Spladder.

Teilweise etwas schwer nachzuvollziehen sind auch Mikes Stimmungsschwankungen, die nur dadurch abgeschwächt werden, dass er zumindest ab und an versucht sich zusammenzureißen. Seine Freunde – besonders Frank – sind dagegen ausgesprochen sympathisch und man fragt sich, wie genau diese Gruppe wohl zusammengefunden hat. An zwischenmenschlichen Beziehungen wird also nicht gespart.

Die Ironie an der Geschichte ist nicht nur der Name der Motorräder (siehe „Weitere Infos“), sondern auch, dass der Ärger nur dadurch entstanden ist, dass Mike die Indianer eigentlich mit einem positiven Hintergrund angestarrt hat und sie sich angemacht fühlten. Hier wird genauso wie beim Aufbau der Spannung, unheimlich viel mit in Worten gefassten Effekten gearbeitet (seltsame Beleuchtungen und ähnliches).

Da letztendlich nicht nur die bereits erwähnten Fragen offen bleiben, sondern man auch wissen möchte, wie der Junge an den Unfallort kam und was wirklich hinter alldem steckt, ist man auf jeden Fall neugierig auf den zweiten Teil... Außerdem frage ich mich immer noch, wie jemand auf das Wort „entblödet“ kommt und es auch noch in folgendem Satz einbaut: „Natürlich entblödete sich Frank nicht, ihm seinen Erfolg auch noch genüsslich unter die Nase zu reiben...“

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Fazit
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Da das Buch ziemlich spannend und leicht lesbar ist, es etwas mystisches hat und man gespannt ist, wie es weitergeht, bekommt es schon mal ein Empfehlenswert, aber da ein schlechtes Licht auf die Indianer geworfen wird, einiges etwas sonderbar ist und mich das Buch nicht gerade vom Sockel gerissen hat, nur drei Sterne.

Fazit: siehe Bericht

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