Glenn Meade
"Die Achse des Bösen" - Im Prinzip ein gutes Buch ? aber leider auch sehr, sehr polemisch! - Glenn Meade Belletristik

 
 

"Die Achse des Bösen" - Im Prinzip ein gutes Buch ? aber leider auch sehr, sehr polemisch!

Produkt:

Glenn Meade

Datum: 13.09.03, geändert am 13.09.03 (45 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Durchaus guter Roman

Nachteile: Jedoch zu polemisch und populistisch

Neulich habe ich hier bereits über zwei Romane des Autors Glenn Meade (?Unternehmen Brandenburg? und ?Mission Sphinx?) berichtet. Heute möchte ich über sein bisher jüngstes Werk ?Die Achse des Bösen? informieren.

Wie der Titel bereits erahnen läßt, geht es hierbei um eine Bedrohung der USA durch arabische Terroristen. Auch wenn die Gruppierung nicht namentlich benannt wird, so läßt sich aus dem Kontext dennoch relativ einfach ableiten, daß das ?Vorbild? für diese Terrorgruppe Osama bin Ladens Netzwerk Al Quaida ist.

Waren es 2001 noch gekaperte Jets, mit denen der Terror in das Herz der USA getragen wurde, so bedienen sich die fiktiven Terroristen in Meades neuestem Werk eines hochmodernen, extrem gefährlichen chemischen Kampfstoffs, denn sie heimlich ebenfalls in das Herz der USA, nach Washington, bringen. Mittels einer Videoaufnahme wendet sich der Abu Hasim, der Anführer der Terrorgruppe, an den amerikanischen Präsidenten und fordert die Freilassung sämtlicher islamistischer Gefangener der USA sowie einen kompletten Abzug aller US-Truppen im Nahen Osten. Kommen die USA diesen Forderungen nicht nach, so die Drohung, wird der C-Kampfstoff in Washington freigesetzt. Eine hochgeheime, gewaltige Suche nach dem Kampfstoff und den Terroristen beginnt...

Wie auch in seinen früheren Werken gelingt es Glenn Meade, seine Leser zu fesseln. Hat man das Buch einmal angefangen, so kann man es nur schwer aus der Hand legen. Zu stark ist der Wunsch, mehr über die schier aussichtslose Suche nach dem Gift mitten in der Metropole zu erfahren. Ob diese Suche letztlich erfolgreich ist, möchte ich hier nicht verraten, denn ich denke, daß der ein oder andere Leser dieser Meinung das Buch noch lesen möchte, und dann möchte ich diesen Personen nicht die Spannung rauben.

Für den Roman an und für sich würde ich sofort fünf dooyoo-Sterne vergeben, denn das Buch ist wirklich lesenswert. Ich sehe mich jedoch gezwungen, zwei Sterne für die extrem polemische u

nd populistische Story abzuziehen. Das Buch wurde in den USA unter dem Titel ?Resurection Day? im Jahr 2002 veröffentlicht ? also deutlich nach den Anschlägen von New York und Washington, zu einer Zeit, als in den USA bereits kräftig die Kriegstrommeln für einen Angriff auf den Irak als Teil der ?Achse des Bösen? gerührt wurden. Daß die US-Medien zum damaligen Zeitpunkt den Kriegskurs von George Dabbeljuh nur allzu bereitwillig unterstützten, ist bekannt. Leider ließ sich auch Glenn Meade ?gleichschalten? und verfasste mit ?Die Achse des Bösen? einen Roman, der voll und ganz dem in meinen Augen absolut falschen, aggressiven Kurs der amtierenden US-Regierung entspricht und ganz pauschal alle arabischstämmigen Menschen als potentielle Terroristen darstellt. Wer die Medienberichte über willkürliche Inhaftierungen arabischer Menschen mitten in den USA mitverfolgt hat, der weiß, zu welchen einer Demokratie absolut unwürdigen Zuständen diese antiarabische Stimmung geführt hat.

So sorry, Mr. Meade, aber für diese Speichelleckerei zu Gunsten von Mr. Bush kann und muß ich Ihnen einfach zwei dooyoo-Sterne abziehen.

Erschienen ist ?Die Achse des Bösen? im Bastei-Lübbe-Verlag unter der ISBN-Nr. 3-404-14926-2 zum Preis von EUR 9,90.


Fazit:

Name des Mitglieds: squarerigger